Unbenanntes Dokument
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Im Gespräch mit der Zeitschrift "Hier & Jetzt"
18.12.2006

 

1. Aktionsbündnis gegen das Vergessen. Was können wir uns darunter vorstellen?

Das „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ versteht sich keinesfalls als eine neue Organisation. Der Name verdeutlicht vielmehr die gemeinsame Forderung verschiedenster Strömungen und Personen innerhalb der gesamten nationalen Bewegung nach der Rückkehr zu einem würdigen Gedenken der Opfer von Dresden, ohne überspitzte Politisierung. Ein Bündnis schien dabei allen Beteiligten die beste Möglichkeit, um das gemeinsame Ziel besonders verständlich nach Außen zu tragen und der politischen Vereinnahmung dieses Gedenkens eine deutliche Absage zu erteilen, wobei sich diese Forderung ausdrücklich auch nach Innen richtet! Selbst die NPD, welche als Partei praktisch naturgemäß an einer möglichst großen Außenwirkung interessiert ist, hat die Richtigkeit unserer Forderung nicht nur erkannt, sondern wirkt auch aktiv im Aktionsbündnis mit. Damit erklärt sie sich bereit, die eigenen Interessen zum Wohle einer würdigen Veranstaltung zurückzustellen. Es geht uns als Aktionsbündnis nicht um möglichst große Teilnehmerzahlen an einem dem eigentlichen Datum völlig entrückten Termin. Dies gilt es zu verdeutlichen.

2. Was sind Eure Beweggründe, um Euch für dieses Bündnis zu engagieren.

Da das Aktionsbündnis gegen eine überspitzte Politisierung des Gedenkens eintritt, versteht es sich von selbst, dass sich niemand von uns besonders in den Vordergrund stellt. Es sei aber soviel verraten, dass wir innerhalb parteifreier Kreise und Projekte aktiv sind, was eine konstruktive Zusammenarbeit jedoch nicht ausschließt. Ein gegenseitiges kritisches Hinterfragen sollte dabei selbstverständlich sein.

Wir sind der Meinung, dass bestimmte Daten wie beispielsweise der Volkstrauertag, der 8.Mai oder eben der 13.Februar für uns als Volk, also als biologisch gewachsene Schicksalsgemeinschaft, von elementarer Bedeutung sind. Das Gedenken und Erinnern stellt einen wichtigen Grundpfeiler unserer Volksseele dar. An diesen darf nicht gerüttelt werden. Deshalb engagieren wir uns neben vielen anderen Aktivisten aktiv im „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“.

3. Kurze Zeit nach der Bekanntgabe des Termins für den Trauermarsch bewarb die JLO plötzlich den 10.2. als eigentlichen Termin und reduzierte die Aktivitäten des 13.2. auf einen kleinen Marsch. Nun hat die JLO diesen Termin doch wieder zurückgezogen. Das verwirrt viele. Was gibt es dazu zu sagen?

Bereits nach dem Trauermarsch in diesem Jahr ( 11.Februar ) setzte, eingeleitet von verschiedenen Aktivisten, ein Diskussionsprozess um den 13.Februar ein, welcher durch verschiedene Beiträge zur Meinungsfindung beitragen sollte. In vielen Gesprächen wurden Argumente ausgetauscht und man stellte fest, dass die Mehrheit den inneren Kern unseres Anliegens an ein würdiges Gedenken mit trägt und unterstützt. Am 4.November wurde letztendlich ein gemeinsames Gespräch vereinbart, an welchem Vertreter von Freien Aktivisten, der NPD, dem Nationalen Bündnis für Dresden e.V. sowie dessen Jugendorganisation dem Nationalen Jugendbündnis, der Jungen Nationaldemokraten und auch der JLO anwesend waren. An diesem Abend fiel auch die Entscheidung für einen Trauermarsch direkt am Abend des 13.Februar.

Der plötzliche Aufruf zu einer Großdemonstration am 10.Februar stellte einen Ausbruch von Teilen der JLO aus der gemeinsamen Vereinbarung dar und kam für jeden von uns mehr als überraschend. Für die JLO, die nicht einmal eine inhaltliche Stellungnahme zum Aufruf für den 10.Februar abzugeben im Stande war, scheint diese Entscheidung schon lange vor den gemeinsamen Gesprächen gefallen zu sein. Sie scheint den Inhalt dieses Tages aus den Augen verloren zu haben und verfolgt das Ziel einer Massenveranstaltung mit „Event-Charakter“. Dies ist mit unserem Anliegen nicht vereinbar, weshalb das „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ geschlossen das Gedenken in den Abendstunden des 13.Februar unterstützte und dies auch weiterhin tut.

Bei einem zweiten Gespräch am 8.Dezember kündigte die JLO den Rückzug ihrer Anmeldung für den 10.Februar 2007 an. Allerdings soll das „Für und Wider“ eines würdigen Trauermarsches am eigentlichen Datum bzw. einer Massenveranstaltung am Wochenende im nächsten Jahr wieder zur Diskussion gestellt werden.

Die Unterstützerliste auf der Sonderseite des Aktionsbündnisses zeigt jedoch bereits jetzt die breite Übereinstimmung mit unserer Forderung weit über die Grenzen Dresdens und Sachsens hinaus. Selbstverständlich wird das Aktionsbündnis die Vereinbarung zu einer neuerlichen Diskussion einhalten. Ein Abweichen von unserer bisherigen Position ist aber weniger zu erwarten. Das „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ schlägt eine Großveranstaltung an einem Wochenende jeweils zum 65., 70., 75., usw. Jahrestag der Bombardierung Dresdens vor. Seitens der JLO ist auf diesen Vorschlag bislang noch nicht reagiert worden. Unter dem spontanen Alleingang der JLO und der damit verbundenen, teils auch unsachlichen Diskussion in diesem Jahr, hat das Gedenken an sich bereits jetzt schon gelitten. Daher werden wir uns als Aktionsbündnis nicht weiter an dieser Diskussion beteiligen. Wir denken, dass wir hiermit zu diesem Punkt eine deutliche und auch verständliche Stellung bezogen haben.

Das „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ appelliert deshalb an die Vernunft und das moralische Gewissen des gesamten Widerstandes, sich gemeinsam mit uns für die Rückkehr zu einem würdigen Gedenken einzusetzen. Wer unsere Forderung nach einem würdigen Gedenken an die Opfer der Angriffe auf Dresden mit trägt, kann sich auf der Sonderseite www.aktionsbuendnis-gdv.de in die Unterstützerliste eintragen lassen.

4. Ihr sprecht auf Eurer Netzseite von einer Aktionswoche. Was dürfen wir uns darunter vorstellen? Die Informationen dazu sind ja noch dürftig.

Das ist richtig. Wir halten es für besonders wichtig, den Sinn für die historischen Ereignisse sowohl nach Innen als auch nach Außen zu schärfen und eine geistige Auseinandersetzung mit dem Thema „13.Februar 1945“ anzuregen. Eine Aktion wird dies allein nicht bewerkstelligen können. Deshalb werden im Zeitraum vom 12. bis 17.Februar 2007 verschiedene kreative sowie öffentlichkeitswirksame Aktionen stattfinden. Den zentralen Mittel- und Höhepunkt dieser Aktionswoche soll der große Trauermarsch am Dienstag den 13.Februar 2007 bilden. Ein Fahrplan zur Aktionswoche wird rechtzeitig veröffentlicht, so dass jedem die Möglichkeit gegeben ist, sich aktiv an diesem zu beteiligen. Dass das Aktionsbündnis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben zum genauen Inhalt der Aktionswoche machen kann, hat sowohl organisatorische als auch taktische Gründe. Aktuelle Informationen rund um dieses Thema findet man ebenfalls auf der Sonderseite.

5. Ihr sagt, dass es würdiger ist, den Marsch am Tag der eigentlichen Bombardierung stattfinden zu lassen. Was spricht dagegen, ihn an einem anderen Tag stattfinden zu lassen?

In den Diskussionsprozess, welcher letztendlich zu dieser Entscheidung geführt hat, sind die unterschiedlichsten Gesichtspunkte eingeflossen. Wir möchten die Gelegenheit wahrnehmen, einige etwas näher zu erläutern, um auch Außenstehenden einen verständlichen Einblick zu ermöglichen.

Die Wirkung die von einem Trauermarsch direkt in den Abendstunden des 13.Februars nach Innen und nach Außen geht, ist nicht mit einer Wochenenddemonstration zu vergleichen. In den Abendstunden des 13.Februar kommen auch tausende Dresdner Bürger in die Altstadt, um mit Kerzen dem Untergang der Kulturstadt Dresden und seiner unzähligen Opfer zu gedenken. An diesem Tag liegt ein unsichtbarer Schleier der Trauer über der Stadt, den man nicht sehen aber spüren kann. Es gab auch nicht wenige Bürger, die sich in den Jahren vor 2004 unserem Trauermarsch angeschlossen haben.

Da am 13.Februar regelmäßig hochrangige Systempolitiker in Dresden anwesend sind, um an den öffentlichen Veranstaltungen der Stadt Dresden teilzunehmen, ist es fraglich ob es die Vertreter der Stadt und ihrer Ordnungsbehörden auf eine Konfrontation hinauslaufen lassen wie beispielsweise am 11.Februar diesen Jahres. Gleichzeitig gilt für diesen Tag ein Versammlungsverbot für den Bereich der historischen Altstadt. Somit wird auch potentiellen Gegendemonstranten die Möglichkeit einer effektiven Organisation deutlich erschwert.

Des weiteren offenbart sich direkt am 13.Februar die Heuchelei und der wahre Charakter der vermeintlichen Demokraten, wenn sie am Vormittag Kränze für die Opfer des Bombenangriffes niederlegen und aber am Abend gemeinsam mit den so genannten Gegendemonstranten die Fahnen jener Staaten schwenken, die für dieses Verbrechen von 1945 verantwortlich sind. Wessen Geistes Kind diese Herrschaften sind, zeigen auch deutlich ihre Transparente, auf denen man unverhohlen „BOMBER HARRIS – DO IT AGAIN!“ ( Bomber Harris – tue es noch einmal ) zur Schau trägt und „Keine Träne für Dresden“ fordert.

6. Gerade Personen von Außerhalb werden in der Woche vielleicht nicht die Möglichkeit haben am Trauermarsch in Dresden teilzunehmen. Was könnt ihr diesen mit auf den Weg geben?

Mit der rechtzeitigen Bekanntgabe des Termins, sollte es möglichst Vielen ermöglicht werden dieses Datum in Ihre persönliche Planung einzubeziehen. Da es aber dennoch eine Menge von Mitstreitern geben wird, die allein aus logistischen Gründen nicht am großen Trauermarsch in Dresden teilnehmen werden können, ruft das „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ all diese Kameraden auf, sich am Abend des 13. Februar 2007 solidarisch zu zeigen.

Unter dem zentralen Motto „Ein Licht für Dresden“ sollen so eigenständige Aktionen durchgeführt werden. So besteht auch die Möglichkeit, viel mehr Menschen mit unserer Botschaft zu erreichen, als dies allein in Dresden der Fall wäre. Vielfältige Möglichkeiten sind hierzu gegeben. Sie reichen von Mahnwachen über Trauer- und Gedenkmärsche bis hin zu kreativen Einzelaktionen. Dieser Aufruf richtet sich besonders an Städte wie Köln, München, Hamburg und andere, deren Namen ebenso wie Dresden zum grausamen Mahnmal des alliierten Bombenterrors gegen die deutsche Zivilbevölkerung wurden. Erlebnis- und Aktionsberichte sollten dem „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ zum Zwecke der Veröffentlichung möglichst übermittelt werden.

Wir bedanken uns stellvertretend für alle Mitwirkenden für das Interesse an der Arbeit des „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ und freuen uns auf ein Widersehen, wenn wir gemeinsam, stellvertretend für alle Opfer unseres Volkes, am 13.Februar 2007 der Toten von Dresden gedenken.


Maik Müller & Ronny Thomas für das „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“



www.sachsenpublizistik.de

 

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