Rechtswesen

Rechtsinformationen zu Künstlernamen


Welche Rechtsgrundlage besteht in Deutschland
Künstlernamen zu führen?

Künstlernamen sind im Sinne des Ordensgesetzes (§§ 2,5 OrdG) keine Ehrung durch einen Staatspräsidenten, sondern frei wählbar, soweit durch die Namenswahl nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen wird (z.B. Dr.-Titel als Künstlername) [MRRG II1.1 §3 Abs.9] . Dieses Recht zur Namensführung ist ein in Deutschland festgelegtes Grundrecht, jeder Mensch darf sich so nennen wie es ihm beliebt. Künstlernamen sind namensrechtlich nach §12 BGB geschützt. Nach dem Urheberrecht hat ein Künstler das Recht, festzulegen, unter welchem Namen (Pseudonym) er genannt werden will. Im europäischen Reisepass und Ausweisdokumenten vieler Länder kann der Künstlername (auch Ordensnamen) eingetragen werden.

Für die Wahl eines Pseudonyms spielen zahlreiche Gründe mit:
[Link:
wikipedia Online-Lexikon Pseudonym]

  • Furcht vor Verfolgung oder Skandalen
  • Wunsch nach Individualität und Originalität
    Spaß am Verwirrspiel (siehe z. B. Luther Blissett)
  • Allerweltsnamen gestalten sich gern klangvoller (Gustav Meyer > Gustav Meyrink)
  • Schwierige, ungewöhnliche oder fremdsprachige Namen oft vereinfacht (Nikolaus Günther Nakszynski > Klaus Kinski) und
  • Lange Namen verkürzt man (Udo Jürgens oder Peter Alexander)
  • Nicht aufgrund seines bekannten Namens erfolgreich zu werden (Nicholas Kim Coppola > Nicolas Cage)
  • Einige Personen arbeiteten zeitlebens unter einem Pseudonym (z. B. Friedrich Freiherr v. Hardenberg > Novalis, Marguerite de Crayencour > Marguerite Yourcenar)
  • Andere ändern nur für bestimmte Lebens- oder Schaffensperioden oder für besondere Werke ihren Namen (z. B. Jasmin Wagner > Blümchen, Agatha Christie > Mary Westmacott, Stephen King > Richard Bachman, Paul Dessau > Henry Herblay)
  • Früher schrieben Frauen manchmal unter männlichem Namen, um ihre Manuskripte unterzubringen
  • Adelsnamen als Künstlernamen unterstreichen den Bezug zu traditionellen Werten oder schaffen die Option der Darstellung dem “neuen Adel” anzugehören (z.B. Heiko Nowak von Rioth > Heiko Nowak Graf von Roit, Peter von Brix> Peter Graf von Brix, Frank Stein > Frank Stein von Steinfels)     www.adelsverband.de
  • Ein sogenannter spiritueller Name unterstreicht die nicht-weltliche Seite von Nonnen (z. B. „Schwester Claudia“), teils auch bei Yogalehrern
  • Oftmals auch Überbleibsel eines Schulspitznamens, also durch Gewohnheit (z.B. Max Stirner)

Abgrenzung Ordensnamen / Künstlername

Ordensnamen sind Namen, die ein Mitglied einer weltanschaulich begründeten Lebensgemeinschaft neben dem Vornamen und dem Familiennamen führt (z.B. Pater Remigius, Schwester Agnes). Nimmt jemand, der nicht Mitglied einer solchen Gemeinschaft ist, als Ausdruck seines religiösen Bekenntnisses einen besonderen - zusätzlichen - Namen an (z.B beim Übertritt zum Islam) handelt es sich nicht um einen Ordensnamen [MRRG II1.1 §3 Abs.8. Der Ordensname ist der von einer katholischen religiösen Gemeinschaft (Ordensgemeinschaft) beim Ordenseintritt vergebene Name, der im Orden an die Stelle des bürgerlichen Namens tritt. [Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Ordensname ]

Seit der frühen Neuzeit ist die Vergabe von Ordensnamen allgemein üblich. Gewählt wurde meist ein Heiligenname, wobei der namensgebende Heilige dann auch als persönlicher Schutzpatron angerufen wurde.

Nach heutigem deutschem Namensrecht sind Ordensnamen wie Künstlernamen und andere Pseudonyme keine echten Namen, können jedoch im Personalausweis und Reisepass eingetragen werden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass Ordensnamen ausschließlich von der katholischen Kirche bestätigt werden müssen und Namen die von anderen Ordensgemeinschaften verliehen werden (z.B. US-Kirchen oder Ritterorden u.Ä.) nicht in den Personalausweis oder Reisepass eingetragen werden können, da die gesetzliche Grundlage fehlt!

Künstlername ist ein Name, den sich jemand zur Ausübung seines künstlerischen Berufes zugelegt hat und unter dem er in der Öffentlichkeit auftritt oder z.B. als Schriftsteller publiziert. Die Eintragung des Künstlernamens in den Reisepass oder Ausweis ist seit dem 18.12.2008 in Deutschland wieder möglich, die Eintragungsvoraussetzungen sind dem MRRG zu entnehmende Bedingungen:

Original Zitat aus dem Melderechtsrahmengesetz in der Fassung vom 22. Sept. 2005:
(BGBI I S. 2809,2810) [MRRG II1.1 §3 Abs.9]

[ ... An den Nachweis des Künstlernamens dürfen keine überzogenen Ansprüche gestellt werden. Es wird im Allgemeinen ausreichen, wenn der Betreffende glaubhaft machen kann, dass er unter einem Künstlernamen bei einem Künstlerverband geführt oder bei Künstleragenturen oder Veranstaltern unter diesem Namen bekannt ist. Bei Schriftstellern oder Journalisten können Publikationen unter einem Künstlernamen als Nachweis anerkannt werden.]
[Download-Link: Kopie des MRRG vom 22.9.2005 ]


Voraussetzung zur Erstellung eines Empfehlungsschreibens zur Eintragung eines Künstlernamens in den Personalausweis:

Der schriftstellerverband.com vertritt die Auffassung, dass die Führung eines Pseudonyms in der Öffentlichkeit nicht ausreicht, einen Künstlernamen in den Personalausweis eintragen zu lassen. Die zur Begutachtung eines Pseudonyms als Künstlernamen zuzulassen beinhaltet die Voraussetzung, dass der Namensträger auch tatsächlich unter diesem Pseudonym als Künstler in der Öffentlichkeit in Erscheinung tritt. Maßgeblich für die Erstellung eines Empfehlungsschreibens durch den schriftstellerverband.com zur Eintragung eines Künstlernamens zur Vorlage bei den Einwohnermeldeämtern ist die Mitgliedschaft in einem Künstlerverband und zugleich die Veröffentlichung von mindestens 2 Druckwerken (auch Auktionskataloge bei bildenden Künstlern). Hierbei muss mindestens ein Druckwerk eigenständig unter dem Künstlernamen publiziert sein (mit ISBN-Nummer) und sollte im Regelfall auch nicht im Eigenverlag erschienen sein.


Ist der Titel “Graf von ...” bei der Verwendung als Künstlername oder Pseudonym ein echter Adelstitel und verstösst er damit gegen gesetzliche Bestimmungen?

Nein, Adelstitel gibt es in Deutschland seit 1920 nicht mehr! Damit existiert kein Gesetz das gegen die Freie Wahl dieses Namens als Künstlername spricht und gegen das verstoßen werden könnte. Der letzte Adelstitel Deutschlands wurde am 12. November 1918 an Kurt von Kleefeld (1881-1934) verliehen, der jedoch keine Nachkommen hatte.

Im Deutschen Reich gab es mit In-Kraft-Treten der Weimarer Reichsverfassung von 1919 keine Adelstitel mehr (Artikel 109). Alle Bürger waren vor dem Gesetz gleichgestellt, Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses ausgeschlossen.

Am 23. Juni 1920 verabschiedete die preußische Landesversammlung das Preußische Gesetz über die Aufhebung der Standesvorrechte des Adels und die Auflösung des Hausvermögens. Dieses Adelsgesetz, das in ähnlicher Form auch von den anderen Ländern des Deutschen Reiches übernommen wurde, bestimmte, dass als Namen der bisherigen Adelsfamilien und ihrer Angehörigen die Bezeichnung zu gelten hatte, die sich bisher auf die nicht besonders bevorrechtigten Familienmitglieder als Familienname vererbte. Dies bedeutet, dass z.B. die Titel Prinz und Graf, die bisher allen Familienmitgliedern zustanden, als Namensbestandteile erhalten blieben, die Titel König, Großherzog oder Fürst usw., welche nur den regierenden Personen (Herrschertitel) oder Familienoberhäuptern zustanden, entfielen ganz. Die Personen allerdings, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Weimarer Reichsverfassung bereits eine solche besondere Bezeichnung hatten, durften diese persönlich beibehalten, was insbesondere die ehemals regierenden Häuser betraf. Da die letzten Inhaber inzwischen verstorben sind, gibt es keine deutschen Fürsten von ... als Teil des bürgerlich-rechtlichen Namens mehr, sondern nur noch Prinzen von ...Die Fortführung der historischen Adelstitel nach dem Adelsrecht und den Hausgesetzen in den Verbänden und mithin im gesellschaftlichen Leben bleibt davon jedoch unberührt.

Die Adelstitel blieben in der Bundesrepublik Deutschland Bestandteil des Familiennamens (Beispiel: Otto Graf Lambsdorff und nicht Graf Otto Lambsdorff), ein Anrecht auf die Anrede mit einem Prädikatstitel, wie z. B. „Durchlaucht“, besteht nicht mehr. Weibliche Namensträger dürfen den ehemaligen Titel, jetzigen Namensbestandteil, in der entsprechenden geschlechtsspezifischen Form verwenden. [Link: wikipedia Online-Lexikon: Adelstitel]

Darüber hinausgehende Rechtsfolgen hat ein Adelstitel heute nicht mehr. Allerdings findet er im Gesellschaftlichen und bei der Ermittlung des Rangs im Protokoll immer noch Beachtung.

Es gibt Namensträger, deren Namensbestandteil einen Grafen, Baron, usw. enthalten. Es sind in der heutigen Zeit nur noch reine NAMEN ohne über namensrechtlichen Schutz hinausgehende Rechte. Die heute noch bestehenden “Titel” sind jedoch keine von Staatsmännern verliehene neue “Titel”, sondern in der Regel ererbt (oder oftmals auch durch horrende Geldzahlungen erkaufte “Titel” durch Adoption). Neue Grafentitel usw. können daher nicht mehr verliehen werden, sondern der Name als Familienname kann nur von Generation zu Generation weiter vererbt werden.

Weitere Infos hierzu lesen Sie auf den Seiten
des Adelsverbandes IFAA
www.adelsverband.de

Welche besonderen Regelungen bei der Führung und Eintragung von Künstlernamen sind zu beachten? (Zusammenfassung.)

Soll ein Pseudonym in den Personalausweis oder Reisepass eingetragen werden, ist dies bei der zuständigen Stelle zu beantragen; in der Regel handelt es sich hierbei um die Meldeämter. Diese verlangen regelmäßig einen geeigneten Nachweis darüber, dass der Künstlername tatsächlich geführt wird. Dieser kann beispielsweise in Form der Vorlage von bereits veröffentlichten Druckwerken oder anderen Medien erbracht werden und anhand des Empfehlungsschreibens vom Schriftstellerverband oder eines anderen Künstlerverbandes belegt werden. Wird die Eintragung zugelassen, müssen die entsprechenden Ausweisdokumente neu ausgestellt werden (sofern die Eintragung dort gewünscht wird). Wird mit dem Künstlernamen unterschrieben, so ist damit der gesetzlichen Schriftform genügt. Der Schutz des Pseudonyms gem. § 12 BGB bleibt davon unberührt. Bei Klagen kann der Künstlername zur Parteienbezeichnung verwandt werden (vgl. Wandtke/Bulling, UhrR § 10 Rn. 52). Eintragungen im Grundbuch können unter einem Künstlernamen bei Grundstückskäufen nach § 15 Abs. 1 a GBV nicht erfolgen, zulässig ist aber die Eintragung des im Personalausweis registrierten Künstlernamens neben dem Familiennamen (Schöner/Stöber, Grundbuchrecht, 13. Auflage, Rdn. 230).

Literatur

Gerhard Dünnhaupt: Chronogramme und Kryptonyme: Geheime Schlüssel zur
Datierung und Autorschaft der Werke des Polyhistors Johannes Praetorius.
In: Philobiblon 21 (1977), 130-135

Wilfrid Eymer: Eymers Pseudonymen-Lexikon. Realnamen und Pseudonyme
in der deutschen Literatur. Kirschbaum, Bonn 1997

Schöner/Stöber: Grundbuchrecht 13. Auflage, Rdn.230

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