...mit rund 370.000 Mitgliedsfamilien der bundesweit größte Verband für selbstnutzende Wohneigentümer
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Streitthema Wärmedämmung: Contra
Energiesparen ohne Schimmelpilz

(5. Mai 2004 / 12. August 2004)

Wärmedämmung am Haus ist gut, ja sogar notwendig. Damit werden Energiekosten eingespart und infolge des verringerten Energieverbrauchs gelangen weniger Schadstoffe in die Umwelt. Diese positiven Aussagen veranlassen Hauseigentümer auch danach zu handeln.
Nun mehren sich allerdings auch unter den Fachleuten die Stimmen derjenigen, die auf die negativen Seiten der Wärmedämmmaßnahmen hinweisen. Die Hausbesitzer als davon betroffene Verbrauchergruppe müssen mit diesen unterschiedlichen Fachmeinungen umgehen.


Im Sinne einer umfassenden Verbraucherinformation und hoffentlich auch als Hilfe bei der Entscheidungsfindung veröffentlichen wir zwei konträre Meinungen zum Thema Wärmedämmung. Die Pro-Seite wird vertreten durch „proKlima“ – Der enercity-Fonds-GbR , Hannover (Streitthema Wärmedämmung: Pro ). Die Aussage von proKlima haben wir der Broschüre „Altbaumodernisierung – Energiekosten senken und Wohnkomfort gewinnen“ entnommen. Die Kritikerseite wird vertreten durch Dipl.-Ing. Konrad Fischer (49), Inhaber eines Büros für Architektur und Denkmalpflege.

Dopl.-Ing. Konrad Fischer

Dipl-Ing. Konrad Fischer
Inhaber eines Büros für Architektur und Denkmalschutz
Energiesparen ohne Schimmelpilz

Steigende Heizkosten und Mietkürzungsgefahr drängen den Hausbesitzer zur Energiesparinvestition. Die Dämmstoffpropaganda verspricht gigantisch verringerte Heizkosten. Doch diese stellen sich meist nicht ein – teils steigen sie sogar wie bei den von Prof. Fehrenberg untersuchten hannoverschen Großsiedlungsbauten. Erst jüngst deckte der WDR auf, dass von Gertis/Erhorn publizierte Energiespareffekte nach Dämmung in Verbindung mit dem wärmeren Folgewinter stehen und mangels belastbarer Daten nichts beweisen. Worauf kommt es also an, um Heizenergie zu sparen?

Dämmen oder Speichern?

Die Dämm-Philosophie des k- bzw. U-Werts („Wärmedurchlasskoeffizient“) behauptet, dass leichte Schäume und Gespinste den Abfluss von Heizwärme sehr gut dämmen. Betrachten wir aber, was diese Werte normgemäß aussagen, geht es nur um die Einleitung von Wärmeenergie aus Luftmolekülen in die Oberfläche eines Baustoffes. Klar, dass die Grenzflächen dichter Stoffe von der anströmenden Warmluft mehr Energie aufnehmen können als schüttere Gefüge. Doch ist das wesentlich? In einem geheizten Raum von 20 qm Fläche und 2,5 m Höhe stehen ja nur 50 cbm mit 62,5 Kilogramm Warmluft einer Wärmeabstrahlung aus über 10 Tonnen erhitzten Baustoffen gegenüber – energetisch ohne jeglichen Belang.

Entscheidend ist das Verhalten der Gebäudehülle gegenüber Wärmestrahlung. Hier sind nur massive und gut speicherfähige Baustoffe leistungsfähig. Sie können Wärmestrahlung speichern (absorbieren) und große Mengen der aufgenommenen Wärme wieder zurückstrahlen (emittieren). Ausschließlich für außen eingespeicherte Solarenergie will die genormte Bauphysik diese Rückstrahlung gelten lassen, sie trifft natürlich auch auf der anderen Seite der Wand zu. Deswegen wandert Wärme nur sehr langsam hindurch, sind sommerlich kühle und winterlich warme Massivgebäude echte Energiesparer.

Obendrein kühlen Dämmfassaden mangels Speicherfähigkeit abends schnell aus und nehmen so Unmengen an Kondensat aus der abkühlenden Außenluft auf. Das kann kapillar nicht austrocknen, reichert sich unter der Beschichtung an und nährt scheußlichen Algenbewuchs. Die vielbeschworene „Dampfdiffusion“ der Beschichtung ist nämlich baupraktisch wertlos: der Feuchtetransport in Baustoffen erfolgt 1000 mal mehr in flüssiger Phase und staut sich unter den plastifizierten Beschichtungsschwarten. Sie müssen deswegen vergiftet werden. Das bremst das Algenwachstum aber nur während der Gewährleistungsphase, da die Gifte bei Beregnung ausgewaschen werden.

Das sogenannte Lichtenfelser Experiment zeigt die tatsächlichen Verhältnisse: Dämmstoffe lassen eingestrahlte Wärmeenergie und damit vebundene einseitige Temperaturänderungen fast ungehindert durchwandern, Massivbaustoffe eben nicht.

Lichtenfelser Experiment
Lichtenfelser Experiment: Temperaturentwicklung unter wärmebestrahlter Baustoffplatte (4 cm) - vereinfachte Darstellung

Alte Fenster oder dichte Isofenster?

Oft wird behauptet, superdichte Isofenster mit Wärmeschutzglas sparen Energie. Dabei wird unterschlagen, dass schon dünnstes Fensterglas – je dünner je mehr – das energiereiche und kurzwellige Sonnenlicht als kostenlose Wärmequelle hinein lässt und für die auch hier maßgebliche langwellige Wärmestrahlung im Infrarot-Bereich von innen undurchlässig ist. Beim Gartentreibhaus weiß das jeder – im Wohnhaus will man davon nichts mehr wissen. Es gibt demzufolge keinen überzeugenden Beweis – außer auf dem Papier – dass Doppelglas Energie sparen könnte.

Noch schlimmer steht es um die Luftdichtheit dieser „modernen Energiesparfenster“. Da sie keine Trockenluft von außen herein lassen, steigt die Raumluftfeuchte. Ein Drei-Personen-Haushalt gibt nach Umweltbundesamt täglich bis zu 14 Liter Wasser ab. Wie soll das durch die überdichten Isofenster aus dem Bauwerk abdampfen? Es muss sich im Bauwerk – vorwiegend in unterkühlten Außenwänden und Dachschrägen – anreichern. Das bißchen Stoßlüftung ist da ohne Belang und kann das eingewanderte Porenkondensat nicht ausheizen.

Selbstverständlich kommt der folgende Schwarzschimmelbefall nicht durch geheimnisvolle „Wärmebrücken“ oder gar ungenügende Fassadendämmung: die befallenen Bereiche bekommen zu wenig Heizluftströmung ab, das lässt sie auskühlen und Raumluftkondensat anreichern! Hätte man noch die alten Fenster, könnte sich überschüssige, nicht abgelüftete Raumluftfeuchte an den Scheiben niederschlagen und damit unproblematisch beseitigt werden. So aber fördert falsches Sparen lebensgefährliche Schimmelbrutkästen anstelle gesunder Wohnverhältnisse.

Konvektions- oder Strahlungsheizung?

Zum echten Energiesparen gehört neben der bewährten Massivbauweise auch das Heizsystem. Effektivere Heizkessel (Vorsicht: Kaminversottung durch niedrigere Rauchgastemperatur!) und vor allem strahlungsintensive Wärmeverteilung wie bei der Hüllflächentemperierung liefern sofort messbare Ergebnisse. Eine Strahlungsheizung erwärmt alle Bauteilflächen immer mehr als die Raumluft, ganz ohne Staubverwirbelung. Kondensat und Schimmelbefall ist damit ausgeschlossen, es gibt sie ja nur an gegenüber Luft kühleren Bereichen. Die Feuchte sollte man freilich hinauslüften – notfalls sind dazu die obersten Dichtungen der Isofenster auszubauen.

Übrigens: Trockene Luft kann schon mit wenig Energie erwärmt werden, bei ihrer Ablüftung geht auch weniger Energie verloren. Und im strahlungswarmen Haus darf sie deutlich kühler als gewohnt sein – bei gleicher Behaglichkeit und erheblicher Energiesparwirkung.

Fazit: Es ist also gar nicht so schwer, Geldverlust, Bau- und Gesundheitsschäden aus dem Weg zu gehen und trotzdem Energie zu sparen. Man braucht dafür nur wieder dem gesunden Menschenverstand zu folgen – und nicht den Rechenirrtümern der genormten Bauphysik und staatlichen Energieeinsparverordnung.

Konrad Fischer

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.konrad-fischer-info.de

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PRESSEMITTEILUNGEN
Wohneigentümer brauchen Unterstützung bei energetischer Modernisierung
(8. Oktober 2008)
Umfrage von Verband Wohneigentum e.V. und Bauherren-Schutzbund e.V.

Bundeswettbewerb 2009
(1. September 2008)
Die Ausschreibungsunterlagen sind da!

INFO
Kampf den Stromfressern

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Link: Gaspreisvergleich
http://www.verivox.de/gas

 Energieausweis (338,9 KB)

FÖRDERUNG
KfW-Förderprogramme
(1. April 2008)
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Erneuerbare Energien: Schon eine Million Antragsteller
(17. März 2008)
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(1. Dezember 2007)
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(1. Juni 2007)


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http://www.kfw-foerderbank.de Rubrik: Bauen, Wohnen, Energie sparen


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