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  • 17. August 2007, Neue Zürcher Zeitung

    Einsatzkräfte für Sonderoperationen

    Einsatzkräfte für Sonderoperationen

    Demonstration auf dem Waffenplatz Isone

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    In Isone ist das Armee-Aufklärungsdetachement 10, ein Verband für Sonderoperationen, erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Diese einem strengen Selektionsverfahren unterliegende Berufstruppe ist Teil der Aufklärungs- und Grenadierformationen der Armee.


    Lz. Isone, 16. August

    Soldaten, die bei einem Einsatz zur Evakuation von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern in einem Krisengebiet dem Druck randalierender Bevölkerungsgruppen weichen müssen, werden – zusammen mit den geretteten Zivilpersonen – von einem Super-Puma-Transporthelikopter mittels eines sogenannten Extraktionsseils ausgeflogen. Dabei handelt es sich um Angehörige des Armee-Aufklärungsdetachements 10, das von Major im Generalstab Daniel Stoll befehligt wird und seine Leistungsfähigkeit in einer Einsatzübung beweist. Dieser geheimnisumwitterte professionelle Einsatzverband ist am Donnerstag an einer Medienorientierung auf dem Waffenplatz der Grenadierschulen in Isone der Öffentlichkeit erstmals präsentiert worden.

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    Auf moderne Bedrohungen ausgerichtet

    Wie Korpskommandant Luc Fellay, Kommandant des Heeres, erklärte, entspricht diese Truppe für Sonderoperationen den neuen Bedrohungsbildern. Moderne Armeen verfügen über solche Spezialkräfte für besonders anforderungsreiche Aktionen. Aufgrund der sicherheitspolitischen und militärischen Basisdokumente der Schweiz ist diese Berufstruppe mit einem Bestand von zurzeit rund 30 Mann nach einer eingehenden Konzeptphase 2004 aufgestellt worden. Ende 2008 soll sie 40 Mann umfassen. Geplant ist ein Bestand von 91 Militärpersonen. Wie Fellay gegenüber der NZZ erläuterte, hat man sich aber entschieden, das Ausbau-Tempo zu drosseln.

    Gemäss dem Leistungsprofil, das sich unter anderem auch auf die Verordnung über den Truppeneinsatz zum Schutz von Personen und Sachen im Ausland stützt, soll das Detachement Schweizer Bürger und Militärpersonen sowie Einrichtungen bei erhöhter Gefährdung im Ausland schützen. Im Weiteren gehört die Beschaffung von wichtigen Nachrichten in Operationen zur Existenzsicherung – unter besonderen Umständen aber auch in Friedensmissionen – zu den Aufträgen des Verbandes. Die Evakuation von Schweizern aus Krisengebieten soll in der Regel jeweils im Rahmen von multinationalen Operationen durchgeführt werden. Dieses Jahr beispielsweise stand das Armee-Aufklärungsdetachement 10 in der multinationalen Übung «Cold Response» in Norwegen im Einsatz.

    Strenge Selektion

    Wie Oberst im Generalstab Marc-Antoine Tschudi, Kommandant des Grenadier-Kommandos 1, sagte, sind die Anforderungen an die Angehörigen dieser Spezialtruppe sehr hoch. Nicht nur die physische, sondern auch die psychische Resistenz wird nicht nur bei der Selektion, sondern immer wieder geprüft. Die breite Palette an unterschiedlichen Waffensystemen, an Geräten für Funk und Navigation sowie an Strassen- und Wasserfahrzeugen verlangt hohe Flexibilität und handwerkliches Flair. Von 300 Interessenten, die sich jährlich für eine solche Dienstleistung melden, können durchschnittlich 10 berücksichtigt werden.

    Das Grenadier-Kommando 1, dem die hauptsächlich aus Milizangehörigen gebildeten Grenadier-Bataillone 20, 30 und 40 (Reserveverband) unterstehen, ist Teil der Aufklärungs- und Grenadierformationen der Armee, welche für spezielle Aufklärungsaufgaben sowie schwierige Offensivaktionen im Rahmen von Raumsicherung und Verteidigung eingesetzt werden können. Zu diesen Formationen gehören auch die Fallschirmaufklärer-Kompanie 17 der Luftwaffe, welche ihr reichhaltiges Material und Waffenarsenal vorstellte, und ein im Aufbau begriffenes Helikopter-Detachement für Einsätze in Sonderoperationen.

    Und schliesslich sind auch die von Oberst im Generalstab Laurent Michaud geführten Grenadierschulen Elemente dieser Formationen. Rekruten, die in der vorletzten Woche ihrer 25 Wochen dauernden Ausbildung stehen, demonstrierten ihr beachtliches Können in einer von Helikoptern unterstützten Operation gegen einen gegnerischen Kommandoposten. Auch diese Milizangehörigen werden, wie Michaud erklärte, nicht nur an der Aushebung, sondern auch im Verlauf ihrer Grundausbildung regelmässigen Tests unterworfen, die bei ungenügenden Ergebnissen sogar eine Entlassung zu Folge haben können. Zudem werden Werte wie beispielsweise Respekt gegenüber Zivilpersonen und Religionsgemeinschaften besonders hoch gewichtet.


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