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Liebesgedichte

Die Geschichte der Liebeslyrik ist in Frankreich geteilt in zwei Kategorien. Zum einen findet man hier die Troubadours. Diese Sänger waren die französische Variante der deutschen Minnesänger, fassten also ergreifende und romantische Texte in wunderschöne Musik und trugen diese, entweder für Königshäuser oder auf Auftrag, vor. Wie auch bei den Minnesängern hatten die Texte und Melodien der Troubadours die magische Gabe, romantische Gefühle auszudrücken wie kaum eine andere Kunstform. Mit Hilfe dieser gesungenen Lyrik gelang es manchem Mann zu jener Zeit, das Herz einer Frau zu erobern. Zu den bekanntesten Troubadours, die vom 11. bis 13. Jahrhundert in Frankreich wirkten, gehören Marcabrun, Wilhelm Graf von Portiers und König Alfons II. Darüber hinaus haben sich bis ins 19. Jahrhundert viele Schriftsteller und Poeten in Frankreich einen Namen gemacht, die man auch heute noch, wenn auch oft durch andere Werke, kennt und verehrt. Vor allem in der Renaissance entstanden viele wunderschöne Liebesgedichte, die die Zeit und die Moral der damaligen Zeit widerspiegeln und einen Eindruck über die Auffassung von Liebe und Romantik geben, die diese Zeit geprägt hat. Vor allem die berühmte Ecole Lyonnaise, die Lyoner Schule, war eine wahre Dichterschmiede. Hier entstanden viele herausragende Werke der französischen Liebeslyrik, die bis heute maßgeblich sind für diese Literaturgattung. Unvergessener Klassiker der französischen Verskunst ist das Drama um „Cyrano de Bergerac“ von Rostand.

Historische Dichter

Anfang des 11. Jahrhunderts entstand die Kunst der Troubadours, die die nächsten zwei Jahrhunderte ihren großen Einfluss auf das Verständnis von Werben, Romantik und der Liebe haben sollte. Viele Männer versuchten sich in dieser Kunst, darunter nicht nur „normale“ Dichter, sondern auch Männer vom Adel und sogar ein französischer König hat mit seinen gefühlvollen Liebesliedern die Frauen betört. Da viele Lieder der Troubadours Auftragsarbeiten waren, die sie im Namen eines Adligen oder reichen Sohnes ausführten, haben diese Gedichte immer eine ganz besondere Person zum Thema. Es geht weniger um die Liebe als solche, denn mehr um die großen Gefühle zu einer bestimmten Frau. Bei den Dichtern, die sich in Frankreich mit Liebesgedichten einen Namen gemacht haben, findet man neben Rabelais und Baudelaire auch Schriftsteller, deren künstlerisches Schaffen man nicht sofort mit einem Liebesgedicht zusammenbringen würde. Victor Hugo hat beispielsweise wunderbare Liebesgedichte geschrieben. Kennt man ihn eher als Autor von Büchern wie „Les Miserables“ oder „Der Glöckner von Notre Dame“, hat er doch auch, fern ab von Beschreibungen der schlechten Lebensumstände der französischen Bevölkerung, romantische und großartige Liebesgedichte geschrieben, die auch nach fast 200 Jahren nichts von ihrer Faszination verloren haben. Die Gedichte Hugos führen in das Reich der romantischen Träume und erzählen von den Plänen liebender Menschen, die sich immer schon ihr eigenes Reich erschaffen haben.

Moderne Gedichte

Frankreich, das Land der Liebe ist wie geschaffen dafür, große Liebeslyrik hervorzubringen. Dies gilt nicht nur für die großen Dichter vergangener Jahrhunderte – auch in der modernen Zeit werden in Frankreich wunderbare Gedichte über die Liebe geschrieben. Das 20. Jahrhundert war geprägt durch den aufkeimenden Surrealismus in Frankreich. Vor allem die großartige Zeit des französischen Chansons brachte die Tradition des gesungenen Liebesgedichtes zurück. Auch diese Kunst ist schon sehr alt, sie entstand im 16. Jh. doch hat sie bis heute nichts von ihrer Kraft der Worte verloren. Zu den bekanntesten Sängern der Chansons gehörten Maurice Chevalier, die großartige Edith Piaf und Serge Gainsbourg. Auch heute noch ist das Chanson als Ausdruck der modernen französischen Liebeslyrik in Künstlerinnen wie France Gall oder Patricia Kaas lebendig. Obwohl Schriftsteller wie Albert Camus oder Jean-Paul Sartre eher für ihre politischen, kritischen Werke berühmt sind, haben auch sie sich mit Sprüchen und kleinen Versen über die Liebe geäußert. Anders als in anderen Ländern beginnt die Moderne schon relativ früh, mit den Gedichten Baudelaires, in eine neue, bahnbrechende Epoche einzugehen. So romantisch, wie die Liebesgedichte im Frankreich der Renaissance waren, so umstürzend sind bis heute die modernen Liebesgedichte geblieben: sie alle brechen mit alten Traditionen, sowohl bei der Beschreibung von Liebe und Romantik als auch beim Einhalten von Tempo, Reim und Versmaß.

Liebesgedichte aus England und Irland

Liebesgedichte aus England und Irland liest man am Besten in ihrer ursprünglichen Sprache. Wer sich beispielsweise „Much ado about nothing“ (Viel Lärm um Nichts) von William Shakespeare im Original durchliest, wird die Tiefe und Kraft der Poesie und der Romantik fassen können, die in diesem Werk begründet liegt. Wie bei vielen ausländischen Gedichten wird vor allem bei den irischen und englischen Liebesgedichten viel Kraft durch die Übersetzung genommen. Vor allem bei alten Dichtern, die noch im alten Englisch oder gar in Gälisch schrieben, sind die Wörter heute kaum wirklich übersetzbar. Viele englische Dichter haben einen großen Einfluss auf die Lyrik in Europa gehabt. Sie haben, wie Shakespeare, mit ihrem Versmaß neue Maßstäbe gesetzt oder wie Percey Shelley und John Keats mit ihren romantischen Beschreibungen einzigartige Werke geschaffen. Die irische Liebeslyrik wird beherrscht vom allgegenwärtigen William Butler Yeats. Generell sind die Liebesgedichte der grünen Insel wie das Land selbst: schroff, satt und erfrischend. In den Liebesgedichten aus England und Irland findet man die Seele der Menschen dieser Länder wieder: sie leiden schwer und feiern überschwänglich – auch die Liebe ist immer ein Grund für tiefe Trauer und strahlendes Glück. Vor allem in Irland werden Frauen in den herrlichen Gedichten mit der Schönheit und Wildheit der irischen Natur verglichen, was die irischen Liebesgedichte zu unvergleichlich lebendig macht.

Historische Dichter

Der englische Dichter, der alles überstrahlt, ist William Shakespeare. Er mutet seinen Lesern in seinen Gedichten viel zu: romantische Liebe, herzzerreißender Schmerz, große Eifersucht und ein glückliches Ende – man erlebt seine Liebesgedichte wie in einem Strudel der Emotionen. Die Gedichte Shakespeares erlauben keine einzige Minute der Rast – die Maschen der Verse sind so eng gewoben, dass man leicht den Überblick und die Spannung verliert. Dabei sind vor allem die stürmischen und romantischen Verse über Liebe und Leid so fesselnd konstruiert, dass man sich sehnt nach der Zeit, in der sie geschrieben wurden. Doch auch die sanften, romantischen Dichter gab es zu jener Zeit: Percey Shelley beispielsweise hat die Welt mit den zartesten und romantischsten Gedichten zum Thema Liebe beglückt, die je geschrieben wurden. Die Liebesgedichte der Iren sind heute noch allgegenwärtig. Viele der historischen Dichter Englands und Irlands sind besonders bestechend in ihrer ursprünglichen Form. Selbst die gälischen Gedichte über Liebe verzaubern durch den Klang – auch wenn man die Sprache nicht versteht. Die ältesten Gedichte Irlands findet man übrigens in den Sagen und Büchern der keltischen Mythologie (vergleichbar mit der „Edda“). Die gälischen Mythen und die großartige Liebeslyrik der Kelten sorgen dafür, dass die Kraft und die Reichhaltigkeit der irischen Natur in den alten Gedichten lebendig bleiben.

Moderne Gedichte

Irland ist ein Land voller Mystik und Tradition und es kann vorkommen, dass die Gedichte von W.B. Yeats mitten in einem Pub aufgesagt oder, mit einer traditionellen Melodie verbunden, vorgetragen werden. Yeats hat es mit seinen Gedichten schon immer verstanden, sowohl die moderne aber auch romantische Sichtweise der Liebe zu beschreiben, als auch mit seiner schroffen, anstößigen Ausdrucksweise den Menschen vor den Kopf zu stoßen. In Dichtern wie Yeats und Samuel Beckett fand die zornige irische Seele ihren Ausdruck. Vor allem die Liebesgedichte von Beckett sind sehr verstörend. Er schreibt weniger von den schönen Seiten der Liebe, als über deren zerstörerische Kraft „“Ich wünschte meine Liebe stürbe“ ist ein hervorragendes Beispiel für seine Art, die Auswirkungen und Gedanken zur Liebe darzustellen. Auch britische Dichter wie W. H. Auden haben immer wieder den Platz der Liebe in stürmischen Zeiten beschrieben („Sag mir die Wahrheit über die Liebe“). Eines der ergreifenden Gedichte von W.H. Auden haben die meisten Frauen schon gehört. Es wird bei der Beerdingung in „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ in der Kirche zitiert. Der „Funeral Blues“ ist eines der schönsten Liebesgedichte zu Ehren einer verstorbenen Liebe: „Stoppt jede Uhr, lasst ab vom Telefon…“. Den meisten englischen und irischen Dichtern steht der Sinn bis heute nicht nach Romantik, sondern nach Tragik in der Liebe.

Asiatische Liebesgedichte

Die asiatischen Liebesgedichte sind besonders stark von den Traditionen und der Kultur des jeweiligen Landes beeinflusst. Die kulturellen Einflüsse auf Liebesbeziehungen unterscheiden sich so sehr von den westlichen Normen, dass die meisten Gedichte für uns sehr unschuldig und doch exotisch klingen. Vor allem in der Liebeslyrik Indiens findet man herausragende Beispiele dieser Gattung vor. Was heute in Bollywood-Filmen plastisch dargestellt wird, wurde schon seit Jahrhunderten in faszinierenden Gedichten niedergeschrieben. Viele der großartigen Gedichte über Liebe, Tradition, Trennung und Leidenschaft sind leider von Dichtern geschrieben worden, deren Namen nicht überliefert sind. Aber sie geben doch ein realistisches Bild von der Seele Indiens. Die Liebesgedichte sind farbenfroh wie die Saris, exotisch wie die Gewürze, wild wie die Natur und schön wie die Tempel. Zu den modernen Dichtern, die heute in Indien einen guten Ruf haben, gehören beispielsweise die Dichter Riyatz oder auch Tagore. Doch auch in China und Japan haben sich großartige Dichter etabliert. Allen Liebesgedichten Asiens ist gemein, dass sie nicht nur die Schönheit der Liebe auf ganz besondere Weise beschreiben, sondern dass sie auch immer ein Stück Tradition beinhalten. Genau diese Verbindung zwischen Romantik und Tradition macht die Faszination aus, die von den Liebesgedichten Asiens ausgeht und die auch für westliche Ohren und Herzen eine ganz besondere Wirkung hat.

Gedichte aus China

Die meisten Gedichte über die Liebe wurden im alten China geschrieben. Und wie in so vielen anderen Dingen auch, ist der weise Konfuzius ein herausragender Vertreter. Kon-fu-tse hat nicht nur Weisheiten niedergeschrieben, deren Wahrheit noch heute offensichtlich ist, er hat auch einige der schönsten Liebesgedichte Chinas verfasst. Tief verbunden mit den Traditionen und der chinesischen Landschaft schuf er Gedichte, die die Schönheit der Liebe mit der Schönheit Chinas verbanden. Die Gedichte von Konfuzius stammen aus dem 6. Jh. v. Christus, vermögen aber auch noch heute, mehr als 2500 Jahre später, der Liebe ein ganz besonderes Gesicht zu verleihen. Doch auch in den folgenden Jahrhunderten wurden in China großartige Liebesgedichte geschrieben. Vor allem bei den Dichtungen in der Kaiserzeit fällt auf, das viele Gedichte hier, in der unwirklichen Welt der Paläste, ihren Ursprung haben – fast so, als setzten sie das unwirkliche Gefühl der Liebe damit gleich. In späteren Jahrhunderten fand die Realität Einzug in die chinesische Liebeslyrik. Viele Liebesgedichte haben ihren Weg in die traditionellen Volkslieder Chinas gefunden. Bei den modernen Dichtern findet man zum Beispiel den Dichter Xu Zhimo, der in seinen Liebesgedichten auch die dunklen und harten Facetten nicht auslässt. Nach der Kulturrevolution verschwanden die romantischen Dichter und tauchten erst nach und nach wieder auf. Viele von ihnen müssen, aufgrund des Inhalts vieler Liebesgedichte, mit staatlichen Sanktionen rechnen.

Gedichte aus Japan

Die traditionellen Formen der Liebesgedichte aus Japan findet man in den Gedichten der Formen Renga und Senryu wieder. Diese beiden Begriffe beschreiben zwar eigentlich eine Versform, doch aufgrund des Inhalts, der in diesen beiden Gedichtformen verwendet wurde, sind sie charakteristisch für das japanische Liebesgedicht. Vor allem im Senryu wurde traditionell das melancholische, romantische und emotionale Gedicht verfasst – was die Liebesgedichte einschließt. Wie auch in anderen asiatischen Ländern spielt die Kultur und die Tradition eine große Rolle in den japanischen Liebesgedichten. Hier wird von der Liebe eines Samurai zu einer Geisha berichtet – mit allen Barrieren, die die Gesellschaft dieser Liebe auferlegt. Noch heute sind die Japaner diesen Traditionen tief verbunden, was sich auch an den modernen japanischen Liebesgedichten, die jedoch mehr und mehr eine westliche Prägung aufweisen, sehen lässt. Das Besondere an der japanischen Lyrik ist, dass alle Gedichte in Japan im weitesten Sinne Liebesgedichte darstellen. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es in Japan nicht diese Hemmschwelle, vor allem bei männlichen Dichtern, romantische Gefühle in Worte zu fassen. Japaner sind, auch wenn sie meist reserviert erscheinen, sehr gut in der Lage, ihren starken Gefühlen Ausdruck zu verleihen – in der langen Tradition der japanischen Liebeslyrik geht dies besonders gut.

Afrikanische Liebesgedichte

Das Besondere an den meisten alten afrikanischen Liebesgedichten ist, dass man sie nur hören, aber nicht lesen kann. Die wenigsten der alten, traditionellen Liebesgedichte sind schriftlich fixiert worden: sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und bleiben so den Völkern erhalten. Genauso bunt und unterschiedlich wie die Stämme und Länder dieses Kontinents sind auch die Gedichte, die die Liebe immer im Einklang von Natur und Tieren sehen und die in den Traditionen verankert ist , die seit vielen Millionen Jahren bestehen. Eine Ausnahmeposition nehmen die Liebesgedichte des alten Ägypten ein. Diese Gedichte sind schriftlich niedergelegt und daher für die Nachwelt erhalten geblieben. Dadurch gehören die ägyptischen Liebesgedichte zu den ältesten Liebesgedichten der Welt und zeigen Bilder einer Epoche, die glanzvoller und mysteriöser ist wie kaum eine Zweite. Kein anderer Kontinent ist so von Kolonialherrschaft beeinflusst worden wie Afrika; selbstverständlich spielen daher auch diese Einflüsse in den Liebesgedichten eine Rolle. Das moderne, kulturell erwachte Afrika erschafft Liebesgedichte, die die Umwälzungen und Probleme des Kontinents ebenso in einen Kontext zu Romantik und Liebe setzen, wie sie die alten Traditionen, Mythen und die Verbundenheit zur Natur beinhalten, die aus den Liebesgedichten aus Afrika nicht wegzudenken sind. Diese Verbundenheit zu Tradition, Mystik und Naturreligion ist es, die den Gedichten aus Afrika eine tiefe, schwere und urwüchsige Ausdrucksfähigkeit verleiht.