Bayer HealthCare / Gesundheit

viva.vita Deutschland
Schriftgröße
-123+ Schriftgröße

anpassen

Werkzeuge
viva.vita Suche
.
viva.vita international

14.07.04

Der Nocebo-Effekt: Wenn Einbildung krank macht

Auch Form und Farbe des Präparats haben Einfluss auf den Behandlungserfolg.

Erbrechen, Müdigkeit, Fieber – nicht immer treten diese Symptome als Folge einer ernsthaften Erkrankung auf. Bei manchen Patienten reicht es schon aus, wenn sie nach der Einnahme einer harmlosen Kopfschmerztablette den Beipackzettel lesen. Beschwerden dieser Art bezeichnen Wissenschaftler als so genannten Nocebo-Effekt. Das Phänomen beschreibt, wie negative Erwartungen oder Gedanken tatsächlich krank machen können.


Selbsterfüllende Prophezeiung



Nocebo – das kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „ich werde schaden“. Der „böse“ Zwilling des weithin bekannten Placebos zeigt sich in zwei Varianten: In der spezifischen Form erwartet der Patient eine bestimmte Nebenwirkung, die dann auch tatsächlich eintritt. Bei der unspezifischen befürchtet er, dass ein Medikament ihm irgendwie nicht gut tun könnte. Die Folge: Er fühlt sich schlapp, müde und ihm ist übel. Allein der Gedanke an negative Auswirkungen machen manche Menschen also tatsächlich krank und erzeugen Symptome, die mit der eigentlichen Medikation nicht im Zusammenhang stehen.

Grundlos krank?


Während das Placebo-Phämomen, bei dem wirkstofffreie Substanzen den Heilungsprozess äußerst positiv beeinflussen, weitläufig bekannt ist, beschäftigt sich die Wissenschaft erst seit Kurzem mit der umgekehrten Erscheinung. Mögliche Auslöser für den Nocebo-Effekt gibt es viele. Wer die Packungsbeilage genau liest, ein Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker über Begleiterscheinungen führt oder Medienberichte zu einer neuen Erkältungswelle hört kann schnell davon betroffen sein. Darüber hinaus haben auch Form und Farbe eines Präparats Einfluss auf den Behandlungserfolg. Gerade sensible oder depressive Menschen malen sich oft die schlimmsten Szenarien aus.

Nocebo-Studien geben Aufschluss


Eine Langzeitbeobachtung über Herzerkrankungen ergab, dass besonders ängstliche Frauen, nach einer gewissen Zeit tatsächlich über Beschwerden klagten: Sie erlitten rund viermal häufiger einen tödlichen Infarkt als diejenigen, die sich keine Gedanken machten. Und das, obwohl sie zur gleichen Risikogruppe zählten. Das Phänomen trat auch bei einer klinischen Untersuchung mit Aspirin auf. Nachdem ein Teil der Probanden über eventuelle Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt aufgeklärt wurde, zeigten diese dreimal häufiger entsprechende Symptome als die Teilnehmer, die diese Information nicht erhalten hatten. Ähnliche Erfahrungen machten Wissenschaftler bei einer Studie zum Einsatz von Aspirin bei Migräne. Hier erhielten die Probanden unterschiedliche Fragebögen zur Auswertung: Testpersonen, die auf einer Checkliste ihre Beobachtungen ankreuzen sollten, verspürten doppelt so viele Beschwerden wie diejenigen, die auf offene Frage zu antworten hatten.

Grenzen bei der Diagnose


Das Zusammenspiel zwischen Suggestion und Auswirkung ist damit zwar erkannt, lässt sich aber nur schwer von den gängigen Begleiterscheinungen abgrenzen.
Die beim Patienten auftretenden Beschwerden können gleichwohl Symptome einer Krankheit, unspezifische Nebenwirkungen eines Medikaments oder eben psychisch verursachte biologische Prozesse sein. Und das gestaltet nicht nur die Behandlung schwierig. Es ist ein Dilemma für Ärzte und Pharmazeuten, da sie auf diese Weise kaum verbindliche Aussagen über die Risiken von Medikamenten treffen können.

Über Bayer HealthCare AG

Die Bayer HealthCare AG, ein Teilkonzern der Bayer AG, gehört zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten und erzielte im Jahr 2003 einen Umsatz von etwa 8,9 Milliarden Euro.

Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Biologische Produkte, Consumer Care, Diabetes Care und Diagnostika sowie Pharma und beschäftigt weltweit 34.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Es ist unser Ziel, innovative Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung von Krankheiten und leisten einen Beitrag zu einer besseren Lebensqualität.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des BayerKonzerns beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die wir in Berichten an die Frankfurter Wertpapierbörse sowie die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde (inkl. Form 20F) beschrieben haben. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Kontakt
  • Hartmut Alsfasser
    Telefon: +49 214 30-57526
    Fax: +49 214 30-71640
  • E-Mail

http://www.bayerhealthcare.com/scripts/pages/de/gesundheit/index.phpCopyright © Bayer HealthCare