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Influenza

Zwei neue Schweinegrippe-Fälle in Deutschland

(9)
15. Mai 2009, 08:57 Uhr

Innerhalb nur eines Tages sind der Weltgesundheitsorganisation mehr als 1000 neue Schweinegrippe-Infektionen bekannt geworden. In New York wurden drei Schulen geschlossen. Für die WHO ist zumindest klar: Das Virus stammt nicht aus einem Labor. Aus Deutschland werden zwei neue Fälle gemeldet.

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Foto: dpa

Da bekommt doch jedes Schweinegrippevirus Angst: Eine Mundschutz-Idee aus Mexiko-Stadt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat binnen eines Tages mehr als tausend weitere Schweinegrippe-Fälle bestätigt. Weltweit seien nun schon 7520 Menschen an Influenza A (H1N1) erkrankt, teilte die WHO am Freitag an ihrem Genfer Sitz mit. Die Zahl der weltweiten Todesfälle liegt demnach unverändert bei 65, allein 60 davon in Mexiko. Am Vortag hatte die WHO noch 6497 Fälle in 33 Ländern gemeldet.

In Deutschland gibt es unterdessen zwei weitere Fälle von Schweinegrippe. Die Influenza A/H1N1 wurde bei einer Frau und ihrem Sohn in Sachsen-Anhalt nachgewiesen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte. Sie hätten sich höchstwahrscheinlich bei dem mit dem Virus infizierten Ehemann beziehungsweise Vater angesteckt, der zuvor in Mexiko war. Dort war demnach auch seine Frau. Sie und auch ihr Sohn hätten aber keine Krankheitssymptome gezeigt. Die Zahl der bestätigten Schweinegrippe-Fälle in Deutschland erhöhte sich damit auf 14.

In Deutschland sieht das RKI nach eigenen Angaben eine „gewisse Stabilisierung“. Es könne aber nach wie vor keine Entwarnung gegeben werden. Es müsse auch mit weiteren Erkrankungen gerechnet werden.

Ein möglicher Fall von Schweinegrippe hat am Freitag auf dem Flughafen Lübeck-Blankensee für einen Großeinsatz gesorgt. In einer Ryanair-Maschine aus London-Stansted saß eine Frau, bei der die Crew Symptome der Schweinegrippe erkannt zu haben glaubte, wie die „Lübecker Nachrichten“ (Samstagausgabe) vorab berichtete. Die 20-jährige Britin soll kürzlich aus Mexiko zurück nach Europa gekommen sein. Nach einem Schnelltest konnten Mediziner Entwarnung geben. Die 20-Jährige war nicht mit der Schweinegrippe infiziert.

Die Frau hatte unter anderem über Fieber, Schweißausbrüche und Husten geklagt, wie das Blatt weiter berichtet. Die Piloten alarmierten deshalb den Lübecker Tower. Binnen Minuten waren Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Gesundheitsamt und Rettungsdienst herbeigeeilt. Zur Sicherheit wurden die persönlichen Daten aller 200 Ryanair-Passagiere aufgenommen.

Schulen in New York geschlossen

Aus Sorge um einen Ausbruch der Schweinegrippe sind drei Schulen in New York geschlossen worden. Ein mit der Grippe A (H1N1) infizierter Lehrer befinde sich in einem ernsten Zustand, zudem hätten mindestens vier Schüler derselben Schule das Virus, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg.

Drei Schulen im Stadtteil Queens mit insgesamt knapp 4500 Schülern sollten am Freitag sicherheitshalber geschlossen bleiben. Es gebe eine „ungewöhnliche Anzahl grippeähnlicher Erkrankungen“ an den betroffenen Schulen, sagte Bloomberg. An einer Schule seien 50 Schüler mit Grippe-Symptomen nach Hause geschickt worden, an einer weiteren hätten am Donnerstag 241 Schüler im Unterricht gefehlt, an der dritten seien 29 Kinder mit grippeähnlichen Symptomen registriert. Die drei Schulen würden für zunächst mindestens fünf Schultage geschlossen, um eine Ausbreitung des Virus' zu verhindern.

Der erkrankte Lehrer ist der erste schwere Fall von Schweinegrippe in New York. Im April war ebenfalls im Stadtteil Queens eine Schule wegen der Krankheit tagelang geschlossen worden. In den USA wurden bereits 4298 bestätigte oder mutmaßliche Fälle der Grippe registriert. Drei US-Bürger starben bislang an der Krankheit.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat derweil noch keine Entscheidung über die Massenproduktion eines Impfstoffs gegen die Schweinegrippe gefällt. Ein Expertentreffen habe „keine großen Entscheidungen“ erbracht, sagte WHO-Vizegeneraldirektor Keiji Fukuda. Es handele sich um einen „mühsamen und schwierigen“ Entscheidungsprozess, der noch einige weitere Treffen erfordere. Eine Entscheidung über die Impfstoffproduktion muss laut Fukuda sorgfältig abgewogen werden, weil sie die Herstellung anderer Grippe-Impfstoffe beeinträchtigen könnte.

Laut WHO sind bislang fast 6500 Menschen in 33 Ländern an der Schweinegrippe erkrankt. 65 Menschen starben, davon allein 60 in Mexiko.

Virus stammt nicht aus einem Labor

Für die Weltgesundheitsorganisation gibt es keine Beweise, dass das mutierte Schweinegrippevirus aus einem Labor stammt und durch menschliches Versagen freigesetzt wurde. Darauf wies Fukuda hin. Ein australischer Wissenschaftler hatte diese Hypothese aufgestellt. „Wir waren darüber sehr besorgt und nehmen das sehr ernst“, sagte Fukuda. Abklärungen mit Wissenschaftlern in aller Welt hätten aber für diese Theorie bisher keinen Beweis erbracht. „Die Gruppe (der Wissenschaftler) glaubt, dass diese Hypothese nicht zu belegen ist“, sagte Fukuda.

Der WHO-Experte geht allerdings davon aus, dass die Diskussion darüber weitergehen wird, bis man den Ursprung des mutierten Virus, das Elemente vom Menschen, vom Schwein und von Vögeln in sich trägt, herausgefunden habe. „Derzeit müssen wir klar sagen: Wir wissen nicht wo es her kommt“, sagte Fukuda. Allerdings sei es in der heutigen Zeit nicht mehr möglich, etwas zu verbergen. „Es macht zwar viel Arbeit, etwas herauszufinden, man kann sich aber der Sache annehmen.“ Grundsätzlich verwies Fukuda darauf, dass die Mehrzahl der Infektionen mild verlaufe.

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan forderte, in der Aufregung über die Schweinegrippe nicht die Produktion von Mitteln gegen die herkömmliche Grippe zu vernachlässigen. An der Influenza würden bis zu 500.000 Menschen sterben, sagte sie.

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Das neue Grippevirus H1N1 – Fragen und Antworten

AFP/Reuters/cl

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Zwei neue Schweinegrippe-Fälle in Deutschland

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Kommentare

15.05.2009,
14:08 Uhr
Solembum sagt:
Nichtsagender Artikel oder vielsagender? Sind denn die anderen Grippearten schlimmer, dass man keine Zeit fuer eine Impfstoffherstellung hat? Grosse Treffen und keine Aussagen? Da dachte ich:zumindest wissen wir, dass es nicht aus einem Labor kommt! Nein, das wissen wir ja gar nicht. Wir habens nur noch nicht bewiesen.
15.05.2009,
14:26 Uhr
Stefan sagt:
Das kommt davon, wenn man Schweine als Nahrungmittel hat!
ich muss da an dem Islam denken,
bei den Moslems ist schweinefleisch verboten!
vieleicht liegt es daran?
konnte der Prophet sowas vorhersagen? bzw. es durch gott wissen?
Also ich werde kein Schwein mehr essen.
Wenn man Schweinefleisch verbietet, vieleicht kommen solche Erkrankungen nicht mehr?
15.05.2009,
15:29 Uhr
emis sagt:
@Stefan

Geflügel darfst du aber auch nicht essen, na wegen Vogelgrippe und am Liebsten keine Eier mehr konsumieren, weil sonnst kannst du noch Trichinellose bekommen.

Du lebst in einer sehr gefährlichen Wellt
15.05.2009,
16:23 Uhr
dreckigerartikel sagt:
und wo sind nun die 1000 aufgetreten`???? in welchem land???
oh man, ihr seid sooo schlecht! von heute auf morgen oder was?
LOL
15.05.2009,
18:50 Uhr
@dreckigerartikel sagt:
Im Amiland. Dort wo tausende FEMA-Särge schon lange bereitstehen.

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13. Mai 2009, 17:59 Uhr

Telefonieren, Suppe umrühren, Eieruhr ausschalten – und das auch noch alles gleichzeitig. Kein Problem! Die berufstätige Mutter von drei Kindern mit fünf verschiedenen Hobbies schafft das mit links... Mit rechts putzt sie währenddessen die Fenster, rettet ihr Kind vor der heißen Herdplatte, lässt den Hund in den Garten und schiebt noch schnell mal eben den Nachtisch in den Backofen. Multitasking.

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Da konnte ich schon fast von Anfang an sagen, wie die Handlung laufen wird. Man musste nur das Schema der anderen beiden Bücher anwenden.Ich gehöre auch zu den Leuten, die Bücher gerne mehrmals lesen (manche Bücher von Terry Pratchett habe ich sicher schon zwanzigmal gelesen). Einem guten Buch schadet das auch nicht. Oft gewinnt es sogar noch, weil man sich nun weniger auf die Handlung und mehr auf die Form konzentrieren kann und sieht, wie der Autor eigentlich die Geschichte aufgebaut hat und die Stimmung erzeugt (Leo Perutz ist hier ein Paradebeispiel - die Bücher werden hier beim mehrmaligen Lesen immer besser).Bei Dan Brown sollte man eine nochmalige Lektüre lieber unterlassen. Seine Bücher werden wirklich nur von der Handlung getragen. Ist da die Spannung weg, merkt man erst, wie schlecht und plump die Bücher eigentlich geschrieben sind. Ich habe es nicht geschafft, eines der Bücher nochmals bis zum Ende zu lesen.Mit dementsprechend gemischten Gefühlen bin ich heute Nachmittag ins Kino gegangen, um mir die Verfilmung von "Angels and Demons" anzusehen.In dem Film geht es ja wie im Buch darum, dass der Vatikan von einem unbekannten Terroristen unter Druck gesetzt wird: Irgendwo hat er eine Antimaterie-Bombe versteckt, die den Kirchenstaat platt machen wird. Vorher hat er noch vier Kardinäle entführt, die er ebenfalls umbringen will. Das ist besonders unpassend, weil gerade ein neuer Papst gewählt werden soll und diese 4 die aussichtsreichsten Kandidaten waren. Da sich der Unbekannte als Angehöriger des Geheimbundes der Illuminaten ausgibt, wird der Symbolologe (was für ein bescheuertes Wort!) Robert Langdon eingeflogen, der ein Experte für die Illuminaten ist. Außerdem ist da noch eine italienische Physikern, die am Teilchenbeschleuniger LHC des CERN die Antimaterie produziert hat, die dann von den "Illuminati" geklaut wurde. Gemeinsam mit Langdon sucht sie nun in Rom nach der Spur der Illuminaten um die Zerstörung des Vatikans aufzuhalten.Tja - eine typische Dan-Brown-Geschichte... Abgesehen davon, dass am LHC eigentlich gar keine Antimaterie hergestellt werden soll, gibt es gleich zu Beginn des Filmes ein paar tolle Aufnahmen von dort (wenn sie denn  wirklich dort gemacht wurden). Da sieht man wieder mal, was für eine beeindruckende Maschine der LHC ist. Dass, wie im Film gezeigt, bei einer einzigen Teilchenkollision innerhalb von ner halben Minute gleich ein paar Gramm Antimaterie erzeugt werden können, ist natürlich Unsinn.Der Rest des Films hält sich stark an die Vorlage des Buches (allerdings mit einigen wichtigen Änderungen - z.B. der religionshassende CERN-Direktor im Rollstuhl wurde komplett rausgestrichen; seine Rolle übernahm der Kommandant der Schweizer Garde). Es ist schönes, Action-Popcorn-Kino. Zwar wird fast jedes Mal, wenn die Antimaterie ins Spiel kommt, irgendein Unsinn geredet ("Achtung! Das ist eine äußerst brennbare Substanz!") - aber das fällt kaum auf.Etwas stärker thematisiert wird der Gegensatz zwischen Religion und Wissenschaft. Die Illuminati werden hier als fanatische Wissenschaftler dargestellt, die die Kirche zerstören wollen und die Kardinale auf den "Altären der Wissenschaft" opfern. Immer wieder wird auf den Konflikt zwischen Wissen und Glauben hingewiesen und er stellt sich schließlich auch als Motivation des Drahtziehers der Anschläge heraus: er wollte nicht, dass die Wissenschaft die Macht Gottes beschränkt (oder so irgendwie). Natürlich macht sich die Physikerin, die die Antimaterie erzeugt hat, am Schluß auch noch Vorwürfe, dass sie sowas überhaupt erforscht hat.Aber ich denke nicht, dass dieser Film geeignet ist, das komplexe Thema "Wissenschaft vs. Religion" zu diskutieren. "Illuminati" ist Action-Kino und ebensowenig tiefgründig wie das Buch. Ich hab mich amüsiert (wenn auch nicht so gut wie beim Star-Trek Film) - und das ist ja immerhin schon etwas. So wie beim Buch habe ich aber auch beim Film nicht das Bedürfnis, ihn ein zweites Mal zu sehen. P.S. Kann mir jemand sage, warum der Synchronsprecher von Tom Hanks in diesem Film so extrem nuschelt? Oder hab ich nur empfindliche Ohren?Zum Beitrag im Blog »Hier könnte auch Ihr Banner stehen:
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    Der Anspruch könnte größer kaum sein: Wolfram|Alpha, der seit Wochen mit Hochspannung erwartete Dienst, will eine neue Ära der Informations- und Wissenspräsentation im Internet einleiten. Dabei will Wolfram Alpha ausdrücklich keine Suchmaschine á la Google sein, nicht eine bloße Auflistung von Webseiten liefern, sondern echte Antworten auf echte Fragen ausgeben. Seit einigen Stunden ist Wolfram|Alpha nun online - ein erster kurzer Test, ob die Antwortmaschine hält, was ihr Name verspricht.Die Vorabinformationen zu diesem hochambitionierten Projekt waren mehr als vielversprechend. Stephen Wolfram, einstiges Wunderkind, Physiker, Mathematiker und Vater des legendären Matheprogramms "Mathematica", arbeitet seit rund vier Jahren mit einem stattlichen Expertenteam an einem System, das Informationen aus einer Unmenge an Datensätzen auswertet, kombiniert und als Antwort in Form von Tabellen und Graphen ausgibt. Beginn einer neuen Ära? Wolfram Alpha will ausdrücklich keine Suchmaschine á la Google sein, sondern echte Antworten auf echte Fragen liefern. Um wirklich relevante Resultate auszugeben - so die wohlklingende Ankündigung - , setzt Wolfram Alpha auf ein Technologie, die einerseits eine (semantische) Interpretation der Fragestellung leistet, andererseits Informationen aus Datenquellen - die eine Art Qualitätsprüfung durchlaufen haben - berechnet und bündelt. Insgesamt, so erklärt Stephen Wolfram in den letzten Tagen mehrmals, müsse "Wolfram|Alpha" als "Maschine zur Berechnung menschlichen Wissens" angesehen werden, im ZEIT-Interview sagte er:"Wir benutzen als Ausgangsmaterial das gesamte Wissen der menschlichen Zivilisation, mit dem sich Berechnungen anstellen lassen."Über die Grenzen der BerechnungDoch was läßt sich denn nun auf diese Weise tatsächlich "berechnen"? Welche Antworten liefert diese Wissensmaschine beispielsweise auf Fragen mit sozialwissenschaftlicher Akzentsetzung? Ist Wolfram|Alpha ein sinnvolles Instrument zur Informationsbeschaffung für sozial- und gesellschaftswissenschaftliche Fragestellungen?Lassen sich relevante Antworten tatsächlich "berechnen"? Ist Wolfram|Alpha ein taugliches Instrument zur Informationsbeschaffung?Auch in der Soziologie rekurriert man natürlich immer wieder auf "harte" Zahlen und Daten. Einkommen, Altersdurchschnitt, Bildungsgrad, Ausländeranteil, Konfessionszugehörigkeit etc., lauter sozio-ökonomische Daten, die interessant sein können. Findet man die mit Wolfram Alpha?Eine der Stärken sei, so war zu lesen, die übersichtliche Darstellung der Informationen. Und sicher, wenn ich die Lebenserwartung in Deutschland und Frankreich wissen will, so erhalte ich tatsächlich die Antwort, daß die Franzosen im Schnitt 81 Jahre alt werden, die Deutschen lediglich 79.3 Jahre. Aber - hier beginnen schon die Einwände - wie verhält es sich mit der Lebenserwartung bei Männern und Frauen? Wie ist die historische Entwicklung? Und auf welche Datenbasis und welchen Zeitpunkt beziehen sich die angebenen Werte?Dennoch: mit ein wenig Glück bekommt immerhin ein halbwegs informatives Ergebnis. Allzu oft reagiert das System allerdings mit Schulterzucken: auch auf simple Keyword-Kombinationen erhält man ein lapidares: "Wolfram|Alpha isn't sure what to do with your input." Und mehr als die bescheidene Information, daß es in Deutschland Katholiken, Protestanten, Muslime und andere Religionen gibt, war der Wissensmaschine auch nicht zu entlocken. Andernorts - etwa bei der Wikipedia - erhält man deutlich bessere und detailliertere Auskünfte, was die Konfessionszugehörigkeit und Bedeutung verschiedener religiöser Gruppierungen angeht. Nicht ganz so schlecht ist das Ergebnis auf die Frage nach dem Bevölkerungswachstum. Hier werden einige Kennzahlen wie etwa die jährliche Geburts- und Sterberate, wie auch die Gesamtbevölkerungsanzahl ausgegeben.Doch auch hier gilt: bei der Wikipedia - beispielsweise auf der Seite zur Demographie Deutschlands - ist man wesentlich besser und umfassender informiert. Wolfram|Alpha: Die programmierte AhnungslosigkeitNun bestehen die Sozialwissenschaften allerdings nicht allein aus dem Wissen über bestimmte statistische Kennzahlen. Es geht um Bedingungen, Sinn und Strukturen menschlichen Zusammenlebens, um das Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft und generell um die Organisations- und Funktionsprinzipien von sozialen Systemen. Die mit viel Vorschußlorbeeren ausgestattete Antwortmaschine liefert nichts außer Fehlermeldungen oder Quasi-Antworten.Wie steht es also, wenn man Wolfram|Alpha einige Grundbegriffe wie Handlung, Macht, Individuum oder Organisation vorsetzt? Wie schon zu erwarten war, liefert die mit so viel Vorschußlorbeeren ausgestattete Antwortmaschine nichts außer Fehlermeldungen oder Quasi-Antworten, denen eine falsche Interpretation der Frage zugrunde liegt. Auch die Hoffnung, daß man irgendwelche Definitionen oder hilfreiche Infos zu anderen Fachbegriffen wie "Risk Assessment" oder "Public understanding of Science" erhalten könnte, kann man sich abschminken. Jürgen Habermas ist immerhin bekannt und man erfährt, daß es sich um einen Philosophen handelt, der 1929 in Düsseldorf geboren wurde. Von Niklas Luhmann hat die schlaue Maschine dagegen noch nie etwas gehört. Aber was erwartet man auch von einer Webanwendung - ganz egal, ob man sie nun Antwortmaschine, Wissensmaschine oder sonstwie nennt - , die auf die Eingabe von ScienceBlogs nichts anderes als:"Did you mean Scientology?" antwortet?Damit disqualifiziert sich Wolfram Alpha ja wohl endgültig, oder? Und ich gehe mal nicht davon aus, daß Wolfram|Alpha die ebenfalls wenig positiven Tests von Thilo, Ali, Jörg oder Florian zur Kenntnis genommen hat und deswegen rumzickt. ;-)Meine Gesamtwertung: 2/10 Punkten.Links:Der Weltrechner, Interview mit Stephen Wolfram in der ZEITDavid Talbot: Wolfram Alpha vs. Google, Technology Review Blog, 6.5.2009Zum Beitrag im Blog »Hier könnte auch Ihr Banner stehen:
  • Wolfram Alpha: "Apple" statt "Apfel" [Mahlzeit]

    Wolfram Alpha: "Apple" statt "Apfel" [Mahlzeit]

    Nachdem die ersten Tests meiner ScienceBlogs-Kollegen eher negativ ausgefallen sind, habe ich mir die selbsternannte "knowledge engine" Wolfram Alpha auch mal näher betrachtet. Was verrät sie uns über Ernährungsfragen?Entdeckung Nummer eins: Die Maschine kennt keinen "Apfel", es muss ein "apple" sein. Na gut, das war vielleicht zu erwarten bei einem US-amerikanischen Projekt. Bei komplexen Suchanfragen informiert uns das System immerhin In unserer Sprache: "Wolfram|Alpha versteht noch kein Deutsch."Entdeckung Nummer zwei: Die Datenbank ist inhaltlich etwas techniklastig. Unter dem Stichwort "apple" denkt sie zuerst an den gleichnamigen Computer-Hersteller, schlägt aber immerhin vor, auch in Richtung "food" weiter zu schalten. Der Link führt zu recht ausführlichen Nährwertangaben. Nicht fündig werde ich dagegen, wenn ich etwas über den Anbau des Obstes wissen will. "apple harvest" führt zu Aktienkursen, mit "apple crop" oder "apple yield" kann das System nichts anfangen. Genauso ergeht es mir mit den Zusätzen "farming" und "agriculture". Viel mehr als die Nährwerte hat Wolfram Alpha zu Äpfeln offenbar noch nicht zu bieten.Genauso unbefriedigend verlaufen alle Suchanfragen, wenn man im Bereich Ernährung mehr erwartet als die direkten Nährwerte. Was sich in diesem Feld überhaupt suchen lässt, erläutert die Maschine selbst mit ein paar Vorschlägen für beispielhafte Anfragen.Immerhin, ein schönes Element findet sich klein am unteren Rand der Ergebnisseite: Die Maschine gibt mir "Source information", verrät also, auf welche Quellen sie ihre Angaben stützt. Das lädt zum Weitersurfen und Überprüfen ein. Und das Überprüfen ist empfehlenswert, denn Wolfram Alpha ist nur bedingt zu trauen. Das belegt z.B. die Suche nach Scienceticker.info, einer Nachrichtenseite, an der ich beteiligt bin. Nach Nennung unseres Providers an erster Stelle (warum auch immer) verkündet die Maschine, wir erzielten täglich 70.000 Seitenabrufe. Tatsächlich wird diese Zahl aber nur monatlich erreicht. Als Quelle beruft sich die Wolfram Alpha auf Alexa. Doch woher hat sie wohl unseren "Site rank" von 103.369? Alexa verpasst uns aktuell einen "Traffic rank" von 135.016. Nebenbei bemerkt, ist Alexa eine mit Vorsicht zu genießende Suchmaschine für Webseiten, die recht abenteuerliche Schätzungen vornimmt. Je kleiner ein Webangebot ist, um so verzerrter fallen die Ergebnisse aus.Wenn sich Wolfram Alpha schon auf Datenbanken wie Alexa verlässt, wie gut sind dann wohl die anderen Quellen für statistisches Material? Und wie häufig wird es aktualisiert? Zu befürchten ist, dass derartige Daten von Wolfram & Co künftig wie selbstverständlich im Web kursieren werden - selbst bei so genannten "Qualitätsmedien", die ja schon mehrfach auf Falschinformationen hereingefallen sind, weil sie zunehmend das schnelle Ergebnis einer sorgfältigen Recherche vorziehen.Fazit: Meine erste Wahl für den groben Einstieg bleibt wohl bevorzugt Wikipedia, zumal dort besser dokumentiert wird, wann die Angaben verfasst, ergänzt und geändert wurden.Aber vergessen wir auch nicht: Wolfram Alpha ist tatsächlich "alpha", also eine Datenbank im frühesten Stadium ihrer Existenz. Prinzipiell kann daraus noch was Tolles werden...Zum Beitrag im Blog »Hier könnte auch Ihr Banner stehen:
  • Wolfram Alpha: Physik gesucht [Diax's Rake]

    Wolfram Alpha: Physik gesucht [Diax's Rake]

    Ich hab ja ehrlich keine Erwartungen in Alpha. Alle Ankündigungen bisher waren schon quasi esoterisch - irgendetwas davon, dass Antworten berechnet würden. So ein Quatsch! Ich kann es ja verstehen, wenn man auf semantische Netze und wissensbasierte Systeme aufsetzt, versucht diese selbsttätig zu parsen, aber würde das Web Consortium am semantischen Netz arbeiten, wo Seitenersteller diese Informationen anfügen sollen, wenn man das auch mit Rechenpower leicht ermitteln könnte? Nun, ich lasse mich gerne überraschen, aber ich hab ja schon zwei Stunden überlegt, bis mir der Name der letzten angeblich so tollen Suchmaschine eingefallen ist: Cuil. Was ein Rohrkrepierer. Dazu noch das maßlos übersteigerte Ego von Stephen Wolfram, da erwarte ich einen Rohrkrepierer.Aber ich lasse mich gerne überraschen, ich habe jetzt noch nicht die anderen Reviews gelesen und werde unbeeinflusst (nur nicht unvoreingenommen) ein bißchen Physik in Alpha stecken. Erstmal die Überraschung: die Seite lädt sofort, da muss in Server investiert worden sein. (Ok die Suchen dauern manchmal)Es wird auch gleich eine Suche vorgeschlagen die passt: Doppler shift 300Hz, 75mphHey das ist nett! Es kommen Tabellen mit der Rechnung und den Variablen heraus, für die wahrscheinlich gesuchte Variante der Doppler-Verschiebung beim Schall (der Krankenwagen der an euch vorbeifährt).Ok das war vorgegeben, was macht die Seite jetzt? Sucht sie in z.B. Mathematica die Formelsammlung nach Doppler-Shift durch und setzt dann die Werte ein? Das fände ich sehr nützlich (ich liebe z.B. die Taschenrechner-Funktion der Google-Suche) und würde es verwenden, aber revolutionär wäre das nicht, das könnte ich selbst programmieren.Testen wir mal etwas einfaches. Auf dem Mond ist die Scherkraft geringer, da wiegt 1 kg Wasser weniger, aber wieviel war das nochmal? Weight of 1 kg water on the moon => "Wolfram|Alpha isn't sure what to do with your input." Tja, das war semantisch jetzt nicht soo schwer, oder? Ich vereinfache es zu gravitational force on moon surface. Geht nicht. Er schlägt force moon vor, das interpretiert er als Moon und Force, einen ort in Italin, und zeichnet mir die umlaufbahn und phase des Mondes. Jau, das war schonmal nix.Ok weiß der wirklich nicht was Kraft ist? F=m*a?? force m=80 kg acceleration = 10m/s. Das muss rauszukriegen sein? Ne, kennt er nicht. Ok, ich formatiere es wie bei der Dopplerverschiebung force 80 kg 10 m/s. Jetzt berechnet er etwas, und eine Formel kommt raus?Unter Ächzen und Stöhnen hat er ermittelt dass er multiplizieren muss und anhand er Einheiten ermittelt was was ist. aber dass die Einheit N (Newton) ist schafft er nicht, mein Ergebnis ist m(800 kg (kilograms))/s. Wenn ich also das eingebe was ich verstanden habe kann ich etwas annähernd richtiges rauskriegen, aber meine Frage nach dem Mond google ich wohl lieber. /edit 15:30: Ok, wenn man nicht so doof ist wie ich und m/s^2 als Einheit der Beschleunigung nimmt gehts.Ok noch eine einfache Frage. Ich will den Temperaturunterschied wissen zwischen 20 °C und 293.15 K (ist fast die gleiche Temperatur in anderen Systemen). temperature difference 20 °C 293.15 K. Also er erkennt dass das eine Celsius sind. Und dann will er sie multiplizieren. Hmpf. Kelvin kennt er auch nicht. Also dann ohne Semantik 20 °C - 293.15 Kelvin. HEY! Jetzt hat er es, und gibt es gleich noch in anderen Systemen aus und sagt mir, dass ich nur 0.0015 °C über einem Bose-Eeinstein Kondensat liege. Na immerhin. Ich krieg auch gesagt dass er es als Temperatur interpretiert hat und wieviel das in Elektronenvolt ist.Hab ich jetzt Hoffnung für schwierigere Fragen? Naja. Testen wir etwas aus dem ersten Semester. Ein Pendel von 2 m Länge: pendulum 2 m. Und es - klappt? Huch. Mit Zeichnung, Tabellen mit Zahlen, Kurvenfunktionen. Da hab ich wohl die Formelsammlung getroffen.Ok, einfach fragen, mal sehen. Wie war nochmal die Formel für die Ablenkung eines bewegten elektrisch geladenen Körpers durch ein Magnetfeld. lorentz-force. Bringt Erklärungen zu Lorentz und force (wie er kennt es jetzt doch?), aber ich komme nicht weiter.Ein bißchen einfache Quantenmechanik - oder auch nur Mechanik, er darf entscheiden. harmonic oscillator energy. Kennt er nicht. potential energy 100 m kennt er. Aber ehrlich - harmonischer Oszillator ist eine genau so einfache Formel. Klassisch mechanisch wenigstens. Ich will ja einfacher danach suchen. Wenn Alpha nur ein Taschenrechner ist, für den ich wie in einem Infocom-Adventure den richtigen Befehl suchen muss, bringt es mir nichts.Tja - letzte Stufe sind die schwierigen Sachen. Das wird schnell gehen.Ok, wir machen es ihm einfach. fine structure constant. 1/137, wer das als Physiker nicht im Kopf hat kann gleich Taxi fahren. Alpha kennt sie auch und sagt 0.0072973525. Das eigentlich wissenswerte daran, dass es fast 1/137 ist, sagt er mir nicht.Ok - rosenbluth formula. Mit der kann man experimentell die elektrischen und magnetischen Formfaktoren für die differentiellen Wirkungsquerschnitte der Nukleonen bestimmen. Kennt er nicht.Schön. Dann noch mein Bereich. Ich suche die gesättigte hydraulische Leitfähigkeit eines Schlick. hydraulic conductivity silt. Kennt er nicht, schlägt aber nur "hydraulic conductivity" vor. Dann kommt eine Formel und ich kann etwas einsetzen. Toll, ich wollte aber einen typischen Wert wissen.FazitIm besten Fall, wenn man noch dran arbeitet, dann kann Alpha etwas nützliches werden. Eine Formelsammlung mit einem Infocom-Eingabefeld. Aber auch dazu ist noch einiges nötig, vor allem die semantische Erkennung ist miserabel. Hey - Formel nach Regeln suchen und einsetzen ist billig, nicht sagen wie man die Eingabe machen muss ist lästig und einzig eine semantische Erkennung die etwas taugt wäre innovativ, aber auch keineswegs revolutionär da es aktuelle Forschung ist.Alpha hat vor allem Sachen gefunden die ich eh weiß, und taugt bislang wenig mehr als ein Taschenrechner. Es sieht beeindruckender aus als ich gedacht habe und scheint tatsächlich etwas zu arbeiten, aber das Kernproblem, nämlich dass so etwas ein verdammt hartes Unterfangen ist bleibt völlig unberührt. Auch wenn es bekannt war, dass nicht auf das Internet zurückgegriffen wird, habe ich dennoch ein bißchen was in der Art erwartet (siehe mein erster Absatz), denn ich finde dass das doch die eigentliche Ressource wäre, die man anzapfen könnte. Ein Textinterface zu einer Formelsammlung oder einem Weltatlas des Wissens ist wenig beeindruckend. Mal sehen, was Google Squared bringen wird...Wenn ich das jetzt bewerten soll...naja es besteht Hoffnung dass es noch besser wird, und mag dann manchmal nützlich sein um eine Formel nachzuschlagen und gleich zu berechnen. Manchmal gibts auch ein Bildchen dazu, also besteht ein wenig Potential. Dass man auf Sachen, die man tatsächlich nicht weiß, jemals eine Antwort finden wird darf ich bezweifeln. Also, kein völliger Rohrkrepierer aber im wesentlichen heiße Luft. Ich vergebe 4/10 Punkten.Zum Beitrag im Blog »Hier könnte auch Ihr Banner stehen:
  • Wolfram Alpha - Nix für Astronomen [Astrodicticum Simplex]

    Wolfram Alpha - Nix für Astronomen [Astrodicticum Simplex]

    Wolfram Alpha, die neue Überdrüber-Suchmaschine, ist seit heute endlich online. Angeblich soll sie Wunderdinge können - aber erste Versuche von Thilo haben schon gezeigt, dass Wolfram Alpha vielleicht doch nicht so toll ist.Ich habe das natürlich auch gleich ausprobiert und mal nachgesehen, was Wolfram Alpha so über die Astronomie zu sagen hat.Das Hertzsprung-Russell-Diagramm ist eines der wichtigsten Werkzeuge der Astronomie. Wolfram Alpha hat davon leider noch nichts gehört. Eine Suche nach "Supernova" bringt jede Menge Infos zu einem Kinofilm aber nichts astronomisches.Nett wird es allerdings, wenn man den Namen eines Planeten eingibt. Dann bekommt man nicht nur die üblichen physikalischen Parameter (die hätte Wikipedia ja auch) sondern auch gleich seine aktuelle Position im Sonnensystem und vor allem seine aktuelle Position am Himmel für den eigenen Standort (den holt sich Wolfram Alpha wohl aus der IP-Adresse). Das ist recht praktisch.Mit Exoplaneten wird es dann alledings schon wieder frustierend. Zuerst wollte ich mal schauen, was die Suchmaschine zu den Entdeckungsmethoden weiß. Aber weder eine Suche nach Radial Velcoity noch die Eingabe von Transit liefern brauchbare Ergebnisse (kann mir ein Chemiker vielleicht erklären, wie Wolfram Alpha von Transit zu Furosemid kommt?).Auch über den Stern 51 Pegasi, um den der erste Exoplanet entdeckt wurde, ist bei Wolfram Alpha unbekannt (ebenso wie der Entdecker, Michel Mayor). Immerhin bekommt man bei der Suche nach Exoplanet eine - unvollständige - Liste von Exoplaneten. Dort findet sich dann auch endlich der Planet um 51 Pegasi. Über den weiß Wolfram Alpha aber auch nicht mehr als andere Datenbanken (eher weniger) - aber zumindest bekommt man seine Position am Himmel wieder angezeigt. Wie nennt man es denn eigentlich, wenn man seinen eigenen Namen bei Wolfram Alpha eingibt? Wurde das schon verbifiziert?  Naja - ich habe es natürlich ausprobiert - aber wenig überraschend bin ich bei Wolfram Alpha unbekannt ;) Dafür schlägt man mir einen alternativen Suchbegriff vor ("Florian rheinstetten") unter dem ich erfahre, dass es von der Stadt Florian in Kolumbien bis Rheinstetten in Deutschland knapp 9000 Kilometer sind. Die Suche nach meinem Vornamen ist übrigens auch interessant. Hier bekommt man als Resultat jede Menge Statistik - die allerdings nur Daten bis 1941 beinhaltet.Ich wollte noch weitere Tests durchführen - man scheint noch einige nette Dinge tun zu können (aber wohl hauptsächlich nur simple Berechnungen bzw. Positionsbestimmung von Himmelskörpern) aber Wolfram Alpha stürzt gerade bei jeder zweiten Anfrage wegen Überlastung ab (Vielleicht probiere ich es später nochmal).So ganz ausgereift erscheint mir das Ding bis jetzt noch nicht. Und die großen Erwartungen hat Wolfram Alpha auch nicht wirklich erfüllt. Naja - vielleicht wirds ja noch. Wenn ich Punkte vergeben müsste, dann würde Wolfram Alpha im Moment 5 von 10 Punkten bekommen. Zum Beitrag im Blog »Hier könnte auch Ihr Banner stehen: