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Paramedizin

Paramedizinische Verfahren nehmen eine Zwitterstellung zwischen unlauteren Methoden aus der Alternativ-/Komplementärtherapie und den wirksamkeitsbewiesenen Methoden der naturwissenschaftlich orientierten Hochschulmedizin ein. Auf der einen Seite sind sie keinesfalls glaubensbasierte Methoden, weil sie wirksame Komponenten enthalten. Auf der anderen Seite fehlt ihnen im Einzelfall noch der 100%ige Wirksamkeitsnachweis oder der Weg, auf welchem Sie im Organismus wirken, ist nur in groben Zügen bekannt.

Typischerweise handelt es sich um Arzneimittel aus dem Bereich der Pflanzen- oder Tierwelt, wobei zu letzterer auch Fermentationsprodukte oder aus Tieren, Bakterien oder Hefen gewonnene Extrakte zu zählen sind. Hier fällt eine Abgrenzung auch dem Profi ausgesprochen schwer, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie eine Substanz wirken kann.

  • es kann eine Einzelsubstanz in einem Sud sein, der aus einer Pflanze oder einem Tier gewonnen wird,
  • es kann eine Kombination unterschiedlich stark wirksamer Einzelkomponenten sein, die ggf. auch umständlich aufzubereiten und herzustellen ist,
  • die Wirkung mag direkt eintreten, weil die Substanz nach oraler Aufnahme im Organismus eine konkrete Wirkung an einem bestimmten Ort entfaltet,
  • die Wirkung mag indirekt eintreten, weil die Substanz z.B. dazu führt, dass andere Substanzen, die schädlich sein könnten, weniger gut in den Organismus aufgenommen werden oder schneller abgebaut werden.

Zusätzlich bietet sich im Bereich der Paramedizin ein schwer zu überblickendes Feld unterschiedlich bedeutsamer Heilmittel. Diese können

  • harmlos und unwirksam (oder einfach nur teuer) sein,
  • unwirksam, jedoch kurz- oder langfristig gesundheitsschädlich sein,
  • mehr oder minder wirksam, jedoch mit unterschiedlich starken Nebenwirkungen behaftet sein.

Der Bereich der Paramedizin ist der interessanteste und wichtigste Sektor im Zirkus der sog. 'sanften Medizin'. In diesem Bereich kann ein Mittel, das ursprünglich aus einer mystisch angehauchten, esoterisch-religiös erscheinenden Szene stammte, nach akurater Prüfung zu einem sinnvollen und guten Arzneimittel werden. Gute Beispiele hierfür sind der aus der indischen Medikamentenwelt stammende Weihrauch oder die aus dem Arsenal wirksamer Heilmittel der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stammenden natürlichen Statine des fermentierten Reismehls (Hong Qu).

Auf den ersten Blick erscheinen solche Mittel dem Europäer seltsam und er lehnt sie zunächst ab. Diese nur scheinbar fragwürdigen Methoden kristallisieren sich aber zunehmend als preiswerte und ausgesprochen gut verträgliche Arzneizubereitungen heraus. Nicht selten sind sie den europäischen Monosubstanz-Medikamenten ebenbürtig - nur oftmals wesentlich billiger. Solche Zubereitungen finden sich in Europa ausgesprochen selten, da das europäische Arzneimittelrecht Kombinationsprodukte natürlichen Ursprungs dann benachteiligt, wenn sie einem bestimmten, primär zugunsten europäischer Phytopharmaka ausgerichteten, Zulassungsschema nicht entsprechen. Zwar sorgt das europäische Zulassungsrecht für eine bestimmte Güte der Arzneimittelqualität (was Arzneimittelskandale wie jenen des Lipidsenkers Lipobay/Cerivastatin mit mehr als 100 Toten weltweit nicht verhindert hat), aber auf der anderen Seite sorgt dieser gesetzliche Filter dafür, dass moderne therapeutische Methoden aus anderen Ländern der Erde nur geringen Zugang zum stark abgeschottenen EU-Markt finden.

Letztendlich enthält man im Einzelfall preiswerte Therapiealternativen dem Verbraucher vor, um die einheimische Industrie zu schützen. Man hat gesetzgeberisch aber keine Probleme, fragwürdige und für den Anwender gefährliche Phytopharmaka wie Mistelprodukte, Schöllkraut oder Echinacea auf den Weltmarkt exportieren zu lassen.

In Fernost oder in Entwicklungsländern, in denen preiswerte und nebenwirkungsarme Arzneimittel gewünscht sind, gibt es Zulassungsprobleme für vernünftige Alternativen nicht in dieser Form. Hier ist man bei vorhandenem Wirksamkeitsnachweis der Methode oft viel eher als im teilweise reformunwilligen Europa geneigt, interessante Therapiealternativen zum Vorteil des Patienten zuzulassen. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass auch im Ausland - gelegentlich mafiös organisiert und ausgestattet mit hoher krimineller Energie - fragwürdige Mittel oder auch gefälschte Arzneimittel zu Lasten des Patienten in Umlauf gebracht werden. Die Warenströme gelangen auch nach Europa, wobei tradierte Importwege des Commonwealth-Systems (über Großbritannien) oder die modernen Methoden des Internets zur Plazierung der Waren genutzt werden.