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16.08.2009

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Ausland
KFOR-Soldat im Kosovo (Foto: dpa)

NATO-Generalsekretär auf Antrittsbesuch im Kosovo

Generalsekretär Rasmussen auf Antrittsbesuch

NATO-Abzug aus dem Kosovo rückt näher

Der erste Besuch des neuen NATO-Generalsekretärs Rasmussen im Kosovo seit seiner Amtsübernahme wurde vor allem von einem Thema dominiert: dem mittelfristigen Abzug der KFOR-Truppe. Denn dort ist es ruhig. Die 14.000 Soldaten werden in anderen Ländern wie Afghanistan deutlich dringender gebraucht.

Von Michael Götschenberg, MDR-Hörfunkstudio Brüssel

Als NATO-Generalsekretär fliegt man gerne in das Kosovo, denn im Vergleich zu den regelmäßigen Besuchen in Afghanistan ist das die reinste Wohltat. Der Einsatz im Kosovo gilt bei der NATO als Erfolgsstory. Aus der ehemaligen Unruheprovinz ist mittlerweile ein eigener Staat geworden, die Region ist ruhig und stabil.

Zwei Soldaten auf einem Beobachtungspunkt über der Stadt Prizren (Foto: Silvia Stöber) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Lage im Kosovo ist ruhig. Der Abzug auch der deutschen Soldaten rückt näher. ]
Gleichzeitig ist die KFOR-Truppe der NATO aber auch zur Last geworden: Seit zehn Jahren schleppt die Allianz den Einsatz im Kosovo schon mit sich herum. Immer noch sind dort rund 14.000 NATO-Soldaten stationiert. Das bedeutet vor allem eins: die KFOR-Truppe kostet jede Menge Geld.

Abzug in fünf Jahren

Anders Fogh Rasmussen hat an seinem ersten Arbeitstag als NATO-Generalsekretär deshalb eine klare Ansage gemacht: "Beim Kosovo ist das Ziel klar: bis zum Ende meiner Amtszeit haben wir entweder nur noch eine kleine Reaktionstruppe dort oder aber sind ganz raus." Fünf Jahre lang wird Rasmussen voraussichtlich im Amt bleiben. In diesem Zeitraum soll der Abzug also über die Bühne gehen.

Der Kosovo-Einsatz steht in der NATO schon seit einiger Zeit auf dem Prüfstand. Erst im Juni hatten die Verteidigungsminister der NATO-Länder beschlossen, die Truppe im Kosovo um 4000 auf 10.000 Mann zu reduzieren. Dabei ist Deutschland der größte Truppensteller im Kosovo mit immerhin rund 2400 Soldatinnen und Soldaten. Daneben stellen Franzosen, Italiener und Amerikaner das Gros der Truppe. Der Einsatz bindet wertvolle Kräfte, Menschen wie Ausrüstung, die an anderer Stelle durchaus dringender gebraucht werden, zum Beispiel in Afghanistan, wo die internationalen Truppen zunehmend mit dem Rücken an der Wand stehen.

Nichts überstürzen

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Bis zum Ende seiner Amstzeit will Rasmussen den Abzug aus dem Kosovo beenden lassen. ]
Dabei will die NATO auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass sie Hals über Kopf aus dem Kosovo abziehen will. "Wir sollten nichts übereilen, wir sollten nicht ins Stolpern geraten so kurz vor dem Ziel. Aber ich denke, dass die Bedingungen in absehbarer Zukunft da sein werden, die KFOR-Truppe abzuziehen", so NATO-Generalsekretär Rasmussen. Im Vergleich zu einem Einsatz in Afghanistan gilt für die Soldaten eine Stationierung im Kosovo als Spaziergang. In der öffentlichen Wahrnehmung ist der Einsatz schon fast in Vergessenheit geraten - eigentlich eine gute Nachricht.

Stand: 13.08.2009 14:17 Uhr
 

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