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Grafen von Wertheim


Quelle: Aschaffenburger Wappenbuch

ab 1476 Graf von Löwenstein

ab 1611 Erbteilung in

Graf von Löwenstein-Wertheim-Virneburg und           

Graf von Löwenstein-Wertheim-Rochefort

ab 1712 Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort

ab 1803 Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg statt -Rochefort

ab 1803 Graf zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg statt -Virneburg

ab 1812 Fürst von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg


Quelle: Johann Siebmachers Wappenbuch


Quelle: Aschaffenburger Wappenbuch

Weiter Info:
Historische Familienwappen in Franken von Eugen Schöler.

 

Das heutige Haus Löwenstein-Wertheim geht zurück auf Graf Ludwig von Löwenstein (1463-1524), der aus der morganatischen Ehe zwischen dem pfälzischen Kurfürsten Friedrich dem Siegreichen und der Augsburger Bürgertochter Klara Dett hervorging. Als illegitimer Nachkomme kam er für die Erbfolge in der Kurpfalz nicht in Frage, weshalb ihn sein Vater u.a. mit dem pfälzischen Amt Löwenstein ausstattete. Dem Enkel des ersten Löwensteiners, Ludwig III. von Löwenstein (1530-1611), gelang es dank der Heirat einer Erbtochter aus dem Hause der Grafen von Wertheim, die Grafschaft Wertheim am Main zu erwerben. Der von Ludwig erlassene Hausvertrag "statutum gentilicium" sprach allen seinen Söhnen das gleichberechtigte Erbfolgerecht zu. Dadurch war die bald im ganzen Heiligen Römischen Reich berühmte und auch berüchtigte Gemeinschaftsregierung der Grafschaft Wertheim ins Leben gerufen. Aufgrund dieses Hausvertrags sowie einer unterschiedlichen Konfessionspolitik der Söhne Ludwig III. spaltete sich das Adelshaus in zwei Linien: Der katholischen Löwenstein-Wertheim-Rocheforter Linie stand die lutherische Löwenstein-Wertheim-Virneburger Linie gegenüber. Der katholischen Linie gelang es 1712 dank ihrer praktizierten Kaisernähe in den Fürstenstand aufzusteigen. Die Virneburger Linie konnte dies erst 1812 erreichen - allerdings von Bayerns Gnaden. Zwischenzeeitlich waren jedoch u.a. mit Rochefort und Virneburg die Besitzungen verloren gegangen, die bislang namensgebend für die beiden Linien gewesen waren. Um die beiden Linien auch künftig zu unterscheiden, wurde der katholischen Linie der Name Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, der evangelischen Linie Löwenstein-Wertheim-Freudenberg beigegeben. Beide Linien existieren bis heute. Die Rosenberger Linie residiert seit 1720 in ihrem Schloss in Kleinheubach, während die Freudenberger heute in Kreuzwertheim ansässig sind.

Am Vorabend der Französischen Revolution verfügte das Fürstenhaus über Besitzungen am Main, im Odenwald, in Böhmen, in der Pfalz, der Eifel, in den österreichischen Niederlanden und im Elsass. Jedoch waren diese allesamt recht kleinteilig, mit unterschiedlichen Rechtstiteln ausgestattet. Die Löwenstein-Wertheimer waren ein klassisches Beispiel für die sogenannten "mindermächtigen Reichsstände", die nur in Einzelfällen und nur für kurze Zeit eine größere politische Bedeutung erlangten und meist auf die Region beschränkt waren. Im Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurden den Löwenstein-Wertheimern für ihre verlorenen linksrheinischen Gebiete Entschädigungslande vornehmlich am Untermain zugesprochen. Dadurch gelang es ihnen, ihr Staatsgebiet zu verdichten. Doch Zeit zur inneren und äußeren Konsolidierung gab es nicht. 1806 wurde das Haus von den Rheinbundfürsten mediatisiert. Seine Gebiete wurden unter nicht weniger als sechs Staaten aufgeteilt (Großherzogtum Baden, Königreich Württemberg, Königreich Bayern, Großherzogtum Würzburg, Großherzogtum Frankfurt, Großherzogtum Hessen-Darmstadt).

Familiengeschichte der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg



Die hier aufgezeigte Geschichte gibt Auskunft über die Entwicklung und den Aufstieg des Hauses Löwenstein-Wertheim-Rosenberg bis zur Mediatisierung der Grafschaft Wertheim im Jahre 1806.

Friedrich I. Kurfürst von der Pfalz aus dem Hause Wittelsbach *1425, +1476, genannt der Siegreiche, übernimmt nach dem Tode des Kurfürsten Ludwig IV. die Vormundschaft über dessen dreizehn-monatigen Sohn, den späteren Kurfürsten Philipp von der Pfalz. Gleichzeitig wird ihm die Regierungsverwesung übertragen und er erhält die Anerkennung der anderen sechs Kurfürsten als des "heiligen römischen Reiches Erztruchseß und Kurfürst" auf Lebenszeit.

Seinen leiblichen Sohn Ludwig, der am 27.02.1494 in den Reichsgrafenstand erhoben wird, hinterlässt er nach seinem Tode die Grafschaft Löwenstein in Württemberg. Ludwig von Baiern, wie dieser zuerst genannt wird, verstirbt 1524.

Ein Enkel dieses Grafen Ludwig, Ludwig III. *1530, +1611 ererbt infolge seiner Ehe mit Anna, der Erbtochter des Grafen zu Stolberg-Königstein-Wertheim die Grafschaft Wertheim und nimmt bereits 1580 den Namen eines Grafen zu Löwenstein-Wertheim an.

Nach dem Tode des Grafen Ludwig III. erfolgt durch Familienrezeß vom 10.10.1611 eine Besitzaufteilung an die Söhne Graf Christoph Ludwig *1568, +1618 und Graf Johann Dietrich *1584, +1644, die die bis heute bestehenden Linien des Hauses Löwenstein begründen.

Aufgrund des Erbfalls von Virneburg an den Grafen Christoph Ludwig (der mit Elisabeth von Manderscheid-Virneburg verheiratet war) nannte sich diese Linie zunächst Löwenstein-Wertheim-Virneburg. Graf Christoph Ludwig gilt fortan als Stammvater der evangelischen Linie, der späteren Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg.


Löwenstein-Wertheim-Virneburg (vgl. auch dazu die Schenken von Limpurg und die von Virneburg).

Graf Johann Dietrich begründet die katholische oder Rocheforter Linie als Stammvater der heutigen Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg.

Der erste Fürst aus dem Hause Löwenstein ist Maximilian Karl Albrecht Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort *1656, +1718. Die am 3.April 1711 durch Kaiser Joseph I. ausgesprochene Rangerhöhung wurde von dessen Bruder und Nachfolger, Kaiser Karl VI., am 8.Januar 1712 mit dem Fürstendiplom auf die gesamte eheliche Nachkommenschaft erweitert.

Maximilian Karl, der schon früh in kaiserliche Dienste trat, war seit 1684 Wirklicher Reichshofrat und wurde 1699 zum Geheimen Rat der Erblande ernannt. Nachdem Kurfürst Max Emanuel von Bayern 1704 ins Exil gehen mußte, wurde Graf Maximilian Karl von Löwenstein kaiserlicher Administrator in Bayern und übernahm in seiner neuen Fürstenwürde ab 1712 das ehrenvolle Amt des Prinzipalkommissars, die ständige Vertretung des Kaisers im Reichstag.

In den späteren Generationen erfolgten für das hohe Haus entscheidende Gebietserwerbungen, insbesondere in Böhmen die Herrschaft Haid. 1721 kaufte Fürst Dominik Marquard von den Grafen von Erbach den Flecken Kleinheubach und ließ dort von dem französischen Baumeister Louis Remy de la Fosse ein Schloß bauen, den heutigen Sitz der fürstlichen Familie.

1730 kaufte Fürst Dominik Marquard vom Grafen Franz von Hatzfeld die Herrschaft Rosenberg, die seit 1803 im Titel der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg offiziell verankert ist.

Nachdem sich ein wesentlicher Teil der deutschen Reichsfürsten unter dem Protektorat Napoleons vom Reich losgesagt hatten, legte Kaiser Franz II. am 6.August 1806 die Krone nieder. Es kam zu neuen Gebietsaufteilungen, denen sich auch Wertheim nicht entziehen konnte. Fürst Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg verlor 1806 wichtige Herrschaftsrechte, wie Justizhoheit, Besteuerungs- und Münzrecht. Die grundherrlichen Rechte gingen in den Folgejahren verloren.

Der Kampf für die katholische Glaubenslehre und die Verbundenheit mit ihrer Kirche zeichnete alle Fürsten zu Löwenstein aus. Als ein führender katholischer Laie des 19.Jahrhunderts stand Fürst Karl *1834, +1921, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken als Präsident vor. Sein Sohn, der spätere Fürst Aloys, wie auch dessen Sohn, der spätere Fürst Karl übernahm ebenfalls diese hohe Aufgabe. Damit spielten die Fürsten zu Löwenstein im Zentralkomitee und bei den Katholikentagen genau ein Jahrhundert eine herausragende Rolle.

Der heutige Chef des Hauses, Alois Konstantin 9. Fürst zu Löwenstein, ist mit Anastasia Prinzessin von Preussen, einer Ur-Enkelin des letzten deutschen Kaisers verheiratet. Fürst zu Löwenstein ist im Finanzdienstleistungssektor in Frankfurt tätig und verwaltet das Stammvermögen des Hauses. Das Fürstenpaar hat vier Kinder. Der älteste Sohn Carl Friedrich Erbprinz zu Löwenstein ist verheiratet und leitet heute das Familienunternehmen.

Siehe auch von Wittelsbach und Pfalz/Kurpfalz.

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