Horst Mahler: Lesen Sie das Interview von Michel Friedman mit Deutschlands Nazi-Chef

Horst Mahler: Lesen Sie das Interview von Michel Friedman mit Deutschlands Nazi-Chef

So spricht man mit Nazis (2)

Teil 2 des ungek├╝rzten Vanity Fair- Interviews von Autor Michel Friedman mit Deutschlands Chef-Nazi

Einst gründete Horst Mahler die linksradikale RAF mit, heute ist er der Chefideologe der extremen Rechten. Eigentlich wollte Michel Friedman mit ihm über den Deutschen Herbst reden. Doch es kam anders. Das Ergebnis ist ein Dokument der Zeitgeschichte – die Demaskierung eines Staatsfeinds.

Die folgenden Passagen sind eine wortgetreue Wiedergabe des zweiten Teils des kompletten, zweistündigen Gesprächs. Mahler hat darauf verzichtet, den Text vor der Veröffentlichung zu autorisieren. Wir haben darauf verzichtet, ihn sprachlich zu glätten.

Michel Friedman
Wie stehen Sie zur NPD?
Horst Mahler
Das ist eine Partei.
M. F.
Das weiß sogar ich.
H.M.
Eine nationaldemokratische Partei und keine nationalsozialistische Partei. Das bedauere ich sehr. Und ich habe gesagt, was ich von dieser Partei halte: Letzten Endes ist sie Teil dieses Systems…
M. F.
Auch von Juden?
H.M.
... das überwunden werden muss.
M. F.
Die NPD ist auch jüdisch infiltriert?
H.M.
Nein, das ist gar nicht notwendig, sondern man braucht die NPD, um zu zeigen, dass wir eine sogenannte Demokratie, eine freiheitliche Gesellschaft, sind. Sogar die NPD darf sich...
M. F.
Na gut, Sie soll ja ... Sie haben sie ja vertreten in einer Zeit... Da widersprechen Sie sich
H.M.
Wieso?
M. F.
Diese Gesellschaft hat ja versucht, diese NPD aus der Diskussion der Parteien herauszuholen.
H.M.
Nicht die Gesellschaft. Wer ist denn die Gesellschaft? Ganz bestimmte Kreise.
M. F.
Dann die Kreise, Bundesrat, Bundestag, die legitimierten, gewählten Vertreter.
H.M.
Ja, letzten Endes die Juden, ja, klar, denen passt das nicht. Weil letzten Endes brauchen Sie die ...
M. F.
Eben haben Sie aber noch gesagt, die Juden wollen sie haben.
H.M.
Ja.
M. F.
Hallo!
H.M.
Das ist der Widerspruch eben.
M. F.
Ihr Widerspruch, nicht der der Juden.
H.M.
Nein, nein, nein. Ach, wissen Sie, die Hegel’sche Philosophie geht ja von dem Satz aus: Der Widerspruch ist das Zeichen der Wahrheit. Und in diesem Sinne: Die Juden haben natürlich was gegen die NPD, gleichzeitig brauchen sie sie. Und die Juden sind geschickt genug, dieses Spiel so zu spielen ...

Michel Friedman - 01. November 2007, 14:02 Uhr

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