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> FAQ: Entscheidungsfindung bei mehreren Möglichkeiten

Bei anstehenden Entscheidungen in den de.admin-Gruppen entsteht gelegentlich die Situaton, dass man mehrere Optionen hat, die einander gegenseitig ausschliessen. Diese FAQ will aufzeigen, was man in einem solchen Fall alles tun kann, um zu einer Entscheidung zu kommen.

Achtung: die Abschnitte 6 und 7 dieser FAQ sind nicht mehr aktuell, da es kürzlich eine Änderung der Einrichtungsregeln gegeben hat. Neu ist das in Punkt 7c vorgestellte Verfahren dasjenige, das die Einrichtungsregeln vorgeben. Die FAQ wird demnächst entsprechend geändert.

                              FAQ:
                              ====
Entscheidungsfindung bei mehreren einander ausschliessenden Optionen
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1. Worum geht es?
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In den Gruppen der Hierarchie de.admin.news.* werden Fragen über die
Gestaltung des de-Usenets diskutiert, insbesondere die Einrichtung
neuer Gruppen. Dabei kommt es immer wieder zu Abstimmungen.

Solange nur eine Option zur Diskussion steht, ist die Abstimmung
einfach durchzuführen. Die Abstimmungsfrage lautet "Bist Du mit dem
Vorschlag xyz einverstanden?", und dafür kann man mit Ja, Nein oder
Enthaltung stimmen. Wenn der Vorschlag die nötige Mehrheit erreicht
(derzeit: mindestens 60 Ja-Stimmen, doppelt so viele Ja-Stimmen wie
Nein-Stimmen), so gilt er als angenommen.

Problematisch - und davon handelt dieser Text - wird es, wenn mehrere
Varianten zur Diskussion stehen, die einander ausschliessen.
Beispielsweise könnte eine Gruppe in verschiedenen Hierarchien
sinnvoll eingeordnet werden, oder es sind mehrere Namen für eine
Gruppe denkbar.

Dieser Text richtet sich an Proponenten, die sich in einer solchen
Position befinden. Er gibt nicht Auskunft über grundlegende Fragen des
Gruppeneinrichtungsverfahrens, dazu gibt es bereits verschiedene Texte
in de.admin.infos.

Ich verwende als Beispiel im folgenden eine fiktive Gruppe, in der es
um Smalltalk aller Art gehen soll, und bei der als Benennungsvorschlag
de.talk.bla und de.talk.fasel zur Diskussion stehen. Fast alles des
Gesagten gilt aber mutatis mutandis auch, wenn die hierarchische
Einordnung, die Tagline, die Charta, der Moderationsstatus oder der
Name des Moderators nicht klar sind.


2. Übersicht: welche Möglichkeiten gibt es?
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Es gibt im wesentlichen vier Wege, bei einander ausschliessenden
Varianten zu einer Entscheidung zu kommen. Alle haben ihre Vor- und
Nachteile.

- Entscheidung per Akklamation/Konsens in der Diskussion (->3)

- Entscheidung durch Machtwort des Proponenten (->4)

- Entscheidung durch Konsultativabstimmung ("Strawpoll") vor
  der eigentlichen Abstimmung über die Einrichtung (->5)

- Entscheidung durch kombiniertes Voting in der Abstimmung (->6/7)

Selbstverständlich können auch mehrere dieser Wege in einem einzigen
Verfahren vorkommen. So können von sieben Namensvorschlägen in der
Diskussion drei und in einem Strawpoll weitere zwei ausgeschieden
werden, so dass im CfV in einem kombinierten Voting noch zwei
Varianten zur Entscheidung anstehen.


3. Entscheidung per Akklamation/Konsens in der Diskussion
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Nehmen wir an, Du hast die Einrichtung von de.talk.bla in einem
formellen Diskussionsaufruf (RfD) vorgeschlagen. Nehmen wir weiter an,
dass jemand schreibt "de.talk.fasel" wäre aber viel besser. Auch Dir
gefällt der Name nicht schlecht, und viele schreiben, dass sie
ebenfalls de.talk.fasel besser finden würden. Aber niemand verteidigt
de.talk.bla.

In diesem Fall: gratuliere! Du hast kein Problem, da es sich bereits
in der Diskussion in Minne aufgelöst hat. Bringe de.talk.fasel zur
Abstimmung, und alle sind zufrieden.

Der einzige Nachteil dieser Vorgehensweise: sie funktioniert oft
nicht, da der Konsens nicht immer gegeben ist.


4. Entscheidung durch Machtwort des Proponenten
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Der Proponent entscheidet, was zur Abstimmung kommt. Wenn Du also
de.talk.bla im RfD zur Diskussion stellst, ein anderer aber
de.talk.fasel bevorzugt, dann kannst Du auch ganz einfach an Deinem
eigenen Vorschlag festhalten und trotzdem de.talk.bla zur Abstimmung
bringen.

Dieses Vorgehen hat den grossen Vorteil, dass es unschlagbar einfach
ist und das Verfahren nicht verzögert. Trotzdem kann das Vorgehen
nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Immerhin riskierst Du als
Proponent einige Nein-Stimmen von Leuten, die de.talk.fasel für
richtig und de.talk.bla für falsch halten.

Es sind vor allem zwei Dinge, die Du als Proponent benötigst, wenn Du
Alternativvorschläge aus der Diskussion nicht berücksichtigst: gute
Argumente und Takt.

Wenn de.talk.bla wirklich so viel besser ist als de.talk.fasel, dann
kannst Du das sicher auch begründen. Versuche, dabei möglichst
unvoreingenommen zu sein und die Argumente der anderen Seite ernst zu
nehmen. Und bringe Deine Argumente taktvoll vor. Wenn Du diese
Vorschläge beherzigst, wirst Du zwar Protest-Neins nicht völlig
verhindern, aber doch minimieren können.

Das Gesagte gilt übrigens für alle Vorschläge, die in der Diskussion
geäussert werden, auch jenen zu Kurzbeschreibung und Charta.


5. Entscheidung durch Konsultativabstimmung ("Strawpoll")
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Recht häufig ist der Fall, dass einige Diskussionsteilnehmer sich für
de.talk.bla aussprechen, andere für de.talk.fasel, und beide haben
Argumente, die Hand und Fuss haben. In einer Diskussion ist es oft
nicht so leicht festzustellen, wer denn nun in der Mehrheit ist - und
die Gefahr, einfach den lautesten Schreihälsen zu folgen, ist nicht
von der Hand zu weisen.

In solchen Fällen schafft eine Konsultativabstimmung, im Usenet
normalerweise "Strawpoll" genannt, Abhilfe. Ein Strawpoll dient dem
Proponenten als Entscheidungshilfe, ist also nicht verbindlich.
Trotzdem ist es sehr zu empfehlen, einem Strawpollergebnis zu folgen,
wenn man sich nicht Protest einhandeln will. Und warum sollte man
einen Strawpoll durchführen, wenn man nicht bereit ist, das Ergebnis
zu akzeptieren?

Ausnahmen gibt es natürlich immer: wenn das Strawpoll-Result sehr
knapp ist, wird man sich dreimal überlegen müssen, wie man weiter
vorgehen soll. Und wenn der Strawpoll kompliziert ist (ein halbes
Dutzend Optionen, die zum Teil voneinander abhängig sind), dann kann
man auch nicht immer im voraus sagen, was man bei welchem Ergebnis zu
tun gedenkt.

Für einen Strawpoll gibt es keine Formvorschriften. Im Interesse der
Fairness seien aber folgende Punkte empfohlen:

- Der Strawpollaufruf sollte, unter einem neuen Subject, in jenen
  Gruppen erscheinen, in denen auch die übrigen Ankündigungen (RfD,
  CfV) zu diesem Verfahren erschienen sind und erscheinen werden.

- Stimmabgaben zum Strawpoll sollten per E-Mail geschehen, als Frist
  ist eine bis zwei Wochen üblich.

- Zur Kontrolle sollten die abgegebenen Stimmen mit E-Mail-Adresse und
  Realnamen der Abstimmenden im Strawpoll-Result veröffentlicht
  werden.


6. Kombinierte Votings
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Allen bisherigen Vorgehensweisen gemeinsam ist, dass bei der
endgültigen Abstimmung über die Gruppeneinrichtung (also im CfV) nur
ein Vorschlag zur Abstimmung kommt. Wenn alle bisher genannten
Vorgehensweisen aus irgendeinem Grund unbefriedigend scheinen oder zu
keinem Ergebnis führen, so besteht die Möglichkeit, die Frage im CfV
selbst zu entscheiden: durch ein kombiniertes Voting.

Eine Warnung vorweg: kombinierte Votings können hässlich kompliziert
werden. Das sieht man auch, dass sie viel schwieriger zu erklären sind
als die bisherigen Varianten.

Allgemein haben kombinierte Votings den Vorteil, dass die strittige
Frage gemeinsam mit der Einrichtung entschieden wird, und den
Nachteil, dass der Wahlschein leicht unübersichtlich wird. Wenn sich
eine Streitfrage auch ohne kombiniertes Voting lösen lässt, sollte
man auf ein kombiniertes Voting verzichten. Insbesondere ist bei
mehr als zwei Optionen sowie bei komplizierten Abhängigkeiten ein
Strawpoll meist die bessere Lösung.

a) Die Aussage der Einrichtungsregeln über kombinierte Votings
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Die Einrichtungsregeln sprechen in einem eigenen Punkt von
kombinierten Votings:

|Ein CfV kann mehrere Gruppen zur Auswahl anbieten, von denen höchstens
|eine eingerichtet werden soll ("kombiniertes Voting"). Dabei wird über
|die Einrichtung jeder einzelnen Gruppe gemäß den obigen Regeln
|abgestimmt.
|
|In einem weiteren Abstimmungsblock innerhalb desselben CfV findet
|zusätzlich ein Stichentscheid zwischen all diesen Gruppen statt. Falls
|in den Einrichtungsfragen mehr als eine Gruppe angenommen wird, so
|wird davon einzig diejenige eingerichtet, welche im Stichentscheid das
|beste Verhältnis Zustimmung : Ablehnung aufweist.

b) Erläuterung zu kombinierten Votings mit Stichfrage
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Bei kombinierten Votings wird also zuerst für de.talk.bla und de.talk.fasel jeweils unabhängig voneinander gefragt, ob sie eingerichtet werden soll.

Erreicht keine der Gruppen die qualifizierte Mehrheit, so wird keine Gruppe eingerichtet. Erreicht nur eine die qualifizierte Mehrheit, so wird diese eingerichtet.

Erreichen beide Gruppen die qualifizierte Mehrheit, so entscheidet die Stichfrage, die im gleichen CfV abgefragt wird: so können sich alle dazu äussern, welche der beiden Gruppen sie vorziehen, unabhängig davon, ob sie die Gruppeneinrichtung an sich befürworten oder ablehnen. Auch, wer die Gruppeneinrichtung unter beiden Namen (Chartas, Kurzbeschreibungen...) befürwortet oder die Gruppe in jeer vorgeschlagenen Ausprägung ablehnt, hat so die Möglichkeit, noch seine Meinung zu den Gruppenattributen abzugeben.

Leider kann die Abstimmungsauswertungssoftware Usevote nicht mit Ankreuzfragen umgehen. Deswegen wird die Stichfrage praktisch  so gestellt:

<Wahlschein>

[               ] Einrichtung von de.talk.bla
[               ] Einrichtung von de.talk.fasel

Für den Fall, dass beide Gruppen die nötige Mehrheit erreichen, soll
folgende Gruppe eingerichtet werden (nur Ja/Nein, Nein/Ja oder Enthaltung/Enthaltung sind gültig):

[               ] de.talk.bla
[               ] de.talk.fasel

</Wahlschein>



b) Wahlschein für kombinierte Votings
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

<Wahlschein>

[J/N/E]  Einrichtung der Gruppe

[J/N/E]  de.talk.bla (moderiert)
[J/N/E]  de.talk.bla (unmoderiert)
[J/N/E]  de.talk.fasel (moderiert)
[J/N/E]  de.talk.fasel (unmoderiert)

</Wahlschein>

Im Beispiel sind Name und Moderationsstatus umstritten, hinzukommen
kann noch der Name des Moderators als weiteres Kriterium. Bei Annahme
der Einrichtung wird die Option mit dem besten J/N-Verhältnis
umgesetzt. Die Einrichtungsregeln sagen dazu:

  Würden dann nach obigen Regeln die Gruppe angenommen, so gilt einzig
  derjenige Wahlausgang des kombinierten Votings, der das beste
  Verhältnis Ja-Stimmen gegen Nein-Stimmen aufzuweisen hat, als
  angenommen.

c) Schwierigkeiten dieses Verfahrens
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das in den Regeln vorgesehene Verfahren hat den Nachteil, dass Leute, die
der Meinung sind "Einrichtung der Gruppe ja, aber _nur_ wenn sie
de.talk.fasel heisst, _keinesfalls_ aber, wenn sie de.talk.bla heisst"
nicht wissen, wie sie sich zuer ersten Frage - Einrichtung der Gruppe
als solche - äussern sollen.

d) Geeignete Anwendung dieses Verfahrens
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Sozusagen der Standardfall für die Anwendung dieses Verfahrens ist die
Einrichtung einer moderierten Gruppe, wenn mehrere Kandidaturen für die
Moderation vorliegen. Im Prinzip könnte auch hier der Proponent
entscheiden, welche Kandidaten in den CfV aufgenommen werden, aber es ist
üblich und sehr zu empfehlen, alle Kandidaturen aufzunehmen und die
Abstimmung wie oben beschrieben als kombiniertes Voting durchzuführen:

<Wahlschein>

[J/N/E] Einrichtung von de.talk.fasel (moderiert)

[J/N/E] Moderation durch Albert Alleinherrscher
[J/N/E] Moderation durch Tobias Troll, Erwin Elch und Detlef Dau gemeinsam
[J/N/E] Moderation durch Paul Poweruser, Benedikt Backup als Stellvertreter

Bei Annahme der Gruppe gilt diejenige Moderation als gewählt, bei der das
Verhältnis von Ja- zu Nein-Stimmen am besten ist.

</Wahlschein>


7. Weitere Möglichkeiten kombinierter Votings
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Nach dem gegenwärtigen Stand der Regeln bedürfen alle folgenden
Abstimmungsvarianten Sonderregeln, die von der Moderation von
de.admin.news.announce genehmigt werden müssen. Ausserdem ist
anzumerken, dass eine automatisierte Auswertung bei solchen
Wahlscheinen schwieriger bzw. mit der gegenwärtig oft verwendeten
Software UseVote zum Teil unmöglich ist.

a) Einrichtung und Namengebung getrennt abstimmen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Im Falle von de.talk.bla und de.talk.fasel könnte die Abstimmung so
aussehen:

<Wahlschein>

[JA/NEIN/ENTHALTUNG] Einrichtung einer blafasel-Gruppe

Wenn die Gruppe eingerichtet wird, soll sie folgenden Namen haben
(höchstens eine Option ankreuzen):

[ ] de.talk.bla
[ ] de.talk.fasel

</Wahlschein>

Diese Variante ist sehr ähnlich zu dem, was die Einrichtungsregeln
vorsehen (einziger Unterschied: Doppeltes Ja beim Namen ist nicht
möglich). Nachteil dieser Variante ist, dass jemand, der die
Einrichtung unter dem einen Namen befürwortet, unter dem anderen aber
ablehnt, seiner Stimme nicht adäquat Ausdruck verleihen kann. Wie
diese Abstimmungsart regeltechnisch zu beurteilen ist, im Hinblick auf
den Abschnitt "Übertragbarkeit" unter Punkt 7 der Einrichtungsregeln,
ist umstritten. Daher ist diese Variante eines kombinierten Votings im
Normalfall eher nicht zu empfehlen.

b) Die Gruppe unter mehreren Namen zur Abstimmung bringen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Besser ist es meistens, die Gruppe unter mehreren Namen gleichzeitig
zur Abstimmung zu bringen:

<Wahlschein>

[JA/NEIN/ENTHALTUNG] Einrichtung von de.talk.bla
[JA/NEIN/ENTHALTUNG] Einrichtung von de.talk.fasel

</Wahlschein>

Wenn keine oder nur eine der Gruppen die nötige Mehrheit erreicht, ist die
Sache klar.

Die Frage ist aber: was passiert, wenn *beide* Vorschläge die nötige
Mehrheit erreichen? Es soll ja nur eine Gruppe eingerichtet werden.
Standard ist, dass in so einem Fall allein diejenige Gruppe
eingerichtet wird, die das beste Verhältnis von Ja- zu Nein-Stimmen
hat.

Nachteil dieser Art der Auswertung: wer die Gruppe in jedem Fall
einrichten möchte, wird zweimal Ja stimmen und nicht auf die
Namengebung Einfluss haben können, oder er wird ein "taktisches" Nein
oder eine Enthaltung abgeben müssen zu einem Vorschlag, zu dem er in
einem einfachen Voting Ja gesagt hätte. Ebenso kann einer, der die
Gruppe verhindern will, nicht sagen, welche Namengebung er als das
"kleinere Übel" betrachtet.

c) Stichfrage
~~~~~~~~~~~~~

Eine Möglichkeit, die unter 7b genannten Nachteile zu umgehen, ist
eine Stichfrage. Sie ermöglicht es wirklich jedem, seiner Meinung
adäquat Ausdruck zu verleihen.

<Wahlschein>

[JA/NEIN/ENTHALTUNG] Einrichtung von de.talk.bla
[JA/NEIN/ENTHALTUNG] Einrichtung von de.talk.fasel

Für den Fall, dass beide Gruppen die nötige Mehrheit erreichen soll
folgende Gruppe eingerichtet werden (höchstens eine Gruppe ankreuzen):

[ ] de.talk.bla
[ ] de.talk.fasel

</Wahlschein>

Nicht zu empfehlen ist diese Vorgehensweise, wenn mehr als zwei
Optionen zur Auswahl stehen. Dann wird der Wahlschein nämlich schnell
sehr kompliziert. Wenn also noch jemand de.talk.laber vorschlägt,
sollte man lieber einen anderen Weg zur Entscheidung zwischen den drei
Optionen finden als ein kombiniertes Voting mit Stichfrage.

Ausserdem ist zu sagen, dass die Abstimmungsauswertungssoftware UseVote mit
Ankreuzfragen nicht klarkommt.

d) Kaskadierung der Vorschläge
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

In demokratischen Systemen ist es eine bewährte Methode, von mehreren
Vorschlägen den weitergehenden zuerst abzustimmen und den weniger weit
gehenden nur dann zur Abstimmung zu bringen, wenn der weitergehende
abgelehnt wurde. Ähnliches kann im Usenet in einem einzigen CfV
geschehen, allerdings eignen sich nicht alle Fragen dazu, auf diese
Art und Weise entschieden zu werden. Dies deswegen, weil sich oft
nicht eruieren lässt, welcher Vorschlag denn der weitergehende sei.

Trotzdem, der Fall ist vorstellbar. Nehmen wir ein anderes Beispiel.
Jemand möchte de.talk.bla als *moderierte* Gruppe, aber, falls dies
nicht klappt, lieber noch unmoderiert als gar nicht. er wird
folgendermassen abstimmen lassen:

<Wahlschein>

[JA/NEIN/ENTHALTUNG] Einrichtung von de.talk.bla (moderiert)

Falls diese Gruppe nicht angenommen wird, wird folgende
Abstimmungsfrage ausgewertet - wird de.talk.bla (moderiert)
angenommen, ist die folgende Frage bedeutungslos:

[JA/NEIN/ENTHALTUNG] Einrichtung von de.talk.bla (unmoderiert)

</Wahlschein>

Selbstverständlich wäre eine andere Art der Abstimmung denkbar:
Einrichtung unmoderiert und Statusänderung als Abstimmungsfragen. Dies
hätte aber den Nachteil, dass jemand, der de.talk.bla nur moderiert
überhaupt für sinnvoll hält, nicht für die Einrichtung stimmen kann.


8. Schlussbemerkungen
=====================

Die Entscheidung darüber, wie genau vorgegangen wird, liegt bei den
Proponenten bzw. (in Fragen der Regelkonformität von kombinierten
Votings) bei der Moderation von de.admin.news.announce. Je nach
Ausgangslage ist der eine oder andere Weg sinnvoller. Dieser Text kann
und will nicht jede vorstellbare Konstellation abdecken, aber es ist
zu hoffen, dass die hier gemachten Vorschläge dennoch auch in
komplizierteren Fällen sinngemäss Anwendung finden können und auf
diese Art und Weise hilfreich sind.

Diskussion über diesen Text bitte ausschliesslich in
de.admin.news.regeln (Followup-To ist gesetzt).

Ich danke Wolfgang Janssen, Andreas M. Kirchwitz, Wolfgang Kopp
und Olaf Schneider für Hinweise zu früheren Versionen dieses Textes.

Adrian Suter

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© 2000-2006 Adrian Suter bzw. der auf der Seite genannte Autor
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