Einklang von Kunst und Natur

"Preußische Schlösser und Gärten" auf Briefmarken

Sie ist eine der großartigsten Schloss- und Gartenlandschaften in Europa: die vom Schlosspark Sanssouci bis zur Pfaueninsel in Berlin reichende Komposition aus unzähligen Pflanzen, kunstvoll angelegten Grünflächen und zahlreichen historischen Gebäuden. Ein Kulturgut von höchstem Rang. Am 7. Juli 2005 wird diese faszinierende Anlage mit einer attraktiven Blockausgabe gewürdigt.

Dr. Jürgen Becher vor dem Neuen Palais, Sanssouci.

"Der neue Briefmarkenblock ist ein Glücksfall, denn er vermittelt einer breiten Öffentlichkeit hervorragend die Schönheit und Bedeutung unserer Schlösser und Gärten", sagt ein Mann, der es wissen muss: Dr. Jürgen Becher ist Referatsleiter bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Diese kümmert sich um die Pflege und den Erhalt der Schloss- und Gartenlagen der brandenburgisch-preußischen Herrscherfamilie aus dem Hause Hohenzollern. Die Leidenschaft des Wissenschaftlers für seinen Beruf strahlt auch auf sein Hobby ab: Dr. Becher sammelt Briefmarken zum Thema "Preußische Bauwerke und Gärten".

Am 20. September 1983 erschien in der DDR dieser Satz mit vier Briefmarken zu dem Thema "Staatliche Schlösser und Gärten" (MiNr. 2826 bis 2829). Sehen Sie dazu auch die "Steckkarte Schlösser und Gärten".

"In der DDR erschien 1968 ein Satz der Briefmarkenserie ›Bedeutende Bauwerke‹ mit vier berühmten Gebäuden", erzählt Dr. Becher. "Die Marken mit dem Rathaus Wernigerode, der Moritzburg bei Dresden und dem Rathaus in Greifswald zu bekommen, war relativ leicht. Schwierig wurde es jedoch bei der Marke, die das Neue Palais im Park Sanssouci zeigt. Denn dabei handelte es sich um einen Sperrwert." Als Sperrwerte bezeichnet man Briefmarken, die in der DDR in geringerer Auflage als die anderen Werte eines Satzes oder einer Serie herausgegeben wurden. Diese Sperrwerte wurden gegen Devisen häufig an ausländische Sammler verkauft. In der DDR waren sie rar und die Mitgliedschaft im dortigen Sammlerverband eine Möglichkeit, an die begehrten Postwertzeichen heranzukommen.

Die 30-Pfennig-Marke zu Ehren des Neuen Palais erschien 1968 in der DDR als so genannter Sperrwert (MiNr. 1382).

Dr. Becher erinnert sich: "Als Schuljunge habe ich sehnsüchtig in die Briefmarkenalben meines Vaters und meines Onkels geblickt, die als Mitglieder im Sammlerverband natürlich komplette Sammlungen hatten." Und damit auch die Briefmarke "Neues Palais, Sanssouci", die erstmals ein Gebäude der Hohenzollern abbildete. Sanssouci stellt für viele Experten den künstlerischen Höhepunkt der Prunkbauten der Hohenzollern dar. An den Zeitpunkt, als die nächsten vier DDR-Briefmarken zu diesem Thema erschienen, kann sich Dr. Becher ebenfalls noch gut erinnern: "Ausgerechnet Sanssouci, das prächtigste aller Preußen-Schlösser, erschien auf dem niedrigsten Wert zu zehn Pfennig. Und das, obwohl es so wichtig ist. Denn es zeigt, dass die preußischen Könige keineswegs nur Feldherren und Organisatoren der öffentlichen Verwaltung waren, sondern auch Kunstsinn besaßen", sagt Becher. Gleichzeitig kamen zwei weitere Gebäude des Sanssouci-Parks zu Briefmarkenehren: das Chinesische Teehaus und das Schloss Charlottenhof. Doch thematisch blieb das Album mit DDR-Briefmarken preußischer Schlösser dünn. Es erschienen noch eine Marke im Jahr 1986, die das damals als Krankenhaus genutzte Schloss Rheinsberg zeigte (MiNr. 3034), sowie 1990 ein 80 Pfennig-Dauerwert wiederum mit Schloss Sanssouci. Doch kam bereits 1980 eine DDR-Marke heraus, die den Garten des Schlosses Rheinsberg zeigt.

Gartenarchitekt Peter Josef Lenné (1789–1866) auf Berlin MiNr. 850.

Selbstverständlich ergänzte Dr. Becher seine Sammlung mit den passenden Briefmarken der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlins. Dort erschienen zum Beispiel motivgleiche Dauermarken zum "Schloss Pfaueninsel Berlin" und "Schloss Charlottenburg" (Bund MiNr. 1141 und 919, Berlin MiNr. 675 und 539). Als weitere Besonderheit verweist Dr. Becher auf die Automatenmarken. So gab es von 1987 bis 1991 im Bereich der Landespostdirektion Berlin ein Automaten-Postwertzeichen mit dem Schloss Charlottenburg im Markenbild. Und in der Bundesrepublik Deutschland war von 1993 bis 1999 eine Automatenmarke mit dem Motiv Schloss Sanssouci im Einsatz.

Automatenmarken zum Thema – Schloss Charlottenburg (Berlin ATM 1) und Schloss Sanssouci (Bund ATM 2).

Wie es sich für eine thematische Sammlung gehört, beinhaltet Dr. Bechers Album nicht nur Marken mit Außenansichten der preußischen Bauwerke und Gärten. Ebenso enthalten sind zum Beispiel drei Berliner Marken (MiNr. 478 bis 480), die kunstvolles Porzellan zeigen, das zu den Sammlungen der Schlösser gehört. Oder auch das Sonderpostwertzeichen zum 200. Geburtstag des Hof-Gartenarchitekten Peter Josef Lenné, der im 19. Jahrhundert die preußischen Schlösser und Gärten zu einer von Sanssouci bis zur Pfaueninsel in Berlin reichenden Gartenlandschaft vereinigte.

Zwei Millionen Besucher
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg begrüßt jährlich mehr als zwei Millionen Besucher aus aller Welt. Dabei bieten 32 Museumsschlösser lebendige Einblicke in über 400 Jahre Kunst-, Kultur- und Architekturgeschichte in Brandenburg-Preußen. Seit 1990 sind die Schlösser, Gärten und Parks der Potsdamer Parklandschaft von der UNESCO als Welterbe der Menschheit anerkannt.

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
Berlin-Brandenburg,
Postfach 601462,
14414 Potsdam,
Telefon: 0331/96940,
Telefax: 0331/9694103
Internet: www.spsg.de

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