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Der Wagen nach der fertigen Revision im Depothof Hard, August 2001Lisebethli der Limmattal-Strassenbahn
Motorwagen Ce 2/2 2, Baujahr 1900

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Das Buch dazu:


1930 in Schlieren als Linie 20"Lisebethli", seine Geschichte

Ursprungszustand 1900Im Jahre 1900 nahm die Limmattal-Strassenbahn den Betrieb auf den Überlandstrecken Zürich-Dietikon und Schlieren - Weiningen auf. Anfänglich besass die Gesellschaft acht gelb gestrichene Motorwagen und weitere Fahrzeuge, darunter auch solche zur Güter- und Postbeförderung. Im Jahre 1931 übernahm die Stadt Zürich dieses Unternehmen und stellte die Überlandstrecken auf Autobus um. Der Motorwagen 2 gelangte an die Martigny - Châtelard - Bahn im Kanton Wallis, wo er bis September 1974 verblieb. Damals gelang dem Verein Tram-Museum die Rückführung des wertvollen Fahrzeuges nach Zürich.

Das Fahrzeug ist auf den ersten Blick mit dem Wagen 102 annähernd identisch, doch sind wesentliche Einzelheiten von den Ausführungen der Städtischen Strassenbahn abweichend. Bei der Restaurierung legen wir daher grössten Wert auf die Erhaltung dieser LSB-spezifischen Details.


Restaurierungsprojekt

Der Wagen vor Revisionsbeginn.
Gut sichtbar, die diversen alten Anstriche.
Am 10.04.1976 im Depothof Kalkbreite
Vom ersten Aufenthaltsort im Depot Kalkbreite, erfolgte dann am 02.04.1979 der Transport in das Depot Seefeld.

Foto: J. Lüthard

Anfangs 1995 konnten die umfangreichen Restaurierungsarbeiten am Wagen durch die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Vereins Tram-Museum Zürich aufgenommen werden und haben sich erfreulich entwickelt. Neben eigenen Leistungen aus dem Verein führten die VBZ Spezialarbeiten gegen Verrechnung durch und Projekte des Ergänzenden Arbeitsmarktes (Loki-Atelier Winterthur und Werkstatt Holz, Zürich) führten im Auftrage des TMZ gegen Verrechnung anspruchsvolle Detailarbeiten aus. Diese sind nun abgeschlossen und das Untergestell steht seit Juli 1998 vollständig revidiert in der TMZ-Werkstätte. Als nächste Schritte folgten Ende 1998 die Verlegung der Verrrohrung für die Verkabelung sowie die Wiedererrichtung des Wagenkastens. Seine Holzteile sind repariert und so weit nötig neu von der Werkstatt Holz, einem Ausbildungs-Projekt für Jugendliche des Sozialdepartementes der Stadt Zürich, angefertigt. Vorzugsweise kamen Eschenholz und Lärche zur Verwendung. Der Aufbau des Wagenkastens konnte im September 1999 beendigt werden. Als Besonderheit wird der Innenraum maseriert, das heisst ein Anstrich imitiert die Holzmaserung. Die Maserierung ist an der Dachbelattung, vor dem Einbau, bereits ausgeführt worden. Die Dachspriegel sind ebenfalls masieriert und die Dachlaterne aussen, im typischen LSB-gelb gestrichen. Seit Februar 2000 ist der Wagen neu verblecht, wobei der Wiederverwendung der alten, speziellen Abdeckstäbe grosses Augenmerk zukam.

LSB 2 im Depothof Hard, mit neuer Verblechung.

Sämtliche Fensterrahmen sind aufgearbeitet, die Verglasung eingebaut. Die Inneneinrichtung ist fertig gestellt, das Dach nach alter Technik mit Stoff engedeckt. Wenn alles glatt läuft - und die Finanzierung gesichert werden kann - ist im Laufe des Sommers 2001 mit der Jungfernfahrt zu rechnen.

 Die elektrische Ausrüstung machte erfreuliche Fortschritte: Tranktionskabel im Untergestell (Fahrmotoren, Fahrschalter und Widerstände) sind eingezogen. Dachautomaten sowie Widerstände sind fertig revidiert, von den VBZ überprüft und einbaubereit.
An Kleinteilen sind sämtliche Beschläge poliert und zum Vernickeln bereit. Die Stirnlampen und der "Scheinwerfer" auf dem Dach sind ebenfalls revidiert. Für die teilweise fehlenden Innenlampen konnten nach aufwändiger Suche Nachgüsse (in Köpenik bei Berlin) gefertigt werden.

Bis Oktober 1999 sind über 10'350 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden geleistet worden und für externe Arbeiten wurden gegen 200'000 CHF ausgegeben.

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Freud und Leid...
... liegen nahe beieinander

Die Einweihungsfeier des «Lisebethlis» war ein schöner, gelungener Anlass, doch einen Wermutstropfen gab es: Am Samstagabend wurde unsere alte Dame «fusskrank». Die in der Samstagnacht durchgeführte Inspektion liess es ratsam erscheinen, den Wagen am Sonntag nicht auf der Strecke einzusetzen, so konnte er dafür im Depot Wartau in aller Ruhe bestaunt und begutachtet werden.

Um es kurz zu machen: Ein Gleitlager eines Fahrmotors hatte einen Schaden (Heissläufer) erlitten, vermutlich drehte sich die Lagerschale im Sitz und unterbrach dadurch die Schmierung. Mittlerweile sind Lager und Rotor ausgebaut. und nach dem Neuausguss des Lagers dürfte die alte Dame dann wieder fit sein.


Technische Daten LSB Ce 2/2 2

Baujahr 1900
Hersteller mech. Teil SWS
Hersteller el. Teil MFO
Länge in Meter  
Achsstand in Meter 2.80
Leergewicht in Tonnen 11
Leistung in PS / kW (bei 600 V) 2 x 45 / 33
Motortyp TM 11
Sitz- / Stehplätze 18 / 20
Ausrangierung 1931 (MC: 1974)
An Tram-Museum 1974
Restaurierung TMZ 1995 - 2001
Zeitaufwand TMZ in Stunden 13'000

Ursprungszustand mit Trolleybügel und Radstand von 1.66 m!

Wagen im Depot Hard, in unserer Werkstatt. Zustand Mai 2001

Fotos: J. Lüthard


LSB vor Kastenbanahme An den Einweihungsfeierlichkeiten vom 18. & 19. August 2001 zeigte sich im Dauerbetrieb an einem Motorenlager eine Unschönheit.
Um die Sache perfekt zu erledigen, entschlossen wir uns die Motoren nochmals auszubauen. Durch das vorhandene System ist es am einfachsten das ganze Untergestell unter dem Wagen hervor zunehmen und danach die Reparatur vorzunehmen.
Die Reparatur war relativ einfach und wurde im Dezember 2001 erledigt.

Der Wagen wäre so wie so nach der Einweihung nochmals in die Werkstätte gekommen, da es noch einige Details zu erledigen gab.

LSB nach Kastenabnahme Am Samstag den 3. November 2001 wurde das Untergestell innerhalb dreier Stunden unter dem Wagen hervor genommen.

Nebenbei, an 28. November 2001 wurde das reparierte Untergestell bereits erneut untergesetzt.

LSB auf Hilfsrolli Danach wurde der Wagenkasten auf auf Rollwagen gestellt.
LSB Untergestell auf Materialwagen 1987 Schön zu erkennen, der längere Achsstand des LSB Untergestells, gegenüber dem des Materialwagens X2 1987.
Untergestell vor LSB Links:
Das Untergestell vor dem Wagenkasten.

Rechts:
Einer unserer Elektriker, Viktor Binkert, unter dem Wagenkasten beim versorgen der Motorenkabel.
Die Qualität der Revisionsarbeit kann sich auch unter dem Wagen zeigen lassen.

Fotos: B. Vogel

V. Binkert unter LSB

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Letzte Änderungen: 12.10.03


Skizze Tramzug

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