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Ausland
Olympische Spiele in Peking
Internet-Zensur: Verwirrung um IOC-Aussagen
Rogge weist Vorwürfe zur Internet-Zensur zurück

"Es hat absolut keinen Deal gegeben"

Pressezentrum in Peking (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Im Pressezentrum der Olympischen Spiele sind weiterhin einige Internetseiten nicht zugänglich. ]
Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, hat Vermutungen zurückgewiesen, dass es zwischen dem IOC und den chinesischen Olympia-Veranstaltern Vereinbarungen über einen beschränkten Zugang zum Internet gegeben habe. "Es hat absolut keinen Deal gegeben, keine Vereinbarung mit den Chinesen", sagte der Belgier am Rande der Sitzung der IOC-Exekutive in der chinesischen Hauptstadt.

Bach von Zensur "überrascht"

Thomas Bach (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Thomas Bach zeigte sich von der Internetzensur überrascht. ]
Auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, sagte, er wusste nicht, dass chinakritische Internetseiten oder Portale von Menschenrechtsgruppen wie in China üblich auch für die 25.000 Olympia-Journalisten gesperrt sein werden. "Für mich war es überraschend - und für den Präsidenten auch", sagte Bach unter Hinweis auf Rogge. Der IOC-Präsident habe in der Sitzung der Exekutive in Peking gesagt, es habe keine Vereinbarung mit BOCOG über die Zensur gegeben. "Und ich glaube ihm", so der IOC-Vizepräsident.

Verwirrung um Vereinbarungen

Rogge und Bach bezogen sich mit ihren Statements auf Äußerungen von Kevan Gosper. Der Vorsitzende der IOC-Pressekommission hatte nach Bekanntwerden der Internet-Zensur ein mögliches Abkommen des IOC mit China über eine Internetzensur während der Sommerspiele in Peking scharf kritisiert. Er fühle sich gedemütigt und bloßgestellt, nachdem er zwei Jahre lang der Welt erzählt habe, dass China sein Versprechen halte und einen freien Zugang zum Internet gewähre, sagte der Australier, wie australische Medien berichteten. Er gehe davon aus, dass China und Olympia-Funktionäre "eine Vereinbarung"getroffen hätten, die eine Internet-Zensur auch für ausländische Journalisten in Peking erlaube.

"China hat nie vollständigen Zugang garantiert"

IOC-Spitzenfunktionär Hein Verbruggen erklärte unterdessen, dass China niemals das Versprechen gegeben habe, den Journalisten freien Internetzugang bei den Olympischen Spielen in Peking zu geben. Der Chef der IOC-Koordinierungskommission bestätigte dem olympischen Briefdienst "Sport Intern", China habe nie "vollständig freien Internetzugang", sondern nur "ausreichenden" Zugang garantiert.

Auch IOC-Kommunikationschefin Giselle Davies gestand vor Journalisten ein, dass China entgegen den Mitteilungen ihrer Organisation keinen kompletten Zugang zum Internet zugesagt hat. "Wir hätten natürlich gern einen totalen und freien Zugang", sagte Davies. "Was aber China versprochen hat, sind alle Möglichkeiten für die Medien, ihre Arbeit zu machen, ihre Reportagen, sie zu schicken und sie zu verbreiten." Die Kommunikationschefin versuchte damit einen Unterschied zu machen zwischen einem vollständig ungehinderten Zugang und einem Zugang, der sich auf die konkreten Arbeitsnotwendigkeiten beziehe.

Weiterhin viele Seiten gesperrt

Erst nach einem Krisengipfel zwischen Verbruggen, Olympia-Direktor Gilbert Felli und dem Organisationskomitee BOCOG sowie nach Protesten von Journalisten, Menschenrechtsorganisationen und Funktionären lockerten die chinesischen Gastgeber die Blockade ins World Wide Web. Zahlreiche chinakritische Seiten bleiben allerdings weiter gesperrt.

Stand: 02.08.2008 16:24 Uhr

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