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Alexander Ulfig: "Feminismus und Ideologie"

von Ferdinand Knauß, 06. Mai 2009, 17:59

Der Philosoph und Publizist Alexander Ulfig ist an mich herangetreten mit der Bitte, seinen Essay "Qualifikation statt Gleichstellung. Schritte zu einer gerechteren Praxis der Stellenvergabe" hier zu veröffentlichen. Die sechs Kapitel werden von heute an in einer täglichen kleinen Serie erscheinen. Ich hoffe auf angeregte und sachliche Diskussionen. Heute also der erste Teil "Feminismus und Ideologie". Alexander Ulfig hat das Wort:

1. Feminismus und Ideologie

Moderne Ideologien haben aus dem Scheitern älterer Ideologien, wie z.B. des Kommunismus und des Nationalismus, gelernt. Ihre Strategien und Vorgehensweisen sind sehr subtil und raffiniert geworden. Sie haben Mechanismen entwickelt, die es ihnen ermöglichen, ohne physische Repression ihre Ziele konsequent und ohne Widerrede durchzusetzen. Trotzdem haben moderne Ideologien wie der Feminismus mit älteren Ideologien noch vieles gemeinsam.
Zunächst ist hier die Dichotomisierung der Gesellschaft zu nennen. Im Nationalismus herrscht die Dichotomie zwischen den Angehörigen der eigenen Nation und den Angehörigen anderer Nationen (z.B. zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen), im Kommunismus die zwischen  Proletariern und Bourgeois, im Rassismus die zwischen Weißen und Schwarzen. Im Feminismus ist die grundlegende Dichotomie die zwischen Frauen und Männern. Das Geschlecht avanciert somit zur wichtigsten sozialen Kategorie.
In jeder Ideologie wird des Weiteren eine gesellschaftliche Gruppe gegenüber der anderen als überlegen betrachtet: im deutschen Nationalismus die Deutschen gegenüber Nicht-Deutschen, im Kommunismus die Proletarier gegenüber Bourgeois, im Rassismus Weiße gegenüber Schwarzen, im Feminismus Frauen gegenüber Männern. Frauen werden als weniger aggressiv und gewalttätig, einfühlsamer, fürsorglicher, ferner flexibler und kommunikativer als Männer dargestellt. Sie sind Männern moralisch überlegen. Die alte Dichotomie von Gut  (Frau) und Böse (Mann) kommt hier deutlich zum Ausdruck. Eine von Frauen bestimmte Welt wäre friedlicher und humaner. Gestützt werden solche Idealisierungen durch pseudowissenschaftliche Rhetorik. 
Eine Folge dieses Überlegenheitswahns ist die Zentrierung der öffentlichen Aufmerksamkeit auf die überlegene Gruppe. Frauen, ihren Bedürfnissen, Wünschen, Interessen, Zielen usw., wird in allen Bereichen der Gesellschaft und des Lebens besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Oft hat man den Eindruck, als ob die Gesellschaft nur aus Frauen bestünde. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Mainstream-Medien. Sie sind zu einem Instrument der feministischen Ideologie und der mit ihr einhergehenden Politik geworden. Immer mehr Sendungen funktionieren nach dem Muster „von Frauen - über Frauen – für Frauen“. Dabei werden Frauen als  Frauen von allem Schlechten, Negativen und Bösen freigesprochen. 
Der Feminismus ist mit seinen Themen und Forderungen in alle Bereiche des Lebens, in Politik, Recht, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Sprache, Kunst usw., eingedrungen. Dies macht seinen totalitären Charakter aus. Man kann nicht über Philosophie, Wissenschaft, Kunst usw. sprechen, ohne dass dabei gefordert wird, auf die Anzahl oder die Rolle von Frauen zu achten. Mit anderen Worten: Es ist nicht mehr möglich, über Philosophie als solche, Wissenschaft als solche und Kunst als solche zu sprechen. In der Ausstellung Impressionistinnen, die von 22. Februar bis 1. Juni. 2008 in Frankfurt am Main stattfand, ging es nicht um die Merkmale und Qualitäten der dort ausgestellten Kunstwerke, sondern alleine darum, dass sie von Frauen erschaffen wurden.
Der Anspruch des Feminismus zielt auf die Gestaltung des ganzen Lebens, d.h. nicht nur des öffentlichen, sondern auch des privaten. Der Feminismus hat einen starken Einfluss auf  private Beziehungen zwischen Männern und Frauen und sogar auf die frühesten Interaktionen zwischen Jungen und Mädchen. Er mischt sich in die intimsten sexuellen und emotionalen Angelegenheiten von Männern und Frauen ein (sexual politics). Somit verändert er grundlegend ihr Selbstverständnis, ihre Identität.
Mit den meisten Ideologien ist ein Heilversprechen verbunden. Der Feminismus verspricht seinen Anhängerinnen die Befreiung von traditionellen Geschlechterrollen, von dem Unterdrücker Mann bzw. von dem Unterdrückungsmechanismus des Patriarchats, eigentlich die Befreiung von allem, was Frauen behindert. Zu dem Heilversprechen gehört die Schaffung von unbegrenzten Entfaltungs- und Selbstverwirklichungsmöglichkeiten für Frauen sowie einer besseren femininen Welt („die Zukunft gehört den Frauen“, „Planet der Frauen“). Menschen haben sich immer schon von Heilversprechen magisch angezogen gefühlt. Sie projizieren in sie ihre intimsten Wünsche und Hoffnungen.  
Charakteristisch für den Diskurs der Ideologien und somit auch für den Diskurs des Feminismus sind unzulässige Verallgemeinerungen, die jeglicher empirischer Evidenz widersprechen. Feministische Ideologinnen sprechen von den Männern oder dem Mann als Gattungsbegriff. Sie sagen z.B. nicht: „Einige Männer sind gewalttätig“, was der Wahrheit entspräche, denn diese Aussage hätte nicht die erhoffte ideologische Wirkung. Man könnte mit ihr keine Politik machen. Statt dessen sagen sie: „Männer sind gewalttätig“, was impliziert, dass alle Männer im Prinzip, oder in ihrem Wesen oder von Natur aus gewalttätig sind.
Um politische Ziele zu erreichen, werden Frauen und Männer zu bestimmten Rollen stilisiert. Frauen sind Opfer, Männer sind Täter. Auch hier wird eine unzulässige Generalisierung vorgenommen:  Alle Frauen sind als Frauen Opfer, Männer als Männer Täter. Dass es auch männliche Opfer gibt, dass eigentlich alle Menschen Produkte und somit auch Opfer der Sozialisation und der gesellschaftlichen Entwicklung sind, bleibt mit Absicht unerwähnt. Nur Frauen sind Opfer der Gesellschaft, nur sie sollen dafür Kompensationen erhalten. Anders formuliert: Die Stilisierung von Frauen als ewige Opfer hat die Funktion, politische Forderungen zu stellen. Die Opfer müssen eine Wiedergutmachung erfahren, und zwar u. a. durch die Vergabe von relevanten, interessanten und gut bezahlten Stellen. Mit dieser Strategie wird seit vier Jahrzehnten Politik gemacht, und zwar die erfolgreichste Politik der neueren Geschichte. Auch die oben erwähnten Bemühungen, Frauen als überlegen zu zeigen, und die permanente mediale Diskreditierung von Männern dienen dieser Strategie.
Ideologien sind mehr als rein intellektuelle Systeme. Sie trachten danach, ihre Ideen in die politische Praxis umzusetzen. Ihr Ziel ist es, politische Macht, genauer: Kontrolle über politische Ressourcen, z.B.  staatliche Institutionen und politische Entscheidungen, zu erlangen. Ideologien streben danach, Institutionen zu etablieren, die ihren Machtbereich erweitern und sichern.

Der 2. Teil "Die Gleichstellungspolitik als der institutionalisierte Feminismus" erscheint morgen.





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Kommentare

  1. Eike Scholz Bitte ein paar Quellen Angeben!
    06.05.2009 | 18:47

    Ich möchte ich doch bitten Quellen anzugeben.
    Das bin ich von Philosophen eigentlich auch so gewohnt. Das ist nicht nur gute Praxis, sondern hat im Internet auch den Vorteil das Themenkomplexe in den Suchmaschinen schneller auftauchen, wenn die Quellen mit Links versehen sind.

    Dass heißt nicht, dass ich mit dem Gesagten nicht einverstanden bin, außer dass das gesagte nicht auf jede Strömung des Feminismus zutrifft.
    Der Begriff "Feminismus" sollte eingegrenzt werden.
    Denn greift man den "Feminismus" an, fühlen sich alle Feministinnen angesprochen und aufeinmal stehen Menschen seite an seite mit z.B. Radikalfeministinen, deren Positionen sie nicht mal kennen, aber die sie blind unterstützen, weil sie ja schließlich auch Feministinnen sind.
    Das könnte man vielleicht in einem eigenen Abschnitt ausarbeiten. Leider Funktioniert der Feminismus wie viele andere Ideologien/Religionen auch. Das vorhanden sein vernünftiger Anhänger gibt radikalen Anhängern die Möglichkeit politisch zu operieren, ohne dass man diese direkt kritisieren kann, weil die Kritik dann auf die vernünftigen Vertreter bezogen wird und anschließend als unzutreffend Abgelehnt wird.

    beste Grüße,
    Eike

  2. Roslin Ich stimme Alexander Ulfig völlig zu.
    06.05.2009 | 19:26

    Für viel zu viele naive Männer und Frauen ist Feminismus nur eine irgendwie menschenfreundliche Bewegung, die etwas "für Frauen" tut.
    Dass dahinter eine Ideologie (keine einheitliche, sehr hilfreich, wenn man sich gegen Kritik immunisieren will) steckt, die sich auf Glaubensüberzeugungen mehr denn auf Empirie stützt, die implizit oder explizit die Welt in Gut(Frau = Opfer, kompensationsberechtigt) und Böse (Mann = Täter, kollektivschuldbelastet, kompensationspflichtig) einteilt, wird dabei übersehen.
    Sehr lesenswert dieser Essay von Prof. Bock (Mainz) über Gender Mainstreaming, den jüngsten Etikettenschwindel der feministisch inspirierten "Geschlechterpolitik", die in Wahrheit ausschließlich Frauenförderpolitik ist.
    http://www.gender.hu-berlin.de/w/files/sozak/prof.m.bock.pdf

  3. Joachim Verschwörungstheorie
    07.05.2009 | 09:58

    Alexander Ulfig zeichnet hier eine typische Verschwörungstheorie. Der Feminismus, nicht näher durch handelnde Personen spezifiziert, sei ein gewaltiger Machtapparat, der unsere Gesellschaft bereits durchdrungen hat und (fast) alles kontrolliert.

    Komisch nur, dass es trotz dieser gewaltigen Verschwörung des Feminismus immer noch Männer auf Führungspositionen gibt.

    Dass es keine Quellen gibt, ist in solchen Texten Prinzip. Denn DEN Feminismus gibt es ja gar nicht. Es gibt nur Feministinnen. Würde man einzelne Artikel von Feministinnen als Quellen angeben, so würde das hier konstruierte Schreckgespenst in sich zusammenfallen. Es käme an Licht dass hinter den feministischen Thesen eben doch nur Menschen stehen und kein unüberwindlicher Machtapparat.

  4. Mona @Joachim
    07.05.2009 | 10:32

    Freut mich zu lesen, dass es doch noch Leute gibt die Ihr Gehirn einschalten und sich nicht von dubiosen Verschwörungstheorien ins Bockshorn jagen lassen.

  5. Peter Bosshard Verschwörungstheorie@Joachim
    07.05.2009 | 10:59

    Joachim schrieb : "Komisch nur, dass es trotz dieser gewaltigen Verschwörung des Feminismus immer noch Männer auf Führungspositionen gibt."

    Joachim, der Feminismus ist eine Ideologie, eine Anschauung, die auch von Männern vertreten wird. Häufig sind es sogar Männer, welche die vulgärsten Varianten des Feminismus vertreten.
    Ihren etwas seltsam anmutende Bemerkung, dass es doch noch Männer auf Führungspositionen gäbe, und deshalb nirgendwo ein Problem auszumachen sei, zeugt von wenig Nachdenklichkeit. Niemand behauptet, was Sie hier mit trivialen Feststellungen widerlegen, dass nämlich der Radikalfeminismus sämtliche Ziele erreicht habe.

    Verschwörungstheorie ? Das ist immer wieder eine bequeme Art und Weise, denkfaul recht behalten zu wollen. Einfach lächerlich machen, anstatt sachliche zu argumentieren.

    Ebenso wenig erstaunlich ist, dass Sie für ihre doch recht dürftigen, substanzlosen Ausführungen sogleich Lob von weiblich - feministischer Seite erhalten. Freut Sie das ?

    Ach, wenn doch nur jeder Mann die Frauen so verstünde wie der edle Ritter Joachim ! Wo immer eine holde Jungfrau "zu hülf" haucht, da kommt er angaloppiert. :)*

    * Ein wenig Sarkasmus - als Erwiderung auf einen unsachlichen Beitrag, der lediglich versucht, den Verfasser des Diskussionsbeitrags lächerlich zu machen.

  6. Ferdinand Knauß zum Vorwurf der "Verschwörungstheorie"
    07.05.2009 | 11:16

    vorweg: Ich schreibe in diesem Fall als neutraler Leser.

    Der Begriff "Verschwörungstheorie" eignet sich gut als Totschlagargument, das kaum diskursiv zu entkräften ist. Jeder politischen Ideologie, die nach Macht strebt, haftet natürlich etwas verschwörerisches an. Nationalisten, Kommunisten und andere bewegungen waren auch "Verschwörungen", bevor sie an die Macht kamen. Der Begriff aber ist durch Trivialliteratur und anderes ins Abstruse abgerutscht.
    Man kann jedem, der versucht, das Machtstreben politischer Überzeugungen zu durchschauen, vorwerfen, er sei ein Verschwörungstheoretiker. Damit gewinnt man meines Erachtens aber keine Erkenntnis.

  7. Joachim @Peter Bosshard
    07.05.2009 | 11:21

    "Ein wenig Sarkasmus - als Erwiderung auf einen unsachlichen Beitrag, der lediglich versucht, den Verfasser des Diskussionsbeitrags lächerlich zu machen."

    Unsinn, ich kenne den Verfasser gar nicht und ich behaupte auch nichts über ihn persönlich. Ich kritisiere nur seinen Text. Dieser weist einfach alle Merkmale einer Veschwörungstheorie auf. Und er hat den Makel, keine konkreten Texte, Autoren oder Quellen zu nennen, sondern nur von DEM Feminismus zu schreiben, als ob das eine Institution wäre.

    Sie werfen mir zu wenig Nachdenklichkeit vor. Ich sehe hingegen nicht, wo eine übertriebene Übergeneralisierung, wie sie in diesem Text praktiziert wird, von Nachdenklichkeit zeugt.
    Der Text ist im ganzen trivial, mit Wissenschaftlichkeit hat er nichts zu tun. Wie können Sie da von mir einen nicht trivialen Kommentar erwarten?

  8. Peter Bosshard DEN Feminismus gibt es nicht
    07.05.2009 | 11:28

    @Joachim
    DEN Feminismus gibt es nicht. Noch so eine triviale Allerweltsfeststellung. DEN Nationalsozialismus gibt es nicht ! Es gibt nur Nationalsozialisten ! Und ?

    Jede Kategorisierung ist verallgemeinernd, zusammenfassend. Trotzdem ist es möglich, politische Strömungen treffend zu charakterisieren, auch wenn sich mit Sicherheit Individuen der angesprochenen Gruppe ausfindig machen lassen, die nicht dem gezeichneten Bild ensprechen.

    Welche unterschiedlichen Feminismen es gibt, und in welcher Weise sie sich (grundsätzlich) von der Charakterisierung von Hernn Ulfig unterscheiden, diese Antwort bleibst du schuldig.

    Ebenso ignorierst du, Joachim, dass auf der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 beschlossen wurde, Gender Mainstreaming durch die Strategie der "Top Down - Implementierung" auf "allen gesellschaftlichen Ebenen" wirksam werden zu lassen, als sogenannte "gesellschaftliche Querschnittsaufgabe", die alle Lebensbereiche gestalten soll.

    Eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe, die auf allen gesellschaftlichen Ebenen wirksam werden soll und "top - down implementiert" wird ? Für mich klingt das ziemlich totalitär und antidemokratisch.

    @Eike Scholz
    Was soll der Ruf nach Quellenangaben ? Muss man, um eine Meinung zu vertreten, sich notwendigerweise auf Andere beziehen ? Seltsam substanzlose Einwände werden hier vorgebracht !

  9. Mona @Peter Bossard
    07.05.2009 | 11:32

    Eines möchte ich hier mal klarstellen, ich bin keine Anhängerin irgendeiner feministischen oder einer sonstwie gearteten Ideologie, auch wenn man ständig versucht mich hier in eine Schublade zu stecken. Man (frau) wird doch wohl noch eine eigene Meinung haben dürfen.

    Leider vermisse ich auch von Ihrer Seite vernünftige Argumente. Sich über 2Ritter Joachim" lustig zu machen, bloß weil er nicht Ihrer Meinung ist, verfängt nicht.
    Erklären Sie uns doch bitte einmal welche, wenn nicht "sämtlichen Ziele" der Radikalfeminismus Ihrer Meinung nach erreicht hat. Und warum sie sich deswegen jetzt unterdrückt fühlen.

  10. Joachim @Ferdinand Knauß
    07.05.2009 | 11:33

    "Man kann jedem, der versucht, das Machtstreben politischer Überzeugungen zu durchschauen, vorwerfen, er sei ein Verschwörungstheoretiker. Damit gewinnt man meines Erachtens aber keine Erkenntnis."

    Nochmal: Den Autor kenne ich nicht, ich werfe ihm nur vor, dass sein Text Merkmale einer Verschwörungstheorie aufweist.

    Erkenntnis erlangt man durch Analyse konkreter Fragestellungen. In diesem Fall also nur, indem man sich mit den Zielen einzelner oder Gruppen von Feministinnen kritisch auseinandersetzt. Nicht indem man ein Schreckgespenst Feminismus malt ohne irgendwas zu belegen.

    Mein Kommentar war eine Antwort auf den Blogbeitrag, nicht der Versuch es besser zu machen. Dazu bräuchte ich etwas mehr Zeit.

  11. Adorján Kovács Erst mal die weiteren Teile abwarten
    07.05.2009 | 11:37

    Der Text "Qualifikation statt Gleichstellung" von A. Ulfig (und es ist ja erst der erste Teil hier zugänglich) ist ausserordentlich stringent, wie man sehen wird. Dass er mit einem Paukenschlag beginnt, ist verständlich, muss aber nicht heissen, dass hier populistisch "Verschwörungstheorien" geschmiedet werden. Letztlich wird jeder und jede, der oder die Zeitung liest, den öffentlichen Diskurs verfolgt oder sonst mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht, zugeben, dass Ulfig recht hat z. B. mit seiner Feststellung, man könne "nicht über Philosophie, Wissenschaft, Kunst usw. sprechen, ohne dass dabei gefordert wird, auf die Anzahl oder die Rolle von Frauen zu achten. Mit anderen Worten: Es ist nicht mehr möglich, über Philosophie als solche, Wissenschaft als solche und Kunst als solche zu sprechen." Es geht einfach darum, wie in einer Gesellschaft bestimmte Autoritäten erst Definitionsmacht und dann tatsächliche institutionelle Macht erlangen - ich empfehle hier die Lektüre von R. Münchs Buch "Globale Eliten, lokale Autoritäten", in dem diese Prozesse für Schule und Hochschule gezeigt werden. Dass der Feminismus eine solche gesellschaftliche Macht erlangt hat, wie Ulfig noch ausführlich an konkreten Beispielen zeigen wird, ist wohl nicht zu bezweifeln.

  12. Roslin kein Betreff
    07.05.2009 | 13:23

    @Adorjan Kovács
    >Dass der Feminismus eine solche gesellschaftliche Macht erlangt hat, wie Ulfig noch ausführlich an konkreten Beispielen zeigen wird, ist wohl nicht zu bezweifeln.<

    Ja, das ist nur allzu offensichtlich.
    Aber die VertreterInnen einer Ideologie, die per definitionem Männer, da wir ja in patriarchalen Verhältnissen leben, wie sie glauben, für nicht diskriminierungsopferfähig hält, dazu zu bewegen, die Macht dieser Ideologie einzuräumen, oder überhaupt nur zu erkennen, ist wohl verlorene Liebesmüh.
    Die ideologische Verblendung lässt eine unvoreingenommene Sicht auf die Realität nicht zu.
    Schließlich können Frauen nur Opfer sein. Jede Geschichtsmächtigkeit von ihrer Seite im "Patriarchat" wird verleugnet, weibliches Handeln immer nur als Reaktion auf männliche Aktion gedeutet usw.
    Etwas Anderes zu vermuten, darüber nachzudenken, inwieweit Frauen sehr aktiv ein Interesse haben/gehabt haben könnten an "patriarchalen" Zuständen gefährdete ja den Opferstatus der Frau, ihren Kompensationsanspruch, den sie nur als "unschuldiges" Opfer glaubwürdig vorbringen kann, nicht aber als mitverantwortliche "Mittäterin".
    Frauenansprüche formen aber Männer, beeinflussen männliches Handeln, genauso wie männliche Ansprüche, männliche Erwartungen weibliches Handeln formen und das nicht erst seit heute oder kurzem.
    Mütter prägen Söhne, nicht nur Väter, weibliches Begehren formt ein Männerideal, nicht nur männliches Begehren ein Frauenideal.
    Frauen sind nicht die unschuldigen Opfer des Patriarchates,nicht die generell Unterdrückten,
    Männer nicht seine allein schuldigen Täter, nicht die generellen Unterdrücker, die heute als kollektiv Schuldige kompensationsverpflichtet werden könnten.

  13. Peter Bosshard Die Ziele des Feminismus
    07.05.2009 | 13:26

    Der Feminismus und sein Wirken :

    „Europäisches Parlament unterstützt neue Antidiskriminierungsrichtlinie

    Die neue Antidiskriminierungsrichtlinie erweitert die bestehenden Diskriminierungsverbote auf Bereiche außerhalb des Arbeitsmarktes wie etwa auf den Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, Sozialschutz und Bildung. Das Europäische Parlament sprach sich mit großer Mehrheit für die neue Richtlinie aus.

    Liegt ein legitimes Ziel vor, können Ungleichbehandlungen unter Umständen objektiv und ausreichend gerechtfertigt sein. Die erforderlichen Mittel zur Zielerreichung haben dabei angemessen zu sein, erläuterte das Parlament.“
    Mehr unter http://journal.juridicum.at/?c=143&a=2086

    Ungleichbehandlung ist also legitim. Aus dem Text ist nicht ersichtlich, dass sich die angestrebte Diskriminierung gegen Männer richtet. Die Rechtspraxis aber zeigt, dass die geschlechtsneutrale Formulierung nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die manchmal auch "positive Diskriminierung" genannte Benachteiligung sich in der Praxis fast ausschliesslich gegen Männer richten soll.

    Die mittlerweile etablierte feministische Geschichtsdeutung bezüglich des Geschlechterverhältnisses besagt ja, dass seit Jahrtausenden stets die Frauen benachteiligt wurden, während die Männer die Profiteure der androzentrischen Weltordnung gewesen seien und noch immer sind. Die frau wird so gewissermassen als eine soziale Klasse, eine sozial benachteiligte Klasse gedeutet, der Kompensation für ihre Benachteiligungen zusteht.

    Benachteiligungen der Frauen gibt es aber keine, welche gesetzlich verankert wären. Benachteiligungen von Männern aber schon. Es sei hier nur die militärische Dienstpflicht oder der ersatzweise zu leistende Zivildienst genannt. Warum werden Frauen nicht für einen Zivildienst herangezogen ? Dabei handelt es sich doch ganz klar um eine Diskriminierung, auch wenn das Bundesverfassungsgericht sich um die Feststellung dieses Sachverhaltes drückt und das Recht in diesem Fall zu einem Politikum macht.

    Das vorliegende Beispiel ist bedeutend, wird doch die sexistische Diskriminierung gesetzlich verankert, worüber auch die beschönigenden Formulierungen nicht hinwegtäuschen können. Damit wird das Fundament des Rechtsstaates angegriffen. Der vorliegende Gesetzestext ist nichts weniger als die Legitimierung einer sexistischen Diskriminierung, die sich gegen Männer richtet.

    Nur mal so ein Beispiel, wie die "top-down Implementierung" tatsächlich umgesetzt wird, indem die angestrebte Diskriminierung legitimiert wird, eine Diskriminierung, ohne welche die "Schöne neue Welt" nicht verwirklicht werden kann.

    Wenn aber Sie, Mona, sich die Mühe machen würden, die Beschlüsse der Weltfrauenkonferenz von Peking nachzulesen sowie die Umsetzung durch das Frauenministerium in der BRD beachten würden, dann könnte von einem gemeinsamen Informationsstand aus weiterdiskutiert werden.

    Es ist ja wohl selbstverständlich, dass ich hier nicht in aller Ausführlichkeit alle Aspekte feministischer Wirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes beleuchten kann.

    Mit Herrn Ulfigs Beitrag liegt eine Diskussionsgrundlage vor. Es wäre konstruktiv, seinen Beitrag wohlwollend zu lesen. Damit meine ich, ihn nicht von vornherein missverstehen zu wollen.

  14. Roslin @ Joachim
    07.05.2009 | 13:57

    >Komisch nur, dass es trotz dieser gewaltigen Verschwörung des Feminismus immer noch Männer auf Führungspositionen gibt.<

    Allein dass Sie diesen Einwand offenbar für entkräftend halten, zeigt, wie sehr Sie selbst feministische Prämissen übernehmen.
    Was soll daran komisch sein?
    Männer stehen an der Spitze der Pyramide, weil Männer "karrieregeiler", getriebener sind als Frauen, im Schnitt.
    Status ist für Männer wichtiger als für Frauen, weil Frauen Status bei Männern wichtiger ist als er es umgekehrt bei Frauen für Männer ist.
    Status "schmückt" einen Mann in den Augen einer Frau mehr als er eine Frau in den Augen eines Mannes schmückt.
    Deshalb können es sich Frauen eher "leisten", beruflich nicht so erfolgreich zu sein.
    Auch eine erfolglose Frau ist immer noch eine Umworbene, wenn, ja, wenn sie nur jugendlich und schön ist.
    Deshalb lmüssen Frauen stärker nach Schönheit streben, jugendlich wirken, mehr als Männer.
    Denn körperliche Schönheit, Jugendlichkeit, ist Männern bei Frauen viel wichtiger als deren Status.
    Ein Unterschied in der Wertehierarchie beim Beurteilen der Attraktivität von potentiellen Partnern zwischen Männern und Frauen, der sich empirisch immer wieder zeigt (Speed Dating Versuche, behauptete Vorlieben, vorher in Umfragen ermittelt, tatsächliche Vorlieben, ablesbar am realisierten Verhalten, am Heiratsverhalten, am Dating Verhalten von Männern und Frauen im Internet usw.).
    Das weibliche Ideal vom "starken", "potenten" Mann treibt Männer die Karriereleiter hoch, weil sie Frauen beeindrucken wollen, das männliche Ideal von der schönen, jugendlichen Frau treibt Frauen in die Kosmetikabteilungen, zum Schönheitschirurgen, zur Diätberatung, weil sie Männer beeindrucken wollen.
    Immer nur als "im Schnitt" gültig zu verstehen, solche Aussagen.
    Aber diese Männer an der Spitze betreiben nicht einfach "Männerpolitik", "Männerförderung".
    _Sie fördern in erster Linie ihre eigenen Interessen und umwerben Frauen.
    Die wollen sie nämlich gewinnen, erobern, nicht unterdrücken, weil sie sie instinktiv gar nicht als Konkurrenten ansehen.
    Alpha-Männer, die an der Spitze, unterdrücken in erster Linie andere Männer, denn das sind die Mitkonkurrenten um die Gunst der "Weibchen".

  15. Mona @Peter Bossard
    07.05.2009 | 14:26

    Ich will jetzt nicht noch weitere Statistiken bemühen, die aufzeigen inwieweit Frauen in der heutigen Zeit immer noch benachteiligt werden.

    Auch finde ich keinen Gefallen am „Opferstatus der Frau“. Meines Erachtens wurde es für „die Männer“ sowieso erst kritisch, als die Frauen aufhören wollten Opfer zu sein. Dazu bedurfte es natürlich neuer Identifikationsmodelle, die man sich in der Geschichte suchte, z.B. matrilineare Gesellschaften etc.

    In Ihrem Link steht: „Künftig sollen Diskriminierungen aufgrund der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung etwa auch beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, Sozialschutz und Bildung verboten sein.“ Was ist daran auszusetzen? Hat eine zivilisierte Gesellschaft nicht auch die Pflicht schwächere Mitglieder zu beschützen?

    Die militärische Dienstpflicht trifft hier nur Männer, da haben sie recht! Mir ist aber nicht bekannt, dass das von den Frauen gefordert wurde. Kann es nicht auch sein, dass der Gesetzgeber hier Angst vor evtl. Schwangerschaften und deren Kosten hatte? Auch war es lange Zeit in vielen Kasernen wg. der sanitären Einrichtungen problematisch Frauen, die sich freiwillig meldeten, aufzunehmen. Unser Staat hat ja lange Zeit an ziemlich vielen Dingen sparen müssen.

    Die Beschlüsse der Weltfrauenkonferenz von Peking+5 kenne ich, finde aber nichts Konkretes auf das Sie da anscheinend hinauswollen.
    Lesen Sie doch gleich die feministische Sicht der Dinge nach, dann sehen Sie direkt was frau dazu sagt.

    http://www.glow-boell.de/de/rubrik_2/5_658.htm

    Gruß Mona

  16. Alexander Ulfig Quellen und Weiteres
    07.05.2009 | 15:45

    In dem einleitenden Teil möchte ich einige strukturelle Merkmale des Feminismus aufzeigen, die ihn mit anderen Ideologien verbinden. Deshalb ist dieser Teil für manche Leserinnen und Leser zu theoretisch und zu allgemein geworden. In den nächsten Teilen wird es konkreter.
    Zu den Quellen: Ich kann das Buch von Bernard Susser, Political ideologies in modern world (1995) empfehlen, in dem moderne Ideologien wie Ökologismus (Environmentalism), Feminismus, political correctness usw. behandelt werden. Ich habe Abschnitte aus diesem Buch jedoch nicht einfach referriert, sondern mir - auch aufgrund der Lektüre anderer Bücher zu diesem Thema - meine eigenen Gedanken darüber gemacht. Das ist der Grund, warum ich auf die Quellenangabe in diesem Fall verzichtet habe. Es ist einfach etwas Eigenes entstanden.
    In Amerika gibt es schon seit vielen Jahren eine Ideologie-Forschung, in der nicht davor zurückgeschreckt wird, den Feminismus als eine Ideologie zu bezeichnen. In Deutschland sind wir leider noch nicht auf diesem Diskussionsstand.
    Weitere Literaturempfehlung: Leon P. Baradat, Political Ideologies (1997).

  17. Peter Bosshard Die diskriminierte männliche Hebamme
    07.05.2009 | 16:10

    Mona : "In Ihrem Link steht: „Künftig sollen Diskriminierungen aufgrund der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung etwa auch beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, Sozialschutz und Bildung verboten sein.“ Was ist daran auszusetzen? Hat eine zivilisierte Gesellschaft nicht auch die Pflicht schwächere Mitglieder zu beschützen? "

    Ich habe ja gerade ausgeführt, dass "positive Diskriminierung" legitimiert wird. Ich befürworte selbstverständlich keine Diskriminierungen, wie sie im Text angedeutet werden. Deshalb bin ich ja Antifeminist und kritisiere ebendies.
    Aber auch Männer sollten diesen Schutz geniessen, selbst wenn sie altmodische Heteros sind und keine Behinderung ( es sei denn, man werte die politischen Massnahmen der Feministen als solche )vorzuweisen haben. Ein Hartz 4 Empfänger, männlich, würde ich ebenso zu den "Schwachen der Gesellschaft" zählen.

    Der behauptete Schutz vor Diskriminierung ist ohnehin nichts als Heuchelei. Es geht einzig darum, Gruppen als benachteiligt darzustellen, und daraus Kompensation abzuleiten. Der Verweis auf Behinderte, Homosexuelle u.s.w ist das moralische Deckmäntelchen, welches die Frauenprivilegierung, und um die geht es, moralisch zu rechtfertigen.

    Wenn Sie sich die Praxis des Gender Mainstreaming durch die ausführende Institution
    "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend" vergegenwärtigen, dann werden sie meine Ausführungen bestätigt sehen. Es ist Politik von Frauen, für Frauen und zuallererst für Frauen.

    Ist eine Strategie der "Top - Down - Implementierung" mit demokratischem Gedankengut vereinbar ? Ist der Wille, durch staatliche Regelungen sämtliche Lebensbereiche den eigenen Maximen zu unterwerfen, etwa nicht totalitär ?

    Vor einigen Jahren war ich an einem Vortrag zum Weltfrauentag zugegen. Da wurden, oh Wunder, auch Männer beispielhaft als potentielle Opfer von Diskriminierungen erwähnt.
    Es waren dies die männliche Hebamme, sowie der schwule Mann...

  18. Mona @Peter Bossard
    07.05.2009 | 16:56

    Also mein lieber Herr! Den Schutz für Diskriminierte als moralisches Deckmäntelchen für Frauenprivilegierung zu verstehen ist doch schon weit hergeholt. Sie fordern man müsse diesen Schutz auch auf Männer ausdehnen, ich meine schon, dass er auch diskriminierten Männern zugute kommt.
    Zum Gender Mainstreaming kann ich nur sagen: Auch Feministinnen sind davon nicht begeistert!

    Ihre Argumente: Die Feministin Louise Michel prophezeite vor mehr als 120 Jahren: “Eure Privilegien? Die Zeit ist nicht mehr weit, wo Ihr sie uns anbieten werdet, um durch diese Teilung zu versuchen, ihnen wieder Glanz zu verleihen. Behaltet diese Lumpen, wir wollen sie nicht.” Die Zeit ist da. Die Lumpen, damit ist patriarchale Macht gemeint, wird den Frauen angeboten, da Mann nicht mehr in der Lage ist die gesellschaftlichen Dinge zu regeln und Orientierung zu bieten.

    Sie schreiben: „Ist der Wille, durch staatliche Regelungen sämtliche Lebensbereiche den eigenen Maximen zu unterwerfen, etwa nicht totalitär?“ Wie kommen Sie darauf? Hat Joachim mit seiner Verschwörungstheorie also doch recht?

  19. Patrick kein Betreff
    07.05.2009 | 17:22

    "Ihre Argumente: Die Feministin Louise Michel prophezeite vor mehr als 120 Jahren: “Eure Privilegien? Die Zeit ist nicht mehr weit, wo Ihr sie uns anbieten werdet, um durch diese Teilung zu versuchen, ihnen wieder Glanz zu verleihen. Behaltet diese Lumpen, wir wollen sie nicht.” Die Zeit ist da. Die Lumpen, damit ist patriarchale Macht gemeint, wird den Frauen angeboten, da Mann nicht mehr in der Lage ist die gesellschaftlichen Dinge zu regeln und Orientierung zu bieten."

    Feministische Bestrebungen, etwa eine Frauenquote für die Vorstände in der Wirtschaft durchzusetzen, sowie bereits vorhandene Frauenquoten in der Politik sprechen da eine ganz andere Sprache. Übrigens: Die Möglichkeit, Frauenquoten durchzusetzen, geht auf Macht zurück. Soviel zu den Verschwörungstheorien.

    "Sie schreiben: „Ist der Wille, durch staatliche Regelungen sämtliche Lebensbereiche den eigenen Maximen zu unterwerfen, etwa nicht totalitär?“ Wie kommen Sie darauf?"

    Genauso gut könnten Sie jemanden fragen, wie er darauf käme, dass 1+1=2 ist.

  20. Eike Scholz kein Betreff
    07.05.2009 | 18:20

    @Alexander Ulfig
    Danke für die Angaben!

    @Peter Bosshard
    Quellen sind deshalb wichtig weil Feministinnen genau so reagieren wie z.b. Christen denen man (historische) Christliche Aussagen zu Juden erzählt: Ohne Quellen wird nichts geglaubt, auch wenn es eigentlich offensichtlich ist.

    Nur sind Christen eben nicht pauschal Antisemiten. Dennoch haben es einige der historischen Quellen in sich, was das Thema angeht. Das ist beim Feminismus genau so.
    Viele Feministinnen wissen nicht was andere Feministinnen für einen faschistoiden Unfug geschrieben haben. Deshalb Quellen!

    Ich selbst habe Feminismus wohl von der schlechtesten möglichen Seite beobachtet: Als Rechtfertigungsideologie für psychische und physische Gewallt (Prügel mit Gürtel und Kochlöffel u.Ä.) gegen (männliche) Kinder. (Ausgeübt von feministisch geprägten Frauen).
    Denn das Männliche muss überwunden werden um das Menschliche zu erreichen. (Steht so ähnlich auch im letzten SPD Grundsatzprogramm: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/lieber-menschlich-als-maennlich/?src=SZ&cHash=6127c25eed ) Wenn sich nun das männliche Kind (ja Kind unter 10 Jahren) aber nicht so verhält wie es soll, muss man eben mit Gewallt dessen Willen brechen. Ist ja zum Besten aller, zum erreichen der menschlichen Gesellschaft bzw. zur Überwindung des Patriarcharts.

    Ich will hier also bestimmt keine Kritik am Feminismus verhindern, aber dennoch sollte die selbige solide sein.

    Beste Grüße,
    Eike

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