Palästinenser und Anarchisten fackeln zum wiederholten Male israelischen Grundbesitz ab

Verfasst 19. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Araber, Chaoten / Anarchisten, Israel, Lesen/besuchen, Palästinenser, Weltmedien und Nahost

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HonestReporting Media BackSpin, 19. November 2010

Israelische Sicherheitskräfte inhaftierten mehrere Dutzende Anarchisten, die der Inbrandsetzung von Land verdächtigt werden, das zu Bat Ayin gehört. YNet News mit Informationen:

Der Zwischenfall ereignete sich gegen 8 Uhr morgens, als etwa 30 Anarchisten, begleitet von etlichen Fotografen des arabischen Senders Al-Jazeera, am Tatort ankamen. Die Anarchisten setzten das Feld in Brand und pflanzten dort Olivenbäume.

Die Siedler gehen davon aus, dass diese Methode allgemein angewandt wird, um Land zu übernehmen. „Wenn die Olivenbäume wachsen, hat es die Kommunalverwaltung schwer zu bestimmen, wem das Land zusteht“, sagte einer.

Der Hain war während der letzten Wochen dreimal von Anarchisten in Brand gesetzt worden.

Quizfrage: Wie wussten die Leute von Al-Jazeera, wann und wo sie mit einem Kamerateam aufkreuzen mussten?

Alles in allem ein bisher unberücksichtigter Aspekt zum Krieg um die Olivenernten, den Yarden Frankl und Pesach Benson (HonestReporting Jerusalem) in ihrem neuen Podcast besprechen.

Wer zum Kuckuck besitzt das Mandat für eine Wiederansiedlung der Flüchtlinge? (Teil 2)

Verfasst 19. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Palästinenser, Israel, Islam+Islamisten, Lesen/besuchen, UNO, Medienwelt, Geschichte

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HonestReporting Media BackSpin, 19. November 2010

Elder of Ziyons Video geht das Thema ähnlich an wie ich, als ich fragte: Wer zum Kuckuck besitzt das Mandat für eine Wiederansiedlung der Flüchtlinge?

Ich wage die Behauptung, dass die palästinensischen Flüchtlinge von Israel besser behandelt werden als von Fatah, Hamas, den benachbarten arabischen Staaten und der UNO….

Warum setzte die BBC eine Dokumentation über die Ermordung Hariris aus?

Verfasst 19. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Araber, arabische Medien, Die Welt und Nahost, Lesen/besuchen, Medienwelt, Nahost allgemein, Weltmedien und Nahost

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HonestReporting Media BackSpin, 19. November 2010

Der Guardian berichtet, dass die BBC völlig überraschend eine Dokumentation gestoppt hatte, in der über die Verwicklung der Hisbollah bei der Ermordung des ehemaligen Premierministers Rafiq al-Hariri berichtet werden sollte:

Der erste der drei Teile „Mord in Beirut“ sollte auf BBC World am morgigen Samstag ausgestrahlt werden, aber dem Produzenten wurde am Dienstag ohne Vorwarnung mitgeteilt, dass eine Terminverschiebung beschlossen worden sei.

Die BBC erklärte, dass der Film noch nicht mit ihren redaktionellen Richtlinien übereingestimmt habe. Ein neuer Termin wurde nicht angesetzt. Aber die Entscheidung für einen unbestimmten späteren Sendetermin war getroffen worden, nachdem eine libanesische Tageszeitung beschrieben hatte, warum sie die militante Schiiten-Gruppierung des Mordanschlags im Jahr 2005 beschuldigte, bei dem Hariri und 22 weitere Menschen durch eine riesige Autobombe getötet worden waren….

Die Filmbeiträge beinhalten Interviews mit Entscheidungsträgern in Beirut, Damaskus, Washington und in Paris, und sie verheißen fesselnde Hintergrundinformationen darüber, um was es im Kampf um die Vorherrschaft in Nahost wirklich geht“; Die BBC war nicht dezidiert vor der Ausstrahlung der Serie gewarnt worden, aber Insider bestätigen, dass Nervosität wegen ihrer Auswirkung auf das gegenwärtig unberechenbare Klima um sich greift. (Hinweis: Hervorhebungen durch mich [bd])

Mich befriedigt, dass „Beeb“* so um Fakten bemüht ist, aber ein wenig erstaunt bin ich doch darüber, dass ihre Erklärung so kurz vor Ausstrahlung der Sendung erfolgte. Ich wäre überhaupt nicht überrascht, wenn politische Überlegungen dabei eine Rolle spielten. Beeb  finanziert sich über Rundfunkgebühren, was bedeutet, dass öffentliche Gelder für dieses Projekt bereits geflossen sind.

Hier der Trailer, den ich online gefunden habe.

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*Beeb = Verballhornung für BBC

Time Magazine und der Lobgesang auf den King

Verfasst 18. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Sonstiges, Geistesgrößen, Lesen/besuchen, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 18. November 2010

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan hat bei der TIME-Abstimmung zum Mann des Jahres gute Chancen.

Ich kann die schmeichelnde Titelstory im Falle seines Sieges kaum erwarten.

Die Leute ziehen oft über Time wegen dessen Ernennung Hitlers zum Mann des Jahres im Jahr 1938 her. Aber diese Titelgeschichte fällt überraschenderweise kritischer aus als ich annahm.

Wenn sie mich fragen geht meine Stimme an die chilenischen Bergarbeiter für den Schimmer guter Nachrichten – allein schon dafür, dass sie durchhielten.

Fall Alan Johnston abgeschlossen – der von Gilad Shalit nicht

Verfasst 18. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Palästinenser, Israel, Islam+Islamisten

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HonestReporting Media BackSpin, 18. November 2010

Ein israelischer Luftangriff tötete Islam und Mohamed Yasin – zwei Figuren der Terrorgruppe Army of Islam, die als verantwortlich für die Entführung des BBC-Journalisten Alan Johnston im Jahr 2007 gilt. IDF-Angaben zufolge planten die zwei Männer, Israelis im Sinai zu kidnappen.

Möglicherweise beendet dies den Fall Johnston, der vier Monate lang gefangen gehalten worden war.

Die Army of Islam war auch an der Entführung von Gilad Shalit vor 1.606 Tagen beteiligt. Leider kann man in diesem Fall nicht von einem abschließenden Ergebnis sprechen.

Beim Intifada-Einmaleins versagt

Verfasst 17. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Islam+Islamisten, Geistesgrößen, Lesen/besuchen, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 17. November 2010

Eben habe ich Amy Kaplans Stück über den Zustand des palästinensischen Hochschulwesens unter Israels Fuchtel gelesen. Die israelischen Sicherheitsauflagen, die sie im Chronicle of Higher Education beschreibt, sind in der Tat unangenehm.

Aber sie finden nicht in einem Vakuum statt.

Hier ein kurzer Spickzettel zum Einmaleins der Intifada-Statistik für den von Kaplan ausgelassenen Zeitraum 2001-2007.

1.194 Israelis durch palästinensische Gewaltanwendung und Terror getötet.

8.342 Israelis bei Terroranschlägen verwundet.

140 Selbstmordanschläge.

Gespannt wäre ich auch auf Kaplans Überlegungen zu palästinensischen Terroranschlägen auf israelische Bildungseinrichtungen.

Zum Beispiel auch bezüglich Roni Yechiah, der getötet wurde, als eine Kassam-Rakete auf dem Campus von Sderots Sapir College einschlug. Und wer kann das Massaker an der Hebrew University vergessen? Neun Studenten wurden ermordet und mehr als 100 weitere verletzt, als eine Bombe in einer Cafeteria explodierte.

Wenn es keinen Terror gäbe, wären keine Checkpoints, keine bürokratischen Beschränkungen und kein Sicherheitszaun erforderlich.

In Blogger-Jahren gerechnet ist das alles lange Zeit her. Aber für Israelis wie mich [Pesach Benson], die jahrelang mit Bombenanschlägen auf Busse und mehr leben mussten, ist das keine beliebige alte Geschichte.

Wer zum Kuckuck besitzt das Mandat für eine Wiederansiedlung der Flüchtlinge?

Verfasst 17. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Palästinenser, NGOs, Geistesgrößen, Lesen/besuchen, UNO

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HonestReporting Media BackSpin, 17. November 2010

Ich respektiere John Gings Wunsch nach einem Dialog mit der israelischen Öffentlichkeit. Er als Einsatzleider der UNRWA in Gaza und seine Organisation haben eine Menge zu erklären.

Adi Schwartz interviewte Ging. Dieser Schnipsel zeigt deutlich die UNRWA-Verantwortung, was die zeitliche Verschleppung der Flüchtlingssituation betrifft:

Warum kümmern Sie sich nicht um eine Wiederansiedlung der Flüchtlinge?

„Dafür haben wir kein Mandat. Ich bin nicht beauftragt, den Konflikt zu lösen. Die Flüchtlingsfrage ist ein Gegenstand, der in direkten Verhandlungen zwischen den Parteien entschieden werden sollte“.

Gaza wird von den Palästinensern kontrolliert. Haben Sie vor Ort versucht, ein Wiederbesiedelungsprojekt zusammen mit der Hamas in die Wege zu leiten?

„Warum sollte ich das tun? Sie fordern mich auf, eines der langwierigsten Probleme des Konflikts zu lösen. Dafür haben wir kein Mandat“.

Aber es betrifft nicht nur Gaza.

Lenny David weist darauf hin, dass Rawabi, eine in der Bauphase befindliche Stadt nahe Ramallah, keine einzige ihrer 30.000 Wohneinheiten für Flüchtlinge vorgesehen hat. Eine Schande, weil im Libanon bis heute exakt 30.000 Flüchtlinge im noch immer nicht wieder aufgebauten Flüchtlingslager Nahr el-Bared kurz davor stehen, die UNRWA-Unterstützung wegen Geldmangels zu verlieren. (mehr dazu bei Voice of America.)

Wenn weder Hamas, Fatah oder UNRWA solch offensichtliche Gelegenheiten nutzen, palästinensische Flüchtlinge wieder anzusiedeln, wer sonst soll dann dieses Mandat übernehmen?

Empörung nur wenn Israelis beteiligt wären

Verfasst 17. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 17. November 2010

Stellen Sie sich die Schlagzeilen vor, wenn Israel ebenso handeln würde:

Um eigene Verluste zu vermeiden reißt die NATO mit Sprengfallen versehene Häuser in Afghanistan ab

Israel mit Barbaresken-Piraten gleichgesetzt

Verfasst 16. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Israel, Geistesgrößen, Antisemitismus, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 16. November 2010

Das Blogosphäre erinnert sich noch sehr gut an Mark Perry und dessen Behauptung, dass General David Petraeus militärstrategisch von Israel abrücke.

Nun setzten die amerikanischen Sicherheitsanreize im Austausch für einen neuerlichen Siedlungsstopp weitere Diskussionen über die Beziehungen zwischen den USA und Israel in Gang, und Perry verschmutzt das Wasser schon wieder, indem er Israel mit den Barbaresken-Piraten gleichsetzt.

Als der Barbaresken-Pascha Lösegeld für gekaperte US-Schiffe forderte, schickte Thomas Jefferson ein Marine Corps los, um ihn zu bestrafen. Der daraus resultierende Sieg wird heute mit einem Halbvers in der Hymne des Marine Corps (Feier des „Triumphes an der Küste von Tripoli“) und einem umwerfenden politischen Slogan gewürdigt, der eine Nation wachrüttelte: „Millionen für Verteidigung, aber kein Cent für Tributzahlungen“.

Wenn Jefferson das heute sehen würde. Vergangenes Wochenende versprach die Obama-Administration, 3 Milliarden Dollar für eine zukünftige Stealth Fighter-Lieferung an Israel zu bewilligen und bei jeder möglichen UN-Entschließung, die sich gegen Israels Legitimität richtet, ein Veto einzulegen – all das im Austausch für Israels Zusicherung, ein zehnmonatiges Siedlungsmoratorium um 90 Tage zu verlängern. Das ist eine schlechte Idee. Und sie ist gefährlich. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Ereignissen der letzten 24 Stunden und der Krise, der sich Jefferson im Jahr 1804 gegenübergestellt sah. Damals protestierten wir dagegen, „Tribut zahlen zu müssen“, heute „setzen wir Anreize“ Außerdem stellt Israel „keinerlei Forderungen“. Netanyahus Worten zufolge „besteht man einfach nur darauf“ Ja – und nicht zu vergessen: die Barbaresken-Piraten waren Amerikas „Feind“. Das stellt einen großen Unterschied zu heute dar, denn Israel ist unser „Freund“.

Man kann darüber streiten, ob das Angebot hätte erfolgen sollen oder ob es übertrieben war. Das ist bei allen politischen Kuhhändeln so. Aber um das geht es Perry nicht: Indem er Israel mit jenen Piraten vergleicht geht Perry, ehemaliger Arafat-Berater, der außerdem voll die Linie von Walt & Mearsheimer vertritt, so vor:

1. Er impliziert, dass Israel den Friedensprozess als Geisel benutze.

2. Er ignoriert den 10-monatigen Siedlungsstopp zuvor, der durch die Weigerung der Palästinenser, an Friedensgesprächen teilzunehmen, konterkariert worden war.

3. Er unterstellt, dass Israel die USA erpresse.

Last but not least frage ich mich, ob Perrys Erwähnung der Symbolik von US-Marines („Von den Tempeln Montezumas zur Küste Tripolis“) in irgendeiner Weise nicht auch den Wunsch nach einer US-Militäraktion gegen Israel suggeriert.

Podcast: Der Krieg um die Olivenernten

Verfasst 15. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Araber, Palästinenser, Islam+Islamisten, Lesen/besuchen, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 15. November 2010

Letzte Woche wurden Palästinenser und internationale Anarchisten dabei gefilmt, wie sie in Gush Etziyon Feuer legten.

Der Film wirft aber auch Fragen auf, die über diesen Waldbrand hinausgehen:

Hinweis: Bitte achten Sie darauf, dass dem folgenden Satz bei allen eingefärbten Wörtern Hyperlinks unterlegt sind! Wenn Sie mit dem Cursor drübergehen sehen Sie die Links in der Statuszeile links unten.

Dieses Jahr beschäftigen sich die Mainstream-Medien mehr und mehr mit dem „Krieg um die Olivenernten.“

Was die MSM nicht berichten: Oft pflanzen die Palästinenser Bäume auf Land, was der Redewendung „vor Ort Fakten schaffen“ ihre eigentliche Bedeutung verleiht. Yarden Frankl und Pesach Benson (HonestReporting Jerusalem) haben das Thema in ihrer neuen Podcast-Ausgabe besprochen.

Hamas-Apologetin: Nichts Böses sehen, nichts Böses hören

Verfasst 15. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Palästinenser, Geistesgrößen, Antisemitismus, Lesen/besuchen, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 15. November 2010

Chefkorrespondentin Susan Taylor Martin von der St. Petersburg Times stolpert blind durch Gaza und ignoriert dabei die schlimmsten Aspekte der Hamas-Herrschaft.

Lesen sie dazu bitte den neuen medienkritischen Beitrag von HonestReporting: See No Evil, Hear No Evil

Mann bekennt sich antisemitischer Drohungen schuldig

Verfasst 14. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Antisemitismus, Araber, Geistesgrößen, Islam+Islamisten, Medienwelt, Weltmedien und Nahost

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HonestReporting Media BackSpin, 14. November 2010

Tröstlich zu sehen, dass ein Gericht jemanden zur Verantwortung zieht, der auf der Webseite einer Zeitung wüste und drohende antisemitische Kommentare abgibt.

Mohamed Sandia bekannte sich schuldig, über die Webseite des Scotsman verletzendes und drohendes antisemitisches Material verbreitet zu haben. Jewish Chronicle zufolge

postete Sandia Kommentare, in denen „Juden als durch Inzucht genetisch mutierter Stamm [bezeichnet werden (bd)]. Juden sind nicht geeignet, unsere Luft zu atmen und sollen angegriffen werden, wo immer man auf sie trifft.“

Keine Grauzone dazwischen.

Faktencheck auf iranisch

Verfasst 13. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Nahost allgemein, Israel, Islam+Islamisten, Geistesgrößen, Antisemitismus, Lesen/besuchen, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 12. November 2010

Kürzlich organisierte eine Menschenrechtsgruppe gegen Frauenhandel im Dizengoff Center in Tel Aviv eine Ausstellung, in der Frauen mit angehefteten Preisschildern zu sehen waren – so, als wären sie zum Verkauf feilgeboten. Absicht: öffentliches Bewusstsein wecken und Unterschriften sammeln.

Die Schockwirkung zahlte sich aus: Haaretz zufolge „reagierten sehr wenige Passanten negativ oder gleichgültig“ und Hunderte unterzeichneten die Petition.

Dies zog auch die Aufmerksamkeit der iranischen Webseite Rajanews auf sich. Israelity erklärt, was dann passierte:

Die iranische News-Webseite Rajanews griff die Geschichte auf. Aber statt sie in den richtigen Kontext zu setzen, titelte sie das Stück mit „Prostitution in Israel“, dazu mit einer Bildunterschrift zum eingefügten Foto (direkt von der Haaretz-Webseite entnommen), die „Sklavenmarkt in Israel“ suggerierte. Der Artikel führte dann weiter aus, „mehr Licht“ auf moderne Sklaverei in Israel zu „werfen“, einem „Land, das von sich behauptet, eine Demokratie zu sein“.

Das iranische „Missverständnis“ (wenn man es freundlich interpretiert), wurde von Mohammad Memarian publik gemacht, einem iranischen Blogger der Webseite Mideast Youth, der seine Landsleute sowohl für die Veröffentlichung der Verleumdung als auch für die nicht sofort erfolgte Zurückweisung der Erdichtung zurechtwies.

Man kann Rajanews zugute halten, dass sie den Artikel wieder löschte, aber man kann ihn immer noch auf Webseiten wie dieser lesen (in persisch).

Gehen wir einmal davon aus, dass sämtliche Flecken auf Israels Haut getilgt wurden. Unwahrheiten können berichtet werden, aber Gott bewahre, sollte es irgendwelche ähnlichen Unanständigkeiten im iranischen Web geben.

Mideast Youth’s Kritik trifft den Nagel auf den Kopf:

Ganz ehrlich gesagt kann ich mir schwer vorstellen, dass so eindeutig verfasste Artikel wie dieser in Haaretz ein so derbes Missverständnis erzeugen können. Eher ist davon auszugehen, dass der ursprünglich befasste Nachrichtenredakteur oder Übersetzer die Geschichte verfälscht hatte in der Annahme, dass sich niemand jemals (zu-) trauen würde, die Wahrheit herauszufinden. Solch eine bittere Tatsache wie diese unbeholfene Verzerrung der Wahrheit dient immer noch als passendes Instrument, die Hirne der Leser zu manipulieren.

Faktencheck auf iranisch.

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Crossposted mit Free Iran Now!

Palästinensisches Sticheln wegen des Besuchs chilenischer Bergarbeiter in Israel

Verfasst 12. November 2010 von Bernd Dahlenburg
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HonestReporting Media BackSpin, 12. November 2010

Die Palästinenser stänkern jetzt gegen Israel, das die 33 chilenischen Bergleute zu einer kostenlosen Pauschalreise an die christlichen Stätten während der Weihnachtszeit eingeladen hatte.

Ginge es nach dem Guardian, dürfte die PA die Besucher nicht unter israelischer Schirmherrschaft bloßstellen:

Aber die Einladung – für einen siebentägigen Aufenthalt – birgt das Risiko, dass die Palästinenser verärgert reagieren.

„Wir haben nichts gegen ihr Kommen. Aber die Israelis können nicht jemand ins Haus ihrer Nachbarn einladen“, sagte Fayez el-Sakka, palästinensisches Mitglied der PA in Bethlehem.

Mir ist klar, warum die PA nervös werden könnte.

Kürzlich erlassene Bestimmungen von Watchdogs für Werbestandards in Großbritannien und in den Niederlanden verbieten israelischer Tourismuswerbung, darauf hinzudeuten, dass umstrittene Gebiete sich innerhalb der israelischen Staatsgrenzen befinden. Und die PA würde nicht den Eindruck erwecken wollen, dass sie diese Bestimmungen unterlaufen wolle.

(Die britisch-niederländische Logik unterstellt, dass der PA nicht freigestellt wäre, Touristenorte in umstrittenen Gebieten wie auch immer selbst zu vermarkten; aber das ist eine eigene komplizierte Geschichte.)

Die Idee vom Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen könnte durch ein halsstarriges Prinzip begraben werden. Und das könnte eine Lawine schlechter PR auslösen.

Ich hoffe, dass es nicht ausgerechnet die Chilenen reingewürgt bekommen.

Wurde dieses Foto digital manipuliert?

Verfasst 12. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Palästinenser, Sonstiges, Geistesgrößen, Antisemitismus, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 12. November 2010

Dieses Foto von AFP/Getty Images wirft einige Fragen bezüglich digitaler Manipulation auf.

Palästinensische Frauen schützen ihre Nasen und Ohren, als sie an einem israelischen Polizisten vorbeigehen, der bereit ist, Tränengasgeschosse auf palästinensische Steinewerfer im arabischen Dorf Issawiya in* Ostjerusalem abzufeuern. 9. November 2010. (AFP/Getty Bilder/Ahmad Gharabli)

(Die Hervorhebungen stammen von mir [bd], und werden ganz unten begründet.

Die Bildunterschrift ist direkt von der AFP/Getty Images-Webseite übernommen (Ziehen Sie den Cursor ungedrückt über die Wörter unter den Abbildungen).

Der Soldat steht höchstwahrscheinlich im Schatten, aber seine Silhouette wirkt zu dunkel, verglichen mit den Frauen im Hintergrund. Noch merkwürdiger ist – wenn Sie genauer hinsehen -, dass auf seinem Arm ein Abzeichen der israelischen Grenzpolizei zu sehen ist.

Das ergibt keinen Sinn.

Ich kann’s nicht beweisen, aber eine Nachfrage ist es schon wert, ob der Grenzpolizist nicht künstlich abgedunkelt wurde. Das wird oft als Fotobearbeitungstechnik eingesetzt, um einen bedrohlichen Effekt zu erzielen (erinnert an OJ Simpson).

Die Silhouette des Fotos kann beim Leser den irritierenden Nebeneffekt erzielen, dass der Polizist auf die Frauen ziele. Glücklicherweise spricht die Bildunterschrift das Objekt an (Tränengas) und verweist auf den nicht sichtbaren Kontext: Palästinensische Steinewerfer in Issawiya.

Der Hund liegt darin begraben, dass Zeitungen selten ausführliche Bildunterschriften setzen und damit [den] Lesern nicht die Möglichkeit geben, den vollständigen Zusammenhang zu zu lesen bzw. erkennen. Und palästinensische Aktivisten nutzen häufig Abbildungen dieser Art für ihre eigenen Zwecke: auf diese Weise wollen sie den dazugehörigen Text vertuschen.

Wenn also irgendjemand eine erhellendere Version dieses Fotos findet, lasse er mich es wissen. Ich würde gerne – verzeihen Sie das Wortspiel – mehr Licht darauf werfen.

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*Erläuterung [bd]: AFP schreibt hier (wohl absichtlich) von einem Dorf in Ostjerusalem. Issawiya ist aber ein arabisches Viertel in Ostjerusalem.

Die Diktion ist mehr als offensichtlich: Damit soll Ostjerusalem als Teil der jüdischen Hauptstadt Jerusalem delegitimiert werden. So einfach funktioniert mitunter antisemitscher Journalismus.

Zitat des Tages

Verfasst 12. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Die Welt und Nahost, Geistesgrößen, Islam+Islamisten, Lesen/besuchen, Medienwelt, Palästinenser

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HonestReporting Media BackSpin, 12. November 2010

„Bei uns wird nicht gefoltert“, sagte er. „Das findet im Vernehmungsraum statt, bevor die Leute verurteilt werden.“

Naser Suleiman, Direktor des neuen Hochsicherheitsgefängnisses in Gaza, gegenüber Jason Koutsoukis, Korrespondent beim Sydney Morning Herald.

Weitere Hamas-Razzia gegen Pressefreiheit

Verfasst 12. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Araber, Palästinenser, Islam+Islamisten

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HonestReporting Media BackSpin, 12. November 2010

Die Hamas brach eine Gedenkveranstaltung für Yasser Arafat ab, nahm Journalisten fest und zwang sie, sämtliches Videomaterial zum Ereignis herauszurücken. Foreign Press Association verurteilte die Aktion scharf.

AP zufolge war die Gedenkveranstaltung nichts weiter als eine private Videovorführung über Arafat, der 30 Leute beiwohnten.

Jerusalem ist keine Siedlung

Verfasst 11. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Europ. Medien und Nahost, Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Palästinenser, Israel, Geistesgrößen, Antisemitismus, Lesen/besuchen, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 11. November 2010

Baupläne für existierende jüdische Viertel in Jerusalem lösen neuen Medienrummel aus.

Lesen Sie dazu bitte das neue Kommuniqué von HonestReporting: Jerusalem ist keine Siedlung [In Englisch].

Leseempfehlungen, 10. November 2010

Verfasst 10. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Nahost allgemein, Araber, Palästinenser, Israel, Sonstiges, Islam+Islamisten, Antisemitismus, Lesen/besuchen, arabische Medien, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 10. November 2010


Palästinensische Börse scharf auf ausländische Investoren

Geringer Börsenumsatz und PA-Kapitalertragssteuer stellen für die PA-Börse größere Probleme dar als die „Besatzung“

Die Hamas verstärkt ihren Würgegriff: Spaßbäder im Gazastreifen verboten
Nur in Hamastan könnte ein Wasserpark abgefackelt werden. Hier die wahren Gründe dafür.

Frieden zwischen Nationen in Nahost ist machbar
Versuchen Sie es einmal mit ein paar Halbwahrheiten.

Dank Fußball bricht für ein paar Minuten der Frieden aus
Gute Nachrichten aus Hebron, die Sie vielleicht versäumt haben.

Libanon: Bevorstehender Showdown führt das Land an den Abgrund

Verfasst 10. November 2010 von Bernd Dahlenburg
Kategorien: Weltmedien und Nahost, Die Welt und Nahost, Nahost allgemein, Araber, Islam+Islamisten, arabische Medien, Medienwelt

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HonestReporting Media BackSpin, 10. November 2010

Dieser Bericht der Beiruter Tageszeitung Daily Star trägt dramatische Züge: Das libanesische Kabinett möchte die Kontroverse über „falsche Aussagen“ auflösen, indem es erwägt, sie an den Obersten Richterrat des Libanon zu verweisen. Dabei steht viel auf dem Spiel:

Eine Abstimmung im Kabinett bzw. deren Scheitern könnte das Land in seine schwerste Krise seit Mai 2008 stürzen und die Regierung „der nationalen Einheit“ bedrohen.

Die von der Hisbollah angeführte Koalition des 8. März spekuliert darauf, dass die Frage der falschen Zeugenaussagen zur internationalen Untersuchung bezüglich der Ermordung des ehemaligen Premierministers Rafik Hariri im Jahr 2005 an den Obersten Richterrat verwiesen wird, um das Sondertribunal zum Libanon (STL) auszuhebeln.

Premierminister Saad Hariri und seine Verbündeten wollen eine Abstimmung vermeiden und drängen darauf, dass der Fall an den Richterrat verwiesen wird, nachdem das STL seine Anklageschrift in dieser Sache formuliert hat (Heraushebung durch mich; [bd]). Die Hisbollah fürchtet, dass das Anklageverfahren einige Namen ihrer Mitglieder aufzählen wird….

Noch ist unklar, welche Seite in der Lage ist, sich die absolute Mehrheit der Stimmen im vorliegenden Fall zu sichern.

Vom eigens einberufenen UNO-Tribunal zum Libanon wird weit erwartet, dass in naher Zukunft Hisbollah-Figuren angeklagt werden.

Wie nicht anders zu erwarten beschuldigt die Hisbollah Israel.