In eigener Sache: "Welt Online" bricht das Wikileaks-Kartell - Nachrichten Politik - Specials - Wikileaks - WELT ONLINE

Wikileaks

In eigener Sache

(64) Drucken Bewerten Autor: Per Hinrichs| 17.01.2011

"Welt Online" bricht das Wikileaks-Kartell

Bisher durften einzelne Medien unter der Aufsicht von Julian Assange ausgewählte Depeschen publizieren. "Welt Online" hat Zugriff auf alle Dokumente.

Kaum ein Ereignis hat Politik, Medien und die Menschen auf der ganzen Welt im vergangenen Jahr so beschäftigt wie die Veröffentlichung von Informationen aus 251.000 Depeschen, die aus den amerikanischen Botschaften aus nahezu allen Ländern nach Washington gekabelt wurden. Sie geben ein weitgehend ungefiltertes Bild der Arbeit von US-Diplomaten ab und zeichnen ein ungeschminktes Bild von vielen globalen Krisenherden.

Foto: AP/DAPD Bislang entschied Wikileaks-Chef Julian Assange, zu welchen geheimen US-Depeschen die Öffentlichkeit Zugang haben sollte

Bislang war es einzelnen Zeitungen und Magazinen vorbehalten, unter der Aufsicht des Wikileaks-Chefs Julian Assange ausgewählte Depeschen zu publizieren, von denen bisher nur ein Bruchteil der gesamten Öffentlichkeit zugänglich ist. Nun ist dieses Kartell durchbrochen: In Zusammenarbeit mit der norwegischen Zeitung "Aftenposten“ hat "Welt Online“ Zugriff auf alle Dokumente bekommen, ohne jede Beschränkung.

Die in Oslo erscheinende „Aftenposten“ hatte sich das Paket im vergangenen Dezember gesichert. Ohne an Absprachen mit Wikileaks gebunden zu sein, wird "Welt Online" die Depeschen auswerten. Dabei werden die daraus entstehenden Geschichten nach den gleichen Kriterien und ethischen Richtlinien, die auch für alle anderen Artikel gelten, recherchiert und geschrieben.

Das Material wird von "Welt Online“ als Quellenmaterial behandelt. Die Redaktion entscheidet, was interessant ist und ob möglicherweise aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes oder der Sicherheit von Menschenleben eine Veröffentlichung nicht zulässig ist.


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