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Band VIII (1994)Spalten 1401-1402 Autor: Johannes Madey

SATOLLI, Francesco, * 21.7. 1839 in Marsciano in der Erzdiözese Perugia, + 8.1. 1910 in Rom. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie im Priesterseminar von Perugia und dem Erwerb des Doktorats in Philosophie in Rom wurde er Priester und wirkte zunächst als Pfarrer in Marsciano und Professor für Philosophie in Perugia. Als sein ehem. Lehrer Gioacchino Pecci als Leo XIII. Papst geworden war, berief ihn dieser als Professor für dogmatische Theologie nach Rom an das Römische Seminar und an das Kolleg der Propaganda Fide, die heutige Päpstliche Universität Urbaniana. S. war Neuscholastiker und folgte in seinen Lehrbüchern und Vorlesungen streng Thomas von Aquin, ganz im Sinne der Enzyklika Leos XIII. »Aeterni Patris Unigenitus« vom 4.8.1879 zur Erneuerung der christlichen Philosophie in den katholischen Schulen. Nach diesem Rundschreiben überragt Thomas von Aquin alle katholischen Lehrer durch Scharfsinn, Klarheit, Tiefe und Kraft der Beweisführung. Er lehrte auch Kirchenrecht an der Päpstlichen Akademie für adlige Kleriker, deren Präsident er 1886 wurde. Zum Titularerzbischof von Lepanto wurde S. 1888 ernannt, und im Jahre 1893 wurde er erster Apostolischer Delegat in den USA, wo er bereits zuvor, 1889 und 1892, im Auftrag des Römischen Apostolischen Stuhls zwei Visitationsreisen unternommen hatte (1892 nahm er auch an der Eröffnung der Weltausstellung von Chicago teil). Er besuchte zahlreiche Diözesen und hielt bedeutungsvolle Vorlesungen an der katholischen Universität in Washington. Als Apostolischer Delegat hatte er eine positive Einstellung zur Trennung von Kirche und Staat. Am 29.11.1895 berief ihn Papst Leo XIII. in das Kardinalskollegium, 1896 wurde er Erzpriester der Lateranbasilika und 1897 Präfekt der Studienkongregation. Im Jahre 1903 wurde er Kardinalbischof der suburbikarischen Diözese Frascati. Im Konklave nach dem Tode Leos XIII. (1903) war er einer der Hauptbefürworter der Wahl des Kardinals Giuseppe Sarto, der als Papst den Namen Pius X. annahm.

Werke: Della memoria umana, Rom 1883; Enchiridion Philosophiae, Rom 1894; In Summam Theologicam Divi Thomae Anquinatis praelectiones, 5 Bde, Rom 1884-97; De Concordatis, Rom 1888; Loyalty to Church and State, Baltimore 1895; De habitibus doctrina sancti Thomae Aquinatis, Rom 1897.

Lit.: Anonym., Album della »Vera Roma«, Rom 1894, 101; - Anonym., Gli elettori del Papa, Rom 1903, 30; - G. Berthelet, Storia e revelazioni sul Conclave del 1903, Turin 1904; - J.T. Ellis, Life of James Cardinal Gibbons, 2 Bde, New York 1952; - L. Hertling, Geschichte der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten, Berlin 1954, 22 f. und 232 ff.; - La Pontificia Università Lateranense, Rom 1963, 105 ff.; - H. Jedin (Hrsg.), Handbuch der Kirchengeschichte, Freiburg-Basel-Wien 1973-1985, IV/2, 163. 166. 169 ff. 320. 325. 341. 343; - ECatt X, 1964; - LThK 2IX, 343; vgl. auch LThK 2I, 974 f.; - NewCathEnc I, 690-693; - Encyclopedic Dictionary of Religion, Philadelphia-Washington, D.C., 1979, 3201.

Johannes Madey

Letzte Änderung: 11.03.1999