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Geborgen in der Metropole

Marthashof, die antisoziale Plastik

Im Prenzlauer Berg steht wieder eine Mauer. Sie wird bald einen geschlossenen Wohnkomplex umschmiegen und den Käufern das behagliche Gefühl vermitteln, in einer Trutzburg inmitten des Berliner Mobs zu leben.

  • © aim Wir sind ein Volk - ihr seit ein anderes..
 

Wir sind ein Volk - ihr seit ein anderes..

 

Geborgen in der Metropole

Datum: 2010-01-06

Da steht er nun, der neue Gebäudekomplex auf dem Gelände, das bis zu den Bombennächten 1943 den Marthashof der Kaiserswerther Diakonie am Verlorenen Weg im Prenzlauer Berg beherbergte: halb fertig, klatschnasser Beton, hässlich und gewaltig, wo vor Kurzem noch das kleine wilde Wäldchen inmitten Berlins grünte.

Als gewalttätige Präsenz erlebt wird das Gebilde nicht bloß von jenen, die die angrenzenden Hinterhäuser der legendären Oderberger Straße bewohnen. An jenem Ort, von dem der Widerstand der Wir-bleiben-alle-Bewegung ausging, der gegen DDR-Pläne, die Plattenbau statt Gründerzeit vorsahen, obsiegte, und später gegen BRD-Privatisierungswahnsinn scheiterte, hegt niemand auch nur ein Fünkchen Sympathie für die Gated Community, die hier hineinimplantiert werden soll; Not-in-my-backyard-Mentalität sei das, wird gemaßregelt: falsch! So ein Ufo sollte in überhaupt niemandes Hinterhof landen!

Investor Ludwig Maximilian Stoffel, dessen Gattin an ihm bewundert, dass er “nicht nur ein guter Geschäftsmann, sondern auch philosophisch und esoterisch ist”, aber ficht das nicht an. Er verheißt seiner Klientel mit seiner “ganzheitlichen Philosophie” eines “Urban Village” die Quadratur des Kreises: “Geborgenheit, Sicherheit und gute Nachbarschaft”, umgeben von malerischer, vor DDR-Willkür geretteter Gründerzeit-Kulisse, zu der nun auch das Latte-Laptop-Prekariat zählt, lässt sich von ihm für einige paar schlappe Hunderttausender käuflich erwerben! Innerhalb des “neuen Berliner Bürgertums” der “finanziell Angekommenen”, hinter dem Riegel der Gated Community, mag das funktionieren – aber nicht in Bezug auf die Gemeinschaft jener Nachbarn, die sich in AIM, der Anliegerinitiative Marthashof, organisiert haben und die die neuen Mauern, die ihnen das Sonnenlicht stehlen werden und das Grün schon geraubt haben, seit zwei Jahren im Raum der Öffentlichkeit bekämpfen.

Der “Aufwertungs”-Irrsinn

Nicht alle, die gegen diesen “Tsunami of gentrification” aufstehen, können denunziert werden, selbst durch irgendeine Welle der Gentrifizierung hierher geschwemmt worden zu sein: Hier erheben sich auch Menschen gegen jene neue Mauer, die die alte von der “falschen” Seite her erlebt haben, indem sie sich mit Neubürgern aus aller Welt verbünden und initiativ vernetzen, die ebenso klar Position gegen diesen “Aufwertungs”-Irrsinn beziehen.

Andere wiederum halten solche politischen Initiativen wie die von AIM, deren Mitstreiter sich beispielsweise in der Bezirksverordnetenversammlung abarbeiten, um aufzuklären, wie es überhaupt zur Planung der Marthashof-Katastrophe kommen konnte, anscheinend für unangemessen. Diese lassen Luxuskarossen nächtens in Flammen aufgehen, und wir erfahren aus dem RBB-Inforadio am 9. Dezember 2009 von Claudia Schmid, der Leiterin des Berliner Verfassungsschutzes, dass auch das Nachbarn sein sollen: “Wir haben festgestellt in einer Studie, wo wir uns die Straftaten und Gewalttaten links angesehen haben, dass wir sogenannte verdichtete Räume haben. Das heißt, das sind die Bereiche, wo vor allen Dingen die Tatverdächtigen wohnen, wo die meisten Taten begangen werden und wo wir auch die Trefforte von Linksextremisten haben. Und dies sind drei Räume in Berlin, dies sind sie Bezirke Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg.”

Der farbgebeutelte Stofanel-Verkaufspavillon muss andauernd bewacht werden, und anders wird auch das Implantat nicht zu schützen sein: Das Experiment Dorfleben, geschützt von der Wagenburg aus Beton sowie Polizei und Security, und trotzdem teilhaben am urbanen Flair – muss doch gelingen: “Don´t compromise”, prangt das Motto am Bauzaun! Zu diesem Flair kann der Gentrifizierer kaum anderes beitragen als Euro. Aber nichts anderes als diese Euro zählen in einer freien Marktwirtschaft, die frei ist von jedem Bezug zu den Grundbedürfnissen der Mehrheit des Volkes. Kaufkraft kommt in den Kiez, lautet die zynische, doppelbödige Parole aller Wowereits dieser Stadt, wenn sie jene auf Grundsteinlegungen und Richtfesten im Namen der Kiez-Bewohner begrüßen: Ja, man kann sich auch das Recht kaufen, seine Nachbarschaft, seien es nun Gründerzeitbauten oder (Lebens-)Künstler, als Kulisse der eigenen urbanen Befindlichkeit zu benutzen.

Wie die Investoren durch die wachstumsfördernde Gier nach den letzten Filetstückchen getrieben werden, soll der Käufer durch die Gier nach dem bunten Event Prenzlauer Berg getrieben werden.

Nötig wird all dies vermeintlich durch die wirtschaftliche Armut Berlins, möglich in Wahrheit aber durch die Armseligkeit einer Politik, die sich des einzigen Reichtums Berlins begibt: jener Atmosphäre, die Berlin sowohl von Itzehoe wie New York unterscheidet und so gar nicht (neu-)bürgerlich ist.

Neue Mauern baut die Stadt

Überall in den Sanierungsgebieten fügten Unbekannte am 9. 11., jenem Tag der “alea iacta est”-Domino-Show, dem Prenzlauer Berg ein weiteres, nicht ganz so buntes Event hinzu: Rätselhafte Plakate in Schwarz, Gelb und Weiß tauchten auf, auch in unmittelbarer Nachbarschaft des verwüsteten Marthashofs, auf denen lakonisch nur das zu lesen war: “WIR SIND EIN VOLK! UND IHR SEID EIN ANDERES. OSTBERLIN, 9. NOVEMBER 2009.” “Aha, Ossis gegen Schwaben”, hieß es reflexartig in den Medien – oder liegt hier die Chiffre einer anderen Konfrontation vor?

Ein seit Nine-Eleven verstärkt gepflegtes Cocooning wird nun aufgebläht zu diesem vom Architektenbüro Grüntuch/Ernst geplanten Monument der Marthashof-Verbetonierung, das wir von AIM als die “antisoziale Plastik” bezeichnen: Harmonie und Ganzheitlichkeit – alles bloße Binnenbezüge innerhalb der abgeschlossenen Welt des “Urban Village”, das aber ohne Bezug zu den dort Lebenden und ohne deren Beteiligung hineingeklotzt wurde in deren Lebenswelt, die dadurch klaustrophobische Züge annimmt: Verdichtungswerk als Vernichtungswerk. Dass dieses “Volk” der Käufer nicht den Weitblick hat zu erkennen, dass es dieser Lebenswelt, in der es schwelgen wollte, Gewalt antut und ihr schlussendlich den Rest gibt: traurige Tatsache. Dass diese Menschen aber blind sind für die albtraumhafte Einkesselung, die sie sich selbst und den ihren antun und dafür teuer bezahlen: unbegreiflich.

Unbegreiflich auch, dass die Politik erwägt, der Vivico Real Estate zu gestatten, am Mauerpark ihrer Kundschaft die potenzierte Kopie dieses fragwürdigen Modells anzubieten: Zum Wedding hin soll hier eine gigantische trennende Mauer aus circa 700 Wohnungen entstehen – ein Projekt, das mit dem geplanten Gebäuderiegel am sozialen Äquator der Bernauer Straße in Zusammenschau gesehen werden muss.

Die Segregation von Lebenswelten als Signatur der aktuellen Berliner Stadtplanung: neue Mauern da, wo alte gefallen sind, Ausgrenzung und Einigelung als künftiges Lebensgefühl des Prenzlauer Bergs und bald ganz Berlins – denn die “Projekt-Pipeline ist voll”.

Das merkwürdige Plakat: vielleicht auch ein trauriger Nachruf auf den der Gier geopferten sozialen Frieden, der den Prenzlauer Berg so lebens- und liebenswert gemacht hat.

 

von Anliegerinitiative Marthashof – 06.01.2010

 

Leserbriefe

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    von Herr Lennard West – 11.01.2010 - 12:14

    Wieder ein Hetzbeitrag der “Anwohnerinitative” welche mittlerweile in blindem Hass die Ankunft der Aliens, welche in dem “UFO” wohnen sollen, torpediert.

    Nachdem die AIM merkte, dass sie juristisch gesehen nicht im Recht ist, ansonsten keiner mit dem Marthashof ein Problem hat bzw nicht einmal im Ansatz die Wut der “Anwohner” verstehen kann geschweige denn die Stadtverwaltung oder auch nur Bezirksverwaltung die Beschwerden im Ansatz nachvollziehen können oder unterstützen würden, seitdem mehren sich die mehr oder minder versteckten Drohungen, dass die künftigen Fremden kein tolles Leben haben werden, sich nicht wohl fühlen dürfen, am Besten demütig jeden Tag mit einem Stern auf den Straßen auf und ab laufen und – wenn schon zugezogen – wenigstens die Sau im Bezirk sein sollen.

    Da nutzt es auch nicht, ganz vermeintlicher Gut-Mensch, auf schlimmere und kriminelle Alternativ-Bewegungen wie die Auto-Anzünder zu verweisen. Auch Rassen, oh pardon, Reichenhass ist nicht viel besser.

    Das die AIM es “unbegreiflich” findet, dass sich Käufer für die schönen Wohnungen in guter Lage finden ist das eigentlich unbegreifliche. Zeigt aber das begrenzte und spiessige kleine Weltbild der Initiative auf. Soetwas darf es nicht geben. Auch das, typisch Prenzlauer Berg. Ehemals wild und link nun spiessig und konservativ. Vor lauter Individualität wird schon wieder Uniform getragen – diesmal aber keine militärische sondern “locker, lässig, Prenzlberg” mit Palituch, irgendwie verspielt und links… Wer nicht so aussieht: Raus oder Gruppendruck.

    Was AIM mittlerweile betreibt ist nichts anderes als fremdenfeindlicher, und das im wahrsten Sinne des Wortes, Populismus. AIM bedient sich der Angst vor den anderen, den Aliens im UFO – ganz unverholen und mit dem guten Gewissen doch für die rechte Sache zu kämpfen.

    Im Grunde geht es doch nur um ganz spiessige Gründe. Da war mal eine Wiese, die soll bleiben. Das dann ein Großprojekt kommt, weil sich seitens der AIM jahrelang niemand um die Verwertung der Fläche gekümmert hat (die ja nur gekauft werden konnte da vakant) – egal. Es war so, es soll so bleiben. Ob nun legal oder nicht, scheissegal.

    Das Stofanel aufgrund der Anwohner auf Millionen aus dem Verkauf von Wohnungen verzichtet indem ein ganzes Stockwerk beim hinteren Riegel nur aufgrund der Proteste einiger weniger Anwohner nicht gebaut wurde – es wird hier (wie immer) mit keinem Wort bemerkt. Denn nachher funktioniert die Hetze nicht und man merkt das es 2 Seiten gibt, dass die Dinge seitens der AIM einseitig und in übelster Hetz-Art verfasst werden.
    Das der Marthashof Park allen zugänglich gemacht werden soll und es sich um keine Gated Community handelt, sondern im Gegenteil auch hier versucht wurde ein offenes Gelände zu schaffen – wird pervertiert und ins Gegenteil verdreht ohne auf die Tatsachen einzugehen. Explizit erwähnt z.B Stofanel das vorgesehen ist, dass die Tore offen sind, dass Spaziergänger in den Park dürfen – obwohl es sich um Privatgelände handelt.

    Das eigentlich vielleicht ganz normale Menschen wie du und ich in den Marthashof ziehen – egal: Sie sollen keinen Frieden haben, denn AIM ruft Fenster einschlagen, Farbbeutel Attacken, Selbstjustiz und Krieg aus – oder Prophezeit dies zumindest. Denn Glück, so AIM, kann man sich nicht kaufen. Auf keinen Fall im Marthashof denn dafür wird AIM sorgen!

    Macht nicht den Prenzlauer Berg auch aus, dass 80% der Einwohner nach der Wende gewechselt haben? Ist es nicht gerade diese Vielfalt? Aber jetzt wo sich die zugezogenen Einheimische nennen, eine Art Nationalität empfinden dürfen Fremde nicht mehr rein. Stock-konservativ soll sich, so die ehemaligen “Linken” nichts mehr ändern.

    Alles war gut so wie es war, die Fremden sind die Bösen. Ausländer raus eben. Zumindest wenn es Reiche sind. Gut das andersfarbige und Menschen mit einer anderen Religion noch bleiben dürfen. Jedenfalls solange AIM nicht auch hier ein Problem herbeispinnt.

    Diesen Fremdenhass unter dem Thema Gentrifizierung zu verbreiten und Wut und Ängste gegen die “Neuen” zu schüren und auszuleben ist der eigentliche Skandal. Und nicht das ein freies Grundstück gekauft und bebaut wurde. Vielleicht merkt auch die AIM in ihrem tumben Hass nur selbst nicht mehr, was Sie da eigentlich macht.

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    von dirk arndt – 19.03.2011 - 01:13

    es ist geradezu widerlich, wie sie den damaligen judenhass mit ihrem sogenannten reichenhass gleichsetzen. allein diese argumentation vernichtet jeden ansatz ihres vermutlich tolerant gemeinten artikels.

    sie argumentieren davon abgesehen so herrlich flapsig, dass sich mir wirklich die nackenhaare krausen.wie kommen sie auf die idee, dass es die 80% zugezogene sein sollen, die sich nun – nicht zum ersten mal -gegen die sogenannte aufwertung und die somit erzwungenermaßen eigene abwertung kritisieren? gehören die menschen, die sich hier endlich mal quer stellen etwa vielleicht zu den 20% die schon immer hier gewohnt haben? für die nun das maß nach dem austausch von 80% ihrer bekannten, freunde und familie voll ist?
    die bunte mischung nach dem austausch des großteils der bevölkerung, die sie hier beschwören können sie in der pfeife rauchen. prenzlauer berg war noch nie so langweilig wie in der gegenwart.

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    von Herr Tobias Mandelartz – 16.01.2010 - 15:15

    Wir wohnen direkt neben dem beschriebenen Objekt. Allerdings nicht als geplagte und vertriebene Opfer der Gentrifikation, sondern in der schon seit 10 Jahren bestehenden Gated Community mit dem schönen Namen “Residenz Prenzlberg”.
    Auch wir haben Zäune, Kameras, Doormen, und von unserer Dachterrasse haben wir einen Panoramablick auf die Baustelle.
    Direkt vor uns steht der Kastaniengärten-Komplex, dahinter wächst der Marthashof.

    Zuvor wohnten wir in der selben Strasse, ein paar Häuser weiter.
    Ab morgens um 7 klingelten Prospektverteiler und Zeitungsauslieferer oder irgendjemand, der “nur mal ins Haus wollte”.
    Hier klingelt niemand “nur mal so”, denn ohne den entsprechenden Zahlencode kann man gar nicht läuten. Kein Name am Klingelschild bedeutet für uns himmlische Ruhe!

    Pakete wurden früher grundsätzlich irgendwo in der Nachbarschaft abgegeben, gerne in kleinen Cafés mit komischen Öffnungszeiten, und man war dann der Doofe, der sich bemühen musste, an seine Lieferung zu gelangen.
    Nun wird alles beim Doorman abgeliefert, der die Sachen so lange bewacht, bis man Zeit und Lust hat, sie abzuholen.
    Unser Hof ist gepflegt, die Gartenanlage um den Wohnkomplex sieht halbwegs nett aus und sämtliche Flure im Haus werden geputzt und gereinigt. Diebstähle aus den Kellern sind mir unbekannt, da auch diese selbstverständlich von Kameras überwacht sind.

    Man kann es einfach so sagen: Die Wohnqualität hat sich im Vergleoch zur vorigen Wohnung verbessert. Die paar Euro, die wir für ein klein bisschen Komfort zahlen geben wir gerne aus.

    Kurzer Blick auf den ach so bejammerten PrenzlauerBerg:
    Sieht denn die Wohnsituation am Kollwitzplatz besser aus? Luxussanierte Altbauwohnungen zu horrenden Mieten sind doch genau so “verwerflich” wie Neubauten für Besserverdienende. Oder ??

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    von Berthild Lorenz – 26.02.2010 - 12:09

    Toll, Überwachung und Mauern, in und um uns!
    Ich kann inzwischen die Leute verstehen, die die Mauer einst bauten, obwohl ich eine von den Menschen war, die sie einrissen, die ALLES außer meinem Sohn zurückließ und auch noch auf Kohls Ruf: “Geht zurück, ihr werdet vor Ort gerbraucht!” gehört habe.

    Meine Wahrnehmung: Seitdem fielen die Finanzstarken ein und die, die eben nicht Jahrzehnte lang Westgeld angehäuft hatten, weil sie im falschen Teil der Stadt nicht groß geworden waren, die hatten und haben sich zu fügen oder zu klagen!

    Was bringt das Klagen vor Gericht für Finanzschwache? Noch mehr finanzielle Verluste, keine Klärung! Mediation? restorative Circles?
    Wozu haben das so viele Leute gut gelernt?
    Damit wir es zu unser aller Nutzen in diese Gesellschaft einbringen!

    Dazu ist keine Zeit – dauert zu lange!
    Konflikte hochschaukeln zu lassen, dauert viel länger und schafft Wut und Hass und Verzweiflung!

    Das können wir ändern! Wir brauchen Frieden und nicht Geldberge! Jeder Mensch braucht am Ende nur einen Sarg!!

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    von Ich – 13.03.2010 - 13:50

    Was für plumpe Parolen Berthild. Nicht immer an gestern denken, wir leben im hier und jetzt lieber das Beste draus und flexibel bleiben ;-)

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    von Berthild Lorenz – 15.03.2010 - 13:20

    Wer nicht bis zu Ende lesen kann muss bewerten, was er versteht, genau so funktionierts …

    Ich rede vom HEUTE! Und ich kann es mir leisten, mich nicht hinter “ICH” verstecken zu müssen, obwohl ich auch “ICH” bin …

    Das Beste, was nicht nur ich anbiete, das anzunehmen, das wäre doch was – schon mal auf die Idee gekommen?

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    von stephanie Schürfeld – 19.04.2010 - 20:05

    Hallo liebe Redaktion,

    wo ist denn mein Leserbrief geblieben?

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    von Frank Möller – 19.04.2010 - 20:26

    Werden die Stofanel-kritischen Beiträge jetzt entfernt??? Wir vermissen unsere Stellungnahme…

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    von Hermina Kauffmann – 30.07.2010 - 21:21

    Ich finde diese Entwicklung im Kietz gruselig. Klar ist es nett, wenn mal ein Bißchen saniert wird – keiner hat wirklich etwas dagegen, ein Innen-WC zu kriegen, und vielleicht ’ne richtige Dusche.. Und ich denke, die meisten waren auch durchaus bereit, dafür dann irgendwann eine etwas höhere Miete zu bezahlen.
    Bloß, was eben passiert, und in anderen Städten schon passiert ist, und wogegen man sich in Berlin wirklich wehren sollte – ist, daß diejenigen, die das Viertel attraktiv gemacht haben, die schrägen Vögel, Lebenskünstler, Studenten, Schwarzcafe Betreiber, sich die Wohnungen hier nicht mehr leisten können, weil man auf einmal richtig Kohle machen kann.
    Das ist in New York so gelaufen und in London.
    Hamburgs Sternschanze ist ebenfalls extrem teuer und touristisch geworden.
    Die Atmosphäre geht flöten und Diejenigen, die hier mit Kohleofen und Außenklo gelebt und sich eine Heimat geschaffen haben, die Couleur der Boheme auf die Straße tragen, die jetzt als tolle Kulisse für die Touris gilt, können, sofern sie eben nicht inzwischen sehr gut verdienen – ja, wohin??? Ich frag mich das gerade, und hätte gerne eine Antwort!
    Aus dem billigsten Viertel, wird das hier zum teuersten Pflaster der Stadt, in ganz wenigen Jahren.
    Wer von der Hand in den Mund lebt, hier immer ein Nest gefunden hat, sich das Leben in den bürgerlicheren Vierteln schon gar nicht leisten konnte, wird jetzt raussaniert und tschüß!
    Verdammt, wir sind Menschen, man muß nicht “ewiggestrig” sein, um an seiner Heimat zu hängen!
    Wer gerne hinter Mauern lebt, einen “Doorman” (Portier?) hat, annonyme Codes an der Tür – wem es offensichtlich nichts ausmacht, so abgeschottet zu sein, der möge doch bitte unser schönes Viertel in Ruhe lassen uns anderswo leben!
    Wir holen unsere pakete gerne aus irgendwelchen Kneipen ab. Wir teilen uns den Dachboden gerne mit Obdachlosen Punks, die da ihr Lager haben.
    Wir schreiben unsere namen draußen dran, verflucht, wer braucht eine Klingel, die Tür ist eh immer offen!
    Wir mögen Zigeuner, die im Hof stehen und fragen, ob es Altkleider zu verschenken gibt. Wir streiten uns mit dem Taxifahrer, dem die Fahrt zu kurz ist und der das Doppelbett nicht transportieren will – und finden das okay. Wir brauchen keine Tiefgaragen, wir gehn zu Fuß!! Wir lieben das. Was für andere ein “Investitions Standort” ist, ist für uns ein Zuhause – ja, und da wollen wir bleiben.
    Und dieser Ausverkauf der Stadt und des Viertels ist auch der Ausverkauf von einem Stück lebendiger Kultur. Und von etwas sehr besonderem – Lebensqualität für wenig Geld.
    Wer sich international ein Bißchen auskennt in den Großen Städten, der wird begreifen, wie preislos wertvoll und erhaltenswert das für Berlin ist!

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    von Hermina Kauffmann – 30.07.2010 - 21:25

    Gott, ey, Mädel , was für ein unleserlicher Murks! Schäm Dir, aber wirklig!

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    von johannes – 11.01.2011 - 23:12

    vielen dank! diese worte spiegeln absolut mei gefühl wieder. besser hätte ich das nicht ausdrücken können. es geht nicht darum, dass man irgendjemanden hasst, sondern, dass man einfach in ruhe gelassen werden will.
    danke

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    von Hermina Kauffmann – 30.07.2010 - 21:23

    Verdammt, wir sind Menschen, man muß nicht “ewiggestrig” sein, um an seiner Heimat zu hängen!
    Wer gerne hinter Mauern lebt, einen “Doorman” (Portier?) hat, annonyme Codes an der Tür – wem es offensichtlich nichts ausmacht, so abgeschottet zu sein, der möge doch bitte unser schönes Viertel in Ruhe lassen uns anderswo leben!
    Wir holen unsere pakete gerne aus irgendwelchen Kneipen ab. Wir teilen uns den Dachboden gerne mit Obdachlosen Punks, die da ihr Lager haben.
    Wir schreiben unsere namen draußen dran, verflucht, wer braucht eine Klingel, die Tür ist eh immer offen!
    Wir mögen Zigeuner, die im Hof stehen und fragen, ob es Altkleider zu verschenken gibt. Wir streiten uns mit dem Taxifahrer, dem die Fahrt zu kurz ist und der das Doppelbett nicht transportieren will – und finden das okay. Wir brauchen keine Tiefgaragen, wir gehn zu Fuß!! Wir lieben das. Was für andere ein “Investitions Standort” ist, ist für uns ein Zuhause – ja, und da wollen wir bleiben.
    Und dieser Ausverkauf der Stadt und des Viertels ist auch der Ausverkauf von einem Stück lebendiger Kultur. Und von etwas sehr besonderem – Lebensqualität für wenig Geld.
    Wer sich international ein Bißchen auskennt in den Großen Städten, der wird begreifen, wie preislos wertvoll und erhaltenswert das für Berlin ist!

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    von Haha – 01.08.2010 - 21:44

    Es wird nicht besser wenn man’s 2x schreibt ;-)

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