Die Enkelbrut von Köln

Im November des Jahres 1843 schrieb Heinrich Heine folgende Zeilen über Köln:

Der Cancan des Mittelalters ward hier
Getanzt von Nonnen und Mönchen;
Hier schrieb Hochstraaten, der Menzel von Köln,
Die gift’gen Denunziatiönchen.

Die Flamme des Scheiterhaufens hat hier
Bücher und Menschen verschlungen;
Die Glocken wurden geläutet dabei
Und Kyrie eleison gesungen.

Dummheit und Bosheit buhlten hier
Gleich Hunden auf freier Gasse;
Die Enkelbrut erkennt man noch heut
An ihrem Glaubenshasse.

Heute, im März des Jahres 2011 steht die Enkelbrut in Form von Walter Herrmann vor dem Kölner Dom und tanzt den Cancan des Israelhasses.

Während in Israel ein Lynchmord an drei Kindern und ihren Eltern geschieht, es zu einem Bombenanschlag in Jerusalem kommt, ein Waffenschmuggel von hochgefährlichen Waffen (unter deutscher Flagge!) aufgedeckt wird, stündlich Raketen auf Israel abgefeuert werden und für den 15. Mai 2011 wurde zudem die dritte Intifada und somit der Krieg gegen Israel ausgerufen wird, spaziert Walter Herrmann mit folgender Nachricht über den Domplatz:

Israel erlebt gerade einen Tsunami der Gewalt und ein Erdbeben des Terrors, aber Walter Herrmann verschweigt all dies. Walter Herrmann weiß, dass für den 15. Mai 2011 die dritte Intifada und somit ein Vernichtungskrieg gegen Israel geplant ist und vielleicht freut er sich daher so sehr über jede Stimme und jede Unterschrift in seinem Buch gegen Israel.

Manchmal geht er im Gefühl von soviel israelfeindlicher Solidarität sogar vor lauter Erregung in die Knie.

Walter Herrmann liebt es vermutlich, wenn Menschen auf Israel scheißen wie Nazis einst auf Tora-Rollen. Deshalb hängt er wohl auch Parolen wie diese auf:

Für folgende Parole habe ich ihn sogar angezeigt:

Den Grund meiner Anzeige kann man hier nachlesen. Ich hoffe, meine Anzeige wird angenommen und nicht wieder abgelehnt wie meine letzte Anzeige gegen Walter Herrmann im Jahre 2010, als er folgende Karikatur aufgehangen hatte:

Die Anzeige wurde von der Kölner Staatsanwaltschaft übrigens mit der Begründung abgelehnt, die Person, die das Kind verspeist, habe keine jüdische Krummnase und sei deshalb nicht eindeutig als Jude zu erkennen, was die Karikatur nicht antisemitisch mache und somit keine Volksverhetzung vorläge. Ich erfinde das nicht! Sie können es hier nachlesen.

Ja, Walter Herrmann ist wirklich eine typisch kölsche Enkelbrut des Hasses. Und noch immer regt sich kaum Empörung unter den Kölnerinnen und Kölner. In Köln herrscht schlicht und einfach folgende Übereinkunft:

Arsch hoch! Zähne auseinanderaber! Aber nicht für Juden!

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37 Antworten zu Die Enkelbrut von Köln

  1. Piet schreibt:

    Wer erlaubt diesem Antisemiten eigentlich seine Privat-Demo? Der muss doch sicher eine Genehmigung dafür haben, auf öffentlichem Boden zu demonstrieren? Denn: Eine Spontan-Demo ist das nicht, sondern ja eine regelmäßige (Privat-)Veranstaltung. Hat der Antisemit für jeden Tag eine Demo angemeldet, und die wird täglich genehmigt? Wer genehmigt das (und unter wessen Verantwortung)? Sollte man vielleicht andenken, eine tägliche Gegen-Demo anzumelden?

    Und: Wo bleiben die Politiker, die letztes Jahr noch das Treiben dieses Antisemiten unerträglich fanden? Oder fanden die das nur doof, weil angesichts ihrer Israel-Reise unangenehmen Nachfragen entgegengewirkt werden sollte? Herr Roters? Warum wird gerade und ausgerechnet die SPD nicht aktiv?!

    Und wo bleibt die Kölner Antifa? Ist nur neonazistischer Antisemitismus böse?!

    (Verdammt noch mal, manchmal wünsche ich mir die Zeiten von Eiern und Tomaten zurück, und zwar so lange, bis der Kerl sein Schild im privaten Wohnzimmer im Kreis spazieren führt! Aber wirklich wütend macht mich die Tatenlosigkeit der Politiker, die das unwürdige Treiben an prominenter Stelle achselzuckend hinnehmen! Sollen die noch mal das Wort „Politikverdrossenheit“ in den Mund nehmen! Nein, es ist Politikerverdrossenheit!)

    • Monika schreibt:

      Das hast Du sehr gut geschrieben, Gerd.
      Wir müssen weiter Druck ausüben.

      • Monika schreibt:

        Die Enkelbrut ist eine historische und ständige Einrichtung in Köln.
        Man erkennt sie auch heute, wenn man nur will – sie hat lediglich ein neues Gesicht. Heute tanzt man um den Herrmann´schen Stand, der das Feuer wieder zum Lodern bringt.

    • joehosch schreibt:

      Eine Ein-Mann Demo ist keine Demo und braucht auch nicht angemeldet werden.

      (Außer natürlich man hat eine israelische Fahne dabei und in der Nähe sind Palästinenser. Dann ist es Volksverhetzung.)

      • joehosch schreibt:

        Satire aus!

  2. David Serebrjanik schreibt:

    Eigentlich kann man dem Walter Herrmann dankbar sein. Er ist das Böse schlechthin, dass sich nicht versteckt, sondern Tag für Tag zeigt. So kommt man nicht in Gefahr, zu vergessen, dass dieses Böse existiert. Insofern erfüllt er eine wichtige Aufgabe.

    • Dante schreibt:

      Eigentlich kann man dem Walter Herrmann dankbar sein. Er ist das Böse schlechthin, dass sich nicht versteckt,…

      Ich bezweifele, dass Sie das ernst meinen. Dass ein Mensch – zudem einer, der keine Menschen ermordet – nicht „das Böse schlechthin“ ist, ist offensichtlich, und dementsprechend ist eine derart offensichtlich übertriebene Äußerung allem Anschein nach eher gegen Herrmanns Kritiker gerichtet als gegen ihn und seine Aktion, deren Antisemitismus ihr aus den Knopflöchern schaut.

      Ganz Unrecht haben Sie freilich nicht, er erfüllt eine wichtige Aufgabe, aber anders, als sich ein Herrmann-Verteidiger oder -Fürsprecher (ich lasse offen, ob Sie dazugehören) das denkt:
      Der Umgang mit seiner Aktion seitens der Stadt und der Staatsanwaltschaft ist ein Symptom für die Toleranz zumindest eines Teils des deutschen Volkes gegenüber Hasspredigern, die im Namen vorwiegend muslimischer Völker (etwa als selbsternannter Fürsprecher der Palästinenser) das Wort an sie richten und dabei dieselben Klischees benutzen wie diejenigen, die dem Namen ebendieses Volk mehr Schande gemacht haben als irgendjemand sonst.

      • Dante schreibt:

        „ebendieses Volkes“ muss es natürlich heißen. Gemeint ist in diesem Fall das deutsche.

  3. quisa schreibt:

    Walter Hermann ist wirklich eine Schande…..Vor allem diese ständigen Vergleiche Israels mit dem dritten Reich oder das Einfließenlassen antisemitischer Mythen, einfach widerlich.

    Jeder seriöse Kritiker der israelischen Regierung sollte sich dafür einsetzen, dass Hermann nicht mehr seinen Schmutz öffentlich verbreiten kann. Und das nicht alleine aus dem Grund, weil er extrem rufschädigend für eine seriöse Israelkritik ist, sonder weil seine Werke auch extrem menschenverachtend sind. Das Volk muss gegen solch antisemitische Völksverhetzung laute Empörung äußern ebenso wie gegen den aktuellen Anstieg islamophober Volksverhetzung

    • johnson schreibt:

      hören sie endlich auf mit diesem schwachsinn. es gibt keine seriöse israelkritik. genausowenig wie es seriöse kaiserslautern-kritik gibt. nur bei letzterem würde jeder sofort sehen, wie lächerlich sich jemand macht der diesen schwachsinn „man wird doch mal noch kaiserslautern kritisieren dürfen“ von sich gibt.

      nein verdammt noch mal, ich hab auch echt genug davon, dass die kritiker der deutschen antisemiten selbst ihre beiträge immer nur mit der versicherung beginnen, „israelkritik sei legitim, aber …“. es ist nicht erlaubt und nicht legitim, die eigene besserwisserische nase ständig in anderer leute angelegenheiten zu stecken, wenn man selber noch 12+40 jahre unrecht nicht aufgearbeitet hat und eben erst sich wieder aus der humanitären verantwortung gestohlen hat (libyen). wi-der-lich das alles.

      • quisa schreibt:

        @Johnson: „es gibt keine seriöse israelkritik. genausowenig wie es seriöse kaiserslautern-kritik gibt.[....] es ist nicht erlaubt und nicht legitim, die eigene besserwisserische nase ständig in anderer leute angelegenheiten zu stecken“

        was meinen Sie denn damit? Sie meinen also, dass man nichts auf eine seriöse Weise kritisieren kann? Das alles, was man kritisiert, sofort ein Angriff und unseriös ist? Ich will sie daran erinnern, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der die freie Meinungsäußerung ein zugesichertes Grundrecht ist, und zwar nicht nur durch unsere Verfassung sondern auch durch die internationalen Menschenrechte…..
        Die Meinung darf immer geäußert werden, sofern sie nicht volksverhetzend ist. Und genau hier liegt das Problem bei Antisemiten wie Walter Hermann oder Islamophoben wie Henryk M. Broder, denn deren Ausführungen sind teils ganz klar volksverhetzend (bei Walter Hermann in einem stärkeren Ausmaß als bei Henryk M. Broder)
        Eine Kritik allerdings ist immer erlaubt. Die Politik der israelischen Regierung darf genauso kritisiert werden wie die Politik der deutschen Regierung.
        Wenn ich die Politik einer Staatsregierung tue, mache ich das zudem nicht als Deutscher Staatsbürger sondern als freies Individuum. Meine Staatsbürgerschaft bedeutet mir nämlich nicht viel…
        Im Punkt, dass Deutschland nicht annähernd sein Unrecht aufgearbeitet hat, stimme ich ihnen zu. Im Gegenteil, in Deutschland wird eher damit angegeben, wie super man angeblich diese Verbrechen aufgearbeitet habe. Sich mit so etwas als Staat zu brüskieren ist höchst verwerflich.

        Zu ihrer folgenden Aussage: „es ist nicht erlaubt und nicht legitim, die eigene besserwisserische nase ständig in anderer leute angelegenheiten zu stecken, wenn man selber noch 12+40 jahre unrecht nicht aufgearbeitet hat und eben erst sich wieder aus der humanitären verantwortung gestohlen hat (libyen)“

        Was sie sagen ist vollkommen paradox: Zum einen sagen sie hiermit, Deutschland solle sich nicht in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischen, da es das Unrecht noch nicht aufgearbeitet hat. Gleichzeitig sagen sie, Deutschland habe sich in Libyen „aus der Verantwortung gestohlen“, hätte sich also einmischen sollen. Da müssen Sie sich schon entscheiden!
        Abgesehen davon ist nicht gesagt, dass die Parteinahme für eine revolutionäre Bewegung mit militärischer Unterstützung unbedingt zum Nutzen der humanitären Situation ist oder ob es nicht eher die Situation eskaliert, noch mehr Waffen unde Militär in ein Bürgerkriegsgebiet zu schicken. Das hat der Angolakrieg, in dem die Kubaner die linken Bewegungen militärisch unterstützt haben ebenso gezeigt wie der Vietnamkrieg oder Afghanistan.
        Zivilisten in der Stadt Tripolis zu bombardieren, um die Freiheitsbewegung im 1000 Kilometer entfernten Bengasi zu unterstützten trägt zudem sicherlich nicht zu Verbesserung der Lage oder zur Verminderung der Rivalitäten zwischen den Stämmen in Ost- und Westlibyen bei..
        Wahrscheinlich wird sich aber auch im Westen wieder die allgemeine Stimmung in Bezug auf die Befreiungsbewegung wenden, sobald irgendwelche dämlichen Teenager in einem Hinterhof von Bengasi mal eine israelische oder us-amerikanische Flagge verbrennen sollten und dies von sensationsgeilen Journalisten aufgenommen und verbreitet wird……Dann gilt pauschal die komplette libysche Befreiungsbewegung plötzlich Feinde der Aufklärung und als düstere Faschisten

        • Piet schreibt:

          «was meinen Sie denn damit? Sie meinen also, dass man nichts auf eine seriöse Weise kritisieren kann? Das alles, was man kritisiert, sofort ein Angriff und unseriös ist?»

          Hier muss ich johnson in Schutz nehmen (zumindest meine ich sein/ihr Statement anders zu verstehen): Selbstverständlich darf und muss es Kritik am jüdischen Staat geben dürfen, gibt es ja auch, täglich. Aber es gibt keinen Begriff „Deutschlandkritik“, „Frankreichkritik“ oder eben „Kaiserslauternkritik“, sehr wohl aber Kritik an Deutscher Politik, an Französischer oder an regionaler Politik in Kaiserslautern.

          Kritik an Israel ist also genauso möglich wie an jedem anderen Staat auch, „Israelkritik“ hingegen zielt von Anfang an auf Delegitimierung ab (s.a. BDS-Kampagne). Deswegen schreibt johnson aus meiner Sicht völlig zu Recht: «es gibt keine seriöse israelkritik. genausowenig wie es seriöse kaiserslautern-kritik gibt.»

          • quisa schreibt:

            In der Hinsicht gebe ich Ihnen Recht, es gibt schon einen Unterschied an der „Kritik am Israelischen Staat“ und der „Israelkritik“.In meinem ersten Beitrag meinte ich selbstverständlich „seriöse Kritik an der Regierung des Staates Israel“ und nicht „seriöse Israelkritik“. Da war ich in meiner Wortwahl etwas undeutlich.

            Und es ist ja auch tatsächlich war, dass Kritik am israelischen Staat in Deutschland täglich geäußert wird. Wer behauptet, Kritik an der israelischen Regierung sei in Deutschland nicht möglich, lügt und hinter solchen Aussagen stehen meist dubiose Interessen.
            Ähnlich verhält es sich auch mit der sog. „Äußerung unbequemer Wahrheiten“ gegen Migranten. So wird die Hetze gegen türkische Migranten immer begleitet von der Aussage „man wird das ja wohl noch sagen dürfen“. So soll der Eindruck erweckt werden, man würde ein Tabu brechen mit einer solchen Aussage. Tatsächlich aber ist seit Jahren die Hetze gegen Zuwanderung an der Tagesordnung in den Wahlkämpfen, und immer schon wird es so dargestellt, als begehe man einen Tabubruch. Ich erinnere an Roland Kochs Wahlkampf gegen die doppelte Staatsbürgerschaft in den neunzigern oder Schmidt mit seinem berühmten „das Boot ist voll“ in den siebzigern. Heute präsentieren sich Sarrazin, Broder und andere als die „Tabubrecher, die verbotene Wahrheiten aussprechen“.

            • Piet schreibt:

              Ich gebe Ihnen — weitestgehend — Recht. Bzgl. Broder würde ich Einschränkungen machen, ich halte sehr viel von ihm, auch wenn ich ihm nicht in jedem Punkt zustimme (wäre auch langweilig sonst), und ich habe Probleme mit dem Begriff „Migrant“, weil der Begriff wissenschaftliche Neutralität vorspiegelt i.S. eines allgemeinen Migrationsbegriffs, in heutigem Sprachgebrauch aber nahezu ausschließlich auf Moslems abzielt; wenn Politiker also zu feige sind, diese direkt zu ‘problematisieren’ (ob gerechtfertigt oder nicht), können Sie sicher sein, dass sie sich hinter dem Begriff „Migrant“ verstecken.

              Aber „Migrationspolitik“ ist hier nicht das Thema, deswegen will ich das hier nicht weiter ausbreiten. ;-)

              Gruß und schönes Wochenende,
              p.

            • johnson schreibt:

              Heute präsentieren sich Sarrazin, Broder und andere als die „Tabubrecher, die verbotene Wahrheiten aussprechen“.

              Soetwas habe ich von Broder noch nie gelesen. Der Mann ist auch mitnichten „islamophob“. Wenn Broder ein islamophob ist, dann bin ich Moslem. Gott bewahre!

          • johnson schreibt:

            danke, sie haben’s so verstanden, wie’s gemeint war..

          • Dante schreibt:

            Hier muss ich johnson in Schutz nehmen

            Deswegen schreibt johnson aus meiner Sicht völlig zu Recht: «es gibt keine seriöse israelkritik. genausowenig wie es seriöse kaiserslautern-kritik gibt.»

            Ich gebe Ihnen Recht. Dennoch könnte er einen von persönlichen Angriffen gegen @quisa freien Stil pflegen; das gäbe seiner Argumentation mehr, nicht weniger Kraft.

        • johnson schreibt:

          „Sie meinen also, dass man nichts auf eine seriöse Weise kritisieren kann“

          Nein, ich meine dass man als Deutscher Israel nicht „kritisieren“ darf. Sowieso sollten Deutsche mal von diesem Fetischwort „kritisieren“ runterkommen. Man sollte als Deutscher auch im Übrigen generell das Maul halten, was Israel angeht.

          Den Kram mit Menschenrechten, freier Meinungsäußerung usw. können Sie für sich behalten. Ich sprach nicht von gesetzlichen Verboten, gegen Israel zu hetzen, sondern von Anstand und Seriösität. Die lassen sich per Gesetz eh nicht einfordern. Kritisieren Sie ruhig Israel, mir doch egal.

          Bei Leuten mit Vernunft und Anstand erweckt übrigens ihr „Man darf Israel kritisieren, man muss Israel kritisieren dürfen usw.“ nicht weniger Ekel und Abscheu, als wenn sie direkt Israel „kritisieren“. Können sich ersteres also auch gleich sparen.

          Lächerlich finde ich außerdem ihr Geschwätz von „Stämmen“ in Libyen. Ich kann nur mit dem Kopf schütteln. Wo haben Sie diesen typisch linksgutmenschlichen Unsinn her, dass alles, was im Orient passiert, auf Stammesfehden zurückzuführen ist? Aus der taz? Gott, wie uninformiert, ich kann hier nur noch abbrechen.

          • quisa schreibt:

            Leider scheinen Sie unter dem typischen Schubladendenken zu leiden. Ich habe nie behauptet, man „müsse Israel“ kritisieren sondern lediglich über die Kritik an Staatsregierungen zulassen, egal ob an der Israelischen, der Iranischen, der Chinesischen oder der Deutschen.
            Wenn Sie mich deswegen als einen propalästinensischen Fanatiker oder mit dem FDP-Vokabular wie Gutmensch titulieren ist das ihr Problem.
            Und außerdem, wenn ich die israelische Regierung kritisieren sollte, tue ich dies als freies Individuum und nicht als „Deutscher“. Ihre Einteilung der Menschen nach Nationalitäten ist mir nämlich fremd. Ich sehe den Menschen und nicht den Pass den er besitzt, weshalb mir Menschen aus Sachsen oder Bayern nicht näher stehen als jemand aus Äthiopien, dem Sudan oder Israel.

            Und das Stammesinteressen in Libyen mitspielen ist ja wohl auf der Hand. Ich will damit nicht sagen, dass solche Interessen der Grund für diese Unruhen sind. Aber die Stammesidentitäten werden nun mal instrumentalisiert für Verteilungskämpfe. Oder warum meinen sie, dass der Osten Libyens, aus dem der Protest mehrheitlich kommt, gegenüber dem Westen des Landes stets vernachlässigt wurde…

            • johnson schreibt:

              „Ihre Einteilung der Menschen nach Nationalitäten ist mir nämlich fremd.“

              Da liegt das Problem und mein Verdacht auf Linksgutmenschentum bestätigt sich. Es mag ihnen fremd sein, doch die Welt ist in Völker eingeteilt. (Und in Männer und Frauen.) Und das sind Klassifikationen, nach denen sich die Welt dreht, nach denen Kriege und Völkermorde begangen werden. Dass ihnen das „fremd“ ist, erklärt zumindest, warum sie den meisten politischen Vorgänge auf dieser Welt völlig ohne Verständnis gegenüberstehen müssen.
              Dass ihnen nicht gefällt, dass die Menschheit in Völker zerfällt, berechtigt Sie nicht, die Augen davor zu verschließen. Oder anderen einen Vorwurf daraus zu machen, dass sie aussprechen, was Sache ist.

              „Oder warum meinen sie, dass der Osten Libyens, aus dem der Protest mehrheitlich kommt, gegenüber dem Westen des Landes stets vernachlässigt wurde…“

              vermutlich genau wie in Deutschland: Die Ossis werden von Wessis unterdrückt.. Uralte Stammesrivalitäten sind das, die da wirken. Ganz archaisch. Gell?

              Kurz gesagt: es hat nichts mit Stämmen zu tun. Machen Sie die Augen auf. Araber sind keine archaischen Bestien, die nur für Stammesblut und Blutsverwandschaft leben, kämpfen und sterben. So würden Sie sich Linke gerne der Einfachheit halber die Dinge erklären. Doch die Realität sieht anders aus. Diese Leute wollen Wohlstand, Marktwirtschaft, Wachstum, Freiheit.

          • Dante schreibt:

            Nein, ich meine dass man als Deutscher Israel nicht „kritisieren“ darf.

            Genau das behaupten deutsche Neonazis, auch wenn das natürlich völlig anders gemeint ist.

            Man sollte als Deutscher auch im Übrigen generell das Maul halten, was Israel angeht.

            Es hat nichts mit Anstand oder Vernunft zu tun, jemandem allein aufgrund seiner Nationalität den Mund verbieten zu wollen, abgesehen davon, dass manche Deutsche selbst Juden sind.
            Im übrigen dürften nach dieser Logik Deutsche nicht einmal Partei für Israel ergreifen, während z.B. Briten die wüstesten Tiraden „erlaubt“ wären.

            Nicht die Nationalität des Sprechers, sondern der Tenor des Gesprochenen ist entscheidend dafür, ob es Anstand und Vernunft entspricht.

      • Dante schreibt:

        hören sie endlich auf mit diesem schwachsinn. es gibt keine seriöse israelkritik.

        Es gibt seriöse Kritik an der Politik einer jeden Regierung. Da macht die israelische keine Ausnahme.
        Allerdings gilt das für viele Regierungen, und anders als die Regierungen zumindest der meisten Nachbarstaaten kann man die israelische auch von innerhalb Israels aus kritsieren, ohne sein Leben zu riskieren, denn Israel ist eine Demokratie.
        Das mir gelegentlich unterkommende „Argument“, an Israel müssten gerade deshalb schärfere Maßstäbe angelegt werden, ist absurd, liefe es doch auf einen Diktatoren-Bonus hinaus.

        Etliche arabische Regierungen lassen gerade Demonstranten niederkartätschen, aber von einer regelrechten „Syrienkritik“ oder „Jemenkritik“ habe ich noch nie etwas gehört.
        Auch nicht von einer „legitimen Irankritik“, auch wenn dort das öffentliche Anzweifeln des Wahlergebnisses von 2009 zu genügen scheint, um kriminalisiert und ggf. im Gefängnis vergewaltigt, sonstwie gefoltert und schließlich hingerichtet zu werden.
        Wer davon nicht reden will oder das rechtfertigt, sollte in der Tat von Israel schweigen.

      • joehosch schreibt:

        Oh doch! Es gibt Israelkritik. Ich habe selbst bereits an die israelische Regierung geschrieben wegen verschiedener Sachen. Zuletzt bei der Gaza-Blockade, wo sie in der Handhabung des San-Remo-Manuals einen Fehler gemacht hatten. Der wurde interessanterweise einige Tage darauf korrigiert.
        Kritik ist möglich. In Israel leben selbst einige Millionen Kritiker der Regierung. Ständig wir gestritten und kritisiert. So ist das eben in einer Demokratie wie Israel.

  4. johnson schreibt:

    Der Typ ist nicht einfach nur eine Schande, der Typ ist ein Hetzer. Er ist brandgefährlich, sehen Sie doch auf die Bilder, wie er in einer Gruppe jugendlicher sein Gift sät.. Jenes Gift, das so gut wie unmöglich wieder herauszubekommen ist. Der Mann ist auch noch selbst so hässlich, schmutzig und verkommen. Ich meine seine äußerliche Erscheinung — wenn ich an Physiognomik glauben würde, würde ich mich hier bestätigt fühlen wie sonst selten.

    Schande, von mir aus. Ich schäme mich nicht nur, ich bin empört, ich bekomme einen regelrechten Hass auf die Behörden, auf die Politiker, auf die gleichgültigen Mibürger, insbesondere Kölner. . Insbesondere die Kölner verachte ich mittlerweile geradezu..

    Hier hat wirklich kaum noch jemand Anstand in diesem Land. Was ist denn hier los verdammt nochmal. Warum schreiben Sie immer nur Beiträge, und ihr Kommentatoren, warum schreibt ihr immer nur Kommentare? Was soll diese Scheisse? Warum tun sich nicht einfach 10-20 Leute zusammen, marschieren auf den Domplatz und zerstören seine Plakate und Schilder und schieben sie ihm in seinen Hintern? Ich wäre bei sowas dabei. (Das alles frage ich natürlich nur in einem rein kontrakfaktischen Sinne, als bloßes Gedankenspiel, ich will selbstverständlich zu keinerlei Straftaten und Aktionen aufrufen usw.)

    • quisa schreibt:

      @johnson, Sie schreiben: „ich bekomme einen regelrechten Hass auf die Behörden, auf die Politiker, auf die gleichgültigen Mibürger, insbesondere Kölner. . Insbesondere die Kölner verachte ich mittlerweile geradezu..“

      Durch Hass und die pauschale Verurteilung der Bevölkerung einer ganzen Stadt lässt sich das Problem der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sicherlich nicht lösen….

  5. johnson schreibt:

    „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“? Was’n das? Ein anderes Wort für irgendetwas? Ungefähr so wie „Mensch mit Migrationshintergrund“ statt „Kanacke“?

    Übrigens: Mit meinem Hass auf Köln will ich auch nicht das „Problem“ der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ lösen. Selbst wenn ich wüsste, was letzteres ist.
    Der Fehler scheint bei Ihnen darin zu liegen, dass Sie glauben, mit Hass könne man Probleme lösen. Darin kommen Sie wohl mit Ihren gruppenbezogenen Menschenfeinden überein. Für mich erfüllt Hass eine andere Funktion.

    • Piet schreibt:

      «„gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“? Was’n das?»

      Lassen Sie mich Ihnen helfen: Wikipedia: „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“

      • johnson schreibt:

        oh je, sie sind nicht nur unfähig, ironie zu erkennen, sondern auch so banal, wikipedia zu zitieren.

        • Piet schreibt:

          Manchmal ist es im INet schwierig, Ironie zu erkennen, wenn das nonverbale Element nicht auf andere Art kenntlich gemacht wird. Wenn ich mich in Ihren Augen dann als unfähig und banal oute, sei’s drum. An Ihrer Ausdrucksweise wird es sicher nicht gelegen haben. ;-)

          • johnson schreibt:

            Wessen Ausdrucksweise Probleme bereitet, hatte ja gerade ich in Frage gestellt. Falsch verstandene political correctness jedenfalls ist nur eine Sünde an der Sprache. Schlimmer als so mancher Mord sowas.

            Sie sind doch nicht etwa einer von denen, die von „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ statt von „Rassismus“ und „Judenhass“ sprechen? Von „Studierenden“ statt „Studenten“? Von „Muslimen“ statt von „Moslems“ und von „Muhammad“ statt von „Mohammed“? Von „Islamophobie“ statt von „Islamkritik“ und von „Israelkritik“ statt von „Antisemitismus“?

            Ich hab diese ganze Wortverdreherei satt. Im Übrigen konnte ich auf der von Ihnen verlinkten Wikipediaseite keine Kategorie für meinen Hass auf Köln(er) finden. Typisch Soziologen (bzw. „Gruppe“ der Soziologen): Idioten mit Begriffsbildungen die ins Nichts laufen. Hauptsache man kann Wissenschaftlicher-Mitarbeiter-Stellen damit rausschlagen – für Leute die sonst ein Einkommen von ca. 1/10 davon hätten, nämlich Hartz IV.

            • Piet schreibt:

              «Sie sind doch nicht etwa einer von denen, die von …»

              Kommt auf den Anlass an. Mit wissenschaftl. Fachbegriffen geben Sie ja nicht nur eine Definition wieder, sondern ggf. auch eine theoretische Einordnung. In einer wiss. Diskussion dienen sie also der Klarheit, in einer politischen Diskussion sieht das aber oft ganz anders aus (s. mein Beispiel oben).

              Mir ist Verklausulierung zuwider, weil sie eine Form der Unehrlichkeit darstellt, weil sie täuscht, weil sie hintergehen will. Ansonsten ist mir politisch korrektes oder unkorrektes Gedöns ziemlich wurscht — solange es (das ist mein Maßstab) Menschen nicht herabwürdigt.

    • quisa schreibt:

      @Johnson: Sie werfen mir vor: „Der Fehler scheint bei Ihnen darin zu liegen, dass Sie glauben, mit Hass könne man Probleme lösen. Darin kommen Sie wohl mit Ihren gruppenbezogenen Menschenfeinden überein. Für mich erfüllt Hass eine andere Funktion“

      Scheinbar haben Sie ein Problem damit, richtig zu lesen. Ich sagte schließlich genau das Gegenteil, nämlich dass sich mit Hass gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit NICHT lösen lässt. Der einzige aus dessen Worten ich extremst viel Hass gegen ganze Gruppen vernommen habe sind nämlich Sie…aber vielleicht wollen SIe ja auch nicht verstehen.

      • johnson schreibt:

        Ich hab jetzt genug gepöbelt für heute, auf Ihren Beitrag antworte ich dennoch noch schnell..

        „Scheinbar haben Sie ein Problem damit, richtig zu lesen. Ich sagte schließlich genau das Gegenteil, nämlich dass sich mit Hass gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit NICHT lösen lässt.“
        Scheinbar haben Sie ein Problem damit, richtig zu schreiben, könnte ich nun antworten. Worum es mir nämlich ging: Ihr obiger Hinweis unterstellt, dass man *irgendwelche* Probleme mit Hass lösen kann, nur eben nicht, worauf sie mich dann so freundlich hinwiesen, das „Problem“ „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“. Ansonsten hätte ihr Hinweis nämlich schlicht lauten müssen: „Hass löst keine Probleme“.

        „Der einzige aus dessen Worten ich extremst viel Hass gegen ganze Gruppen vernommen habe sind nämlich Sie…aber vielleicht wollen SIe ja auch nicht verstehen.“
        Übrigens sind Kölner für mich ja auch gar keine Gruppe, sondern ein Pack. har har har.

  6. Feuervogel schreibt:

    Wo bleibt da eigentlich die sonst so stark vertretene (Anti)fa in Köln? Oder hält die das etwa für „antifaschistisch“?

    Sehe gerade, daß Piet das fragt. Naja, frage ich’s halt nochmal.

  7. Monika schreibt:

    Die Enkelbrut ist eine historische und ständige Einrichtung in Köln.
    Man erkennt sie auch heute, wenn man nur will – sie hat lediglich ein neues Gesicht. Heute tanzt man um den Herrmann´schen Stand, der das Feuer wieder zum Lodern bringt.

  8. Monika schreibt:

    Das Buch „Die Hasswand – Antisemitismus in der Domstadt“ könnt Ihr jetzt auch als PDF-E-Book Variante zu einem besonderen Preis beziehen:
    http://www.culturus.de/E-Bücher/1,000000298200,8,1

  9. Joachim schreibt:

    Deutschland einig Hysterikerland… was nicht täglich durch die Zeitung mit den grossen Buchstaben gejagt wird, wird in unserem schönen Land geflissentlich ignoriert.

    Was machen eigentlich unsere hauptamtlich Berufsbetroffenen wie Lea Rosh u.a. ?

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