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Band VIII (1994)Spalten 1446-1447 Autor: Norbert M. Borengässer

SAVELLI, röm. Adelsfamilie (de Sabellis), die bis zu ihrem Aussterben 1712 u.a. das durch Paul III. verliehene erbliche Amt eines päpstlichen Oberhofmarschalls innehatte. - Die Familie stellte mit Cencio als Honorius III. (1216-1227; s.d.) und seinem Großneffen Giacomo als Honorius IV. (1285-1287; s.d.) zwei Päpste des 13. Jh., dazu einige Kardinäle, die wie Cencio, gleichnamiger Neffe Honorius III., als Legat des Papstes tätig waren oder hohe Ämter in der Kurie bekleideten. - Immer wieder in die Auseinandersetzungen der mächtigen röm. Familien verwickelt oder sogar in militärischer Opposition zum Papst stehend (z.B. als Parteigänger der Colonna im Streit mit Bonifaz VIII. [s.d.] Ende 13./Anfang 14. Jh. oder etwa Mitte des 15. Jh. der Marschall der röm. Kirche, Pandulfo S., und Giacomo, die sich mit »Plünderern Roms« gegen den Papst verbündeten), fand die Familie erst mit der Erhebung Giovanni Battistas (+ 18.9. 1498) zum Kardinal (15.5. 1480) wieder Eingang in das Kardinalskollegium. Er trat vor allem im Kampf gegen den berüchtigten Borgia-Papst Alexander VI. (s.d.) auf, dessen Absetzung durch ein Konzil er vergeblich betrieb. - Giacomo (+ 5.12. 1587), Kardinal bereits 1539, Bisch. v. Nicastro, Gubbio, Porto, seit 1560 Vikar von Rom, war Mitbegründer des Röm. Seminars und maßgeblich an der Durchführung der Reformen des Konzils von Trient beteiligt. - Silvio (+ 1599) wurde 1583 Erzbisch. v. Rossano, dann Patriarch von Konstantinopel, war Nuntius in Neapel und Paris, schließlich Statthalter in Avignon; 1596 zum Kardinal erhoben. - Giulio (+ 1644), Kardinal 1615, mehrere Legationen, Bisch. von Frascati 1639 und Erzbisch. v. Salerno 1630 bis 1642; sein Neffe Fabrizio (+ 1659) wurde 1642 Erzbisch. v. Salerno, dann Legat in Bologna, Ravenna und Ferrara, Nuntius in Polen, Kardinal 1647. - Im 30jährigen Krieg kämpfte Herzog Friedrich von S. (+ 1649) zuletzt als Feldmarschall mit wenig Erfolg auf kaiserlicher Seite, glücklicher in der Verteidigung des Kirchenstaates; diente sowohl dem Kaiser als auch dem Papst mehrfach als Gesandter.

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Quellen: Onofrio Panvinio (+ 1564), De gente Sabella, hrsg. v. E. Celani, in: Studi e docum. di storia e diritto 12 (1891) 271-309; 13 (1892) 187-206; - Francesco Sansovino, Origine et fatti delle famiglie illustri d'Italia, 1670; - Lorenzo Cardella, Memorie storiche de'cardinali della santa romana chiesa, 9 Bde., 1792/97, bes. I, 233; III, 218 f.; VII, 71 f.

Lit.: Karl August Fink, Päpste der Hochrenaissance, in: HdKG III/2, bes. 651-667 (Lit.); - Hans Wolter, Die Krise des Papsttums und der Kirche im Ausgang des 13. Jh. (1274-1303), in: ebd. 297-362 (Lit.); - Hubert Jedin, Ursprung und Durchbruch der Kath. Reform bis 1563 u. ders., Das Papsttum und die Durchführung des Tridentinums (1565- 1605), in: HdKG IV, bes. 476-531 (Lit.); - v. Pastor II-XIV (s. Reg.), z.T. veraltet; - Konrad Eubel, Hierarchia cath. I-IV, pass.; - Pius B. Gams, Series episc. eccl. cath., 1873 ff. (Nachdr. 1957) X. XX f. 700. 919 u.ö.; - Gaetano Moroni, Dizionario di erudizione storico-eccles. da S. Pietro, 1840/79, LXI, 204-308; - Sommeregger, Art. S., in: ADB 53 (1907) 720 f.; - EncItal 30 (1936) 921; - Michael Buchberger (Hrsg.), Kirchl. Handlex. II (1912) 1940 (ältere Lit.); - EC X, 1972 f.; - LThK2 IX, 351.

Norbert M. Borengässer

Letzte Änderung: 09.04.2011