Echt Kölnisch Gift

Am Mittwoch, den 13. April 2011 wird um 17 Uhr ein Konzert mit dem Titel „Sfardische Lieder“ im Domforum auf der Kölner Domplatte im Rahmen der jüdischen Kulturtage stattfinden.

Der Platz vor dem Domforum ist nun allerdings genau die Stelle, an der Walter Herrmann regelmäßig mit seiner brutalen Hasswand gegen Israel steht und eindeutig einseitige Propaganda betreibt, wie sie von der Hamas nicht besser organisiert sein könnte.

Ich möchte daher alle Kölnerinnen und Kölner dazu motivieren, am 13. April 2011 das Konzert im Domforum zu besuchen; und wenn Sie dann schon mal da sind, können Sie ja kurz und wahrhaftig bei all den dort anwesenden Gästen Stellung beziehen zu der Existenz dieser grässlichen Hasswand.

***

In Köln hat einst die Klerisei
Ihr frommes Wesen getrieben,
Hier haben die Dunkelmänner geherrscht,
Die Ulrich von Hutten beschrieben.

Der Cancan des Mittelalters ward hier
Getanzt von Nonnen und Mönchen;
Hier schreibt Walter Herrmann, der Menzel von Köln,
Die gift’gen Denunziatiönchen.

Man möge mir verzeihen, dass ich Heinrich Heines Verse leicht abgeändert habe, aber es passt einfach zu gut, denn seit Jahren schon ätzt Walter Herrmann giftige Denunziatiönchen gegen Israel und Juden über den Platz vor dem Kölner Dom.

Am 13. April könnte Walter Herrmanns Hass wieder einmal besonders giftig und schmerzhaft werden. Es kann zwar nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob Walter Herrmann auch an dem Tag des Konzerts dort stehen wird, aber sollte es so sein, dann werden alle Menschen, die Köln im Rahmen der jüdischen Kulturtage besuchen, an einer Installation vorbeikommen, die Bilder und Sprüche wie diese zu bieten hat und hatte:

Israel als Kindermörder:

Israel als Hitler:

Juden als Unterdrücker der Welt (und ich spreche hier bewußt von Juden und nicht von Israel, da Walter Herrmann hier nicht Israel meint, sondern ausdrücklich Juden, wie ich hier beschrieben habe):

Israel als Kinderfresser (Der Stürmer und die Ritualmordlegende lassen grüßen):

Hier im Kontext:

Es ist geradezu unverantwortlich, dass Menschen, die sich in Köln ein Konzert im Rahmen der jüdischen Kulturtage anhören möchten, mit diesem Hass gegen Israel und Juden konfrontiert werden. Es muss daher die Aufgabe jedes Kölners und jeder Kölnerin sein, dafür zu sorgen, dass die Gäste Kölns unsere Stadt nicht in dem Glauben verlassen, es mit einer hasserfüllten Stadt zu tun zu haben.

Ich möchte daher alle Kölnerinnen und Kölner dazu motivieren, am 13. April 2011 das Konzert im Domforum zu besuchen, um zu verhindern, dass den dort anwesenden Gästen das Konzert durch Walter Herrmanns Hass verdorben wird.

Sollten Sie bei der Stadt Köln arbeiten, dann können Sie am 13. April das Konzert besuchen und ein paar Kopien der Resolution dabei haben, die Sie am 16. Dezember 2010 verabschiedet haben. In der Resloution, die vom Oberbürgermeister und so ziemlich allen Parteien im Rathaus unterzeichnet wurde, wird zur Hasswand geschrieben: „Die Dauerdemonstration vermittelt keine Botschaften des Friedens, sondern des Hasses.“ Zudem wird die oben gezeigte Karikatur des Kinderfressers als eindeutig antisemitisch bezeichnet! Die Stadt Köln gibt somit zu, dass sie einen Antisemiten vor dem Kölner Dom stehen hat und ihn toleriert, vielleicht tolerieren muss?

Am 13. April haben Sie die Möglichkeit, sich zu erklären: Gehen Sie zum Konzert und erklären Sie den dort anwesenden Gästen, warum Ihnen als Stadt Köln die Hände gebunden sind und sie Antisemitsmus vor dem Kölner Dom dulden müssen. Sie können dann auch gleich erklären, warum die Polizei nichts gegen diesen Hass unternimmt oder doch zumindestens immer anwesend ist, solange Walter Herrmann Antisemitismen vor dem Kölner Dom verbreitet. Sie können dann auch erklären, warum die Verbreitung von Hassparolen keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt und warum deshalb sich keine Polizei um die Sicherheit kümmern muss.

Sollten Sie an einem Kölner Gericht arbeiten, dann können Sie am 13. April das Konzert besuchen und erklären, warum Ihrer Meinung nach die Stellungnahme der Kölner Staatsanwaltschaft verständlich ist, wonach dieses Bild nicht antisemitisch ist:

Kommen Sie und erklären Sie die Entscheidung der Kölner Staatsanwaltschaft, die begründet hat, die Person, die das Kind auf dem Bild verspeist, habe keine „jüdische Krummnase“ und sei deshalb nicht eindeutig als Jude zu erkennen, was die Karikatur nicht antisemitisch mache. Kommen Sie und erklären sie diese Begründung, die offiziell ist und die sie hier nachlesen können.

Sollten Sie eine Kölner Bürgerin oder ein Kölner Bürger sein, dann kommen sie am 13. April zu dem Konzert und erklären Sie, warum sich zwar Tausende von Kölner völlig verständlicherweise zusammentun, wenn in Köln ein Tag lang gegen Mulsime gehetzt werden soll, aber kaum jemand sich findet, wenn täglich gegen Juden gehetzt wird.

Am 20. September 2008 gab es unter dem Motto „Köln stellt sich quer“ eine Neuauflage der Aktion „Arsch huh, Zäng ussenander!“ auf der Domplatte in Köln. Anlass war der Versuch der Wählergruppe Pro Köln, in Köln ein als „Anti-Islamisierungs-Kongress“ bezeichnetes europaweites Treffen von Rechten zu inszenieren. Zehntausende Menschen vesammelten sich damals in der Kölner Innenstadt, um dagegen ein Zeichen zu setzen. Das Treffen von Pro Köln wurde so erfolgreich verhindert. Jene Zehntausende allerdings, die sich 2008 versammelten, um gegen eine einseitige Verurteilung des Islams und seiner Länder zu demonstrieren, versammeln sich nicht gegen die Tatsache, dass auf der Kölner Domplatte fast täglich gegen das Judentum und seinem Land agitiert wird.

Kommen Sie also am 13. April zum Konzert und erklären Sie, ob die Parole „Arsch huh, Zäng ussenander!“ auch für Juden gilt!

Kommen Sie alle am Mittwoch, 13. April 2011 um 17 Uhr zum Konzert am Domforum und beziehen Sie Stellung. Ich werde auch da sein. Kommen Sie! Ich würde mich freuen.

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6 Antworten zu Echt Kölnisch Gift

  1. Monika schreibt:

    Sehr gut, absolut einverstanden…

  2. Dieter Müller schreibt:

    Antisemiten wird es wahrscheinlich immer geben. Sie gehören zu einer Spezies die nicht auszurotten ist. Was mich in diesem Zusammenhang erschüttert, ist der Staatsanwalt. Meiner Meinung nach haben solche Staatsanwälte im Deutschland des Jahres 2011 nichts zu suchen. Meiner Meinung nach beugt hier ein Staatsanwalt geltendes Recht um von seiner eigenen politischen (?) Einstellung abzulenken.

  3. Petra schreibt:

    Sehr gut.

  4. anti3anti schreibt:

    Die Lieder aus dem Andalusien des 14. und 15. Jahrhunderts erinnern an eine Blütezeit der Kultur, in der Muslime, Christen und Juden friedlich zusammenlebten.

    Jüdische Kulturtage 2011 in Köln

    Genauso friedlich wie auf der Domplatte …

  5. Paul schreibt:

    Bin mit dem Artikel vollkommen einverstanden. Da ich in Berlin wohne, kann ich leider nicht kommen. Sonst wäre ich dabei. Ganz bestimmt.

    Bei dieser Gelegenheit eine Frage. Auf Grund neuerlicher Plakate, ich glaube es war im Januar, wurde eine Kampagne gestartet, durch neue Anzeigen zu einem anderen Gerichtsurteil zu kommen. Habe mich damals an dieser Aktion beteiligt und Anzeige erstattet. Habe aber nicht einmal eine Eingangsbestätigung für meine Anzeige erhalten. Ist das normal?
    Was ist eigentlich aus dieser Aktion geworden? Gibt es die Möglichkeit irgend einen Druck zur Durchführung, Beschleunigung des Verfahrens aufzubauen?

  6. Alice schreibt:

    Danke Gerd,
    wir dürfen nicht schweigen,du hast Recht!

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