Nicht nur Flassbeck wundert sich

von weissgarnix am 24. April 2010

Heiner Flassbeck, UNCTAD-Chefökonom und Co-Autor von “Zukunft des Kapitalismus”, wunderte sich vor ein paar Tagen per Email: Wie könne es sein, dass deutsche Minister in Brüssel beschliessen, dass zur Überwindung der EWU-Krise Fragen der Wettbewerbsfähigkeit und der Löhne angegangen werden müssen; es den gleichen Politikern aber gelingt, solche Fragen aus der Diskussion in Deutschland vollkommen auszuschliessen? Ja, dass die Kanzlerin sogar behaupten kann, solche Fragen seien absurd. Und praktisch keiner in der deutschen Presselandschaft widerspricht – unter Erwähnung der deutschen Position in Brüssel.

Ja, das ist in der Tat verwunderlich. Ich meine: Nicht, dass die deutsche Presse nicht widerspricht – das ist kein Wunder. Weil die hört bekanntermaßen lieber den Sinns und Issings bei dem zu, was wir Ösis liebevoll als “Dampfplaudern” bezeichnen. Aber das weiß Flassbeck auch selber.

Nein: Was verwundert, ist die Inkonsistenz, die zwischen der deutschen Position in Brüssel und dem politischen Diskurs zu Hause besteht. Flassbeck bezieht sich auf den Quartalsbericht der Europäischen Kommission zur EURO-Zone. Dort heißt es gleich auf Seite 5:

“In some surplus countries, the report identifies persistent weakness in domestic demand – with corporate saving and investment decisions playing a central role – as a source of concern for the euro area as whole as well as the wellbeing of surplus countries themselves. We do not argue that surplus countries are too competitive. On the contrary, Member States should strive to be as competitive as possible in an increasingly competitive global economy. For growth to be balanced, however, export successes should translate into stronger domestic demand, thus boosting imports, too. The structural weaknesses of domestic demand need to be identified and tackled.”

Und dann am Schluss bei den “Conclusions”:

“Action is also needed in Member States that have accumulated large current account surpluses. In these countries, policies should aim to identify and implement structural reforms that help in strengthening domestic demand.”

Man braucht nicht lange zu rätseln, wer da gemeint ist. Mit anderen Worten: Auf Ebene der EU wird nicht nur diskutiert, sondern sogar verabschiedet, was Merkel in Reaktion auf u.a. die französischen Vorwürfe als Unsinn verworfen hat. Unter Mitwirkung deutscher Minister. In der Tat merkwürdig.

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Wat. April 24, 2010 um 19:11

Ich würde ja meinen, das ist der ‘alte’ Vormachtstellungskrieg zwischen Deutschland und Frankreich in der EU.

Sieht so aus, als hätten grad die Franzosen die ‘Hosen’ weniger kneifend an…

Was sollen da ‘unsere’ Hosen-Anzüge machen?
Was macht der sich als solches ‘einbildende Mittelstand’, wenn er das geistig realisiert?
Bestünde nicht die ‘Gefahr’, daß er sich mal auf die EU berufen und den größeren Kuchenteller bei der ‘Verteilung’ erwischen will – natürlich nur für sich, aber eben wenigstens für sich – und das ist immer noch mehr, als ‘nationales Kapital’ bereit wäre, ‘freiwillig’ heraus zu rücken.

Hermann Keske April 24, 2010 um 19:14

. . strengthening domestic demand.

Das darf nicht wahr sein – der Kommunismus steht vor der Tür. Wissen die denn gar nicht, dass wir in Deutschland mit der ökonomischen Forschung einen ganz anderen Stand haben? Hat keiner von denen je HWS gelesen? Die halten die Abkürzung für das Halswirbelschleudertrauma?

Und das im Zusammenhang mit Griechenland!

Jahrzehntelange wissenschaftliche Aufklärungsarbeit aufs schwerste gefährdet, wenn nicht schon zunichte gemacht. Aus was für einer Sammlung von ökonomisch Kenntnisfreien besteht denn bloss die Kommission?

Nein, nein, man kann von Deutschland lernen. Das Rezept ist sehr einfach und erfolgreich: Die Löhne müssen runter, in Griechenland natürlich vor allem, die Sozialausgaben gekürzt, die Unternehmenssteuern gesenkt und der Arbeitsmarkt flexibilisiert werden, dann geht auch was mit den Nachbarn.

Binnennachfrage stärken – was für eine Idee! Am besten, ich besorge mir einen Holzpflock, ein Kreuz, einige Knoblauchzehen und hänge ein paar Spiegel auf. Wie ist das, kann man Exorzisten direkt im Vatikan ordern?

Wat. April 24, 2010 um 19:35

Mit anderen Worten: Auf Ebene der EU wird nicht nur diskutiert, sondern sogar verabschiedet, was Merkel in Reaktion auf u.a. die französischen Vorwürfe als Unsinn verworfen hat. Unter Mitwirkung deutscher Minister. In der Tat merkwürdig.

Ja – und?

Was passiert denn, wenn man sich anschließend nicht daran ‘hält’.
Was könntetetete denn ‘passieren’ – mE – nicht, niente, nada!
Büschen Du-Du – ja und dann…

Kommt ‘nen ‘alter’ polnischer Spruch eben mal aus Deutschland: “Bei uns geht das nicht” ^^

BB April 24, 2010 um 19:35

Ach, das ist wieder dieses fruchtlose Verteidigen der vermeindlich linken ökonomischen Theorien, nach der Schulden gut sind, wenn die Konjunktur Probleme hat und die Lohne hoch sein müssen, damit die Nachfrage nicht einbricht und das wird in Stellung gebracht gegen diesen Sinn’schen Unsinn, dass jetzt gespart werden muss auf Teufel komm raus und die Löhne gedrückt werden auf nochmal auf Teufel komm raus.

Beides ist Quatsch vor dem Hintergrund der griechischen Situation. Pi mal Daumen kann man sagen, dass in Griechenland die Hälfte der Arbeitsfähigen Selbständige sind. Außerdem kommen auf 1 Betrieb nur 20 Griechen. Damit werden die Griechen auf Jahrzehnte nicht produktiv. Damit wird deutlich, dass sowohl Flaßbeck als auch Sinn bisher kein Wort dazu geschrieben haben, wie sie dieses Strukturproblem, das seit dem EU-Beitritt besteht und nicht wesentlich angegangen wurde, beseitigen wollen.

Das ist genau das, was ich immer kritisiere. Die Ökonomie-Theoretiker von beiden Seiten beschränken sich auf schöne Gedankenspiele, wie sie den Tiger der Konjunktur reiten können, aber die Strukturen haben sie nicht im Focus. Sie reden lieber über Ableitungen und Steigungen (1-2% Wachstum) als über absolute Zahlen (Absolutes Produktivitätsniveau im Vergleich GR/D bzw. Produktivitätswachtum über einen Zeitraum von 30 Jahren ).

Damit reden dann alle immer wieder an den wirklichen Problemen vorbei und das ist Absicht (denn solange die Ökonomen dumm sind, verdienen die Banken).

keiner April 24, 2010 um 20:26

@Wat: War auch mein erster Gedanke: Papier ist extreeeeem geduldig.

keiner April 24, 2010 um 20:27

…und dann ist da ja noch die “Tarifautonomie” 8-)

ceteris April 24, 2010 um 20:28

@BB
Yep. Die einen wollen die Staatsausgaben erhöhen, die anderen die Staatseinnahmen senken. Und wer ist da immer der Dumme?
Alles wg. der “Konjunktur”, auch so ‘ne “Einheit in der Differenz”, hab’ ich den schweren Verdacht…

ergo sum April 24, 2010 um 21:01

Es ist nicht das erste Mal, dass doppelzüngige deutsche Minister im Ausland anders reden als daheim. Doch unsere einzigen Konkurrenten, die chinesischen Exportweltmeister, tun’s ja auch.

Michael April 24, 2010 um 21:06

Solange die Griechen das Problem nicht durch haircut oder Austritt aus dem Euro lösen, gibt es nur zwei Verlierer. Die Steuerzahler aller “Retter” (die “Retter” Italien, Portugal und Spanien stehen auch schon zur eigenen Rettung ganz anderer Beträge an) und die einfachen Griechen. Wo es Verlierer gibt, muß es auch Gewinner geben. Die sind unter der Bezeichnung “Investmentbanken” bestens bekannt.

Eine Steueranhebung der FED und der EZB um, ohne Vorankündigung, 1% würde das Problem der Derivate auf Staatspapiere brutal und konsequent lösen. Das ist offenbar nicht vorgesehen. Diese kleinen …. können sich dieses Spiel nur erlauben, weil sie in “Liquidität” gebadet werden.

Vorgesehen ist aber eine “Reform” des Maastricht – Vertrages. Exakt darauf wette ich ungehebelt, aber mit außergewöhnlich großen Positionen, denn jedem sollte die Konsequenz daraus klar sein.

Michael April 24, 2010 um 21:07

Zinsanhebung natürlich nicht Steuer … sorry

keiner April 24, 2010 um 21:54

“Vorgesehen ist aber eine “Reform” des Maastricht – Vertrages. Exakt darauf wette ich ungehebelt, aber mit außergewöhnlich großen Positionen, denn jedem sollte die Konsequenz daraus klar sein.”

Der Euro rauscht zu Tale?

Frankie Bernankie April 24, 2010 um 21:56

@Hermann Keske

“Binnennachfrage stärken – was für eine Idee! Am besten, ich besorge mir einen Holzpflock, ein Kreuz, einige Knoblauchzehen und hänge ein paar Spiegel auf. ”

Man kann sich ja lange darüber lustig machen, aber frag doch mal die Menschen auf der Strasse, da wirst Du Kopfschütteln ernten, denen machst Du nicht begreiflich, dass viel Arbeiten für bescheidenes Salär und viel Sparen auf einaml ökonomisch inopportun wäre.

Im Gegenteil, es wird davon ausgangen, dass Selbstbescheidung und Sparsamkeit allerökonomistischtes Handeln sind!

Wie der Pinkwart heute so schön auf dem FDP-Parteitag sagte: ” Es kann doch nicht sein, dass wir keine Steuersenkung durchführen , während wir den Griechen die Milliarden nachwerfen!”

Michael April 24, 2010 um 22:44

Wie der Pinkwart heute so schön auf dem FDP-Parteitag sagte: ” Es kann doch nicht sein, dass wir keine Steuersenkung durchführen , während wir den Griechen die Milliarden nachwerfen!”

Wir haben in den Jahren seit €-einführung eine Kapitalbilanz gefahren, in der gewaltige Verluste stehen. Das heißt die Leistungsbilanz war schön anzusehen, die zugehörige Kapitalbilanz war fürchterlich. Nämlich saldiert 210 – 220 Mrd.€ Nasse. Und wir werden nicht nur für die Griechen zahlen.

Soweit richtig, die FDP, nicht nur die, zielt darauf, dass die Kosten der Gesundheit von den Unternehmen möglichst stark auf die Arbeitnehmer übertragen werden. Sichworte Privatisierung der Sozialversicherungen. Bei dem Ausmaß von Mißbrauch und Zweckentfremdung von Mitteln in dem Sektor durchaus schwierig, aber nicht verkehrt.

Aber das mit den Steuersenkungen ist auch nicht für alle so gedacht. M.E. ist der Ansatz der FDP unter Bedingungen eines €uro tatsächlich der einzig gangbare.

Der Euro rauscht zu Tale? Es geht nicht so sehr um die Griechen, die haben Schulden von 225 Mrd. € = 300 Mrd.$. Es geht um eine “Reform” des Maastricht-Vertrages, um den Betrug an den “Hartwährungsländern” im €. Die “Letzten Vier Aufrechten” hatten und haben, sowie behalten zwar Recht, aber sie bekommen mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Recht. Weil die EU alles andere aber keine “Demokratie” ist. Es ist eine Kleptokratie.

Stellt man die Staatsschulden der USA mit den Staatsschulden der € – Zone gegenüber, käme man auf einen Quotienten von $/€ 1,21. Der € ist nach wie vor keineswegs “schwach”. Aber gehebelt auf Wechselkurse zu spielen, das geht schief. Es ist mir peinlich zuzugeben, aber es geht neben Anleihen (Pari, nicht über Pari) von NOK, CHF oder Bargeld NOK, CHF, tatsächlich banales Gold.

Wer gute Nerven hat, kann auch Griechen-Anleihen langer Laufzeit und besonders kleiner Emissionen nehmen. Wenn das Problem gelöst ist, holen sich die hedgefonds, falls sie die Emissionsbeträge vergaßen, mit Papieren, von denen nur ein paar hundert Millionen € emittiert wurden, eine blutige Nase.

Nanuk April 24, 2010 um 23:58

@Michael
Ich stell mir das so vor der Hosenanzug ruft beim Feldmännchen an und sagt komm ich treibe die Zinsen nach oben und dann greifst du bei Emisionen zu… und du besorgst mir dafür wenn ich nicht wiedergewählt werde nen Aufsichtsratsposten…

Nanuk April 25, 2010 um 00:00

Der Euro rauscht zu Tale?
1,33 wir haben eine Währungskrise…
:)

Nanuk April 25, 2010 um 00:03

Fragt sich nur wann Goldman genug Gazillionen Euro Long Positionen aufgebaut hat…

johaupt April 25, 2010 um 00:42

@BB (Beitrag 4)

Stimm ich uU auch zu, aber wie würdest du denn das Problem angehen? Ich meine meckern kann ja jeder, man sollte auch eine Alternative in petto haben.

Nanuk April 25, 2010 um 09:24

@BB
“Pi mal Daumen kann man sagen, dass in Griechenland die Hälfte der Arbeitsfähigen Selbständige sind. Außerdem kommen auf 1 Betrieb nur 20 Griechen”

Damit ist Griechenland eine Soziale Marktwirtschaft.

Hermann Keske April 25, 2010 um 10:01

@ Frankie Bernankie # 12

Im Gegenteil, es wird davon ausgangen, dass Selbstbescheidung und Sparsamkeit allerökonomistischtes Handeln sind!

Wie der Pinkwart heute so schön auf dem FDP-Parteitag sagte: ” Es kann doch nicht sein, dass wir keine Steuersenkung durchführen , während wir den Griechen die Milliarden nachwerfen!”

Mein Humor ist der des Galgens – die Leute auf der Strasse kann ich noch verstehen, die werden von Sorge, wenn nicht Angst getrieben. Sie schätzen ihre Chancen, demnächst selbst im Keller zu landen, schon ziemlich hoch ein. Die meisten sind ausserdem mangels Masse gar nicht in der Lage, durch den Verzicht auf Sparen etwas für die Binnennachfrage zu tun.

Pinkwart ist das richtige Stichwort. Da beginnt der Horror. Ist nicht vor allem unsere Mittelschicht fest davon überzeugt, die FDP verfüge über ökonomischen Sachverstand? Die krasse Fehleinschätzung als gesicherte Grundlage für Wahlentscheidungen – dort setzen schwere Depressionen an, macht sich Hoffnungslosigkeit breit.

Nanuk April 25, 2010 um 10:36

Wer Soziale Marktwirtschaft verstehen will sollte sich den Strassenverkehr in Indien anschauen…
http://www.youtube.com/watch?v=7djT51jlwY0&amp;

Die Philosophische Frage bleibt wie besorgt man für jeden eine Hupe?

BB April 25, 2010 um 11:34

@Nanuk: “Damit ist Griechenland eine Soziale Marktwirtschaft.”

Auf eine groteske Art stimmt das. Die Politik hat so viele Vettern (oder umgekehrt) in der Bevölkerung, dass für fast alle gesorgt ist (na sagen wir 40 Prozent, bei einem Beamtenverhältnis von 1:10, wenn jeder Beamte im Schnitt noch 4 Familienangehörige ernährt).

Aber wer bezahlt das? Wir!

BB April 25, 2010 um 11:36

@johaupt Was würde ich machen?

Ich weiß es auch nicht. Die Sache ist so verfahren! Entschuldung? Wiedereinführung der Drachme? Aber eines weiß ich. Die Banken müssen diesmal bluten. Sonst holen wir die Guillotinen für die Politiker wieder aus den Museen!

Nanuk April 25, 2010 um 11:47

@BB
Aber wer bezahlt das? Wir!

Nein wir bekommen dafür das was uns am liebsten ist im Papiertigerland… Papier mit bunten Bildchen drauf.Nene es geisteskrank verrückt oder wie auch immer… so ist es einfach…

Nanuk April 25, 2010 um 11:57

@BB
Wer Papier mit bunten Bildchen haben will muss dafür bezahlen so einfach ist das… there is no free lunch auch eine Exportweltmeisterschaft will bezahlt werden…

BB April 25, 2010 um 12:11

@Papier? Tatsächlich? Heute sind das doch nur Einsen und Nullen auf irgendeinem Main-Frame-Rechner (der von den Amis ausspioniert wird). Exponentiell wachsende Schulden? Kein Problem! Ändern wir die Hardware einfach von 32-bit auf 64-bit.

BB April 25, 2010 um 12:16

@johaupt

Hier noch ein vernünftiger Vorschlag, was man machen könnte:

http://chatatkins.blogger.de/stories/1622706/

Moratorium! Muss ja vielleicht nicht immer gleich Schuldenerlass sein.

Bile April 25, 2010 um 13:06

@Frankie Bernankie & Michael
hier einige Infos zum Innovationsminister Pinkwart.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=5228,

Das sagt eine Menge über die FDP aus…

keiner April 25, 2010 um 13:23

Moratorium? Und dann? Warten auf besser Wetter und das die Deutschen scharenweisein Griechenland urlauben? Till hell freezes…

Nanuk April 25, 2010 um 13:32

@keiner
Nein Deutschland soll aus der EU austreten wenn es nicht bereit ist zu pragmatischen Lösungen… Dann haben sie alle wieder ihr D-Mark und gut ist…

keinerwars April 25, 2010 um 14:00

reicht doch einfach bei XY Klage ein, dass das Leben zu 99,9% (Tendenz steigend) von einem politisch durchgesetzen System bestimmt wird, das ein jeden nur wie einen homo oeconomicus behandelt und ein jeder damit menschenverachtend degradiert wird;
bzw. ein jeder genötigt wird, das Weltbild und Handeln nach der weltfremden Angebotstheorie-Rationalität ausrichten zu müssen
menschenwürde über wirtschaftssystem so einfach

keiner April 25, 2010 um 14:50

Nanuk, der war wieder mal gut! Ich lach jetzt noch bei dem Versuch, mir die franz. Bauern vorzustellen, wenn keiner mehr für ihren Kram löhnt und und und…

goodnight April 25, 2010 um 15:52

Yep, es ist Sonntag…die Sonne lacht…und goodnight redet jetzt mal gegen Luhmann und für den Mensch oder so ;-)

Weil, diese ganze merde mit der EU ist bedingt durch den Mensch…oder sagen wir mal einfach “Kultur”…und die Kultur ist der blinde Fleck bei Luhmann.

Yep, damit ist alles gesagt ;-)

Schönen Sonntag

P.S.:
Yep, long and dirty version…yep, also….wenn ich heute so durch Spanien oder Italien oder Griechenland und sogar Frankreich fahre…yep, dann sieht das alles noch so aus, wie damals in mener Kindheit bzw. Jugend. Yep…und das ist ca. 20 Jahre her….und in diesen 20 Jahren ist da voll die Lutzie abgegangen, also geboomt hat es dort, die Wachstumsraten sind explodiert, die Arbeitslosigkeit geschmolzen wie snowman in Sahara, die Einkommen sind exponential durchgestartet,yep, die waren beim Durchschnittseinkommen bald alle reicher als wir.
Yep, selbst goodnight glaube ne Zeitlang an das Wunder des Kapitalismus…aber nope, die Evolution ist stärker…der Mensch hat gesiegt….yep, weil, der Kapitalismus braucht irgendwie fleißige Menschen …. also solche, die sich quälen…und nicht dolce vita machen. Nope, nix gegen Südländer und so :-o , weil seltsamerweise können Südchinesen total fleißig sein…nur Südeuropäer vielleicht nicht ganz so…äh…egal. Whatever, die Spanier konnten Seat nicht einmal in 20 jahren in die Gewinnzone bringen….und der ganze Reichtum ist und bleibt selbstgemachte Immobilienblase. Period.
Griechenland ….ebenso…nur ohne Seat ;-) Und Italien ist halt im Norden anders…der Süden ist wie Spanien und Griechenland…nur mit Mafia. Yep, und jetzt sind sie wieder da, wo sie vor 20 jahren angefangen haben….20% Arbeitslosigkeit und leben von Tourismus.
Yep, die Franzosen haben zum Glück noch nen bisschen Luxus-Industrie… die Engländer noch Banken….und wir the real thing….yep, ansonsten wäre Euro-Land nicht mehr am…sondern schon im Arsch.
Nope, ich sehe keine Taschenlampe am ende des Tunnels, die genanten Länder werden bleiben was sie sind…das ist ne Frage der Kultur…und Kultur ändert sich nicht in Jahren…sondern vielleicht in Jahrhunderten.
Yep, hoffen wir, das die neuen Eu-Ostländer mehr als nur Kriminalität können ;-)

Whatever, zum Glück gibts die Asiaten….wir sollten mit denen ne neue EU gründen ;-)

Paul Pretzel April 25, 2010 um 16:02

Deutschland soll aus der EU austreten (so nanuk und andere)

Die Frage ist dann schlagartig, wo Deutschland eintreten soll. Ich behaupte, für den Fall hat Putin auch schon einen Vertrag in der Schublade, der auf sowas wie RGW reloaded hinausläuft. Wenn wir dann auch noch die DDR 2.0 haben, kennt der Jubel keine Grenzen mehr und das Öl von Freunden fliesst ohne Unterlass.

Übrigens empfehle ich, die FAZ zu lesen:
“Das Land schuldet ausländischen Banken 175 Milliarden Euro, davon 33 Milliarden deutschen Kreditinstituten”
Mal sehen, was das EU-Ausland alles fordert, wenn die merken, dass sie den Deutschen die Kastanien (bzw. den Gyros) aus dem Feuer holen.

Abwegig? Ich nehem an, Schröder wusste schon, als er noch Bundeskanzler war, wo er anheuert, wenn er kein Bundeskanzler mehr ist.

Nanuk April 25, 2010 um 16:07

@goodnight
Das ist der völlig falsche Ansatz.Da man Deutschland nicht verschieben kann tauschen wir einfach die Räumlichkeiten mit den Tibeter… Die Chinesen sind glücklich sie brauchen keine Soldaten mehr Stationieren die deutschen machen sowieso immer was man ihnen sagt und die Tibeter können beten und Tempel bauen wie sie wollen…

Nanuk April 25, 2010 um 16:32

@Paul Pretzel
Nenne das RGW einfach Marshallplan dann klingt das sofort voll geil nach Kapitalismus ,Freiheit ,Kaugummi ,Bluejeans ,Cowboys und so…

BB April 25, 2010 um 17:53

Vielleicht könnte sich ja das Büro Albert Speer Gedanken zu Griechenland machen. Könnte mir vorstellen, dass seine Ideen für das Ruhrgebiet auch auf Griechenland übertragbar wären:

“… In der Emscherregion sollen neue, grüne Freiflächen entstehen, auf alten Brachen die Möglichkeit mit wenig Mitteln selbstverwaltet zu leben und zu arbeiten und “Turk-Towns” möglich gemacht werden: …”

http://www.ruhrbarone.de/speers-ruhrplan/

Nun, Grünflächen vielleicht nicht, aber man kann ja auch selbstverwaltet Ziegen züchten.

keiner April 25, 2010 um 18:27

Pretzel Paule: Awas, wir retten gar nicht Griechenland, sondern die deutschen Banken? Wer hätte das gedacht! :-)

Staatsfinanzenkrise = Bankenkrise 2.0

8-)

Volkswirt April 25, 2010 um 19:01

Kann denn hier niemand lesen? es heißt doch: “structural reforms that help in strengthening domestic demand.”
Also mal wieder die alte angebotstheoretische Leier oder genauer: Lohnsenkungen.
Viel Spaß beim lesenlernen wünscht
Volkswirt

Stephan April 25, 2010 um 19:38

Volkswirt #38
Oops … Das ist genau das Problem! Der Volkswirt im Allgemeinen kann scheinbar nicht lesen und schon gar nicht verstehen. Die alte “aggregate demand” Leier ist: Geld in die Taschen des Privatsektors zu verschieben. Und nicht Lohnsenkungen? Scheinbar wird eine Generation von Volkswirten systematisch auf IQ 0 kalibriert?

Sachertorte April 25, 2010 um 19:40

@BB

“Albert Speer”

Der hatte wenigstens Begriffen, dass Kapitalismus nicht funktioniert.
Und Anordnungen nützlich sein können.

“Deutschlands Industrie verschwendet Milliarden durch Rohstoffvergeudung”

http://www.firmenpresse.de/pressinfo192975.html

Das ist nicht die einzige Anordnung, die jetzt notwendig und nützlich wäre.

Die unsichtbare Hand macht gerade Urlaub im Andromedanebel.

Ausserdem ist es im Ruhrgebiet bisher so gewesen, dass diejenigen die den Reichtum produziert haben, am schlechtesten gewohnt haben.

Wenn Steuermittel dazu verwendet werden, hier ein bisschen nachträgliche Gerechtigkeit zu schaffen, ist dass mehr als in Ordnung.

Huuh (Rrah) April 25, 2010 um 20:31

@ Paul Pretzen

Die deutscheste aller Fragen. Wo soll man eintreten, wenn man ausgetreten ist.

Nanuk April 25, 2010 um 22:03

@Sachertorte
Inseln migrationsgeprägter Parallelkulturen klingt auch viel besser als Slum… oder na wie heist nochmal das böse Wort mit G…

Nanuk April 25, 2010 um 22:06
Nanuk April 25, 2010 um 22:11

@Sachertorte
“Ausserdem ist es im Ruhrgebiet bisher so gewesen, dass diejenigen die den Reichtum produziert haben, am schlechtesten gewohnt haben.”

Frag mal die mit Laptop und Lederhosen die haben kräftig kassiert…

Paul Pretzel Mai 1, 2010 um 12:12

hurrah,

meine überlegung hat wenig mit dem deutschem wesen zu tun.

die grundüberlegung, die quintessenz der eu läuft darauf hinaus, dass deutschland die landwirtschaft im eu-ausland finanziert und dafür ungehindert seine waren dort verkaufen kann. von daher auch die osterweiterung, es geht darum, absatzmärkte für deutsche produkte zu schaffen. das gedöns von wegen exportweltmeister vergisst gern, dass der exporteur auf den guten willen des importeurs (z. b. verzicht auf nontarifäre handelshemmnisse*) noch stärker angewiesen ist, als der importeur auf die waren des exporteurs.

mit dem deutschen austritt aus der eu ist das mit dem freien marktzugang dort gelaufen, aber gründlich**).
übrigens können die us of a auch anders, was man bei der forderung raus aus afghanistan oder gleich raus aus der nato gern vergisst.

von daher arbeitet die zeit für putin und seinen plan, die verhältnisse vor 1989 wieder herzustellen und, mehr noch, bis an den atlantik zu kommen. diesmal zunächst nicht unfriedlich, so ähnlich wie die deutsche bank auch weiter nach russland hinein kam, als der deutsche generalstab.

—-
*) diese, in form von normen und vorschriften, sind effektiver als schutzzölle, auf die man trotzdem nicht zu verzichten braucht. argumentativ verkauft man schutzzölle als reichen- und unpatriotensteuer.
die einfuhrhemmenden normen und vorschriften verkauft man als verbraucherschutz durch einhaltung von sicherheitsstandards, denkbar ist auch das argument, auf diese weise elementarere arbeitmehmerrechte im land des herstellers zu gewährleisten.
wers noch gemeiner mag, schafft die typenprüfung ab, und lasst jedes einzelne gerät prüfen, gründlich und auf kosten und risiko des importeurs, versteht sich. müsste im land der din-normen doch jeder verstehen, wie das geht und warum das so geht.

**) oder glaubt hier jemand, irgendein franzose, niederländer, pole, tscheche würde es nicht liebend gern sehen, wenn den deutschen endlich der stinkefinger gezeigt wird, aber richtig!

Henry Kaspar Mai 3, 2010 um 20:51

Und jetzt die Gretchenfrage: was genau ist das, “stuctural reforms to boost domestic demand”?

Das einzige was mir einfaellt: Landesbanken zumachen und so verhindern, dass deutsche Erspranisse auf Deubel komm raus jede Assetblase der Welt fuettern.

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