Broder in Köln

Henryk M. Broder war in Köln und hat wie alle Touristen eine Menge Fotos gemacht. Allerdings nicht vom Kölner Dom, sondern von der Schande davor. Kölns Ruf geht den Bach runter. Tapfer im Nirgendwo möchte Ihnen nicht vorenthalten, was der SPIEGEL-Autor über Köln berichtet:

Und täglich grüßt das Murmeltier

Tapfer im Nirgendwo hat im Januar 2010 das erste Mal über die Angelegenheit berichtet:

Arsch hoch? Zähne Auseinder? Nicht für Juden!

Eine Klage wegen Volksverhetzung wurde von der Staatsanwaltschaft abgewiesen:

Kein Jude ohne Krummnase

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht unter Antisemitismus, Deutschland, Kölner "Klagemauer", Palästina. Permalink in die Lesezeichen aufnehmen.

10 Antworten zu Broder in Köln

  1. adynator schreibt:

    Es ist wirklich zu bedaueren, das dieser alte Greis für seine antisemitischen Statements jetzt auch noch den Kölsche-Kosher-Stempel erfahren hat.
    Sehnt sich Deutschland tatsächlich nach 1933 zurück?

  2. yael1 schreibt:

    Gerade wir als Deutsche – Ein widerlicher und schleimiger Euphemismus für nationale Gesinnung, für nationalhymnische Gefühle, für kollektiven Wahn, eine Redewendung also , die extra erfunden worden zu scheint für Leute wie Martin Walser und solche, die gerne so sein würden.
    Die nationalsozialistische Vergangenheit wird in dieser Formel zum kuriosen Argument dafür, daß die Deutschen gegenüber den Juden und gegenüber den Rest der Welt eine besondere Verantwortung hätten. Die Verantwortung besteht darin, die Juden und den Rest der Welt davon abzuhalten, das gleiche zu tun wie die Deutschen im zweiten Weltkrieg, nämlich die Juden auszurotten und den Rest der Welt zu erobern. Weil das aber niemand tut und auch niemand in Sicht ist, der die Mittel und Möglichkeiten dazu hätte, gehen die Deutschen mit ihrer Verantwortung hausieren, d.h. sie müssen zunächst sich und andere davon überzeugen, daß alle möglichen Konflikte auf der Welt, ob Bürgerkrieg, Pogrome oder Stammesfehden, schon so schlimm sind wie das, was die Deutschen angerichtet haben.

    Als ehemalige Täter fühlten sie sich verpflichtet, „Israel mit Lob und Tadel als Bewährungshelfer moralisch beizustehen, damit das Opfer nicht rückfällig werde“(Wolfgang Pohrt). Wolfgang Pohrt schrieb auch, daß die Deutschen mit ihrem Verantwortungsfimmel einem strafrechtlich verurteilten Kinderschänder glichen, der sich besonders qualifiziert für einen Job im Kindergarten fühlt.
    Weil zwei angezettelte Weltkriege nicht gut in die Biographie des selbsternannten Weltfriedensrichters passen, nahm man am Bild des Täters eine Retusche vor, die ihn in ein arglose Opfer verwandelte: „Gerade unser besonderes Verhältnis zum Volk der Juden sollte uns veranlassen, hart mit dieser Politik ins Gericht zu gehen. Denn unser Volk hat die Folgen rassistischer Gewaltpolitik am eigenen Leib erfahren“, schallte es aus ethisch besonders engagierten Kirchenkreisen.
    Wilhelm Reich schrieb in „Massenpsychologie des Faschismus“, daß Hitler der Ausbruch einer Geisteskrankheit erspart geblieben wäre, weil seine Wahnvorstellungen auf massenhafte Resonanz stießen. Individuelle und kollektive pathische Projektion gingen auch während des Golfkrieges konform. „Dabei ist nichts so verständlich wie die Friedenssehnsucht gerade der Deutschen, ist sie doch das logische Ergebnis eines schweren nationalen Traumas“, welche darin besteht, daß die Verbrechen „von den Nazis im Namen der Deutschen begangen wurden“, schrieb Oskar Lafontaine, ohne daß ihn jemand deshalb verprügelt oder wenigstens schräg angeguckt hätte. Was daraus folgt, machte Lafontaine deutlich, als sich Marcel Ophüls darüber beschwerte, daß auf dem nach seinem Vater benannten Filmfestival in Saarbrücken der Althans-Selbstdarstellungsfilm gezeigt werden sollte. Es wäre „höchste Zeit“, meinte Lafontaine, „daß die alten Opfer des Nazismus und ihre Familien aufhörten, sich ständig zu beklagen“.

    Mit den Verbrechen der Nazis läßt sich jedoch keine „besondere Verantwortung“ begründen. Das auftrumpfende Gerede „Gerade wir als Deutsche“ ist eine handfeste Drohung, egal ob es Frieden ohne Waffen oder mit Waffen schaffen will.

    http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr28.htm

  3. Wolfgang schreibt:

    Also um das vorweg klarzustellen, ich finde diese Aktion von dem Mann auch Mist. Das Problem dabei ist allerdings ein anderes. Dieser Mann vertritt Auffassungen, die auch von Abgeordenten im Bundestag mitgetragen werden. Welche Politiker sind denn mitgefahren bei der „Freedom-Flotilla“? Fragen wir die doch mal zu den auf den Plakaten geäußerten Vorwürfen und hören wir uns deren Antworten an. Wenn man also wirklich gegen jemanden vorgehen will, dann sollte man sich nicht unbedingt das schwächste Glied der Kette suchen. Wenn ich einmal alttestamentlich werden darf, das ist ein wenig der Stil von Amalek.

    • katharina szabo schreibt:

      Wenn ich mir die Fotos so ansehe, muss ich allerdings feststellen, dass die zwei linken abgeordneten Damen vom Frauendeck der Marmairgendwas den bipolar gestörten Penner von der Domplatte optisch hübsch ergänzen würden.
      Vielleicht links von ihm plaziert, in hamasgrün gewandet, die Faust zornig und gerecht gen Himmel gereckt…….

    • x schreibt:

      Wolfgang
      Du musst das Glied angreifen das du angreifen kannst, das lehrt sun tzu und der hatte mehr Ahnung von Strategie als einer aus der Tora heraus interpretieren kann. Außer dem treffen auf seine Plakate mehr Menschen täglich als auf den plakativen Unsinn der Politiker die offen judenfeindlich sind.

  4. Helmut Karsten schreibt:

    @adynator…………..“sehnt sich ‘D’ nach 1933 zurück?“ Absolut!
    Das Datum meines Vorfalls, der diesbezüglichen Gerichtsentscheidungen und deren Abwicklung könnten mE problemlos mit der Datumsangabe, irgendwo zwischen ’33 und ’42, ausgetauscht werden. Selbst bei genauer hinsicht, niemand würde es merken. Alles ganz normal.
    Die ‘members’ der KGSP (Kraut-Gen-Sarazzin-Partei) haben in vorauseilendem Gehorsam, hier (BY) schon in 2004 zugeschlagen.
    Klicken Sie meinen Namen und lesen Sie, nehmen Sie sich Zeit und ‘ne Tasse Kaffee. Ich verspreche: Mit jeder Rubrik eine neue Fehlentscheidung, aufbauend auf der vorherigen Rechtsbeugung.
    Wenn Sie den Eindruck bekommen, ich wäre einer neuen SA, SS in die Hände gefallen, so kann ich nicht widersprechen. Ich glaube ohne Anmaßung sagen zu können, ich bin Opfer des neuen Progroms geworden. In dem Buch „……Alltag im
    Nationalsozialismus, am Beispiel Weiden“ habe ich einen identischen Fall aus 1942 gefunden.

  5. adynator schreibt:

    Danke Helmut,
    habe mir soeben ein Tasse Kaffee und ein Kotztüte zur Seite gelegt um der kommenden Lektüre gewappnet zu sein. Eventuelle Kommentare folgen noch.

  6. jozy schreibt:

    Nein! Das ist doch kein Antisemitismus!
    Denn Antisemitismus ist genau und nur Massenmord. Das erklärt uns hier Dieter Dehm (MdB Die Linke, früher „IM Dieter“ und „IM Willy“): http://www.youtube.com/watch?v=GAZ8CU9m_JI
    Daher ist auch „Israelkritik“ kein Antisemitismus.
    Daher sind auch an Synagogen geschmierte Hakenkreuze kein Antisemitismus.
    Daher sind auch brennende Synagogen kein Antisemitismus.
    Daher ist es auch kein „Antisemitismus“, einen Juden zu verprügeln oder zu ermorden, weil er Jude ist.
    Daher entstand Antisemitismus in Deutschland auch im Jahre 1942 aus dem Nichts und Verschwand 1945 wieder im Nichts.
    Denn „Antisemitismus ist Massenmord und muss dem Massenmord vorbehalten bleiben! “

    Ok mein Abend ist versaut.

  7. jozy schreibt:

    hat jemand lust, sich in köln zu treffen? wir sollten allerdings schon so 10-15 leute sein..für ne kleine künstlerische aktion. hust.

  8. Reiner Schleicher schreibt:

    Ach, der Herr Broder!
    Viele grosse Worte, aber die Petition gegen die sogenannte Klagewand von Walter Herrmann war er nicht bereit zu unterzeichnen …

Hinterlasse eine Antwort

Gravatar
WordPress.com-Logo

Melde Dich bitte bei WordPress.com an, um einen Kommentar auf deinem Blog zu schreiben.

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. (Abmelden)

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. (Abmelden)

Verbinde mit %s