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Merken   Drucken   21.06.2012, 08:45 Schriftgröße: AAA

Windows Phone 8: Microsofts Kampf um die App-Entwickler

Zwei Tage nach der Enthüllung der Surface-Tablets zeigt Microsoft die neue Version seines Handybetriebssystems. Dabei kommt es vor allem auf unabhängige Programmierer an. Für Besitzer von Nokias Windows Phones gibt es eine schlechte Nachricht. von Helene Laube  San Francisco
Stitcher Radio gehört zu den zehn beliebtesten Nachrichten-Apps fürs iPhone. Das Startup aus San Francisco hat auch eine App für Handys mit Google s Android-Software entwickelt. Stitcher für Microsofts Smartphone-Betriebssystem Windows Phone gibt es nicht. "Wir konzentrieren uns auf Apple  und Android", sagt Stitcher-Chef Noah Shanok der FTD. Wann er eine Windows-Phone-App einführen will, sagt er nicht. Microsoft  ermutige mit Ressourcen wie Geld, aber es sei eine Kosten-Nutzen-Analyse: "Ein zusätzliches Betriebssystem zu unterstützen ist für ein Startup mit 30 Leuten keine triviale Angelegenheit."
Joe Belfiore, Vizepräsident von Microsoft, stellte am Mittwoch das ...   Joe Belfiore, Vizepräsident von Microsoft, stellte am Mittwoch das Handy-Betriebssystem "Windows Phone 8" vor
Shanok ist einer von Tausenden. Der Windows-Phone-Markt ist für viele Entwickler von Handy-Apps zu klein, um die Entwicklungskosten zu rechtfertigen. So kann Windows Phone sich trotz der Begeisterung von Fachleuten bei den Käufern bislang nicht durchsetzen. Denn Apps sind für viele Käufer bei der Handywahl entscheidend. Das Betriebssystem hat laut IDC einen Anteil von rund zwei Prozent am weltweiten Smarthone-Markt. Android kommt auf 59 Prozent, Apple auf 23 Prozent. Aber Microsoft lässt sich vom harten Kampf um Marktanteile und zögerlichen Entwicklern nicht entmutigen. Der Nachzügler investiert weitere Milliarden und rüstet zur nächsten Runde.
Am Mittwoch präsentierte Microsoft Entwicklern in San Francisco die nächste Version seines Handybetriebssystems. Windows Phone 8 enthält Neuerungen, mit denen sich der weltgrößte Softwarekonzern von der Konkurrenz abhebt. Dazu gehören Sprachsteuerung innerhalb von Apps, Nokia s Navigationssoftware, ein personalisierbarer Startbildschirm und eine umfangreiche, mit der Nahfeldmobilfunktechnik NFC ausgerüstete, digitale Geldbörse. Die Software baut auf der gleichen Programmbasis auf wie Windows 8, Microsofts kommender Version des Betriebssystems für Computer und Tablet-Rechner. Das soll, so die Hoffnung, der große Anreiz für Entwickler sein: Apps können so einfacher und billiger für alle Gerätetypen gebaut werden, auch für die marktbeherrschenden Windows-Rechner. "Das wird Microsofts Position bei Entwicklern und somit im Handymarkt auf jeden Fall stärken", glaubt Will Stofega, Analyst beim US-Marktforscher IDC.
Kursinformationen und Charts
  Microsoft 24,24 EUR  [0.015 +0,06%
  Google 452,155 EUR  [-4.717 -1,03%
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Apple und Google haben je rund 500.000 Apps für ihre Betriebssysteme. Mittlerweile gibt es 100.000 Apps für Windows Phone, und die werden auch auf Handys mit der nächsten Windows-Phone-Version laufen, sagte Windows-Phone-Chef Terry Myerson auf dem Entwicklertreffen im Untergeschoß des Marriott Hotel in San Francisco. Microsoft hat in den vergangenen Monaten einige Entwickler wichtiger Apps überzeugen können. Renner wie Spotify oder Angry Birds sollen bald auf Windows Phone erscheinen. Myerson meldete am Mittwoch zudem, dass der weltgrößte Online-Spielhersteller Zynga  endlich auch für Windows Phone entwickelt. Im Herbst kommen die populären Spiele Words With Friends und Draw Something für die Microsoft-Plattform. Microsoft fehlen aber immer noch unzählige, für viele Nutzer unverzichtbare Apps wie Instagram, Pandora, Path oder Pinterest.
Matt Miller vom Londoner Designstudio Ustwo überzeugt Microsofts Strategie. Das erfolgreiche Ustwo-Spiel Whale Trail ist nur für Apples mobiles Betriebssystem iOS und Android erhältlich. "Mit der Möglichkeit, jetzt eine App für Windows Phone 8 und Windows 8 zu entwickeln, sind die Kosten viel niedriger und das Marktpotenzial deutlich größer", sagte Miller. "Das wird die Schleusentore für Entwickler öffnen."
Mit zahlreichen Neuerungen in Windows Phone 8 versucht Microsoft nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmen zu überzeugen. "Unternehmen waren nicht so happy mit Windows Phone 7 - aber Windows Phone 8 ist für Unternehmen bereit", sagte Microsoft-Manager Joe Belfiore am Mittwoch. Neu wird etwa die Sicherheit mit Verschlüsselungstechnik verbessert, das Gerätemanagement für IT-Manager vereinfacht und der Einsatz des Büropakets Office möglich. Mehrkernprozessoren unterstützen zudem Multitasking, also die gleichzeitige Nutzung mehrerer Anwendungen.
Kein Update von Windows Phone 7.5 auf 8.0
Im Herbst kommen die ersten Windows-Phone-8-Handys von Nokia , Samsung , HTC  und Huawei in den Handel. Beim schwer angeschlagenen Microsoft-Partner Nokia dürfte das kommende Betriebssystem aber nicht nur Freude auslösen.
Microsoft bestätigte in San Francisco, dass Handys mit der aktuellen Version Windows Phone 7.5 aufgrund neuer Hardwareanforderungen nicht auf Windows Phone 8 aufgerüstet werden können. Diesen Nutzern stellt Microsoft das Update Windows Phone 7.8 zur Verfügung, das immerhin den personalisierbaren Startbildschirm enthält.
Das dürfte die bislang schwachen Verkäufe der Nokia-Smartphones wie Lumia mit dem Windows-Betriebssystem weiter dämpfen, da viele potenzielle Kunden auf die neuen Geräte warten werden. Anders als Hersteller wie Samsung, die auch Android-Smartphones verkaufen, setzt Nokia bei Smartphones voll auf das Microsoft-Betriebssystem. Die Finnen scheinen sich der Problematik bewusst zu sein. Am Mittwochnachmittag tauchte folgende Meldung in Nokias US-Twitterkonto auf: Wir werden das Lumia 900 mit den Elementen von WP8 ausrüsten, die nicht an die neue Hardware gebunden sind."
23:58:46 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Microsoft 24,24 EUR   +0,06%  0.015
Google 452,155 EUR   -1,03%  -4.717
Apple 582,1 USD   +0,77%  4.43
HTC 38,12 EUR   -3,55%  -1.405
Nokia 1,941 EUR   -0,67%  -0.013
Samsung 248 EUR   -2,76%  -7.046
Zynga 5,995 USD   +4,81%  0.275
  • FTD.de, 21.06.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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  Amazon 175,55 EUR  [-2.39 -1,34%
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