Kampf dem Mamaspeck!

von: Katharina Bleuer am: Donnerstag, 23.02.2012

Models nerven, die kurz nach der Geburt wieder einen sexy «After Baby Body» haben. Die während der Schwangerschaft zugelegten Kilos purzeln nämlich nicht so leicht. Ein Erfahrungsbericht.

Nicht knackig, zu speckig: Frauenfigur.

Der Speck ist des Teufels! Während der drei Jahre, seit ich mich entschlossen habe, Mama zu werden, hat er sich auf meinen Rippen, meinem Hintern und meinen Hüften breit gemacht und ich werde ihn einfach nicht mehr los. Mit der Gewichtszunahme nach dem Rauchstop hatte ich gerechnet. Aber die Schwangerschaft erwischte mich auf dem linken Fuss: Ein Kilo pro Woche war zu viel! Schokolade musste Birchermüesli weichen und so frass ich mich wenigstens gesund dick.

Während des Stillens nehmen alle Frauen ab. Alle ausser ich! Über ein Jahr verteilt landeten 10 Kilo Nutella und Schokoladenmuffins auf meinen Hüften. Jetzt war Abnehmen angesagt. Doch überall kann man lesen, dass Diäten ungesund seien und den Jo-Jo-Effekt wollte ich nicht riskieren. Die Resultate des einen oder anderen Backexperiments verdrückend, surfte ich im Netz nach Alternativen.

Jetzt konnte nur noch vermehrte Bewegung etwas gegen das grosse Schwabbeln ausrichten. Einmal ging ich schwimmen. Danach war ich so hungrig, dass ich in der Kantine des Schwimmbades an die 1000 Kalorien in Form von Fetten und Kohlenhydraten zu mir nehmen musste! Ins Fitnesszentrum zu gehen war in Ermangelung eines Hütedienstes keine Alternative. Die teure Krippenzeit musste zum Geld Verdienen genutzt und sportliche Tätigkeiten deshalb dem normalen Alltag abgetrotzt werden.

Im Sommer sah ich eine Werbung für ein Fitnessprogramm: Man wackelt mit dem Po, tanzt, hat Spass und dabei purzeln die Pfunde. Ich kaufte mir die DVD. Der Kurze liebte sie und hüpfte wie Rumpelstilzchen vor dem Bildschirm herum, während ich vor Lachen kaum Luft bekam, weshalb ich nicht mitturnen konnte. Nach ein paar Mal war uns die DVD verleidet, seither steht sie neben dem «Superbuch der Trennkost» im Regal. Dann kam der Herbst und mit ihm die Geburtstagssaison. Zwischen Oktober und Weihnachten abnehmen zu wollen wäre in unserer Familie verschwendete Anstrengung!

Nach den Weihnachtsgelagen nahm ich einen neuen Anlauf: Früher mochte ich Wintersport ganz gerne. Fürs Schlittschuhlaufen und Skifahren ist mein Zweijähriger noch zu jung. Schlitten fahren schien eine gute Alternative, bei der ich zu Bewegung und der Kurze zu Sonne und frischer Luft käme. An einem sonnigen, eisig kalten Tag schickte ich Vater und Sohn mit dem Schlitten los, um herauszufinden, ob der Kurze etwas damit anfangen konnte. Kaum hatte ich geduscht, den PC hochgefahren und mir einen Cappuccino aufgegossen, erreichte mich der Telefonanruf des Langen, ich solle mich anziehen, wir müssten mit dem Kurzen in den Notfall fahren. Der diagnostizierte Beinbruch bewies, dass Schlittenfahren auch nicht die geeignete Sportart für uns ist.

Nun sitze ich mit gipsbeinigem Kind in der Wohnung. Aus der Küche weht der Duft einer neuen Muffins-Versuchsreihe herüber. Die Schritte vom Büro in die Küche, um sie aus dem Ofen zu nehmen, werde ich in der Abnehmesoftware unter «Fitness» verbuchen.
Wie Ihr seht, ist es mir momentan wirklich nicht möglich, etwas gegen den Mamaspeck zu unternehmen. Im Frühling werde ich ihm aber den Garaus machen, versprochen!

Die Autorin
Katharina Bleuer ist Soziologin und leitete von 1999 bis 2006 ihre eigene Marketingagentur für neue Medien. Nach einem kurzen Ausflug zurück ins Angestelltendasein wurde sie 2009 Mutter eines grandiosen Babys und arbeitet seither freiberuflich als Journalistin, Texterin und Übersetzerin.
Ihr Blog: Mama hat jetzt keine Zeit...

Kommentare

von: Rita Angelone am: Donnerstag, 23.02.2012

Ja, die Stars und Sternchen, die 4 Wochen nach der Geburt schon wieder im Bikini über die Stege laufen, nerven. Extrem sogar. Man sollte sich ja nicht mit ihnen vergleichen, aber man tuts doch ein wenig. Hätten wir unseren privaten Body Trainer (was auch immer er dann wirklich mit uns täte)gehabt und hätten wir die Kinder, kaum auf der Welt, immer irgend einer Nanny abgeben können, dann hätten wir wohl auch nach weniger Zeit unsere Top-Figur zurück erlangt. Ich hadere immer noch mit meinem Bäuchlein, das auch nach den 5. Frühlings-Vorsätzen immer noch da ist. Eigentlich ists mir ja egal, aber dann doch wieder nicht... argh!

von: Marie am: Donnerstag, 23.02.2012

Ich habe es mit Yoga über die Wii versucht...und hatte auch eine kleine Mitturnerin zwischen meinen Beinen rumwuseln. No Chance.

Ich versuche es einfach mit "gesund" ...
aber, wenn du mal in meinen Kochblog vorbeigeschaut hast, weisst du dass es damit auch nicht so weit her ist ^^

Fangen wir im Frühjahr einfach zusammen an ;)

von: Sabrina am: Donnerstag, 23.02.2012

Ich glaube es nicht!!! Ich habe Dich gefunden!!! Bist Du meine Zwillingsschwester???

Und diese verflixten Muffins... !we hat DIE erfunden!?!?

von: Dani S. am: Samstag, 25.02.2012

Kat, Du triffst es einfach immer wieder auf den Punkt! Munzini, Dani

von: Lorelai am: Dienstag, 28.02.2012

So geht's mir auch, Mütter sind wohl zum Fettsein verdonnert! :(

von: Franziska Hidber am: Donnerstag, 01.03.2012

Danke für diesen erfrischenden Beitrag! Meine Methode war verblüffend einfach: Jeden Mittag packte ich das Baby in den Kinderwagen und marschierte los, Richtung Wald, immer schön bergauf. Wir absolvierten gäche, zweistündige Touren - auch später, als das Baby ein Kleinkind geworden war. Grösster Vorteil: Kopf durchlüften, nachdenken können. Plus: Ich wurde fit wie ein Turnschuh und nahm nebenbei 12 Kilo ab. Und es war ein super Ausgleich zur Arbeit am PC. Leider lassen sich inzwischen beide Mädels nicht mehr in einen Wagen setzen, deshalb habe ich jetzt einen jungen Hund:-)) (Das verhindert das Nachdenken ein wenig;-)))

von: Jessi am: Mittwoch, 18.04.2012

Bei allem Verständnis für gute Vorsätze, aber ich finde, es ist überhaupt nichts bei, wenn man als Mutter erstmal noch ein paar Gramm zuviel auf den Rippen hat. Da hat man doch ersmal sowieso genug mit seinem neuen Schatz zu tun um sich egozentrisch um seine Linie zu kümmern.

von: Katinka am: Freitag, 20.04.2012

Da kann ich Jessi nur beipflichten. Ab der Schwangerschaft gilt:
Statt Sekt alkoholfrei. Statt rauchen Dampfzigarette ( http://www.elektronische-zigarette.ch/ ). Statt ausgehen abends erschöpft ins Bett plumpsen. Da darf man finde ich auch gern mal ein Jahr die Schokoration erhöhen. Man muss ja nicht unbedingt zu einer Kugel werden (war man ja eh schon in der Schwangerschaft gewissermassen;) ) aber die paar Pfunde extra kann man danach wieder abtrainieren. und ich wüsste auch von keinem Kind, was sich an der runden Form seiner Mutter stört. Um das Kind geht es aber jetzt.

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