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Green-IT, Fair Trade-Handys und Recycling-Laptops

Green-IT, Fair Trade-Handys und Recycling-Laptops

Die wertvollen Rohstoffe in Elektrogeräten richtig zu recyclen ist die eine Seite. Ihre Herstellung mit fairen Arbeitsbedingungen zu verbinden, eine ganz andere. Rund 1,5 Milliarden Handys werden jährlich gekauft. Doch woher die wertvollen Rohstoffe für deren Herstellung kommen und wohin sie gehen, danach fragen viel zu wenige Verbraucher. Doch mittlerweile sorgen gleich mehrere Dokumentarfilme für Aufklärung – und NGOs fordern längst überfällige Maßnahmen. 

Überall genießt Fair Trade ein hohes Ansehen und bei konsumbewussten Käufern steigenden Absatz. Nur in der IT-Industrie sieht das bislang noch anders aus. Woher die seltenen Erden, Erze, Mineralien und Metalle kommen, die zur Herstellung von Computern, Smartphones, Handys und Co notwendig sind, ist in der Regel nicht klar, wie die Organisation PC Global kritisiert. Noch immer warten wir Verbraucher auf ein Fair-Trade-Laptop oder gar Recycling-Handy. Doch das soll sich ändern.

Woher kommen die Rohstoffe für unsere Elektrogeräte?

Zumindest, wenn es nach dem Willen des Filmemachers Stefan Baumgartner geht. Mit seiner Dokumentation »Behind the Screen«

zeigt er, woher zum Beispiel all das Gold stammt, das zur Produktion von Elektrogeräten gebraucht wird: aus Ghanas Gruben. Doch während Anglogold Ashanti, der laut Film drittgrößte Goldproduzent der Welt, 3,1 Milliarden US-Dollar Profit einfährt, bleibt für die Ghanaer selbst kaum etwas übrig. Sie müssen illegal in den giftigen Rückständen der Goldgrube schürfen, um sich mühsam ihren dürftigen Lebensunterhalt zu erarbeiten.

Nicht viel besser sieht es bei der Gewinnung anderer Ressourcen aus. Der Dokumentarfilm »Blood In The Mobile«

der unlängst auf ARTE lief, zeigt, wie der Bergbau in der Demokratischen Republik Kongo funktioniert: Der Regierungsbeamte, der den ausländischen Firmen die Schürfrechte erteilt, ist zugleich Inhaber eines Unternehmens, das ausländischen Firmen Schürfrechte (natürlich gegen Geld) vermittelt. Derweil arbeiten zum Teil Kinder in den bis zu 100 Meter tiefen, einsturzgefährdeten Minen.

Bolivien zeigt, dass ein Umschwenken möglich ist

Dabei zeigt zum Beispiel das südamerikanische Land Bolivien, dass ein Umdenken machbar ist: In dem Film »Die Lithium-Revolution«

erklärt der ehemalige Minister Luis Alberto Echazu, dass sein Land nicht mehr für ein paar Cent wertvolle Rohstoffe an ausländische Firmen abliefern will. Er will, dass sein Volk vom Reichtum seines Landes profitiert. Und so habe Bolivien beschlossen, sein Lithium – immerhin laut Film ein Drittel des weltweiten Vorkommens – mit staatlicher Unterstützung zu gewinnen.

Das macht Mut – auch denjenigen, die sich schon länger für mehr Transparenz auf dem Rohstoffmarkt einsetzen. Die Organisation Global Witness fordert beispielsweise schon lange, dass die Hersteller ihre Zulieferketten offen legen. Die USA wollen Unternehmen nun mit einem Gesetz genau dazu veranlassen. Doch Nora Holzmann von der Organisation Südwind sieht noch ganz andere Potentiale – zum Beispiel für Handy-Hersteller: »Unter den vielen unterschiedlichen Modellen fehlt vor allem eines am Markt – nämlich ein fair produziertes. Kein Hersteller hat so ein Handy im Sortiment«.

Die Lösung: Transparente Lieferketten und echtes Recycling

Ein potentiell attraktiver Markt, zumal die riesige Nachfrage nach den genannten Rohstoffen auch dazu führt, dass diese immer teurer werden – und die Hersteller endlich auch über innovative Möglichkeiten des Recyclings nachdenken: Wenn die seltenen Erden, Erze, Mineralien, Metalle und Plastikbestandteile wieder verwertet würden, anstatt auf am Ende auch noch auf illegalen, hochgiftigen Müllkippen zu landen, wäre das zumindest ein Teil der Lösung. Der andere aber muss lauten: die Menschen, die für uns die Rohstoffe zur Verfügung stellen, müssen einen fairen Lohn für Ihre Arbeit erhalten!

Ach ja: Und wer darauf nicht warten will, kann sich – zumindest als Österreicher – an der Online-Petition der Organisation Südwind beteiligen und unter eine Email an namhafte Hersteller senden und sie zur Einführung eines fairen und umweltfreundlichen Handys auffordern.

SLH, Foto’s fotolia.com: Elektroschrott © Inga Nielsen

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