Themawechsel

Walter Herrmann hat das Thema seiner sogenannten “Kölner Klagemauer” gewechselt. Wie ich heute bei einem Besuch des Kölner Doms erkennen durfte, hängen dort keine Hasspappen mehr gegen Juden und Israel. Walter Herrmann hat einen neuen Feind gefunden. Jetzt widmet er sich Hiroshima und Nagasaki. Auf seiner Installation sind jetzt folgende Klagen zu finden:

“Holocaust für 250 000 Menschen.”

Ohne Holocaust kann Walter Herrmann nicht. Er braucht den Holocaust für seine Installation wie der Fisch das Wasser. Eine weitere Klage besagt:

“60% USA-Bürger finden es richtig.”

Die sogenannte “Kölner Klagemauer” hat vom “kleinen Satan” Israel zum “großen Satan” USA gewechselt. Juden und Amerika waren damals auch Hitlers Todfeinde. Walter Herrmann tritt heute das Erbe an. Jetzt fehlt nur noch, dass er vom Versailler Friedensvertrag als Schandvertrag klagt und die braune Soße ist fett.

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38 Antworten zu Themawechsel

  1. anti3anti schreibt:

    Hat sein Gutes. Die USA vertragen Hetze besser als Israel oder Juden. Ich bin mir sicher, dass beherzte amerikanische Touristen das einzig richtige mit der Eckelpappe anstellen werden und die Köllsche Polizei dezent weggucken wird, um keine Touristen zu vergraulen, die die Stadt dringend benötigt, ganz im Gegensatz zu Juden (für Paul: und Muslimen).
    Dann wird Hermann der Schreckliche sich auf den Antisemitismus rückbesinnen. Leider.

    • anti3anti schreibt:

      PS:
      “Holocaust” heißt “Brandopfer”.

      • Aristobulus schreibt:

        Nein, Holocaust heißt und bedeutet Schoah.
        Die etymologische Herleitung hat keinen Belang

        • Paul schreibt:

          “In Israel und im Judentum wird das Verbrechen seit 1948 als Schoah („Katastrophe“, „großes Unglück“) bezeichnet”

          “Die heute übliche Bezeichnung „Holocaust“ stammt vom griechischen Wort holokautoma für ein vollständig verbranntes Tieropfer. Seit etwa 1600 bezeichnete das englische Wort auch Feuertode, seit etwa 1800 auch Massaker, seit 1895 auch den Völkermord an den Armeniern. Im Dezember 1942 verwendete die britische Tageszeitung News Chronicle noch ohne Kenntnis der NS-Vernichtungsmethoden das Wort erstmals für Adolf Hitlers Vernichtungsplan an den Juden. Bis 1972 wurde es in der Geschichtswissenschaft der USA dafür üblich. Seit 1979 verbreitete die Fernsehserie Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß es in vielen weiteren Staaten, darunter der Bundesrepublik Deutschland.
          Seitdem wird der Begriff meist auf die systematische, auf Vernichtung zielende Ermordung der europäischen Juden begrenzt.”
          http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust

          Die Opfer von Hiroshima und Nagasaki als ‘Holocaustopfer’ zu bezeichnen ist sehr kreativ. Ich würde sagen es ist völlig daneben.
          Hat dieser “Herrrrrmann heeeesta” uns jetzt ausgetrixt?

          • Aristobulus schreibt:

            Seine Wortwahl ist genauso relativierend und widerlich wie der Jargon der NPD “Dresdner Holocaust” (für das Bombardement Dresdens 1945, extra so gewählt, weil da Deutsche umkamen), oder wie der Jargon-Ausdruck “Babycaust” durch ganz Andere.
            Des Hasspappenaufstellers Vergleich ist eine Widerlichkeit: Der Krieg gegen Japan war nötig, denn die Japaner hätten ohne die amerikanischen Eroberungen, die ja nun wirklich bis zum Letzten gingen, nie aufgehört. Japaner wurden NICHT durch die USA vernichtet, weil sie Japaner waren. Umgekehrt jedoch haben die Japaner hunderttausende Koreanerinnen versklavt (auf Herrenmenschenart), bloß weil sie keine Japaner waren.

            Ein Holocaust wird an Menschen verübt, die als Gruppe vernichtet werden sollen, gezielt, geplant und industriell. 1915 sollten so die Armenier als Volk vernichtet werden, und ab 1941 Juden und Ziganische, noch unendlich perfektionierter. Das sind Holocauste…

            …indem der Kölner Hasspappenmaler jetzt die USA für einen “Holocaust” verantwortlich macht, zeigt er wieder, wie er tickt: Die größten Satane und Schuld an Allem haben Israel und nun die USA zu sein.

          • Sehe ich genauso. Im übertragenen Sinne passt der Begriff “Holocaust” noch zu dem Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich (Elie Wiesel nannte ihn einen “Holocaust vor dem Holocaust”) oder an den Tutsi in Ruanda. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki waren aber allenfalls ein Kriegsverbrechen – da die Bomben in einem nicht unerheblichem Maße Zivilisten trafen -, aber kein Genozid, um das japanische Volk auszurotten – wodurch der Begriff “Holocaust” in diesem Zusammenhang von vornherein absurd ist.

        • anti3anti schreibt:

          Ich habe nicht im Mindesten vor, WH zu verteidigen.
          Ich kann mir gut vorstellen, dass er den Begriff “Holocaust” im Zusammenhang mit dem Atombenabwurf in Japan nur deshalb benutzt hat, weil ihm das Wort schrecklich gefällt.
          Das ändert jedoch nichts an der objektiven Todesart der Japaner.
          – “Schoa” und “Holocaust” sind nicht beliebig austauschbar.

  2. besucher schreibt:

    Kann sich Gerd überhaupt noch in der Nähe der “Klagemauer” und Walter Herrmann aufhalten ohne dass Herrmann gleich mit der Keule auf ihn einschlägt?

  3. Martin schreibt:

    Je nun…. die japanischen Greueltaten, denen x.-fach mehr Menschen zum Opfer fielen, als den beiden Atombomben, die sind ihm natürlich wurscht. Der schleimige Drecksack kann ja mal in den Gebieten der ehemaligen großostasiatischen Wohlstandssphäre nachfragen, wieviele da den Abwurf der A-Bomben richtig finden.
    Das in den japanisch besetzten Gebieten jeden *Monat* über 200.000 Menschen starben und getötet wurden, ist diesem Stück Dreck natürlich völlig wurscht. Da hilft kein Gerede, keine Diskussionen, da kann man auch in den nächsten Haufen Hundescheiße murmeln, der ist genauso aufnahmefähig.

  4. Phoboumenos schreibt:

    Ist man eigentlich gleich ein Nazi nur weil man den Versailler Vertrag für ein übles Dokument hält, das nur Hass, Krieg und Tod gebracht hat?

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Kommt drauf an. Versuchen Sie es doch mal.

      • Aristobulus schreibt:

        Ach da lob ich mir den Phobbes, dass er so unwahrscheinlich retro ist, oder nur so unwahrscheinlich viel Zeit hat, fast hundert Jahre ließ er sich Zeit, um die Schmach von Versailles noch nicht verwunden zu haben :D

        Da fällt mir nur ‘ne ähnlich passivische Analogie ein. Diese:
        Dass 1948, als der Staat Israel gegründet worden ist, am nächsten Tag fünf arabische Armeen das Land überfallen haben, um alle ins Meer zu treiben. Die Leute in den Staaten mit den kläglichen Armeen haben ihr ganzes, eigenes Elend auf diese fremde Staatsgründung geschoben. Sie haben sich nicht gesagt: Nu, was die da machen, können wir schon lange!, lasst es uns besser machen!, nein, sie zogen sich auf ‘ne Demütigung zurück, und bis heute schieben sie die Schuld an eigener Schmach und Elend auf die Fremden, die Anderen.
        64 Jahre sind vergangen, und noch immer fühlen sie sich gedemütigt, machtlos, und deuten mit dem Finger. Sie werden es noch in 64 Jahren so tun.
        Das isse, die phobbessche Mentalität

    • Silke schreibt:

      Keynes mochte den Vertrag nicht, Churchill hielt ihn auch für daneben
      http://www.amazon.de/Economic-Consequences-Peace-Classic-Reprint/dp/1451008155/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1344118081&sr=8-4

      Doch Hass, Krieg und Tod bringen nicht Verträge sondern Menschen.

      • Aristobulus schreibt:

        Damit hatten Keynes und Churchill völlig Recht, und leider beging Clemenceau (von dem ich sonst sehr viel halte) den schlimmsten Fehler seines Lebens, indem er dort in Versailles die alte deutsch-französische Feindschaft neu aufs Papier tun ließ

      • anti3anti schreibt:

        “Doch Hass, Krieg und Tod bringen nicht Verträge sondern Menschen.”

        Damit hat Silke recht.

        • Silke schreibt:

          und falls ich Liaquat Ahamed richtig verstanden habe, haben deutsche Machthaber jedes Entgegenkommen in Sachen Reparationszahlungen durch Maximalforderungen und auch selbstschädigende Manöver torpediert. Und das bedeutet nicht, daß die anderen lt. Ahamed als insgesamt klüger oder besser rüberkommen. Helles und Dunkles hat sich ziemlich gleichmäßig verteilt.

          Ein interessantes Detail ist, daß Schacht’s Frau zwar Nazi war, er sich aber bis 1932 von denen ferngehalten hat. Erst in Bad Harzburg ist er das erste Mal offen für die aufgetreten. Falls mein Großvater irgendwie typisch gewesen sein sollte, so hatte Schacht, da er die Inflation beendet hatte, Heiligenstatus erworben und ich frage mich drum immer, wieviele sein Auftreten davon überzeugt hat, daß all deren Schrott nicht ernst zu nehmendes Getöse ist, nach dem Motto, wenn der dabei ist, dann müssen das ja trotz allem vernünftige Leute sein. Lt. Niall Ferguson hatten die ja noch 1928 kaum Wähler gefunden. http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_1928#Ergebnisse

          (außer bei “nordischen” Bauern http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_1928#Bedeutung
          da Bauern auch damals schon sicher die Lachnummer vom Dienst für Städter waren – umgekehrt genau wie heute vermutlich auch – war dies sicher kein schlechtes Wahlplakat:
          http://www.wahlplakate-archiv.de/images/stories/weimar/NSDAP/1928/nsdap-rtw1928-03.jpg)

        • A.mOr schreibt:

          “Doch Hass, Krieg und Tod bringen nicht Verträge sondern Menschen.”
          Damit hat Silke recht. :!:

          • anti3anti schreibt:

            Letztendlich nicht. Denn Verträge sind menschengemacht, um den Freiden zu erhalten.

          • Silke schreibt:

            es geht nicht um Recht haben oder nicht. Es geht darum, daß es Blödsinn ist zu sagen, hier war der Vertrag und ab da war alles vorherbestimmt. Der Vertrag ist unzählige Male verhandelt und modifiziert worden und dem Vertrag ging ne Menge voran, nicht zuletzt lt. Churchill, daß unterm Strich der Kaiser angefangen hatte.

            Generell jede Vorschrift, jeder Vertrag ist veraltet lange bevor die letzte Tinte der letzten Unterschrift trocken ist, denn seiner Natur nach ist er/sie gezwungen zu sagen, ab hier steht das Leben still. Das Leben steht aber nun mal nicht still, sondern ist nach einer Definition, die ich mal wo las, etwas, das sich ausbreiten will.

          • A.mOr schreibt:

            Silke,
            und wieder weise Worte, Danke! :D

  5. Phoboumenos schreibt:

    Halte ihn für ein verhängnisvolles Dokument, das tatsächlich Schaden begünstigt hat, ohne dass ich deswegen retro, vergangenheitsorientiert, ein Nazi bin oder negative Gefühle gegen einen Volk oder Personen hege, geschweige denn, dass ich es nicht verwunden hätte oder es jemals zu verwunden gehabt hätte. Mir scheint die Siegermächte haben nach dem 2. Weltkrieg daraus gelernt, indem sie den Verlierern ihre Schuld aufgezeigt haben, ihnen aber zugleich die Möglichkeit gegeben haben, neu anzufangen, sie unterstützt, statts ausgepresst. Ein Neuanfang oder eine positive Entwicklung war auch aufgrund des Versailler Vertrags nicht möglich. Mir geht es genau darum, aus Fehlern zu lernen und gute Entwicklungen nachzuahmen, hat also nichts mit der passivischen Mentalität der arabischen Staaten nach 1948 zu tun. zurück zum Thema: Extremismus scheint immer ähnliche Feindbilder hervorzurufen, bzw. der damalige National-Sozialismus für LInks- und Rechtsextremismus von heute Themenlieferant und Triebfeder zu sein. Und durch die Judenfeindlichkeit haben sie sogar ihr großes gemeinsames Thema, so dass man Walter Herrmann gar nicht mehr richtig zuordnen kann. Schade eigentlich.

    • Aristobulus schreibt:

      Hi Phoboumenos,
      dann entschuldige ich mich für meinen Beitrag (leider sind wir hier Relativierer aller Arten gewohnt, das verstehen Sie sicher).

      Ja, ein Friedensvertrag darf den Besiegten nicht auspressen oder über Gebühr behindern und einschränken, damit werden bloß neue Schwierigkeiten geschaffen.
      Das Gegenteil ist jedoch genauso falsch. Als 1848 die fünf arabischen Armeen besiegt waren, kam es wegen des Drucks der Sowjetunion (bitte mich zu korrigieren, Falls da noch mehr war) zu keinem Friedensvertrag, zu keinem Eingeständnis der Angreifer, den Krieg verloren zu haben, und zu keiner Anerkennung des Staates Israel.
      Bis heute dauert die arabische Realitätsverweigerung an: Offiziell wird von ‘Sieg’ gesprochen, als Chiffre für die wackelnde Ehre, die jedoch nicht wackeln darf (bei einem tatsächlich erfolgten Sieg gäbe es allerdings dort seit damals keine Juden mehr außerhalb des Meeres).

      - Ja, der Nationalsozialismus und vor Allem das Thema Juden ist ungeheuer inspirierend und verführerisch für Extremisten und andere Wahnsinnige klaren Geistes. Auch der Hasspappenaufsteller von Köln sieht sich als Antinazi, und er ist es in so extremer Form, dass er die Israelis (und, aha, neuerdings die USA) als die neuen Nazis darstellt. Ein gewisser Hetzerpenner aus Dortmund ist auch so gestrickt. Der findet das, was er “israelischen Rassismus” nennt, viel schlimmer als Hitlers bissele Rassismus. Auch der sieht sich als furchtbar links.
      Stimmt, man kann die nicht so recht zuordnen – bloß als Judenhasser halt. Dem Lager machen sie alle Ehre.

  6. A.mOr schreibt:

    À propos ‘Themawechsel’.
    Terrorists attack Egypt base killing 15, infiltrate Israel.
    Jetzt.
    Dazu Mörsergranatenbeschuß auf Israels Süden.

  7. American Viewer schreibt:

    Zur Beschreibung von Walter Herrmann reicht Antisemit langsam nicht mehr aus. Ich glaube er ist vor allem auch ein N***.

    • Aristobulus schreibt:

      …ja, ein verdruckster, unklarer, wirrer, aber schon einer.
      Wer sagte, “an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen”, war’s nicht ausgerechnet Lenin?
      Also, indem jemand seit Zeiten solche Früchte abschießt wie diesen Satz, “Wie lange wird das israelische Volk unsere Eine Welt noch erpressen?”, zeigt die Richtung, aus der das kommt und nur kommen kann.

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