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Die Kulturell-Kreativen sind überall

Was, wenn es gar nicht so Wenige sind, die sich eine bessere Welt nicht nur vorstellen können sondern schon aktiv daran arbeiten, nur von einander nicht wissen.

Dieser Film ist das Ergebnis eines zweijährigen Projektes, die ohne jede finanzielle Hilfe verwirklicht wurde.

Hier gibt es die Mediengruppe der deutschsprachigen Kulturell Kreativen sowie ein Wiki Das stille Wirken der integral Kulturschöpferischen.

Zudem habe ich auf der Facebook-Seite  noch das folgende Essay „Culture Creative People“ – Ein Schritt in der Evolution des Homo sapiens – von Rüdiger Heins gefunden, das noch ein gute Kurzzusammenfassung der Studie von Paul Ray und Sherry Anderson gibt:

<<<<< Beginn des Essays >>>>

Der amerikanische Soziologe Paul Ray fand in einer Langzeitstudie, die er in den USA durchgeführt hatte, heraus dass es dort eine Population gibt, die er als „Culture Creative People“ bezeichnete. Paul Ray, der das Konsumverhalten US- Amerikanischer Bürger untersuchen wollte, stieß auf die „Culture Creative
People“ , indem er feststellte, dass diese Menschen nicht in den Fragenkatalog seiner Studie passten. So fügte er seinen Fragen weitere Fragen hinzu, die sich mit der Umwelt, ganzheitlichem Leben, gesunder Ernährung, Wissen, Kultur usw. beschäftigten. In seinen bisherigen Forschungen untersuchte er primär nur zwei Gruppen: die „Traditionals“ und die „Modern People“.

Endstation Abseits

Bei den Traditionals handelt es sich um eine Bevölkerungsgruppe, die 1850 in Amerika entstand, sozusagen als „Rückwärtskultur“ oder Gegenbewegung zur Modernisierung der Vereinigten Staaten von Amerika. Im Erhebungsjahr 1999 gab es in den USA etwa 24,5% Traditionals, die in der Gesamtbevölkerung etwa 48 Millionen erwachsener Amerikaner ausmachten. Traditionals sind, wie der Name bereits beinhaltet, traditionsbewusste Amerikaner, die althergebrachte Rollen- und Wertvorstellungen aufrecht erhalten. Das Patriachat gehört zu einer tragenden Säule der Traditionals. Feminismus ist ihnen fremd. Für sie bedeutet Feminismus eine Abkehr von gesellschaftlichen Werten. Feminismus gilt für Traditionals als eine gesellschaftliche Erscheinung von Schwäche.
Sie nehmen die Bibel „wörtlich“. Ihre fundamentale Einstellung zum christlichen Glauben ist von Intoleranz geprägt. Die beiden Bush-Präsidenten sind typische Vertreter dieser Bevölkerungsgruppe.

Überwiegend leben sie im kleinstädtischen und ländlichen Amerika. Sie sind eifrige Verteidiger des uneingeschränkten Rechtes eine Waffe zu tragen. Sie haben strikte Moralvorstellungen, lehnen Abtreibung ab und Sex außerhalb der Ehe kommt für sie nicht in Frage. Ihr Durchschnittsalter liegt bei Mitte fünfzig. Bei den Traditionals haben wir es mit einer aussterbenden Population zu tun, denn wenn die Alten wegsterben, rücken nach den Untersuchungen Ray`s keine Jungen mehr nach. Nachfolgende Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Zahl der Traditionals rückläufig entwickelt. Mitte des 20. Jahrhunderts bestand die US amerikanische Bevölkerung noch bis zu 50% aus Traditionals. Heute zählen eher die älteren und ärmeren Amerikaner zu den Vertretern der Traditionals. Sie haben, so die Untersuchungen Paul Rays, nur einen geringen Bildungsstand.

Weg in die Sackgasse

Der Mehrheitskultur der US- Amerikaner konnten laut der Studie etwa 93 Millionen Bürger zugerechnet werden. Diese Modern People, so Paul Ray, haben einen Bevölkerungsanteil von 48% erwachsener Amerikaner. Arbeiter und Angestellte sind ebenso „Modern People“, wie Banker, Geschäftsleute, Politiker, Ingenieure und Ärzte. Die Werte und Überzeugungen dieser Population dominieren in den Medien als der „American Way of Life“. Für „Modern People“ gilt der Satz: „Zeit ist Geld“ oder „Je größer, desto besser!“. Für diese Menschen stehen materielle Werte, aber auch ihre Karriere deutlich im Vordergrund. Sie sind davon überzeugt, dass sie jederzeit die freie Wahl haben: als Wähler, als Konsumenten, am Arbeitsplatz oder als Fernsehzuschauer. „Modern People“ sind stark materialistisch orientiert und mehrheitlich männlich. Sie sind davon überzeugt, dass die kommerzialisierte, urban-industrialisierte Gesellschaftsform, die einzig richtige Lebensform ist.

Zukunft Mensch

„Ein Schlüssel zum Verständnis von Culture Creative“, so Paul Ray,“ ist ihre Authentizität“. Durch ihr Handeln stimmen sie mit ihren eigenen Ideen, und Wertevorstellungen überein.

„Walk you talk“ – „Handle, wie du sprichst“ ist das Motto dieser Bevölkerungsgruppe. Culture Creative People wollen ihr Leben so gestalten, wie es ihrer ureigenen Überzeugung entspricht. Die Entstehung der Culture Creative People liegt vermutlich in den Anfängen der US- amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. In Montgomery weigerte sich im Jahre 1955 eine schwarze Frau einem weißen Mann ihren Sitzplatz im Bus anzubieten. Dieses Ereignis war nicht nur die Initialzündung für die Bürgerbewegung, sondern es könnte vielleicht auch die Geburtsstunde der Culture Creatives gewesen sein. Mit Verweigerung, einem weißen Mann ihren Sitzplatz anzubieten, hat sie eine breite Protestkultur ausgelöst. Etwas, was vorher undenkbar war, einem Weißen den Sitzplatz im Bus zu verweigern, wurde plötzlich Realität! Zeitgleich entstand in den USA nicht nur eine geistige Entwicklung, die neue Wege beschritt, auch eine kulturelle Bewegung, die sich durch Literatur, Bildender Kunst und Musik ausdrückte. Die Beatnick Generation mit den prominentesten Vertretern: Allen Ginsberg, William S. Burroughs und Jack Kerouac stehen hier für einen literarischen Aufbruch in die Culture Creative Bewegung. Jack Kerouack, der mit seinem Kultroman „On The Road“ eine ganze Generation in Bewegung brachte, setzte die „Geschlagenen“ (Beatnicks) ins Zentrum seiner literarischen Romankulisse. Die heimgekehrten Veteranen des Koreakrieges fanden in Amerika keinen gesellschaftlichen Anschluss mehr. Vertraut mit dem Kriegshandwerk waren sie im Zeitalter des „Kalten Krieges“ verlorene Menschen. Allan Ginsberg brachte in seinem epochalen Jahrhundertpoem „Howl“ die Ausweglosigkeit seiner Generation auf den Punkt. Dennoch strahlten diese auswegglosen Verse einen Hoffnungsschimmer auf, der auch von anderen Künstler(inne)n aufgenommen wurde.

Jackson Pollock etwa, der mit seinen Painting Actions ungewohnte Wege in der Malerei betrat, zeigte, dass es möglich ist, einem sichtbaren Kontrollverlusst auf der Leinwand, eine kompositorische Bildgestaltung entgegenzusetzen, die zwar keine visuellen Details erkennen ließ, aber dennoch beim Betrachter eine Wirkung auslöste.

In der Musik war es vor allem Bob Dylan, ein Schamane der Neuzeit (1), dem es gelang mit wenigen Worten, die er mit eingängigen Melodien färbte, viel Bewegung in seiner Generation zu erzeugen. Denken wir an dieser Stelle auch an John Lennon, dessen Song „Imagine“ meiner Meinung nach die Hymne der Culture Creative People ist. Nicht zu vergessen Jimmy Hendrix, der in Woodstock mit seinem „Star Spangled Banner“ das Ende des Vietnamkrieges musikalisch inszenierte.

Culture Creative People entstanden in den 60-er Jahren aus unterschiedlichen Protestbewegungen, die sich unabhängig voneinander entwickelten. Sie hatten alle gemeinsam, dass sie sich gegen die vorherrschende Mehrheitskultur auflehnten. Betty Friedans Buch “Der Weiblichkeitswahn“ kann aus heutiger Sicht als Aufbruchssignal für die internationale Frauenbewegung gesehen werden.

Ende der sechziger Jahre begannen die Studentenproteste, aus denen wiederum die Friedensbewegung und die Antiatomkraftbewegung entstanden sind.
Das Interesse der Culture Creative People an Spiritualität und ganzheitlicher Wahrnehmung des Menschen, begann Anfang der 70-er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Aus heutiger Sicht entstanden, nicht nur in den USA, sondern zeitgleich oder zeitversetzt auf der ganzen Erde gesellschaftliche Bewegungen, die in den Fünfzigern ihren sichtbaren Ursprung hatten. In nun mehr als fünf Jahrzehnten haben sich die Culture Creative People zu einer unübersehbaren gesellschaftlichen Bewegung entwickelt, die bereits dazu beigetragen hat, Veränderungen herbeizuführen. Denken wir an dieser Stelle an das Ende des Vietnamkrieges, der Beginn einer weltweiten Friedensbewegung, die Ökologiebewegung oder Menschenrechtsorganisationen, die eingefahrene gesellschaftliche Haltungen verändert haben.

Die Culture Creative People hatten bis zur Langzeitstudie von Paul Ray eines gemeinsam. Sie wussten nichts voneinander, deswegen waren sie auch nur sehr unzulänglich miteinander vernetzt. Die Studie wurde zwei Jahrzehnte in den USA durchgeführt, das Nebenprodukt der Culture Creative drängte sich im Forschungszeitraum immer mehr in den Vordergrund. In den mehr als 100 empirischen Studien kristallisierten sich zunehmend Culture Creative People heraus. Im Erhebungszeitraum waren das 24% der US Amerikanischen Bevölkerung. 48 Millionen Menschen, die nicht miteinander vernetzt sind. Der Bevölkerungsanteil ist zunehmend ansteigend.

In Europa dürften die Zahlen vermutlich ähnlich sein: Einer repräsentativen Studie zu Folge wurden 1115 Personen mit einem Mindestalter von 15 Jahren befragt. Das Ergebnis ist verblüffend: 17% der Befragten können den Culture Creative eindeutig zugerechnet werden. Weitere Gruppierungen, wie etwa die „Kreativen Individualisten“ kommen auf 21%, Unruhige auf 23%, Neue Konservative 20% und Zurückgezogene liegen bei 18%.

Die Gruppe der „Kreativen Individualisten“, die den Culture Creative People am nächsten sind, haben in etwa die gleichen Grundwerte. Lediglich ein Mangel an spirituellen Wertvorstellungen unterscheidet diese beiden Populationen. Die Kreativen Individualisten schließen sich keinen Gruppierungen an, um ihre Wertevorstellungen gesellschaftlich durchzusetzen. Gemeinsam mit den Culture Creative People ergibt das eine Gesamtpopulation von 38% der Befragten. Weitere Studien in Europa sind bereits geplant. Ungarn und Italien haben die Befragung schon durchgeführt. In Deutschland, den Niederlanden und Norwegen soll die Befragung in nächster Zeit folgen.

Bisher werden Culture Creative People noch nicht als eigenständige Subkultur wahrgenommen. Sie sind nicht miteinander vernetzt. Es gibt wenig gemeinsame Medien oder kulturelle Ausdrucksformen, in denen sich das gemeinsame Bild einer wachsenden Bevölkerungsgruppe ausdrückt.

Woran erkennen wir Culture Creative People?

Culture Creative People sind keine Elite, die sich von anderen Menschen unterscheiden. Wir haben es hier lediglich mit einer Menschgruppe zu tun, die durch ihr Interesse an kulturellen und kreativen Formen neue Erfahrungsräume betritt. Die Untersuchungen Rays belegen, dass die Culture Creative People folgende Merkmale aufzeigen:

Culture Creative People sind:

  • Umweltbewusst
  • Ganzheitlich
  • Pazifistisch
  • Spirituell
  • An wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert
  • Kulturell interessiert
  • Offen für fremde Kulturen
  • Offen für neue Ideen
  • Für die Transformation der Geschlechterrollen

Das sind nur einige Merkmale, die bei den Forschungsergebnissen Paul Rays zu Tage getreten sind. Natürlich haben nicht alle Culture Creatives People die gleichen Interessensgebiete. So gibt es auch Culture Creativs, die nicht spirituell sind. Allen gemeinsam ist allerdings, dass ihre Wahrnehmung offensichtlich sensibler ausgeprägt ist, als bei den „Modern People“ oder den „Traditionals“.

Die Kerngruppe der Culture Creatives verfügt über eine große Anzahl an Wissenschaftler(inne)n, Publiziste(inne)n, Autor(inn)en, Künstler(inne)n, Musiker(inne)n, Umweltaktivist(inne)n, Feminist(inn)en oder Psychotherapeut(inn)en.

Die Culture Creatives bestehen allerdings nicht nur aus Wissenschaftler(inne)n und Intellektuellen. Wir finden in dieser Gruppierung auch andere Berufsarten, beispielsweise aus dem Handwerk oder auch aus der Landwirtschaft.

Alle Culture Creatives haben gemeinsam das Interesse an kulturellen Ereignissen und sie sind offen für neue wissenschaftliche Erkenntnisse.
Der Forscher und Evolutionstheoretiker Erwin Laszlo sieht in den Culture Creatives eine Zukunft für die Menschheit auf der Erde. Über seine Erkenntnisse werde ich in unserem nächsten Kreativgespräch berichten.

<<<< Ende des Essays >>>>

Sieht so aus, dass es gar nicht so Wenige sind, die das Leben schon anders begehen. Nur, warum merken wir davon so wenig. Weil sie nicht Teil unserer Medien sind?

Kategorien:Gesellschaft
  1. August 31, 2012 um 7:46 nachmittags | #1

    Auf der Plattform Frühlingsmärchen gibt es einen Haufen Links, die ebenfalls zeigen, wie viele Aktivitäten hin zu einer kooperativeren Welt laufen.

    Die Vision des Frühlingsmärchens

    Stellt Euch einfach mal vor, weltweit gehen an einem gemeinsamen Tag Millionen von Menschen, Organisationen und Initiativen in zahlreichen Städten für einen inneren sowie äußeren Wandel in ein harmonisches und freudvolles Leben von Mensch und Natur auf die Strasse.

    Stellt Euch weiterhin vor, diese engagierten Menschen präsentieren dort auf konstruktive Weise ihre jeweiligen Visionen, Ideen, alternativen Lösungsangebote und konkreten Beispiele – und zeigen damit auf, wie viele Alternativen es bereits heute gibt.

  2. September 1, 2012 um 11:34 vormittags | #2

    Tamera Manifest -Tamera Global
    Für eine neue Generation auf dem Planeten Erde

    … Neben den weltweiten Aufständen gibt es heute eine globale Bewegung für die Rettung des Lebens auf der Erde. Es sind Gruppen aus indianischen, buddhistischen oder christlichen Friedenstraditionen, vor allem in Lateinamerika und Tibet, und es ist die bewegte Schicht von Friedensaktivisten, Umweltschützern und Lebenssuchern, die längst weiß, daß es innerhalb der bestehenden Systeme keine lebenswerte Zukunft gibt. Wir sehen eine neue Generation von Pilgern aus allen Ländern über die Erde ziehen. Sie sind nicht mehr gebunden an Nation, Sprache, Rasse, Kultur und Religion, auch nicht an Reichtum und Besitz. Sie helfen in Krisengebieten, besuchen heilige Stätten, begegnen sich an Lagerfeuern und Herbergen, teilen sich ihr Brot und entwickeln eine neue Qualität der Gemeinschaft. So entsteht außerhalb aller Institutionen ein junges Weltbürgertum von neuer Art – eine neue Form der positiven “Globalisierung”. Unterstützt wird dieser Vorgang durch die Entstehung neuartiger Zentren, die sich langsam auf der Erde ausbreiten. …

  3. September 7, 2012 um 9:29 vormittags | #3

    Anbei mal wieder ein Link zu einer wahren Fundgrube von Ideen und Interpretationen:

    http://www.hanskokhuis.nl/StartEnglishIndex.html/

    Sieht unspektakulär aus, aber die einzelnen Verlinkungen haben es, im wahrsten Sinne des Wortes, in sich … das nächste Schmuddelwetter und der nächste kalte Winter kommen bestimmt …

    Gruß Guido

  4. Oktober 27, 2012 um 1:29 nachmittags | #4

    Vielen Dank für den Link, Martin.

    Das Video läuft jetzt nebenbei während ich esse :) Ich liebe es mir solche Dinge anzusehen und mich quasi so nebenbei bilden zu lassen… wenn wir schon grade dabei sind: ein Film, der zwar relativ mainstream ist aber einige Wahrheiten beinhaltet (wahrscheinlich schon bekannt… hatte ich den womöglich sogar aus der Facebook-Gruppe?!)… Zeigt mir, dass es von diesen Cultural Creatives auch in Hollywood welche gibt:

    • Oktober 27, 2012 um 1:35 nachmittags | #5

      Ja, das ist auch so ein schöner Schnipsel, der zeigt, dass wir umdenken müssen. Danke dafür!

  1. September 22, 2012 um 10:34 vormittags | #1

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