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Kiosk im Magniviertel, Ecke Ritterstraße

Bitte einmal Abendbrot!

Egal wie, alle Namen beschreiben eine lebensbewahrende Institution, die in dieser Form seit dem 19. Jahrhundert existiert. Sollten einen nach offiziellem Ladenschluss um 20 Uhr nicht zu unterdrückende Gelüste überfallen, sei es die kaum zu kontrollierende Sucht des Nikotinabhängigen, der ebenso wenig zu bezwingende Drang nach Schokolade oder aber die schnelle Bewirtung von nicht angemeldeten Freunden mit Spirituosen jeglicher Art, so bleibt als letzte Rettung meist nur noch der Gang zum Kiosk ums Eck.
Manfred Hempel ist Besitzer einer dieser lebensrettenden Inseln. Seit drei Jahren führt er den Kiosk im Magniviertel, Ecke Ritterstraße. Der Kiosk an sich existiert aber schon 25 Jahre, erklärt er. „Von 7 Uhr 30 bis 21 Uhr 30 gibt es bei uns das komplette Kiosksortiment" erzählt der hochgewachsene, langhaarige Mann. „Im Gegensatz zu anderen Kiosken habe ich vielleicht noch ein paar Lebensmittel mehr im Sortiment, wie Butter und Saucen, Nudeln und Dosensuppen, also alles für den Notfall. Dazu kommen jeden morgen frische Brötchen und Croissants, wobei man munkelt, dass meine Nuss-Nougat-Croissants legendär sind", lacht er augenzwinkernd. In Verlegenheit kommt er nie: „Am Anfang hatte ich mal keine Kondome im Sortiment, aber das hab‘ ich schnell behoben".
Interessant ist für ihn an seiner Arbeit besonders der Kontakt mit dem Kunden. „60 bis 70 Prozent der Kunden sind Stammkunden.

Vom Alter her hab‘ ich hier einmal die Palette durch, von da ab, wo sie sprechen können, dann kommen sie natürlich nur mit ihren Eltern", grinst er und gestikuliert entschieden „bis ins hohe Alter". Hempel kennt seine Pappenheimer genau: „Wenn am Donnerstagabend ein bestimmter Kunde kommt und einmal „Abendbrot" verlangt, weiß ich genau: Zwei Wolters und eine rote Gauloise", berichtet er. Freundlichkeit, Menschlichkeit und Service werden groß geschrieben. „Wir verstehen uns hier als Dienstleister, sind in erster Linie dazu da, dem Kunden zu dienen, wenn auch nicht in diesem sklavischen Sinne, denn der Kunde ist König, aber nicht Kaiser". Natürlich gibt es auch mal Situationen, wo Spannung in der Luft liegt, aber Hempel traut man zu, dass er stets die Kontrolle behält. „Auseinandersetzungen mit Kunden gibt es nicht. Im Zweifelsfall hat der Kunde Recht, und ein, zwei lockere und witzige Bemerkungen entspannen die Situation auch meist". Kritisch beurteilt er die Serviceleistung in Deutschland. „Was in Deutschland oftmals fehlt, ist die Freundlichkeit. Man wird angemault, man sieht den Verkäufern schon an, dass sie keine Lust haben. Aber wer guten Service leisten will, der trägt so etwas einfach nicht nach draußen." Umso schöner, dass sich kleine, menschlich gebliebene Unternehmen wie das Hempels derart wohltuend von der starren, breiten Masse abheben. In letzter Zeit stiefmütterlich behandelt, dank so genannter moderner Snack-Shops in Tankstellen, sollten wir der im 13. Jahrhundert als kleiner Gartenpavillon entstandenen Einrichtung doch ruhig wieder mehr Aufmerksamkeit schenken, denn merke: Braunschweig ist die Stadt der Kioske, und ein Kiosk kann dich aus tiefsten Nöten und Peinlichkeiten erretten.

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