In Dortmund geht es ab

Die regelmäßigen Leserinnen und Leser von Tapfer im Nirgendwo werden es wissen: In Dortmund gibt es einen Rentner, der einen großen Teil seines Ruhestands damit verbringt, Kollagen von mir anzufertigen, auf denen er mich abwechselnd mit Voltaire, Breivik und anderen Figuren der Geschichte und Kultur vergleicht. Manchmal macht er mich und andere auch zum Schwein.

Er hat mich sogar als Mohammed dargestellt! Er hat die berühmte Mohammed-Karikatur von Kurt Westergaard genommen und es mit meinem Gesicht versehen. Somit behauptet der Rentner, Mohammed sei ein Schauspieler, der gerne Schweinefleisch isst, Hunde liebt, Weihnachtet feiert, nicht fastet, Mitglied im Sylter Heimatverein ist, sich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen einsetzt und dessen Frau keinen Schleier trägt. All diese Eigenschaften treffen nämlich auf mich zu. Wenn der Rentner somit der Mohammed-Karikatur mein Antlitz gibt, so lässt er damit zu, dass all diese Eigenschaften auch Mohammed zugeschrieben werden können. Sowas passiert eben, wenn man sich ein Bild von Mohammed macht!

Auf einer anderen Fotokollage hat er meinen Kopf auf den Körper eines SS-Nazis gesetzt und dabei das Hakenkreuz auf der Armbinde der SS-Uniform durch das Zeichen des Mossad ersetzt. Zudem fügte er dem Bild eine Medaille in Form des Davidsterns und die Flagge des Staates Israels bei. Er vergleicht somit Israel mit dem Regime der Nazis, das für über sechs Millionen ermordeter Juden steht. Er vergleicht nicht nur, er stellt sogar auf eine Stufe!

Es gibt einige Geschmacklosigkeiten, die Israel von Seiten derer, die das Land hassen wie sonst keine andere Nation, vorgeworfen werden, aber dass es in Israel Gaskammern gibt, in denen Palästinenser vergast werden, wurde noch von keinem “Israelkritiker” behauptet. Wie auch? Diese Lüge würde nun wirklich niemand mehr glauben. Israel hat keine Gaskammern. Das weiß und akzeptiert jeder, selbst der größte Judenhasser.

Wer also behauptet, Israel täte Palästinensern das gleiche Leid an wie die Nazis einst Juden, sagt damit: Es gab keine Gaskammern in Deutschland! Er sagt damit auch: Juden seien in Deutschland vollwertige Bürger des Landes gewesen, wie die 20 Prozent arabische Bevölkerung heute in Israel, Juden seien im Parlament der Nazis vertreten gewesen, wie heute Palästinenser in der Knesset und Juden seien in den Gerichten der Nazis vertreten gewesen, wie heute Palästinenser in Israel. Er sagt damit: Es gab keine Rassengesetze unter den Nazis!

Der Vergleich Israels mit Nazi-Deutschland ist somit nichts weiter als ein legaler Weg, den Holocaust zu leugnen!

Heute hat der Rentner ein neues Bild auf seiner Homepage hochgeladen. (Mittlerweile wurde das Bild entfernt, aber ein Screenshot liegt vor.) Auf der Karikatur begeht ein Mann, der einen Davidstern am Helm trägt, mit einer Axt bewaffnet einen blutigen Massenmord. Er hackt brutal auf eine hilflos am Boden liegende Menschenmenge ein und versteckt diese Tat hinter einem großen Buch, in dem Bilder vom Holocaust zu sehen sind. Diese Karikatur lässt es an Deutlichkeit nicht fehlen. Ob dieses Bild auch noch legal ist? Wie ich gehört habe, muss sich der Rentner vielleicht bald vor Gericht verantworten, vielleicht sollte vorher auch noch diese Karikatur, die auf der Homepage des Rentners veröffentlicht wurde, zur Anzeige gebracht werden. Sie macht schließlich mehr als deutlich, wie es in dem Rentner tickt.

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14 Antworten zu In Dortmund geht es ab

  1. Inbal schreibt:

    Ach, der Kerl ist Kinschtler. Na dann Ich wollte schon fragen, was der geraucht hat. Muß scheußlich schlechtes Zeug gewesen sein.
    Bringt denn eine Anzeige was ? Oder fällt das dann, wie bei Pali-Herrmann, unter freie Meinungsäußerung.

    • Aristobulus schreibt:

      Ein gewisser Postkartenmaler aus Braunau am Inn war auch Kinschtler, sogar Arno Breker und Alber Speer galten als Artifexe, und auch Goebbels sah sich selber mehr als Bohème denn als Offzier. Das will also nix heißen.

  2. Rika schreibt:

    Ich habe mir die Homepage des Rentners zu Gemüte geführt. Noch Fragen, Kienzle?
    Ja, Hauser! Anstalt?

  3. Eitan Einoch schreibt:

    Dieser Rentner ist der beste Beweis dafür, dass mit dem Alter nicht notwendigerweise auch die Weisheit kommt. Manche verblöden mit den Jahren sogar immer mehr.

  4. Schum schreibt:

    Ach, ginge es nur um den Rentner! Ein bißchen Taxilan, ein bißchen Geldstrafe würden schon viel bewirken.

    Wie schlimm die Lage wirklich ist, habe ich erst durch einen Aufsatz Thomas Haurys („Die ideologischen Grundlagen des Antizionismus in der Linken“, 22.05.2005) begriffen.

    Es ist nicht so, daß für die Antizionisten/Antisemiten die Juden die Bösen und die Palästinenser die Guten wären. Dem könnte man mit Argumenten, mit Tatsachen begegnen. Doch die prallen ab. Warum? Weil die Dinge schlimmer stehen: Die Juden sind nicht die Bösen, sie sind DAS Böse; die Palästinenser sind nicht die Guten, sie sind DAS Gute. Deshalb kann nichts, was die einen und die anderen tun oder lassen, an dieser Wahrnehmung etwas ändern.

    Wie können halbwegs anständige Menschen sich mit Leuten identifizieren, die Sportler ermorden, Rollstuhlfahrer über Bord werfen, kleinen Mädchen den Kopf mit einem Stein zertrümmern oder Diskothekbesucher in die Luft sprengen? habe ich mich lange Zeit gefragt. Ganz einfach: Für die Antizionisten/Antisemiten sind Palästinenser keine „Leute“. Sie sind Abstrakta. Die Juden ebenfalls.

    Wie drückt sich taz-Redakteur Christian Semler in einem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen (21.02.2008) aus?
    „Und da man damals auf der Suche nach dem ‚revolutionären Subjekt’ war, wurden die palästinensischen Gruppen dazu auserkoren.“
    Man war nicht auf der Suche nach Unterdrückten, Notleidenden. Man hätte ja auf Nordkoreaner stoßen können. Nein. Man war auf der Suche nach dem „revolutionären Subjekt“. Ein Subjekt, keine Individuen.

    Daher solche Blüten wie: „Stoppt den israelischen Holocaust in Palästina“, „Der Geist von Auschwitz schwebt über Palästina“, „Der Tod ist ein Meister aus Israel“.

    Wer wie Gerd Buurmann dem „Gottseibeiuns“ beispringt, findet sich als Schwein wieder. So ist es.

    Nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie den Aufsatz von Thomas Haury. Mir hat er die Augen geöffnet.

    http://www.d-a-s-h.org/dossier/07/08_grundlagenantizionismus.html

  5. DeSerebrjanik schreibt:

    Das Problem ist, finde ich, dass wenn gegen diesen, milde ausgesprochen, Vollidioten, haufen Anzeigen erstattet worden wären, er sich dann sofort als Märtyrer für die gerechte Sache und Unschuldig Leidenden betrachten und vermarkten würde. Ich mag irren, bedanke mich im Voraus für die Belehrungen eines Besseren.

  6. quirin schreibt:

    organisiert einen wöchentlichen flashmob u. bombardiert den hassbotschafter mit liebe u.good vibrations. vielleicht hat er einfach zuwenig davon bekommen in seinem leben ; )

  7. quirin schreibt:

    und dem hassbotschafter sei gesagt, er möge sich ein beispiel an waluliso nehmen. so bringt man friedensbotschaften unter die menschen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Waluliso
    @aristobulus: wer von hass zerfressen ist, ist tatsächlich zu bedauern.
    ich stelle mir das schön vor: gerd buurmann u. freunde tanzen u. singen regelmäßig um die pappwand. wenn das nicht entwaffnend wirkt, dann weiss ich auch keine hülf mehr!

    • Aristobulus schreibt:

      Wahrscheinlich ist Ihr Hinweis auf den bekränzten Anakreontiker jetzt ganz àpropos oder unfassbar ironisch gemeint. Wien halt. Schön eigentlich
      Wenngleich der Hass von Thomas Bernhard freilich mehr, weil uneigentlichere Substanz hat.

      • quirin schreibt:

        ja, ja, österreich- die insel der seligen..
        was th. bernhard betrifft: die bücher ein jahr mit th. bernhard von karl ignaz hennetmair, seinem nachbarn u. realitätenhändler, im wahrsten sinn des wortes, wie auch th. bernhard`s autobiographische schriften, geben einen tiefen u. z. teil berührenden einblick in seine persönlichkeit. menschenhass konnte ich nicht orten. verachtung trifft es besser. vor allem auch gegenüber der österr. politik u. dem kunst ( literatur)betrieb.

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