11.06.05DIV = Standard? Nein.

Am Anfang des Web Standards Boom wurde eine Kleinigkeit vergessen. Nur eben solche Kleinigkeiten können auf die Dauer zu einem echten Problem werden. Anfangs noch Divitis genannt, ist daraus an manchen Stellen eine echte Epedemie geworden. Man spricht schon vom DIV-Wahnsinn.

Es muss mehr über dieses Thema und Möglichkeiten der Vorsorge informiert werden. Geschieht das nicht, laufen wir irgendwann direkt in die nächste Plage, ähnlich der Tabellenwände, wie wir sie gerade niedergerissen haben.

Einführung Webstandards im engeren Sinn

Wirklich jeder, der sich mit Webdesign beschäftigt, dürfte mittlerweile von den Web Standards gehört haben. Neben vielen anderen sind es vor allem jene für XHTML und CSS. Doch dabei handelt es sich nicht einfach um einen Trend, wie man (leider) allzu oft meinen könnte. Die gemeinsame Entwicklung, Einhaltung und Dikussion der Standards hat gemeinsame Ziele. Websites sollen schlanker, flexibler, zugänglicher und somit zukunftsfähig werden. Gemeinsame Standards sind die Grundvoraussetzung für das Gelingen. Es geht nicht nur darum sauberes Markup und Stylesheets zu schreiben. Das ist die Grammatik. Struktur und Stil machen die wirklichen Unterschiede.

Deshalb gründeten einige Webdesigner 1998 das Web Standards Project. Weitere mehr oder weniger große Bündnisse folgten diesem Beispiel. Zudem sind sich fast alle einig, dass man sich an die Empfehlungen des W3C halten sollte, als Grundvoraussetzung zur Produktion besserer Websites. Hierbei sind die Koordination und Zusammenarbeit zwischen Browserherstellern, Webdesignern und -entwicklern sowie den Herstellern von Entwicklungstools gefordert.

Wie der DIV zum Standard wurde

Die CSS als das innovative und kreative Element in dieser Bewegung bergen die größten Schwierigkeiten, vor allem dann wenn man beginnt, Struktur und Layout strikt zu trennen. Und irgendwie kam es dazu, dass seitdem viele ausgerechnet den DIV mit den Web Standards in Verbindung bringen. Ein Ohrwurm ist bereits: Ich möchte meine Website auf ein DIV-basiertes Layout umstellen. Und schon war es passiert. Ein Fehler, den auch der Artikel beschreibt, besteht also darin, dass ganz oft einfach Tabellenzellen durch DIV ersetzt werden. Schon wieder steht das Element im Mittelpunkt. Zum Grundaufbau in Ordnung. Aber auch so wird allzu voreilig der DIV im Überfluss eingesetzt.

Natürlich brauchen wir gerade den DIV zum Aufbau einer Website. D.h. für all die Bereiche, die verschiedene Bauteile des Seitengerüst abstecken. In den meisten Fällen hat es sich damit. Nur selten braucht man einen DIV für andere Zwecke. Aber weil man mit einem DIV auch eine Box verbindet, nutzt man dieses Element auch für andere Zwecke, wobei es geeignetere Alternativen gibt. Die Folge ist die sogenannte Divitis, unter der heute sehr viele Websites leiden.

Was ist ein DIV

Der DIV ist nur ein Element, das als Selektor für die Steuerung des Layouts per CSS dient. Es hat semantisch eigentlich keine Relevanz. Es ist ein Element, das Bauteile einer Website abgrenzt, verbindet und positioniert. Ein Container, der semantisch neutral gesehen werden muss. Für alle anderen Zwecke gibt es andere, sinnvollere Elemente.

Semantisch relevante Elemente einsetzen

Manchmal sollte man sich an die zur Verfügug stehenden Elemente erinnern. Es gibt bessere Alternativen zum DIV. Elemente, die mehr Sinn machen und richtig eingesetzt auch Vorteile mit sich bringen. Deshalb auch an dieser Stelle nochmal die Links zu meiner Serie "Sinnhafte Websites":

Fazit

Artikel wie der, den Eric übersetzt hat, sollten in Zukunft schnell verbreitet und diskutiert werden. Dann wirds irgendwann auch mal was mit dem semantischen, für wirklich jeden zugänglichen Web.

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4 Antworten

  1. reieRMeister am Jun 15, 2005 | Reply

    Das spricht mir aus der Seele! Ich habe mir auch ein paar Gedanken zum Thema DIVs gemacht. Vielleicht gefallen Sie Dir ja auch.

    Gruß,
    Mirko

  2. Dirk am Jun 15, 2006 | Reply

    Es ist in der heutigen Zeit nicht ganz einfach, die richtigen Worte zu finden für das, was die Webstandards-Bewegung erreihen möchte. Und ich denke, es fehlen noch einige Begriffe.

    Der DIV ist nur ein Element, das als Selektor für die Steuerung des Layouts per CSS dient. Es hat semantisch eigentlich keine Relevanz. Es ist ein Element, das Bauteile einer Website abgrenzt, verbindet und positioniert.

    Warum ist dann der Begriff eines DIV-basierten Layouts?

    Der Fehler des Anwenders liegt doch nicht darin, DIVs zu Layoutzwecken einzusetzen. Die Bezeichnung ist also völlig korrekt.

    Das Problem ist doch eher, dass die Bedeutung einer semantisch korrekten Auszeichnung der Inhalte in vielen Köpfen noch nicht angekommen ist. CSS ist für viele Anwender anfangs so kompliziert, dass sie, nachdem sie die grundlegende Formatierung eines DIVs kapiert haben, auf halber Strecke stehenbleiben. Da der Begriff der Semantik weit weniger bekannt ist als CSS, fehlt oft die Entscheidungsgrundlage: Semantische Relevanz ja/nein - DIV-Einsatz nein/ja.

    Ich habe mittlerweile schon des öfteren andere Diskussionen erlebt. Da bekommt man schnell Divitis (moderne Tabellenverliebtheit) vorgeworfen, weil man die DIVs ihrem Sinn entsprechend einsetzt, nämlich für gestalterische Zwecke ohne jegliche semantische Relevanz.

    Der Begriff der “Divitis” ist mittlerweile viel bekannter als die “Semantik” und so höre ich immer öfter den pauschalen Ruf nach eine DIV-freien Zone. Doch das kann’s ja auch nicht sein.

    Gruß
    Dirk

2 Trackback(s)

  1. Jun 11, 2005: Der DIV-Wahnsinn - Michels Weblog.
  2. Jun 12, 2005: CSSHilfe

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