Basel

Massnahme gegen Spitzel und Denunzianten

Von David Weber. Aktualisiert am 17.12.2010 35 Kommentare

Mit einer Klage wegen Hausfriedensbruchs wollen sich Raucherbeizen gegen ungebetene Gäste wehren – etwa gegen verdeckte Ermittler. Das Bauinspektorat zeigt sich unbeeindruckt.

Vereinslokal: Auf dem alten Schild (im Bild das Restaurant Manger et Boire) wird Nicht-Mitgliedern noch nicht mit einer Strafanzeige gedroht, wenn sie das Lokal betreten.

Vereinslokal: Auf dem alten Schild (im Bild das Restaurant Manger et Boire) wird Nicht-Mitgliedern noch nicht mit einer Strafanzeige gedroht, wenn sie das Lokal betreten.
Bild: Roland Schmid

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Umfrage

Der Verein Fümoar will sich gegen verdeckte Ermittler und «Spitzel» wehren. Wer ohne Mitgliederausweis ein Fümoar-Lokal betritt, riskiert eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Haben Sie Verständnis für diese Massnahme?

Ja

 
42.8%

Nein

 
57.2%

771 Stimmen


Mit Warnung: Das neue Fümoar-Schild.

Stichworte

Das stiess dem Verein Fümoar sauer auf. Am 22. November berichtete die BaZ über die verschiedenen Modelle von Raucherbeizen in Basel, die dem seit April geltenden Rauchverbot trotzen. Unter anderem auch über einige Fümoar-Lokale, welche die Mitgliederausweise nicht kontrollierten und auch Nicht-Mitglieder bedienten. Diese Stichprobe passte Fümoarsekretär Thierry Julliard gar nicht. Nun geht der Verein Fümoar in die Offensive und macht wahr, was Advokat Julliard bereits in der BaZ vom 23. November erstmals als Option erwähnt hat. Der Verein empfiehlt seinen Wirtemitgliedern, ein Verbotsschild an der Eingangstüre ihres Lokals anzubringen. Das bisherige Schild «Zutritt nur für Mitglieder» reiche offensichtlich nicht, so Julliard zur BaZ.

Das neue Fümoar-Schild enthält eine deutliche Warnung: «Wer sich ohne Mitgliedschaft mit Speisen oder Getränken in diesem Lokal bedienen lässt», heisst es dort, «macht sich des Hausfriedensbruchs gemäss Artikel 186 Strafgesetz schuldig und wird gegebenenfalls angezeigt.» Nicht-Mitgliedern ist der Zutritt nur gestattet, wenn sie sich sofort und unaufgefordert um die Mitgliedschaft im Verein Fümoar bewerben. Der Verein Fümoar umfasst nach eigenen Angaben mittlerweile 170 Beizen und 120 000 Gästemitglieder. «Eine erfreuliche Entwicklung», sagt Julliard. Der Verein scheine aber vor «Spitzeln, verdeckten Ermittlern der Polizei, Denunzianten, Neidern und Missgünstigen nicht verschont zu bleiben». Gegen solche will sich der Verein mit dem Verbotsschild wehren.

Der eigenen Verantwortung entledigen

Für die Kontrolle, ob im Basler Gastgewerbe das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen eingehalten wird, ist das Bauinspektorat zuständig. Bei den Fümoar-Lokalen wird unter anderem kontrolliert, ob tatsächlich nur Vereinsmitglieder bedient werden. Machen sich die Kontrolleure künftig strafbar, wenn sie ohne Ausweis die Fümoar-Lokale betreten? Werden die Kontrollen verunmöglicht? Luzia Wigger Stein, Leiterin des Bauinspektorats, winkt ab. «Kontrollen können nach wie vor durchgeführt werden», teilt sie mit und nimmt die Fümoar-Wirte weiterhin in die Pflicht. Mit dem Verbotsschild «entledigen die sich nicht der eigenen Verantwortung, dafür zu sorgen, dass niemand bedient wird, der nicht Mitglied bei Fümoar ist», sagt Wigger Stein.

Sie kann dem Zutrittverbotsschild für Nicht-Mitglieder aber auch Positives abgewinnen, denn Fümoar-Wirte entscheiden sich für das Betreiben eines nicht öffentlichen Vereinslokals. «Mit dem neuen Schild signalisieren sie, dass sie dies ernst meinen», sagt Wigger Stein. (Basler Zeitung)

Erstellt: 17.12.2010, 08:10 Uhr

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35 Kommentare

Steve Meier

17.12.2010, 11:53 Uhr
Melden

Genau Herr Basler, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Immer diese Nörgler, bleibt doch zuhause.... Da fühlt ihr Euch doch ja am Wohlsten. Antworten


Corinne Sutter

17.12.2010, 10:39 Uhr
Melden

120'000 Gästemitglieder mal 10 Franken Jahresgebühr macht 1,2 Mio. Franken Einnahmen pro Jahr. Interessant wäre, vom Verein Fümoar zu erfahren, wer sich da alles eine goldene Nase verdient. Antworten



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