Israelhass ist freie Meinung – Israelliebe nicht

Nun ist es offiziell. Das Ermittlungsverfahren gegen Walter Herrmann auf Grund meiner Anzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung (Aktenzeichen 121 Js 51/10) wurde eingestellt. Die Begründung der Staatsanwaltschaft ist dabei äußerst dubios.

Die Staatsanwaltschaft (Oberstaatsanwalt Wolf und Staatsanwalt Oehme) behauptet, meine Kritik an der Karikatur sei die Meinung eines Einzelnen. Allerdings käme es “nicht darauf an, wie ein einzelner Betrachter die mit dem Bild vermittlete Äußerung versteht, sondern wie ein objektiver, unvoreigenommener und verständiger Dritter, bzw. das verständige Durchschnittspublikum den Erklärungsgehalt unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles und der Verkehrsanschauung auffassen würde.”

Die Staatsanwaltschaft weiß auch, wie ein “unvoreigenommener und verständiger Dritter, bzw. das verständige Durchschnittspublikum” das Bild versteht. “Aus der Sicht des verständigen Durchschnittsbürgers ist dem beanstandeten Plakat in der Gesamtschau der ausgestellten Bilddokumente ein eindeutiger Erklärungsinhalt dahin beizumessen, die militärische Vorgehensweise Israels als vermeintlich brutal, unmenschlich u.a. anzuprangern.”

Dies ist eine pure Behauptung der Staatsanwaltschaft. Allein im Rat der Stadt Köln steht eine Mehrheit hinter meiner Anzeige.

Die CDU sagt: “Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft war der einzig gebotene und daher richtige Schritt.”

Die FDP sagt: “Die antisemitische Karikatur ist unerträglich.”

Die GRÜNEN sagen: “Wir sehen Ihre Anzeige wegen Volksverhetzung als berechtigt an.”

Ein Teil der LINKEN sagt: “Ich persönlich sehe hier den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt.”

Sitzen etwa in der CDU, der FDP und bei den GRÜNEN keine objektiven, unvoreigenommenen und verständigen Bürger? Laut Kölner Staatsanwaltschaft nicht.

Allerdings hat die Kölner Staatsanwaltschaft wohl nicht von dieser Meinung aus der Politik gehört, denn ein weiterer Grund für die Einstellung des Ermittlungsverfahren ist folgende Tatsache:

“Das eher als gering zu bewertende Anzeigenaufkommen führt zu keiner anderen Einschätzung.”

Tja, da haben haben die FDP, die CDU und die GRÜNEN wohl nur Lippenbekenntnisse abgegeben. Hätten sie und alle jene, die ebenfalls den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt sehen auch Anzeige erhoben, wäre die Entscheidung wohl anders ausgefallen.

Nun, was nicht ist, kann noch werden. Sollten Sie, verehrte Leserin und verehrter Leser, trotz der Entscheidung der Staatsanwaltschaft den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt sehen, so lassen Sie es die Kölner Staatsanwaltschaft wissen. Lassen Sie es der Staatsanwaltschaft auch wissen, wenn Sie folgender Behauptung nicht zustimmen können:

“Ungeachet dessen erscheint ein weiteres Erfordernis, nämlich die Eignung zur Störung des öffentlichen Friedens, fraglich. Gestört ist der öffentliche Friede nämlich nur dann, wenn eine allgemeine Unruhe in der Bevölkerung innerhalb der Bundesrepulik, mindestens aber unter einer beträchtlichen Personenzahl eintritt bzw. zu befürchten ist. Konkrete Anhaltspunkte für die Annahme, die Plakataktion eines notorischen, auch in anderen Belangen zum Fanatismus neigenden “Weltverbesserers” könne das Vertrauen der Juden in die Rechtssicherheit erschüttern, sind nicht ersichtlich. Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass das psychische Klima in der Bevölkerung gegenüber jüdischen Mitbürgern nachhaltig beeinträchtigt werden könnte oder ist.”

Mich wundert es nicht, dass die Kölner Staatsanwaltschaft keine Anzeichen dafür sieht, dass das psychische Klima in der Bevölkerung gegenüber jüdischen Mitbürgern nachhaltig beeinträchtigt ist, haben doch deutsche Gerichte in den letzten zwei Jahren selbst eifrig daran gearbeitet das Vertrauen in die Rechtssicherheit für Juden zu erschüttern.

Folgende Urteile, Entscheidungen und Rechtfertigungen wurden in den letzten zwei Jahren in deutschen Gerichten gefällt.

Da eine Frau in Bochum eine Israel-Flagge nur gezeigt aber nicht verbrannt hatte, wurde sie zu einer Geldstrafe von € 300,- verurteilt.

Da eine Person in Duisburg eine Israel-Flagge an seinem Fenster befestigt hatte, stürmte die Polizei die Wohnung, um die Flagge zu entfernen.

Die Stadt Kassel verbietet das Zeigen der Israel-Flagge.

Aber:

Das Zeigen einer Karikatur auf der ein Jude ein Kind verspeist ist in Köln erlaubt und laut Kölner Staatsanwaltschaft nicht antisemitisch!

Noch deutlicher kann es Deutschland nicht machen: Juden dürfen in Deutschland beleidigt werden, aber ihr Stolz wird gerichtlich beschränkt. Israelhass ist durch das Recht auf freie Meinung gedeckt – Israelliebe nicht! Solidartiät mit Juden darf es in Deutschland nicht geben und wenn sich doch so etwas wie Solidarität regt, dann schreitet ein deutsches Gericht ein.

Arsch hoch? Zähne auseinander? Nicht für Juden!

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10 Antworten zu Israelhass ist freie Meinung – Israelliebe nicht

  1. Wehret dem Anfang – gut gemacht, Gerd, und von ganzem Herzen, ganzer Seele und allem Vermögen. Es war schon immer so in Deutschland, leider, dass man von Staatswegen mit zweierlei Maß misst, den Einzelnen, den man nicht will, als Vereinzelten abkapselt, als gäbe es kein Volk dahinter, und den Einzelnen, dessen Meinung einzelne Staatsdiener wollen, dessen Meinung baut man als Reichsmeinung auf, wie zum Beispiel: XYZ, nennen wir ihn einfach mal Luther, hat doch schon gesagt:
    “Erstlich, das man jre Synagoga mit feur anstecke, damit Gott sehe, das wir Christen seien.” Heute wird man schon von Staatswegen wieder angegriffen, wenn man überhaupt einen Zusammenhang zwischen Holocaust und Kirche herstellt. Oder man verbittet sich mit “pastoraler Autorität”die auf der Hand liegende absolute Abfolge-Zwangsläufigkeit zwischen Zölibat und sexuellem Missbrauch überhaupt zu verbalisieren. Gut, dass es Dich gibt und Du Volksverhetzung als Volksverhetzung beim Namen nennst, danke! Ich hoffe, dass die Mehrzahl der Bundesbürger hinter Dir stehen und nicht schon wieder hinter der Reichskölner Justiz. Und … Herr Oberbürgermeister Rothers: schauen Sie sich ruhig dann und wann einmal wieder Ihre appelierenden Worte vom 9. November 2009 in der Synagoge zu Köln an, das hilft beim “sich an eigene Maßstäbe erinnern”! Ach so, ja, falls Sie Ihre eigene Rede “im Amt verlegt haben” sollten, Sie finden sie bei Google-Suche: “OB Roters Pogromnacht Köln” wieder!

    • Martin L. schreibt:

      Die judenfeindlichen Schriften Luthers sind bekannt. Sowohl der lutherische Weltbund, als auch viele Landeskirchen haben sich ausdrücklich von diesen distanziert. Es kann keineswegs davon ausgegangen werden, dass aktuelle antijüdische Tendenzen in den Kirchen sich auf derartige Schriften beziehen. Aktuelle antijüdische Tendenzen innerhalb der Kirchen werden eher von einem vermeintlichen Eintreten für Gerechtigkeit und für Verfolgte getrieben. Dass hier allerdings mehr Desinformation und Verblendung Pate steht, ist vielen Freunden Israels und hoffentlich auch neutralen Außenstehenden klar.
      Zur Beurteilung Luthers ist sicher eine historische Betrachtung erforderlich. Dies kann zwar nicht zur Weißwäsche eines Menschen führen, der sich ansonsten enorme Verdienste erworben hat, aber muss nach Verständnis für Zusammenhänge suchen. Eine unhistorische Bezugnahme auf historische Schriften tut das nicht.

      Ähnlich reißerisch gestaltet sich der Verweis auf den Zölibat und sexuellen Missbrauch. Ich halte den Zölibat ebenfalls für unbiblisch und schädlich, aber zu verkennen, dass sexueller Missbrauch ein sehr viel breitere Phänomen ist, das sich durch alle möglichen Weltanschauungen und politischen Richtungen zieht, ist schlicht blind. Verkürzte Schuldzuweisungen helfen weder Betroffenen, noch erfüllen sie moralische Ansprüche.

  2. Horst Urban schreibt:

    Zu obigem Thema
    Seit Kaiser Konstantin und seinem Konzil von Nicäa, 325 n. u. Zt. durchzieht ein unbeschreiblicher Judenhass die „christlichen“ Nationen. Im Namen Jesu, der mit dem jüdischen Messias Jeshua (d. h. übersetzt: Gott rettet) nichts zu tun hat, wurden über all die Jahrhunderte hinweg unfassbare Gräuel an Juden begangen und diese fanden ihren grauenhaften Höhepunkt im Hlocaust, den die katholische aber auch weithin die evangelische Kirche geduldet, wenn nicht gar begrüßt hat.
    Dieser Hass wird heute von den islamistischen Terroristen in einer den Nazis in nichts nachstehenden Weise weiter geschürt und der westliche Journalismus schürt mit seiner einseitigen Berichterstattung diesen Hass mit! Dahinter steht neben dem judenhassenden Luther auch ein latent judenhassender Katholizismus, der für sich in Anspruch nimmt allein selig machend zu sein und sich anmaßt, einen unfehlbaren Stellvertreter Christi auf Erden zu stellen. Diese Organisation – die Bezeichnung Kirche dürfte sie gar nicht führen – hat im Namen des Messias, den zu repräsentieren sie vorgibt, unzählige Menschen z. B. in den Zeiten der Inquisition und der Gegen- reformation ermordet oder von Haus und Hof vertrieben bzw. wie bereits erwähnt, bei der millionenfachen Ermordung der Juden zugeschaut. Diese Kirche steht in ihrem Fanatismus den Islamisten in nichts nach. Einer ihrer „Heiligen“ Chrysostomus (Goldmund) hat im 4. Jhd n. u. Zt eine Hetzschrift gegen die Juden verfasst, die bis heute nicht zurückgenommen worden ist. Er schrieb:

    „Wie können es die Christen wagen, mit den Juden den elendsten aller Menschen, die… wollüstige, räuberische, habgierige, heimtückische Banditen sind, auch nur den geringsten Umgang zu haben? Sind sie nicht eingefleischte Mörder, Zerstörer, vom Teufel besessene Menschen, die aufgrund von Ausschweifung und Trunkenheit die Natur von Schweinen und geilen Böcken angenommen haben? Die Synagoge? Sie ist nicht nur ein Theater und ein Haus der Unzucht, sondern eine Räuberhöhle, ‚ein Lagerplatz der wilden Tiere’, ein Ort der Schande und des Spottes, die Wohnstätte des Teufels, ebenso wie es auch die Seelen der Juden sind… Gott hasst die Juden und hat sie schon immer gehasst. (…) ich hasse die Juden ebenso.“ (Zitat Ende)

    Bis heute kursiert dieses Pamphlet in vielen judenhassenden Gesellschaftskreisen, sowohl der Linken als auch der Rechten Europas. Die Kirche hat diese Hetzschrift nie öffentlich zurückgenommen und mit der kürzlichen Äußerung des amtierenden Papstes, dass die Christen im Nahen Osten wegen der Palästinenserpolitik der Juden so zu leiden hätten, bestätigte dieser Mann einmal mehr die antijüdische Haltung der Kirche. Mit einer solchen Äußerung aus Rom erhält natürlich die Kölner Staatsanwaltschaft eine Rückendeckung zu ihrer “(Un)Rechtssprechung” und kann daher getrost dem menschenrechtsverletzende Plakat den Verhetzungscharakter absprechen. Was sind diese Richter für Menschen?
    Adonai Elohim, der Allmächtige, der Gerechte, wird diese Herren wenn schon nicht bei ihren Lebzeiten, spätestens aber nach dem Ableben zur Rechenschaft ziehen.
    Gott sei es gedankt, dass in unserer Zeit noch Menschen aufstehen und gegen diese Verhetzung gerichtliche Wege beschreiten. Duldet die Obrigkeit eine derartige Hetze, wie in diesem und anderen Fällen, wird nicht nur sie sondern auch das ganze Volk, das sich nicht dagegen stemmt, bald eine “Rechnung” bekommen, die es nicht erwartet hat. Wehe wenn der Islam mit seiner weltweiten medial unterstützten Judenhetze die Oberhand gewinnt, die Folgen werden schrecklich sein. Der Slogan dieser im wahrsten Sinne des Wortes mörderischen Religion ist ja hinlänglich bekannt: “Am Schabbat töten wir die Juden und am Sonntag die Christen!”

  3. Horst Urban schreibt:

    Zu obigem Thema
    Seit Kaiser Konstantin und seinem Konzil von Nicäa, 325 n. u. Zt. durchzieht ein unbeschreiblicher Judenhass die „christlichen“ Nationen. Im Namen Jesu, der mit dem jüdischen Messias Jeshua (d. h. übersetzt: Gott rettet) nichts zu tun hat, wurden über all die Jahrhunderte hinweg unfassbare Gräuel an Juden begangen und diese fanden ihren grauenhaften Höhepunkt im Holocaust, den die katholische aber auch weithin die evangelische Kirche geduldet, wenn nicht gar begrüßt hat.
    Dieser Hass wird heute von den islamistischen Terroristen in einer den Nazis in nichts nachstehenden Weise weiter geschürt und der westliche Journalismus schürt mit seiner einseitigen Berichterstattung diesen Hass mit! Dahinter steht neben dem judenhassenden Luther auch ein latent judenhassender Katholizismus, der für sich in Anspruch nimmt allein selig machend zu sein und sich anmaßt, einen unfehlbaren Stellvertreter Christi auf Erden zu stellen. Diese Organisation – die Bezeichnung Kirche dürfte sie gar nicht führen – hat im Namen des Messias, den zu repräsentieren sie vorgibt, unzählige Menschen z. B. in den Zeiten der Inquisition und der Gegen- reformation ermordet oder von Haus und Hof vertrieben bzw. wie bereits erwähnt, bei der millionenfachen Ermordung der Juden zugeschaut. Diese Kirche steht in ihrem Fanatismus den Islamisten in nichts nach. Einer ihrer „Heiligen“ Chrysostomus (Goldmund) hat im 4. Jhd n. u. Zt eine Hetzschrift gegen die Juden verfasst, die bis heute nicht zurückgenommen worden ist. Er schrieb:

    „Wie können es die Christen wagen, mit den Juden den elendsten aller Menschen, die… wollüstige, räuberische, habgierige, heimtückische Banditen sind, auch nur den geringsten Umgang zu haben? Sind sie nicht eingefleischte Mörder, Zerstörer, vom Teufel besessene Menschen, die aufgrund von Ausschweifung und Trunkenheit die Natur von Schweinen und geilen Böcken angenommen haben? Die Synagoge? Sie ist nicht nur ein Theater und ein Haus der Unzucht, sondern eine Räuberhöhle, ‚ein Lagerplatz der wilden Tiere’, ein Ort der Schande und des Spottes, die Wohnstätte des Teufels, ebenso wie es auch die Seelen der Juden sind… Gott hasst die Juden und hat sie schon immer gehasst. (…) ich hasse die Juden ebenso.“ (Zitat Ende)

    Bis heute kursiert dieses Pamphlet in vielen judenhassenden Gesellschaftskreisen, sowohl der Linken als auch der Rechten Europas. Die Kirche hat diese Hetzschrift nie öffentlich zurückgenommen und mit der kürzlichen Äußerung des amtierenden Papstes, dass die Christen im Nahen Osten wegen der Palästinenserpolitik der Juden so zu leiden hätten, bestätigte dieser Mann einmal mehr die antijüdische Haltung der Kirche. Mit einer solchen Äußerung aus Rom erhält natürlich die Kölner Staatsanwaltschaft eine Rückendeckung zu ihrer “(Un)Rechtssprechung” und kann daher getrost dem menschenrechtsverletzende Plakat den Verhetzungscharakter absprechen. Was sind diese Richter für Menschen?
    Adonai Elohim, der Allmächtige, der Gerechte, wird diese Herren wenn schon nicht bei ihren Lebzeiten, spätestens aber nach dem Ableben zur Rechenschaft ziehen.
    Gott sei es gedankt, dass in unserer Zeit noch Menschen aufstehen und gegen diese Verhetzung gerichtliche Wege beschreiten. Duldet die Obrigkeit eine derartige Hetze, wie in diesem und anderen Fällen, wird nicht nur sie sondern auch das ganze Volk, das sich nicht dagegen stemmt, bald eine “Rechnung” bekommen, die es nicht erwartet hat. Wehe wenn der Islam mit seiner weltweiten medial unterstützten Judenhetze die Oberhand gewinnt, die Folgen werden schrecklich sein. Der Slogan dieser im wahrsten Sinne des Wortes mörderischen Religion ist ja hinlänglich bekannt: “Am Schabbat töten wir die Juden und am Sonntag die Christen!”

  4. Ihre detailgenauen Erweiterungen,
    sehr geehrter Herr Urban,
    passen schlimmer Weise sehr gut ins Bild, welches ich mir mit eigenem Beitrag auf God’s Sabbath International “FAQ 6 UrBilder – Schöpfung Gottes” auch noch einmal erlaubte, hinsichtlich des “Israelhasses als freie Meinung” auf der Kölner Domplatte archetypisch als Bild zu analysieren. Zu einem Kommentar dort sind sie willkommen. Bei solchen neuDEUTSCHEN Kunstwerkerken wie der KÖLNER KLAGEMAUER kann es gar nicht genug wachrüttelnde Menschen wie Sie geben, die nicht nur rumpoltern, sondern dem Wahnsinn der Deutschen, besonders als Kirche, fundiert entgegnen können. Wenngleich mir Ihr letztes Zitat mit dem Töten der Juden am Schabbat und der Christen am Sonntag auch ein anderes, aber göttliches Bild wieder vergegenwärtigte, das nämlich von der Abfolge Freitag – Schabbat – Sonntag: “Seit knapp 1.400 Jahren liegt die Wahrheit und der Segen für alle Menschheit wieder exakt im Zentrum, bis dass alles geschieht.” Und seit dem 14. Mai 1948 hat diese Hoffnung in der Staatsgründung Israels mit seiner Nationalhymne wieder ihren ursprünglichen hebräischen Namen: “Hatikva”!

  5. Martin L. schreibt:

    Ihre Behauptungen:

    Seit Kaiser Konstantin und seinem Konzil von Nicäa, 325 n. u. Zt. durchzieht ein unbeschreiblicher Judenhass die „christlichen“ Nationen. …

    entbehren des historischen Beleges. Mir ist kein Beleg bekannt, dass Juden im spätrömischen Reich besonders unterdrückt wurden, wohl aber die von Verfolgungen und Pogromen vor Konstantin.
    Richtig ist, dass es über weite Phasen tatsächlich zu religiösen Konflikten auch zwischen Juden und Christen kam. Erschreckend sind die historisch belegten Pogrome und Marginalisierungen, die Juden durch die Geschichte erfahren haben. Allerdings wäre diese Sicht verkürzt, wenn nicht auch die Phasen der Toleranz und das Eintreten von Christen für Juden ihre Beachtung fänden. Tatsächlich blühten jüdische Gemeinden in der Christenheit und bereicherten die westliche Kultur erheblich. Wäre also die Inszenierung der durchgängigen Judenfeindschaft die ganze Wahrheit, würden sich die historischen Befunde nicht erklären lassen.

    • Dohle schreibt:

      @ Martin L.
      “… Eintreten von Christen für Juden …”
      Wieso sollten Sie “die Christen” für “die Juden” eintreten, ich denke, unsere Mitbürger (auch die historischen) würden ein Freudentanz aufführen wenn sie nur einfach “normal leben” könnten, ohne das jemand für sie eintritt.

      Aus ihrem Holzsplitter im Auge wächst ein gewaltiger Baum und der trägt viele saftige Früchte (gilt für alle Kommentare vom 18.06.10).

      Diese Früchte möchte ich nicht mal anfassen, aber Sie werden bestimmt das leider nie erkennen, leider.

  6. Martin L. schreibt:

    Weiter zum Beitrag von Horst Urban:

    … wurden über all die Jahrhunderte hinweg unfassbare Gräuel an Juden begangen und diese fanden ihren grauenhaften Höhepunkt im Holocaust, den die katholische aber auch weithin die evangelische Kirche geduldet, wenn nicht gar begrüßt hat.

    Dies erfüllt den Tatbestand der wahrheitswidrigen Behauptung und Diffamierung. Es ist mir keine christliche Kirche bekannt, die den Holocaust und Antisemitismus nicht aufs schärfste verurteilt. Was sollte denn hier das Schüren von Hass und Vorurteilen, dass gerade noch zu recht echten Antisemiten vorgeworfen wird?
    In der Forschung wird sehr wohl zwischen Antijudaismus, der theologisch begründet wird, und Antisemitismus, der sich gegen eine Ethnie richtet, unterschieden. Christen haben missionarische Arbeit unter Juden nicht darum betrieben, weil sie die Menschen als Ethnie ablehnen, sondern weil sie von ihrer eigenen Glaubenseinstellung überzeugt waren. Konvertiten waren wechselseitig in beiden Lagern stets willkommen.

    Anders beim Holocaust, in dem Konvertiten ebenso zu Opfern wurden wie die, die beim mosaischen Glauben geblieben waren, oder schlicht einen säkularen Lebensstil praktizierten – der Glaube spielte schlicht keine Rolle. Dass die Nazis vermeintlich christliche ‚Argumente‘ instrumentalisierten, um die Massen zu manipulieren, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass hier eine völlig andere Grundlage, nämlich der Rassenwahn, die Triebkraft bildete.

  7. Martin L. schreibt:

    Weiter zum Beitrag von Horst Urban:

    …Chrysostomus (Goldmund) hat im 4. Jhd n. u. Zt eine Hetzschrift gegen die Juden verfasst, die bis heute nicht zurückgenommen worden ist.

    Bis heute kursiert dieses Pamphlet in vielen judenhassenden Gesellschaftskreisen, sowohl der Linken als auch der Rechten Europas. Die Kirche hat diese Hetzschrift nie öffentlich zurückgenommen …

    Auch hier eher ein Erweis der Desinformation. Die Erklärungen der Kirchen zum Thema Antisemitismus sind eindeutig und erdrückend. Es ist darum keineswegs erforderlich, jedes historische Dokumen im Einzelnen vom offiziellen Lehramt zu kommentieren.

    Auch mir, der ich ein deutliches historisches Interesse an besagten Themen habe, waren diese Aussagen bis gerade eben nicht bekannt. Ich zweifele darum massiv, dass diese Texte in besagten Kreisen kursieren. Vielmehr ist bei kurzer Recherche in Wikipedia nachzulesen:

    Von daher wird Chrysostomos oft als Kronzeuge des christlichen Antisemitismus angesehen.

    Die neuere Forschung sieht das differenzierter, insbesondere im Licht der damaligen Beziehungen zwischen Juden und Christen in Antiochia und unter Berücksichtigung der damals üblichen Rhetorik. So werden die als Reden „gegen das Judentum“ bekannten Reden in den neuesten Arbeiten mit Reden „gegen judaisierende Christen“ übersetzt. Diese Reden richteten sich nicht gegen Juden, sondern gegen Christen, die jüdische Riten befolgten, und die Polemik gegen die Juden hatte im Rahmen der damaligen Rhetorik den Zweck, diese Christen vom Befolgen jüdischer Riten abzuhalten.
    Zu beachten ist auch, dass Johannes Chrysostomos bei der ebenfalls in Antiochia gepredigten Auslegung des paulinischen Briefes an die Römer an der Auserwählung Israels festgehalten hat.

    • Aristobulus schreibt:

      Martin L.,
      bei Wikipedia nachzulesen ist keine “Recherche”, sondern bestenfalls ein Blick ins Lexikon.

      chrysostomos meinte mit “Israel” selbstverständlich seine Christen, das ist unbestritten. Ebenso ist nicht widerlegt, dass seine Schrift und viele, viele andere, Ähnliche, über Jahrhunderte den Judenhass befeuerten – und das tun sie noch immer.

      Ferner tun sich die Kirchen schwer mit den Juden – was umgekehrt freilich nicht gilt.
      Das Christentum hat in der Moderne ungleich mehr dazugelernt als in allen Jahrhunderten zuvor. Der offizielle christliche Judenhass ist fast verschwunden, Trotz judenfeindlicher Äußerungen mancher Bischöfe, ja Kardinäle immer wieder.

      Von diesem Dazulernen kann man in puncto Islam freilich nicht sprechen, da fanden bis heute keine Moderne statt, keine Aufklärung, keine Verwisenschaftlichung und kein Zweites Vatikanisches Konzil.

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