Mehr Glück als Hitler

Bei den Diskussionen über Antisemitismus darf der Beitrag der israelischen Politik bei der Entstehung antisemitischer Ressentiments nicht ausgeklammert werden.

Mit diesem dollen Otto hat sich Walter Herrmann am 8. August 2011 wieder zu Wort gemeldet und macht damit einmal mehr deutlich, wie tief er bereits im antisemitischen Sumpf versunken ist.

Walter Herrmann, auf dessen Hasswand vor dem Kölner Dom das jüdische Volk unter anderem als ein seit Jahrhunderten agierendes Erpresservolk bezeichnet wird und Karikaturen zur Schau gestellt werden, auf denen gerne mal ein Jude mit einem Davidstern auf der Brust dabei gezeigt wird, wie er ein Kind verspeist und das Blut trinkt, möchte nun, dass wir uns darüber Gedanken machen, welche Schuld Israel daran haben könnte, dass Judenhasser Juden hassen.

Die Frage nach der Mitschuld von Juden am Judenhass ist mindestens genauso pervers, wie die Frage nach der Mitschuld einer vergewaltigen Frau. Warum wurde die Frau vergewaltigt? Hatte sie vielleicht einen zu kurzen Rock an? Hat sie den Mann eventuell provoziert? War sie gar eine Feministin? Wäre Walter Herrmann ein Sexist, seine Aussage würde wie folgt lauten:

Bei den Diskussionen über Sexismus darf der Beitrag der feministischen Politik bei der Entstehung sexistischer Ressentiments nicht ausgeklammert werden.

Aber Walter Herrmann ist ein Antisemit! Er fragt, was Juden wohl verbrochen haben mögen, dass man sie so abgrundtief hasst.

Im Januar 2009 gingen in Berlin tausende Menschen auf die Straße und riefen: Jude, Jude, feiges Schwein und Tötet die Juden! Dazu wurden Plakate hochgehalten, auf denen der Spruch zu lesen war: Deutschland erwache! Wir schrieben das Jahr 2009! Am 15. Januar 2009 berichtete das Magazin Kontraste über diesen Skandal.

Die Sprüche von der Berliner Demonstration und dem Kölner Aktivisten sind nicht neu, sie wurden in der Geschichte immer mal wieder gebrüllt und nicht selten sogar in die Tat umgesetzt. Den Höhepunkt fand der Hass, als er zur Staatsdoktrin Deutschlands unter den Nationalsozialisten wurde. So wie Walter Herrmann heute Juden als seit Jahrhunderten agierendes Erpresservolk der Welt bezeichnet, so bezeichneten damals die Nazis Juden als Unglück der Welt. So wie Walter Herrmann heute judenfeindliche Karikaturen auf seiner Kölner Klagemauer veröffentlicht, so veröffentlichten die Nazis ihre antisemitischen Karikaturen damals im Stürmer.

Walter Herrmann und die Nazis bedienen sich gleicher Motive, Bilder und Rhetorik! Was allerdings bei den Nazis mittlerweile allgemein verurteilt wird, das wird bei Walter Herrmann toleriert. Warum? Weil es Israel gibt! Mit der Existenz des Staates Israels entschuldigen die Judenhasser von heute ihren Judenhass. Sie werden Juden mindestens so lange hassen, wie es Israel gibt. Sollte es Israel einmal nicht mehr geben, dann werden sie sich halt eine neue Entschuldigung für ihren Wahnsinn aussuchen müssen. Momentan jedoch leben sie recht gut und erfolgreich mit ihrer Taktik. Was lange nicht ging, das geht wieder. Tötet die Juden schallt über die Strassen Deutschlands. Warum? Weil es Israel gibt!

Die Nazis hatten somit im Grunde nur Pech! Hätte es damals schon Israel gegeben, dann hätte Joseph Goebbels nur Walter Herrmann zitieren zu brauchen:

Bei den Diskussionen über Antisemitismus darf der Beitrag der israelischen Politik bei der Entstehung antisemitischer Ressentiments nicht ausgeklammert werden.

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2 Antworten zu Mehr Glück als Hitler

  1. Heiner schreibt:

    erhard arendt ist doch ein bekannter schwachkopf.

  2. anti3anti schreibt:

    Mit der Existenz des Staates Israels entschuldigen die Judenhasser von heute ihren Judenhass. Sie werden Juden mindestens so lange hassen, wie es Israel gibt.

    Die Antisemiten werden Juden hassen, auch wenn es Israel nicht gibt. Sogar dann, wenn es keine Juden mehr gibt!

    http://anti3anti.wordpress.com/2011/09/04/deutsche-juden-und-zionismus/

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