Unwetter: Erneut zahlreiche Einsätze

Heftige Gewitter mit ungewöhnlich vielen Blitzen und starke Regenfälle hielten die Einsatzkräfte am Sonntag wieder auf Trab. Besonders betroffen war der Bezirk Gänserndorf. Alleine hier wurden 181 Einsätze gezählt.

Am Sonntag wurden über Niederösterreich mittels Blitzortungssystem ALDIS innerhalb von 24 Stunden 5.090 Blitze gezählt. Zum Vergleich: Im gesamten August des Vorjahres waren es 7.194 Blitze, also nur knapp 2.000 mehr - mehr dazu in 1.000 Blitze pro Stunde und Unwetter. Fast 450 Einsatzkräfte mussten im Bezirk Gänserndorf ausrücken. Hauptsächlich um überflutete Keller auszupumpen und Straßen von Schlamm zu befreien. Am heftigsten waren die Niederschläge im Bereich Matzen und Prottes.

Schwere Schäden an Wohnsiedlung

In Prottes entstanden große Schäden an einer Wohnsiedlung, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schicker gegenüber noe.ORF.at: „In Prottes ist durch die ganze Ortschaft ein Bach geflossen, der eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat. Da ist eine Wohnsiedlung überflutet worden, der Keller war zum Teil bis zur Decke überflutet, zahlreiche Fahrzeuge sind beschädigt worden.“ In Angern an der March schlug ein Blitz in einen Dachstuhl ein. Die Feuerwehr konnte den Schwelbrand jedoch rasch löschen, heißt es.

Triesting trat über die Ufer

Die Einsätze dauerten zum Teil die ganze Nacht. Auch in anderen Bezirken des Landes wurden die Einsatzkräfte auf Trab gehalten. 20-mal rückten die Feuerwehren im Bezirk Lilienfeld aus, denn die Triesting trat über die Ufer. In der Gemeinde Ramsau etwa wurde eine Brücke weggerissen, zum Teil hatten selbst die Helfer der Feuerwehren Schwierigkeiten, zu den Einsatzorten zu gelangen. Die Hainfelder Straße (B18) musste am Abend zwischen Weißenbach an der Triesting und Altenmarkt gesperrt werden.

Auch in den Bezirken Waidhofen an der Thaya, Baden, Mistelbach und Zwettl mussten die Feuerwehren Vermurungen und Schlamm beseitigen, Keller auspumpen und Straßen reinigen. Die Aufräumarbeiten gingen Montagfrüh weiter.

Video der FF St.Veit an der Triesting

Stromausfall nach Unwetter

Nach einem schweren Gewitter wurden in der Gemeinde Wienerwald (Bezirk Mödling) einige Häuser von den Wassermassen bedroht, außerdem sorgte das Unwetter für einen Stromausfall. Feuerwehren mussten in einigen Häusern mit Aggregaten und Lichtflutern aushelfen, um die Aufräumarbeiten zu erleichtern, berichtete das Bezirkskommando.

Auch die Feuerwehren Sulz, Sittendorf und Grub mussten zu mehreren Einsätzen ausrücken. Laut der Messstelle des Hydrographischen Dienstes Niederösterreich, Station Nexing (Sulz im Weinviertel), sind mit den Niederschlägen bereits drei Viertel des langjährigen Solls für den Monat August erfüllt. 49 Liter pro Quadratmeter fielen dort am Sonntag innerhalb kurzer Zeit, normalerweise sind im gesamten August 65 Liter pro Quadratmeter zu erwarten, heißt es.

Entlang der Donau bestehe vorerst keine Hochwassergefahrt, sagt Christoph Urbanek vom Hydrographischen Dienst des Landes Niederösterreich gegenüber noe.ORF.at: „In den nächsten zwei Tagen werden wir einen kleinen Anstieg der Donau haben. Allerdings ist das unter den Vorwarngrenzen. Es wird sich dann in zwei Tagen auch an der Donau wieder normalisieren.“ Darüber hinaus können aber derzeit noch keine Angaben gemacht werden, so Urbanek.

Hochwasser rinnt an Haus vorbei

BFKDO Lilienfeld

Überflutungen im Bezirk Lilienfeld

Schwere Unwetter auch in anderen Bundsländern

Schwere Unwetter hielten in der Nacht auf Montag auch die Einsatzkräfte in Oberösterreich auf Trab. Am schwersten betroffen waren das Innviertel und das Seengebiet. Am Attersee gingen einige Muren ab - mehr dazu in Überflutungen und Murenabgänge (ooe.ORF.at; 4.8.2014).

Auch in Salzburg waren die Feuerwehren im Dauereinsatz. Die Region Flachgau war mit 60 bis 100 Litern Regen pro Quadratmeter am stärksten betroffen. Die heftigsten Unwetter gingen im Bereich Berndorf-Nußdorf-Seeham (Flachgau) nieder - mehr dazu in Unwetter: Schäden vor allem im Flachgau (salzburg.ORF.at; 4.8.2014)

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