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HÄMATOLOGISCHE ANALYTIK

Telefonnummer für Rückfragen:  040-7410-56111
 

Allgemeine Hinweise

Analyten nach alphabetischer Reihenfolge


ALLGEMEINE HINWEISE

Für die Blutzellanalytik wird grundsätzlich EDTA-Vollblut eingesetzt.

Ausnahme: Bei Verdacht auf EDTA-induzierte Pseudothrombozytopenie werden die Thrombozyten am besten aus einer Vollblutprobe bestimmt, die mit dem neuen ThromboExact-Röhrchen der Fa. Sarstedt abgenommen wurde.

Hinweise für UKE-interne Einsender:

Weitere Materialien, aus denen wir Blutzelluntersuchungen durchführen, sind:

Häufige präanalytische Fehler entstehen durch lange Venenstauung (Hämokonzentration) und Gerinnungsartefakte (bereits kleinste Gerinnsel können durch Zellaggregation zu falsch niedrigen Werten führen).

Stark unterfüllte Proben sind ungünstig, weil eine zu hohe EDTA-Konzentration zu Zellveränderungen führt. Die EDTA-Röhrchen sollten zu mindestens 50% des angegebenen Maximalvolumens gefüllt sein.

Eine korrekte Blutzellanalyse setzt voraus, dass die Zellen zwischen Blutabnahme und Messung intakt bleiben. Im EDTA-Röhrchen ist eine Aufbewahrung über 4 bis 6 Stunden ohne Verfälschung der Ergebnisse möglich (12 Stunden bei Aufbewahrung im Kühlschrank). Danach ist mit einem Zerfall der Leukozyten und Thrombozyten zu rechnen.

Hämatologische Routine-Parameter (Hämoglobin, Hämatokrit, Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten) sowie die an Analysenautomaten bestimmbaren Parameter (automatisches Differenzialblutbild, automatische Retikulozytenzählung) werden rund um die Uhr bestimmt und am selben Tag mitgeteilt (UKE-intern: auch über IXServ und SORIAN). Proben für manuelle (mikroskopische) Analysen werden ebenfalls rund um die Uhr angenommen, die Resultate aber nur dann am selben Tag mitgeteilt, wenn die Proben werktags bis 13:00 im Labor eintreffen. Andernfalls erfolgt eine definitive Auswertung und Mitteilung der Ergebnisse am folgenden regulären Arbeitstag.

Die bei den einzelnen Analyten aufgeführten Hinweise zur Indikation und Beurteilung können nur die wichtigsten Differenzialdiagnosen berücksichtigen; zur vollständigen Beurteilung verweisen wir auf die Lehrbücher der Klinischen Chemie und der Hämatologie.

Analyten nach alphabetischer Reihenfolge:
 

A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z

B:

Kenngröße BASOPHILE GRANULOZYTEN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Durchflusszytometrie oder Ausstrich
Referenzbereich (Erwachsene)

absolut: - 0,1 Mrd/l
relativ: 0,1 - 1,4 %

Referenzbereich bei Kindern Absolut:
Neugeborene bis 7 Tage: -0,64 x 109/l
 
Relativ:
Neugeborene bis 14 Tage: 0 - 2,5 %
Säuglinge bis 6 Monate: 0 - 1,2 %
Kinder bis 2 Jahre: 0 - 1,1 %
Kinder bis 18 Jahre: 0 - 1,0 %
Störfaktoren Keine spezifischen Störfaktoren
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Erhöhung bei:

  • myeloproliferativen Erkrankungen
  • Neoplasien
Probenannahme

Rund um die Uhr

Resultatmitteilung

Am selben Tag bei Automatenmessung.
Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'.

Personal- und Sachmittelaufwand

+/++; manuell ++/++

C:

D: 

Kenngröße DIFFERENZIALBLUTBILD
Probenmaterial  EDTA-Vollblut
Analytik

Zur Leukozytendifferenzierung stehen Automatenanalysen (durchflusszytometrisches Verfahren) sowie der manuelle Blutausstrich zur Verfügung. Es werden grundsätzlich folgende Zellen differenziert: neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten.

Bei der automatischen Zelldifferenzierung werden aus jeder Probe etwa 10.000 Zellen analysiert, so dass eine hohe Genauigkeit erreicht wird. Jeder fragliche Befund wird mikroskopisch kontrolliert.

Bei Neugeborenen und Kindern < 2 Jahren ist die automatische Differenzierung nicht möglich, so dass immer ein Blutausstrich angefertigt werden muss.

Die mikroskopische Beurteilung liefert zusätzlich folgende Informationen:

  • Erkennung und Beurteilung granulozytärer Vorstufen
  • Charakteriserung pathologischer Zellen
  • Beschreibung intrazellulärer Einschlüsse
  • Angaben zur Erythrozytenmorphologie
  • Angaben zur Thromboyztenmorphologie
  • Nachweis von Parasiten

In jedem Blutausstrich werden 100 Leukozyten ausgewertet, so dass nur eine mäßige statistische Genauigkeit erreicht wird. Der Ausstrich ist vor allem für qualitative Fragestellungen geeignet.

Messbereich Siehe einzelne Zellpopulationen
Referenzbereich (Erwachsene) Siehe einzelne Zellpopulationen
Referenzbereich bei Kindern Siehe einzelne Zellpopulationen
Störfaktoren Siehe Leukozyten.
Für eine genaue Differenzierung ist eine Mindestzahl von 1,0x103 Leukozyten/µl erforderlich.
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Siehe einzelne Zellpopulationen
Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag bei Automatenmessung.
Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'.
Personal- und Sachmittelaufwand

 +/++; manuell ++/++

E:

Kenngröße EOSINOPHILE GRANULOZYTEN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Durchflusszytometrie oder Ausstrich
Messbereich 0 - 400 Mrd/l
Referenzbereich (Erwachsene) absolut: 0,1- 0,5 Mrd/l
relativ: 0,4 - 7,5 %
Referenzbereich bei Kindern Absolut:
Neugeborene bis 28 Tage: 0,02-1,10 x 109/l
Säuglinge bis 8 Monate: 0,07-0,90 x 109/l
Kinder bis 13 Jahre: bis 0,70 x 109/l
Relativ:
Neugeborene bis 14 Tage: 0 - 8 %
Säuglinge bis 6 Monate: 0 - 5 %
Kinder bis 6 Jahre: 0 - 4 %
Kinder bis 18 Jahre: 0 - 5 %
Störfaktoren Keine spezifischen Störfaktoren
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Erhöhung bei:

  • Allergien (Asthma, Heuschnupfen, Urtikaria, Medikamentenallergie)
  • Parasitosen
  • Hauterkrankungen (Ekzem, Psoriasis, Dermatitis herpetiformis)
  • hämatologischen Neoplasien
  • Erythema multiforme
  • eosinophiles Granulom
  • Polyarteriitis nodosa
  • Sarkoidose
  • nach Bestrahlung
  • Hypereosinophiliesyndrom
  • pulmonale Eosinophilie
  • tropische Eosinophilie
Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag bei Automatenmessung.
Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'.
Personal- und Sachmittelaufwand +/++; manuell ++/++

 

Kenngröße ERYTHROZYTEN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Impedanzmessung
Messbereich 0,00 - 8,0 x 106/µl
Referenzbereich (Erwachsene) M: 4,5 - 5,9 x 1012/l
F: 4,1 - 5,1 x 1012/l
Referenzbereich bei Kindern Neugeborene bis 7 Tage: 4,0 - 6,8 x 1012/l
Neugeborene bis 14 Tage: 3,7 - 6,8 x 1012/l
Neugeborene bis 24 Tage: 3,7 - 6,1 x 1012/l
Säuglinge bis 51 Tage: 3,1 - 5,4 x 1012/l
Säuglinge bis 3,5 Monate: 2,8 - 4,8 x 1012/l
Kinder bis 19 Monate: 3,1 - 5,3 x 1012/l
Kinder bis 10 Jahre: 3,7 - 5,3 x 1012/l
Kinder bis 13 Jahre: 4,1 - 5,2 x 1012/l
Jungen bis 14 Jahre: 4,2 - 5,2 x 1012/l
Jungen bis 17 Jahre: 4,3 - 5,6 x 1012/l
Mädchen bis 17 Jahre: 4,0 - 5,0 x 1012/l
Störfaktoren

Kälteagglutinine führen zu falsch niedrigen Werten. In diesen Fällen EDTA-Blut warm halten (Wasserbad) und sofort ins Labor bringen.
Leukozyten > 100 x103/µl (durch Anwendung eines Korrekturfaktors wird dieser Fehler ausgeglichen)

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Verminderung bei
. Anämie: Differenzialdiagnosen unter Erythrozytenindizes

Erhöhung bei:
. Polyzythämie

Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag
Personal- und Sachmittelaufwand  +/+

 

Kenngröße ERYTHROZYTENINDIZES
  • Mittleres Erythrozytenvolumen (MCV)
  • Mittlerer zellulärer Hämoglobingehalt (MCH)
  • Mittlere zelluläre Hämoglobinkonzentration (MCHC)
Probenmaterial

 EDTA-Vollblut

Analytik

MCV: Impedanzmessung (Mittelwert der direkt gemessenen Einzelerythrozytenvolumina).
MCH und MCHC: Berechnung aus den Messergebnissen der Hämoglobinkonzentration, der Erythrozytenzahl und Größe der Einzelerythrozyten.

Störfaktoren MCV: Glucose >600 mg/dl, Kälteagglutinine.
MCH und MCHC: Siehe Hb, Erys und MCV.
Referenzbereich (Erwachsene) MCV (fl): 80,0 - 94,0
MCH (pg): 26,0 - 34,0
MCHC (g/dl): 31,5 - 37,0
Referenzbereich bei Kindern MCV (fl):
  Neugeborene bis 8 Tage: 95,0 - 121,0
  Kinder bis 3 Jahre: 70,0 - 86,0
  Kinder bis 13 Jahre: 77,0 - 94,0
MCH (pg):
  Neugeborene bis 8 Tage: 31,0 - 37,0
  Kinder bis 3 Jahre: 23,0 - 35,0
  Kinder bis 13 Jahre: 25,0 - 35,0
MCHC (g/dl):
  Neugeborene bis 8 Tage: 30,0 - 36,0
  Kinder bis 3 Jahre: 28,0 - 36,0
  Kinder bis 13 Jahre: 27,0 - 36,0
Störfaktoren Siehe Erythrozyten
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

MCV und MCH normal:

  • Normozytäre normochrome Anämien (Blutverlust, Hämolyse, chronische Erkrankungen, Knochenmarkhypoplasie, Myelophthise).

MCV und MCH erniedrigt:

  • Mikrozytäre hypochrome Anämie (Eisenmangel, Eisenverwertungsstörung, selten chronische Erkrankungen, Thalassämie).

MCV und MCH erhöht:

  • Makrozytäre hyperchrome Anämie (Vitamin B12- oder Folsäure-Mangel, Lebererkrankungen, zytostatische Therapie).

Anmerkung:

Bei einer hyperregenerativen Anämie mit hohem Retikulozytenanteil kann, wegen des dann hohen MCV-Wertes, fälschlicherweise eine makrozytäre Anämie in Erwägung gezogen werden.

Probenannahme Täglich rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selbenTag
Personal- und Sachmittelaufwand  +/+
 

 

Kenngröße ERYTHROZYTENVERTEILUNGSBREITE (EVB)
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Die EVB ist der Variationskoeffizient des Erythrozytenvolumens.
Referenzbereich (Erwachsene) EVB (%):11,5 - 14,5
Referenzbereich bei Kindern

Wie bei Erwachsenen

Störfaktoren Siehe Erythrozyten
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Zur Unterscheidung zwischen isozytären und anisozytären Erythrozyten. Hilfreich bei der Differenzialdiagnose der Anämien. Sehr hohe Werte bei akuter hämolytischer Anämie.
Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag
Personal- und Sachmittelaufwand  +/+

F:

Kenngröße FRAGMENTOZYTEN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Mikroskopie
Referenzbereich (Erwachsene) <0,1%
Referenzbereich bei Kindern Wie bei Erwachsenen
Messbereich 0,1-100%
Störfaktoren Keine spezifischen Störfaktoren
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Wichtigste Ursachen sind:

  • Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
  • Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)
  • Disseminierte intravasale Gerinnung (DIC)
  • Mechanische Herzklappen
Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Siehe ,Allgemeine Hinweise'.
Personal- und Sachmittelaufwand  ++/++

H:

Kenngröße HÄMATOKRIT
Probenmaterial  EDTA-Vollblut
Analytik

Der Hämatokrit-Wert wird aus der Erythrozytenkonzentration und dem MCV berechnet. Nur in besonderen Fällen wird der Hämatokrit durch Zentrifugation ermittelt.
Werte der Zentrifugationsmethode etwa 2% höher als bei Automatenbestimmung (wg. eingeschlossenem Plasma).

Referenzbereich (Erwachsene) M: 36 - 48 %
F: 35 - 45 %
Referenzbereich bei Kindern Neugeborene bis 7 Tage: 40 - 70%
Neugeborene bis 14 Tage: 38 - 70 %
Neugeborene bis 21 Tage: 38 - 60 %
Neugeborene bis 7 Wochen: 36 - 46 %
Neugeborene bis 12 Wochen: 30 - 38 %
Säuglinge bis 10 Monate: 30 - 43 %
Säuglinge bis 13 Monate: 35 - 43 %
Kinder bis 4 Jahre: 32 - 43 %
Kinder bis 9 Jahre: 32 - 41 %
Kinder bis 10 Jahre: 32 - 44 %
Kinder bis 14 Jahre: 34 - 44 %
Jungen bis 17 Jahre: 38 - 49 %
Mädchen bis 17 Jahre: 35 - 43 %
Störfaktoren Zu langes Stauen führt zu einer Hk-Abnahme
Zu hohe EDTA-Konzentration (Unterfüllung!) führt zu falsch niedrigem Wert
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Verminderter Hk bei:

  • Anämie (siehe auch Erythrozyten, Erythrozytenindizes)

Erhöhter Hk bei:

  • Polyglobulie bei Sauerstoffmangel, z.B. Rechts-Links-Shunt, Ventilationsstörungen. Gestörte Sauerstofftransportfunktion des Hämoglobins, vermehrter Erythropoetinbildung.
  • Polyzythämia vera
Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selbenTag
Personal- und Sachmittelaufwand  +/+

 

Kenngröße HÄMOGLOBIN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Photometrisch nach Lyse der Erythrozyten (Hämiglobincyanid)
Messbereich 0,5 - 25 g/dl
Referenzbereich (Erwachsene) M: 14,0-17,5 g/dl
F: 12,3-15,3 g/dl
Referenzbereich bei Kindern Neugeborene bis 7 Tage: 15,0-24,0 g/dl
Neugeborene bis 14 Tage: 12,7-24,0 g/dl
Neugeborene bis 24 Tage: 12,7-18,7 g/dl
Säuglinge bis 38 Tage: 10,3-17,9 g/dl
Säuglinge bis 51 Tage: 9,0-16,6 g/dl
Säuglinge bis 3 Monate: 9,2-15,0 g/dl
Kinder bis 4 Jahre: 10,1-13,1 g/dl
Kinder bis 11 Jahre: 11,1-14,7 g/dl
Kinder bis 13 Jahre: 11,8-15,0 g/dl
Kinder bis 16 Jahre: 12,8-16,8 g/dl
Störfaktoren

Lipämie, Hämolyse, Makroglobulinämie, Leukozytose (> 20 Mrd/l) und Thrombozytose (> 700 Mrd/l) können falsch hohe Werte verursachen.

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Verminderung bei:
. Anämie (siehe auch Erythrozyten, Erythrozytenindizes)

Erhöhung bei:
. Polyglobulie

Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag
Personal- und Sachmittelaufwand +/+; manuell ++/++

Kenngröße HYPOCHROME ERYTHROZYTEN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Durchflusszytometrie
(z.Zt. Fremdlaboranalyse)
Referenzbereich (Erwachsene) Bis 2,5% der Erythrozyten
Referenzbereich bei Kindern Wie bei Erwachsenen
Messbereich 0,1-100%
Störfaktoren Keine spezifischen Störfaktoren
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Sensitiver Marker zur Erkennung von Erythrozyten mit vermindertem Hb-Gehalt: Hinweis auf einen beginnenden Eisenmangel
Probenannahme Rund um die Uhr
(UKE-intern: Schein für ,Externe Laboruntersuchungen' nicht erforderlich)
Resultatmitteilung In der Regel am folgenden Werktag
Personal- und Sachmittelaufwand  ++/++

I:

J:

K:

L:

Kenngröße LEUKOZYTEN
Probenmaterial  EDTA-Vollblut
Analytik

Impedanzmessung nach Lyse der Erythrozyten.

Messbereich 0,00 - 400 x 103/µl
Referenzbereich (Erwachsene) 3,8 - 11,0 x 109/l
Referenzbereich bei Kindern Neugeborene bis 1 Tag: 9,0-34,0 x 109/l
Säuglinge bis 1 Monat: 5,0-19,5 x 109/l
Kinder bis 3 Jahre: 6,0-17,5 x 109/l
Kinder bis 7 Jahre: 5,5-15,5 x 109/l
Kinder bis 13 Jahre: 4,5-13,5 x 109/l
Störfaktoren

Erythroblasten können als kernhaltige Blutzellen bei der automatischen Zählung fälschlicherweise als Leukozyten interpretiert werden. Bei entsprechenden Warnhinweisen oder bekannter Erythroblastose können die Erythroblasten im Blutausstrich gezählt und die automatisch  bestimmte Leukozytenzahl kann entsprechend korrigiert werden. Riesenthromboyten können ebenfalls bei den Leukozyten mitgezählt werden.

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Leukozytosen bei:
. Bakteriellen Infektionen
. Myeloproliferative Erkrankungen

Leukozytopenien bei:
. Erkrankungen des Knochenmarks
. Oft medikamentös bedingt

Differenzialdiagnostische Klärung durch Differenzialblutbild.

Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag
Personal- und Sachmittelaufwand  +/+

 

Kenngröße LYMPHOZYTEN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Durchflusszytometrie oder Ausstrich
Messbereich 0 - 400 x 103/µl
Referenzbereich (Erwachsene) absolut: 1,1-3,4 x 109/l
relativ: 17 - 48 %
Referenzbereich bei Kindern Absolut:
Neugeborene bis 7 Tage: 2,0-11,5 x 109/l
Säuglinge bis 3 Monate: 2,0-17,0 x 109/l
Säuglinge bis 11 Monate: 3,5-14,5 x 109/l
Kinder bis 5 Jahre: 2,0-10,5 x 109/l
Kinder bis 17 Jahre: 1,2-7,0 x 109/l
 
Relativ:
Neugeborene bis 14 Tage: 18 - 55 %
Säuglinge bis 6 Monate: 18 - 65 %
Kinder bis 2 Jahre: 18 - 60 %
Kinder bis 6 Jahre: 13 - 55 %
Kinder bis 12 Jahre: 13 - 50 %
Kinder bis 18 Jahre: 13 - 45 %
Störfaktoren Keine spezifischen Störfaktoren
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Lymphozytose bei:

  • Virusinfektionen (Rubella, Pertussis, Mumps, infektiöse Mononukleose)
  • Chronische Infektionen (Tuberkulose, Brucellose, Syphilis, Virushepatitis)
  • Thyreotoxikose
  • Lymphatischen Leukämien

Lymphozytopenien bei:

  • HIV-Infektion
  • Systemischem Lupus erythematodes
  • Tuberkulose
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie
Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag bei Automatenmessung.
Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'.
Personal- und Sachmittelaufwand  +/++; manuell ++/++

 M:

Kenngröße MONOZYTEN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Durchflusszytometrie oder Ausstrich
Messbereich 0 - 400 x 103/µl
Referenzbereich (Erwachsene) absolut: 0,2 - 0,9 x 109/l
relativ: 4 - 12 %
Referenzbereich bei Kindern Absolut:
Neugeborene bis 7 Tage: 0,2-3,6 x 109/l
Säuglinge bis 6 Monate: 0,1-2,7 x 109/l
Kinder bis 2 Jahre: -1,2 x 109/l
 
Relativ:
Neugeborene bis 14 Tage: 2 - 20 %
Säuglinge bis 6 Monate: 5 - 20 %
Kinder bis 2 Jahre: 5 - 15 %
Kinder bis 12 Jahre: 4 - 10 %
Kinder bis 18 Jahre: 4 - 8 %
Störfaktoren Keine spezifischen Störfaktoren
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Ursachen einer Monozytose sind :

  • Infektionen (Tuberkulose, Bruzellose, bakterielle Endokarditis, Malaria, Typhus, Trypanosomiasis, Kala-Azar)
  • andere entzündliche Erkrankungen (Sarkoidose, Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn, Rheumatoide Arthritis, Sytemischer Lupus Erythematodes)
  • Morbus Hodgkin und andere maligne Neoplasien,
  • Leukämien, Myelodysplastisches Syndrom
Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag bei Automatenmessung.
Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'.
Personal- und Sachmittelaufwand +/++; manuell ++/++

 N:

Kenngröße NEUTROPHILE GRANULOZYTEN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Durchflusszytometrie oder Ausstrich
Messbereich 0 - 400 x 103/µl
Referenzbereich (Erwachsene) absolut: 1,8-7,7 x 109/
relativ: 39 - 75 %
Referenzbereich bei Kindern Absolut:
Neugeborene bis 7 Tage: 5,0-28,0 x 109/l
Säuglinge bis 6 Monate: 1,0-10,0 x 109/l
Kinder bis 10 Jahre: 1,0-8,5 x 109/l
Kinder bis 17 Jahre: 1,8-8,0 x 109/l
 
Relativ:
Neugeborene bis 14 Tage: 20 - 60 %
Säuglinge bis 6 Monate: 15 - 60 %
Kinder bis 2 Jahre: 20 - 70 %
Kinder bis 6 Jahre: 30 - 75 %
Kinder bis 18 Jahre: 40 - 75 %
Störfaktoren Keine spezifischen Störfaktoren
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Neutrophile Leukozytose bei:

  • Bakteriellen Infektionen
  • Entzündlichen Nekrosen (Ischämien, Myokardinfarkt, Trauma, Vaskulitis)
  • Stoffwechselstörungen (Urämie, Azidose, Gicht, Vergiftungen, Eklampsie)
  • Corticosteroid-Therapie
  • Akuten Blutungen
  • Myeloproliferativen Erkrankungen
  • Leukämien
  • Malignen Tumoren

Neutropenie bei:

  • Knochenmarksinsuffizienz
  • Splenomegalie
  • Autoimmunerkrankungen
  • Virale Infektionen
  • Medikamente

Bei Hinweisen auf granulozytäre Vorstufen (Linksverschiebung) wird eine mikroskopische Beurteilung dieser Zellen im Blutausstrich vorgenommen.

Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag bei Automatenmessung.
Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'.
Personal- und Sachmittelaufwand +/++; manuell ++/++

O:

P:

Q:

R:

Kenngröße RETIKULOZYTEN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Durchflusszytometrie oder Mikroskopie nach Spezialfärbung 
Messbereich Absolut: 0-0,75 x 106/µl
Relativ: 0 - 30%
Referenzbereich (Erwachsene) 0,5 - 2,0 % der Erythrozyten
Referenzbereich bei Kindern Neugeborene bis 7 Tage: bis 6 % der Erythrozyten
Riesenthrombozyten, kernhaltige Erythrozyten, Erythrozyten mit Malariaparasiten oder Howell-Jolly-Körperchen
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Die Retikulozytenzahl im peripheren Blut spiegelt die erythropoetische Aktivität des Knochenmarks wider. Bei einer Anämie mit normaler Knochenmarkfunktion ist die Retikulozytenzahl erhöht. Bei einer Eisen-, Folsäure- oder Vitamin B12-Mangelanämie sollte die Retikulozytenzahl bei adäquater Substitution nach 3 bis 4 Tagen ansteigen.

Die mit unterschiedlichen Methoden oder an unterschiedlichen Analyzern gemessenen Werte sind nicht vergleichbar.

Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag bei Automatenmessung.
Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'.
Personal- und Sachmittelaufwand +/++; manuell ++/++

S:

Kenngröße SICHELZELL-TEST
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Inkubation mit Na-Disulfit unter Sauerstoffabschluss und anschließende Mikroskopie
Messbereich Qualitativ: negativ/positiv
Referenzbereich (Erwachsene) negativ
Referenzbereich bei Kindern negativ
Störfaktoren

nicht bekannt

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Der Sichelzelltest dient dem qualitativen Nachweis von Sichelzellen im peripheren Blut. Auch im krisenfreien Intervall ist der Test positiv. Zur Sicherung der Diagnose sollte eine Hb-Elektrophorese durchgeführt werden.

Probenannahme

Werktags bis 16:00; außerhalb dieser Zeit nur nach ärztlicher Rücksprache.

Resultatmitteilung Bei Probeneingang bis 13:00 (werktags) liegt das Ergebnis am selben Tag vor.
Personal- und Sachmittelaufwand

+++/++

T:

Kenngröße THROMBOZYTEN
Probenmaterial EDTA-Vollblut
Analytik Impedanzmessung oder Mikroskopie
Messbereich 5 - 3000 Mrd/l
Referenzbereich (Erwachsene) 150 - 400 Mrd/l
Referenzbereich bei Kindern Kinder bis 15 Jahre: 150 - 500 Mrd/l
Sonst wie Erwachsene
Störfaktoren

Falsch niedrige Werte durch: Mikrogerinnsel, Kälteagglutinine sowie Riesenthrombozyten, die bei der Automatenzählung als Erythrozyten gezählt werden können.
Bei einigen Patienten kommt es zu einer EDTA-induzierten Thrombozytenaggregation. Zum Ausschluss von EDTA-Effekten eignet sich am besten eine vergleichende Thrombozytenzählung aus Blut, das mit den neuen ThromboExact-Röhrchen abgenommen wurde (Siehe ,Allgemeine Hinweise').
Falsch hohe Werte möglich bei Fragmentozyten, Mikrozyten, Kern- und Zytoplasmafragmenten von Lymphozyten bei CML (Automatenzählung).
Bei Hinweisen auf eine Störung der automatischen Thrombozytenzählung wird eine Thrombozyten-Kammerzählung durchgeführt, ggf. erfolgt auch eine mikroskopische Beurteilung im Blutausstrich.

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Die wichtigsten Ursachen einer verminderten Thrombozytenzahl sind:
. Pseudothrombozytopenie (EDTA)
. Infektionen (v.a. bei Bakteriämie, aber auch durch Viren, Pilze oder Parasiten)
. medikamentös induziert:
- durch Knochenmarkschädigung
- durch Störung der Thrombopoese
- immunologisch bedingt
speziell: Heparin-induzierte Thrombopenie
. disseminierte intravasale Gerinnung (DIC)
. Haemorrhagie
. Immunthrombozytopenie
. TTP/HUS
. Splenomegalie
. haematologische Systemerkrankungen

Weitere Hinweise im Gerinnungsabschnitt unter ,Diagnostik bei Thrombozytopenie'.

Erhöhte Thrombozytenzahlen (> 500 Mrd/l) vor allem bei :
. akuten und chronischen Infektionen
. reaktiv nach Blutverlust, großen OPs, Entbindung; bei Eisenmangelanämie und hämolytischer Anämie.
. nach Splenektomie
. malignen Tumoren
. myeloproliferativen Erkrankungen
. Nierenerkrankungen
. Essentieller Thrombozythämie

Probenannahme Rund um die Uhr
Resultatmitteilung Am selben Tag
Personal- und Sachmittelaufwand +/+; Mikroskopie ++/+

U:

V:

W:

X:

Y:

Z:

 

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Letzte Änderung: Dr. Thomas Streichert, 09.08.2011