Ein Tag im Mai

(erstmals erschienen auf der Achse des Guten. Der Text basiert auf den Aussagen von Iveen A.)

In der Nacht zum 18. Mai 2012 saß Iveen A. auf der Kante ihres Bettes und lachte. Es war ein lautes, ein krampfhaftes Lachen. Die Notfallambulanz diagnostizierte später einen fokalen Anfall bei bekannter Epilepsie. Den Tag zuvor hatte sie im Kölner Polizeipräsidium verbringen müssen. Sie war verhaftet worden wegen des Verdachts auf Körperverletzung. Sie hatte nur gegen die Verharmlosung des politischen Regims in Aserbaidschan während des Eurovision Song Contests in Baku ein paar Plakate aufhängen wollen, aber schon am Dom fand ihre Absicht ein jähes Ende. Ein Friedensaktivist stoppte sie. Aber der Reihe nach:

Iveen A. wurde nach eigenen Angaben als Kind armenischer Eltern in der Stadt Abadan im Südwesten Irans geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie zu der Zeit des Ersten Golfkrieges zwischen dem Irak und dem Iran. In dem Krieg wurde sie Opfer eines Senfgasangriffs. Seitdem leidet sie unter Epilepsie. Sie geriet ebenfalls als Mädchen in ein Minenfeld. Ein Splitter verfing sie dabei in ihrem Bein. Heute lebt sie mit einer Prothese im Knie. Irgendwann entschloss sich die Familie zur Flucht. Der gefährliche Weg führte sie über Indien nach Deutschland. Die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt sie am 8. November 2002.

Seit dem Tag ihrer Einbürgerung ist sie eine aktive Deutsche, die die Rechte des Grundgesetzes schätzt und lebt. Wie selbstverständlich macht sich sich zum Beispiel stark für den iranischen Künstler Shahin Najafi. Seit Mai 2012 muss er in Köln versteckt leben, da über ihn vom Iran aus eine Todesfatwa verhängt wurde. In einem Rap hatte er für Frauen- und Homosexuellenrechte gesungen und dabei einen islamischen Imam und Heiligen um Unterstützung gebeten.

Am 17. Mai 2012 wollte Iveen A. Plakate aufhängen, auf denen ein Mann zu sehen war, der ein ESC T-Shirt trägt und eine Axt in der Hand hält, dazu die Aufschrift: Eurovision 2012 Baku Ramil Safarov Welcome to Azerbaijan just do not sleep. Ramil Safarov ist ein Leutnant in der aserbaidschanischen Armee. Im Februar 2004 ermordete er den Armenier Gurgen Markarjan mit einer Axt während er schlief. Ein Budapester Polizist berichtete, es handele sich um einen „ungewöhnlich grausamen“ Mord. Der Kopf des Opfers sei fast vollständig vom Leib getrennt gewesen. Safaroy gab den Mord zu. Die Nationaldemokratische Partei Aserbaidschans wählte ihn daraufhin für seine „Verdienste um das Vaterland“ zum Mann des Jahres 2005.

Am Beispiel dieses Mannes wollte Iveen A. am 17. Mai mit Plakaten in Köln auf das mehr als gespannte Verhältnis zwischen Armenien und Aserbaidschan aufmerksam machen. Da sie von der Kölner Klagemauer vor dem Kölner Dom gehört hatte, an der angeblich jeder Mensch seine Klagen aufhängen kann, ging sie zunächst dort hin. Aber sie hatte die Rechnung ohne Walter Herrmann gemacht. Walter Herrmann ist Betreiber der Kölner Klagemauer, aber nutzt sie seit Jahren nur noch für einseitige Verunglimpfungen des Staats Israel. Für andere Klagen ist dort seit Jahren kein Platz mehr. Er schreckt sogar vor antisemitischen Karikaturen nicht zurück. Im Jahr 2010 zeigte er eine Zeichnung, auf der ein Jude ein Kind frisst und sein Blut trinkt. Diese Karikatur wurde von allen Parteien im Kölner Stadtrat bis auf die Linke als Botschaft des Hasses bezeichnet. Der Oberbürgermeister Köln lies der Jerusalem Post sogar über Gregor Timmer wissen, er hielte Walter Herrmann für geisteskrank.

Dieser in den Worten des Oberbürgermeisterbüros Geisteskranke sah nun wie Iveen A. ihr Plakat an der Kölner Klagemauer anbringen wollte. In einem Gespräch berichtete mir Iveen A. ein paar Wochen später:

Ich hatte bereits von der Klagemauer gehört, da ich schon öfter auf der Domplatte gewesen war, um für Menschenrechte zu demonstrieren, aber ich kannte Walter Herrmann nicht und wußte auch nicht, dass die Klagemauer nur auf das Thema Palästina beschränkt ist. Mein Poster wurde von Walter Herrmann und seiner Clique als anti-islamisch bezeichnet.

Das muss man sich mal vorstellen, ein Mann, der Juden als Kinderfresser und Blutsäufer darstellt, findet die Darstellung eines Axtmörders als Axtmörder anti-islamisch, obwohl nichts auf dem Plakat auf die Religion des Mörders hinweist. Iveen A. berichtete weiter:

Als ich mein Plakat dennoch anheften wollte, wurde Walter Herrmann cholerisch. Ich spürte plötzlich, wie gewalttätig dieser Mann ist, denn er hat mich direkt angegriffen. Er hat das Poster abgerissen und mich so stark geschubst, dass ich mein Gleichgewicht verlor. Ich griff spontan irgendein palästinischen Schal, um nicht auf den Boden zu fallen, aber Walter Herrmann schlug auf meine Hand ein. Mir wurde die ganze Sache zu viel und ich verließ den Ort. Leider bemerkte ich erst später, dass ich meine blaue Mappe auf dem Gästebuch der Kölner Klagemauer vergessen hatte. Ich kehrte also zurück, um sie abzuholen. Zurück am Ort der Auseinandersetzung sah ich, dass Walter Herrmann an der linken Hand blutete. Mir ist bis heute nicht klar, wann Walter Herrmann sich verletzt haben könnte. Jemand rief, er habe die Polizei gerufen. Da Walter Herrmann mich angegriffen hatte, blieb ich ohne etwas zu befürchten und wartete auf die Polizei. Ein paar Momente später fand ich mich plötzlich mit Handschellen am Rücken wieder. Mir wurde Körperverletzung vorgeworfen. Als die Polizei mich abführen wollte, konnte ich wegen meiner Knieprothese nicht problemlos einsteigen. Auf der Polizeiwache erklärte ich sofort, dass ich Epileptikerin bin und dass ich meine Tabletten nicht dabei hätte. Ich zeigte der Polizei sogar meine Pässe, aber sie ignorierten sie.

Iveen A. zeigte später auch mir ihre Pässe und tatsächlich, ich konnte sofort erkennen, dass sie eine 100% schwerbehinderte Epileptikerin mit einer Knieprothese ist. Iveen A. fuhr fort:

Stattdessen fragte die Polizei mich, ob ich in psychologischer Behandlung sei. Ausserdem durchsuchten sie mich von oben bis unten, aber die angebliche Tatwaffe fanden sie nicht bei mir. Danach, brachten sie mich zur zentralen Polizeistation, wo eine Oberkommissarin meine Personalien aufnahm. Ich sagte, dass ich jegliche Aussage verweigere. Erst dann wurde ich entlassen.

Später in der Nacht bekam Iveen A. einen epileptischen Anfall. Noch heute denkt sie mit Schrecken an diesen Tag zurück und betont: Walter Herrmann hat mir die Freiheit genommen, die Klagemauer für meine Meinung zu nutzen. Das ich nach all dem, was ich erlebt habe nun ausgerechnet wieder in Deutschland zum Schweigen gebracht wurde und dann auch noch von einem angeblichen Friedensaktivisten, das verstehe ich nicht.

Ja, noch heute gilt Walter Herrmann für viele als Friedensaktivist, obwohl sich immer mehr Stimmen häufen, die ihn als aggressiven Mann bezeichnen, mit dem nicht zu reden sei. Walter Herrmann ist kein Mahner für den Frieden, sondern ein Propagandist des Hasses gegen Israel. Dennoch toleriert die Kölner Polizei Walter Herrmanns Installation vor dem Kölner Dom. Was muss eigentlich noch geschehen, bis auch die Kölner Behörden erkennen, dass es sich bei Walter Herrmann um einen Mann handelt, der in geschichtsblinder Einseitigkeit antiisraelische Ressentiments nährt, wie es der Oberbürgermeister Jürgen Roters ausdrückt?

Im Mai 2012 wurde diese geschichtsblinde Einseitigkeit auch einer deutschen Bürgerin zum Verhängnis, die nur im Rahmen eines europäischen Gesangswettbwerbs demonstrieren wollte, dann aber nach eigenen Angaben plötzlich so nah am Fundamentalismus eines Mannes dran war wie zuletzt im klerikal-faschistischen Iran. Iveen A. hat zwar gegen Walter Herrmann auch eine Anzeige erstattet, aber die Anzeige wurde fallengelassen.

***

Nachtrag 28. Januar 2013: Heute fand im Landgericht Köln die Verhandlung zu dieser Angelegenheit statt. Iveen A. gab zunächst genau die Erklärung ab, die sie schon an Tapfer im Nirgendwo geschickt hatte. Als jedoch die Zeugen Walter Herrmann und Klaus Franke vor Gericht erklärten, definitiv ein Taschenmesser in der Hand der Frau gesehen zu haben, ging die Verteidigerin mit der Frau raus, um ein privates Gespräch mit ihr zu führen. Nach dem Gespräch lies Iveen A. über die Verteidigerin erklären, sie habe doch ein Messer bei sich gehabt, aber eine gezielte Körperverletzung sei nicht in ihrer Absicht gewesen. Daraufhin verurteile das Gericht die Frau zu 40 Tagessätzen zu 10 Euro wegen fahrlässiger Körperverletzung, da ihr ein Vorsatz nicht nachgewiesen werden konnte.

Nach der Verhandlung sagte mir Iveen A. unter Tränen, sie habe kein Messer bei sich gehabt, hatte aber Angst, da ihr die Verteidigerin gesagt haben soll, dass es besser sei, den Besitz des Messers zu gestehen, um einer schärferen Verurteilung zu entgehen. Nach erneutem Nachfragen, mit klarer Betonung, dass sie mich nicht anlügen brauche und dass sie jetzt, wo das Urteil gesprochen sei und Revision verneint wurde, mir ruhig die Wahrheit sagen könne, erklärte sie mir gegenüber weiterhin, wirklich kein Messer bei sich gehabt zu haben.

Ich habe überlegt, ob ich schreiben soll, dass sie mir gegenüber nach der Verhandlung gesagt hat, doch kein Messer bei sich gehabt zu haben, weil sie vor Gericht etwas anderes gesagt hat und somit behauptet hat, vor Gericht gelogen zu haben, aber ich kann es auch nicht für mich behalten. Am Ende kann ich nur Bertolt Brecht zitieren: Wir stehen hier und sehen betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen. Das Urtei des Gerichts aber steht: Die Frau wurde zu 40 Tagessätzen zu 10 Euro wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt.

In Köln herrscht somit folgende Situation: Vor dem Kölner Dom steht eine sogenannte Klagemauer, von der viele meinen, sie gelte als Ort, an dem Klagen aufgehängt werden können. In Wirklichkeit aber ist es eine Hasswand zur Demonstration der geschichtsblinden Einseitigkeit eines Botschafter des Hasses, der außer der Verteufelung Israels kaum etwas Anderes an der Installation zulässt. Wer das nicht weiß, und eine andere Klage dort aufhängen will, kann sich schnell in einem blutigen Handgemenge wieder finden, vor allem wenn die Person ein Taschenmesser bei sich hat.

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38 Antworten zu Ein Tag im Mai

  1. Besucher schreibt:

    Ich habe vor ein paar Tagen mal die Klagemauer gesucht aber nirgendwo gefunden

  2. Interessent schreibt:

    Der aserbaidschanische Mörder Safarov wurde durch ein aserbaidschanisches Gericht zu lebenslanger Haft, von der er mindestens 30 Jahre absitzen muss, verurteilt.

    Die erwähnte Nationaldemokratische Partei Aserbaidschans (auch aserbaidschanische Graue Wölfe genannt) ist eine kleine Splitterpartei und in ihrer Radikalität wohl mindestens der hiesigen NPD zu vergleichen.
    Sie befindet sich NICHT in der aserbaidschanischen Regierung noch in der Opposition, welche von A.Hoffnungspartei, Müsavat und A.Kommunistische Partei gestellt wird.

    Was also wirft die armenischstämmige Exil-Iranerin Yveen dem Land Aserbaidschan vor?

    Man kann Deutschland in seiner Gesamtheit auch nicht einfach irgendwelche Ausfälle einer kleinen aber radikalen Splitterpartei unterschieben.
    Oder ganz aktuell die USA denunzieren, indem man ein Plakat mit dem Kino-Amokläufer James Holmes und dem Schriftzug Welcome to America aufhängt.

    Nochmal: Mit diesem ekelhaften Poster http://janarmenian.ru/wp-content/uploads/2011/10/ramil-safarov-eurovision-2012-baku.jpg wollte Yveen keinesfalls nur auf das gespannte Verhältnis zwischen Armenien und Aserbaidschan aufmerksam machen, sondern sie wollte auf diese Weise das Land Aserbaidschan und seine Bewohner verunglimpfen.
    Der Mörder Safarov hat einen Mann umgebracht, nur weil er Armenier war (und ist seiner gerechten Strafe zugeführt worden). Er hat also ein Hassverbrechen begangen.
    Die armenischstämmige Yveen geht nicht so weit. Sie begnügt sich, ihrem Hass auf die Aserbaidschanen durch Verunglimpfung freien Lauf zu lassen.

    Diese Frau ist keineswegs ein unschuldiges Opfer, sie ist berechnend.

    • Aristobulus schreibt:

      Unfug. Sie hat einen Hassmord an einem Armenier als das bezeichnet, was er ist.
      Woher nimmst Du die Unverschämtheit, Dich über sie zu erheben?
      Folglich müsste die Benennung der Taten von Neonazis, die hierzulande wohl ebenso marginal sind wie jene aserbeidschanische Splitterpartei, Deutschenhass bedeuten.

      Gurgen Markarjan sl

      Hrant Dink sl (ermordet 2006 von einem nationalistischen Türken)

      (sl = sichronot leBracha, Segen sei seinem Andenken)

      Walter He*mann cholerisch. Ich spürte plötzlich, wie gewalttätig dieser Mann ist, denn er hat mich direkt angegriffen
      Das kann ich nur bestätigen. Ich habe ihn dort zu einem anderen Zeitpunkt in Aktion erlebt, er ist gewalttätig, gefährlich und besessen von seiner Message, dass die Israelis so wie die Nazis seien.

      Und Iveen A. ist eine tapfere Frau.

    • Anonymous schreibt:

      Zitat: Der aserbaidschanische Mörder Safarov wurde durch ein aserbaidschanisches Gericht zu lebenslanger Haft, von der er mindestens 30 Jahre absitzen muss, verurteilt.

      Als alternativ, ein Bericht auf Englisch (ich wiederhole, auf ENGLISCH!)

      2006-04-13: RAMIL SAFAROV SENTENCED TO LIFE
      The Hungarian judge sentenced Ramil Safarov to life imprisonment without the right to apply for parole for the next 30 years. According to the courts decision Safarov is not mentally ill, he was able to assess the consequences of his act.

      http://budapest.sumgait.info/news/index.htm

      Im Link das Wort SUMGAIT! Kommt dat nicht etwa bekannt vor? Beim Leugnern, glaube ich nitt!

      Nun zum Poster: Wenn Ihr jeden Poster, Satire, Karikatur, etc. ekelhaft findet (außer einen Karikatur, die deutlich Antisemitismus darstellt), was sucht Ihr hier in Deutschland? Perle, um einen Aufenthaltserlaubnis zu bekommen???

      Koelle weed wach!!!!

      • Aristobulus schreibt:

        Ah so, Sie sind ein PRO-Kölner. Die sind hier nicht wohlgelitten, denn die wedeln mit Ausländern und Aufenthaltserlaubnissen, sind auch sonst roh, laut, vereinnahmend und rechtsextrem.

      • Yael schreibt:

        Nun zum Poster: Wenn Ihr jeden Poster, Satire, Karikatur, etc. ekelhaft findet (außer einen Karikatur, die deutlich Antisemitismus darstellt), was sucht Ihr hier in Deutschland? Perle, um einen Aufenthaltserlaubnis zu bekommen???

        Und Sie haben zu bestimmen, welche Deutschen hier leben dürfen oder nicht? Darf ich Ihnen auch empfehlen, dieses Land zu verlassen, ja? Ihre braune Kacke sondern Sie doch woanders ab.

        Koelle weed wach!!!!

        Auch ne Variante, zu Deutschland erwache. Widerliche Nazischeiße.

    • aron2201sperber schreibt:

      es mag wohl Argumente dafür geben, dass die Klage unberechtigt sei.

      wenn unbrechtigte Klagen an der öffentlichen Klagemauer nicht angebracht werden dürfen, so sollte dies jedoch nicht ein kleiner militanter Despot bestimmen dürfen, der selbst der größte Verbreiter unerechtigter Klagen ist

  3. Chris schreibt:

    Diese Frau ist keineswegs ein unschuldiges Opfer, sie ist berechnend.
    Das mag so sein, dass sie ebenfalls voller Hass steckt.Das entschuldigt nicht den Herrmann und seine Platte.

  4. besucher schreibt:

    Natürlich ist Iveen berechnend. Sie wollte Öffentlichkeit schaffen für Ihr politisches Anliegen den Konflikt zwischen Armeniern und Aserbaidschanern darzustellen.

    Man kann natürlich im Nachhinein feststellen dass sie mit der Person Safarov etwas unglücklich agiert hat weil er für seine Tat in Aserbaidschan lebenslang einsitzt.
    Man kann über die Person Safarov schlecht die aserbaidschanische Politik kritisieren,

    • Aristobulus schreibt:

      Was heißt berechnend?! SIE sind berechnend, indem Sie hier posten, mein Herr. Gerd Buurmann ist berechnend, weil er nicht aufhört, gegen die Kölner Hasspappenwand anzuschreiben. Ein völlig danebener Ausdruck, berechnend

      Wieso geht es nicht in deutsche Köpfe, dass jemand, die öffentlich auf etwa nen Mord an einem Armenier aufmerksam macht, nicht berechnend ist? Ruhe und Wegsehen die erste Bürgerpflicht?

      • besucher schreibt:

        Wenn es danach geht ist jeder irgendwie berechnend, in allem was er tut.
        Mein größter Kritikpunkt ist wie gesagt der dass ein Safarov sich schlecht dafür eignet Aserbaidschan zu kritisieren.

        • Aristobulus schreibt:

          Dann geh hin zur Kölner Hasspappenwand, Experte für gut Geeignetes, und häng einen hin, der sich besser eignet.
          Bis Du das nicht gemacht hast, redest Du nur laue Luft daher, pardon.

          By the way, was soll eigentlich dieses Draufgeschlage (Herumhacken wäre untertrieben) auf Iveen A. bedeuten? Dies und das mache sie falsch, dann wieder Anderes, und nichtmaln geeignetes Foto von wem Geeigneten soll sie gehabt haben, und dass sie ein Verbrechen an einem Armenier gar als Hassmord sieht, oh pfuibäh.

          Und Du, besucher oder Besucher mit B wie Baula, wer bist Du? Mal groß, mal klein? Muss man das unterscheiden?
          Ich hab die Nase gestrichen voll von hiesig Anonymen, die herumtrollen. Vielleicht tu ich Dir Unrecht, ob großes, ob kleines aber ich hab heut hier wieder was gelernt, das auch sonst schon galt: Dass es jemandem, der etwas gegen einen Misstand wie die Kölner Hasspappenwand unternimmt, von vornherein verübelt wird.
          Die Mentalität hierzulande gttseidank nicht die Aller, wo kämen wir dann hin?!, aber immer öfter. Diese Beckmesserei gegen jeden, der es wagt, sich hinzustellen und zu rufen, nicht mit mir, ihr Nasen.

          Wo soll das hinführen?!

          Der wiederholte slur berechnend im Zusammenhang mit Iveen A. riecht nach der hinterletzten Jauche, Leute.
          Denn nur Weibsstücke sind berechnend, nicht? Diese und jene ist eine berechnende Frau, der Satz sagt alles, dann muss kein Mensch mehr weiter nachdenken, der entlässt einen aus der Auseinandersetzung mit der Sache auf billigste Weise: Denn Frauen mit nem Anliegen sind berechnend, das weiß jeder.
          So wie analog Juden archaisch sind, neuestes deutsches Modeunwort dieses Antibeschneidungs-Sommerlochs.

          • besucher schreibt:

            Und jetzt mal wieder locker durch die Hose atmen, mit oder ohne Vorhautwindschutz :-)

          • besucher schreibt:

            Zur Hasspappenwand: Hast Du meinen ersten Kommentar hier im Strang gelesen?

            Ich fände es lustig den Herrmann mal mit dem Mossad zu drohen. Da möchte ich das Gesicht mal sehen.

            Ich habe nichts gegen die Frau, ich kenn sie ja nicht mal, deswegen darf ich aber trotzdem etwas zu der Aktion sagen, oder?

          • Aristobulus schreibt:

            Sicher, man darf hier alles aber nicht behaupten, dass sie berechnend sei, das ist Rufmord und lenkt bloß von dem Konflikt ab, die sie mit dem Kölner Hasspappenwandmenschen hatte. Lenkt auch davon ab, wie sie von der Polizei behandelt worden ist die langsame aber sichere Her*mannisierung kölscher Behörden. Es existiert bekanntlich ein Agrément zwischen diesem und der Kölner Polizei & Staatsanwaltschaft, sie dulden ihn wohlwollend.

            Dem Herrn Manne mit dem Mossad zu drohen wird nach hinten losgehen dann zückt er vielleicht ein Messer, oder er pfeift in seine Trillerpfeife (alles schon dorten erlebt), bis die Polizei auftaucht, um ihn zu bauchpinseln sie taucht sehr schnell auf zum Zwecke, er muss kaum luftholen um zu pfeifen, schon ist sie da, um zu amtieren.

    • crush26 schreibt:

      @besucher

      Die Sache war schon längst bevor dieses Ereignis veröffentlicht.

      Die Sendung mit der Maus Aserbaidschan.flv

  5. besucher schreibt:

    Oha, jetzt stehe ich schon unter Moderation

  6. Andy73 schreibt:

    Der Oberbürgermeister von Köln lies der Jerusalem Post sogar über Gregor Timmer wissen, er hielte Walter Herrmann für “geisteskrank”.
    Normalerweise stellt man aggressive, gewalttätige Geisteskranke in der Gummizelle einer Anstalt ruhig. In der Jecken-Stadt Köln lässt man sowas frei herumlaufen und stellt ihm an einem der besten Plätze der Stadt eine Bühne zur Verfügung dort ist wirklich jeder Jeck anders!

  7. Danny Wilde schreibt:

    Und jetzt ich.

    Gerd Buurmann hat ja den (Leser-) Brief der Frau A. an ihn hier schon vor einer Weile reingestellt, von daher haben ja sicher einige hier auch dessen, Frau A.s eigenen, Wortlaut gelesen.

    Bereits damals habe ich mich gefragt, wie jemand, der von sich kommuniziert, überdurchschnittlich politisch interessiert und engagiert zu sein, darauf nur kommen kann, sein Anliegen ausgerechnet an der sog. Kölner Klagemauer anbringen zu wollen.

    Mal unter uns: entweder stünde man den Kernaussagen der Klagemauer-Betreiber nahe (und wäre dann umso erschrockener ob der feindseligen Reaktion des Aggro-Rentners), oder man will eben genau diesem Aggro-Rentner auf den Zahn fühlen (wovon Aristobulus ein Lied singen kann und ich inzwischen auch) aber dann darf man sich über die vorhersehbare Reaktion nicht wundern.

    So gesehen klingt der Vortrag der Frau A. seltsam, und er hat ein Gschmäckle. Oder sie wäre bei all ihrem Wissen, ihrer Lebenserfahrung, ihrer harten Lebensgeschichte immer noch naiv wie eine 14-jährige. Glaub ich nicht. Sie hat sich die Mühe gemacht, dieses Plakat herzustellen. Sie sagt selber, ihr sei die Klagemauer als, eben: Klagemauer zu Ohren gekommen. Sie hat sich ganz offenbar gut und gründlich vorbereitet. Und will dabei nichts vom Judenhass dieses Papphaufens mitgekriegt haben?

    Das große Problem, die Geschichte dieser Frau hier und auf der Achse in der tatsächlich geschehenen Weise zu thematisieren, sehe ich darin, dass man sich in der ansonsten eigentlich lückenlosen Argumentation gegen dieses entsetzliche Zeugnis braunster deutscher Tradition gerade mit dem Hergang dieser speziellen Geschichte angreifbar macht.

    Als würde es nicht genügen, zu sagen, der W.H. von der Feuerwache sei so unerträglich in seiner narzisstischen Judenhass-Darstellung, die er verlogenerweise als Klagemauer für die Klagen und Anliegen Aller der kölschen Ordnungsmacht verhökert, dass man gar nicht anders könne, als ihm diese Verlogenheit durch das Anbringen anderer als judenhassender Klagen um die Ohren zu hauen, und das am besten täglich, nein: stündlich.

    Mit einer solchen Darstellung des Geschehens (so sie zuträfe) würde die Reaktion des Kampf-Opas ja nicht weniger strafrechtlich relevant. Und hier liegt der Hase im Pfeffer: es fehlt die Strafanzeige gegen diesen sog. Herrn. Zumindest erwähnt Ivaan A. sie nicht, und Gerd ebensowenig. Aber genau die doch täte not. Dringendst. Oder?

    Ganz nebenbei geht das in meinen Augen berechtigte Anliegen von Ivaan A., das hinter ihrer plakativen (sic!) Darstellung steckt, im Getöse über diesen wieder einmal im Mittelpunkt stehenden (altersbegründet: baldigen) Höllenfeuerkandidaten vollkommen unter, sage ich, da meine Frau Verwandte in der Gegend hat und mit manch einem Schwank aus ihrer Kindheit aufwarten kann, dass einem das Blut gefriert.

    Und zu guter Letzt eine direkte Kritik, selten, aber von Herzen, an Gerd Buurmann: Dieses ewige sich Berufen auf den Senf, den irgendein kölscher OB absondert, geht mir auf den Geist. Dieser OB hat diesen Senf, als es gar nicht mehr anders ging, vielleicht wg. der Partnerstädte, in Richtung Israel abgesondert. Das war durchsichtig und verlogen, und deshalb tat er das als Politiker. Als Chief Executive Officer meiner Heimatstadt (aka OB) hätte er den Schandfleck längst hinwegfegen können. Er ist nicht der Gute, und die Polizei ist nicht der Böse. Nicht umsonst war Roters Amt vor dem Karrieresprung äh Polizeichef vun Kölle.

    Honni soit qui mal y pense.

    Fazit: von einer langsamen Hermannisierung der Kölner Behörden kann keine Rede sein. Nicht der alte Mann hat die Behörden in der Tasche. Das wäre zuviel der Ehre für diesen Verstrahlten. Nein: er passt sich nur den weiten Möglichkeiten an.

    Was geht, Alter? Gegen Israel alles. So seh ich das.

    • Aristobulus schreibt:

      Danny,
      wenn Du oder ich seit nur zehn Jahren in ein Land wie Armenien oder Kasachstan (den Iran wag ich nicht zu nennen) qua Flüchtlinge eingebürgert wären, könnten wir dort zwischen einer Klagewand und einer Hasswand unterscheiden, wenn sie sich Klagewand nennt?

      • Danny Wilde schreibt:

        Lieber Aristobulus, ein relativistisch umgedrehter Spieß macht die Sache nicht besser.

        Meine Frau kommt genau aus dieser Ecke; einem der drei von dir genannten Ländern. Nach 10 J. in Deutschland war sie sehr wohl zu einer Unterscheidung dieses Sachverhaltes in der Lage, und das, obwohl sie sich nicht politisch engagieren will, das ist ihr in Kindheit, Schulzeit und Studium so gründlich ausgetrieben worden (Zeuge werden, wie Familienmitglieder abgeführt und auf dem nächsten Feld erschossen werden), dass es ihr fürs ganze Leben reicht.

        Die hat ihren Sozialismus und ihren Islamismus gefressen bis ins Knochenmark.

        Deshalb mag ich an die beschriebene Naivität nicht glauben, aber was bedeutet das? Gar nichts. Ich hatte ja einen Aspekt erwähnt: das stündliche Anbringen berechtigter Klagen an diesen Papp-Apparat, die NICHT antisemitisch sind. Da hatte ich gedacht, dass dir sowas auch gefallen würde.

        DAS wäre etwas, was ganz öffentlich, am besten mit TV-Kameras vollzogen, einen beeindruckenden Effekt bringen könnte.

        Den Armeniern jedenfalls nützt unser Streiten um des Kaisers Bart grad goar nix.

        • Aristobulus schreibt:

          Yep, Danny, stündlich müsste das jemand tun. Mindestens täglich einmal: Plakate über Darfur, Syrien, de Iran, und über ermordete Armenier auch Tamilen, die der Diktator von Sri Lanka zu zigtausenden durch Artillerie hat ermorden lassen.
          Leider bin ich sechshundert Kilometer von Köln entfernt

          Einen Gruß an Deine Frau. Sie ist tapfer.

        • Paul schreibt:

          Danny,
          Deine Idee ist hervorragend.
          Leider kann ich Dir nur moralisch helfen, weil ich in Berlin wohne.
          Es wäre aber schon einen Versuch wert, an dieser Wand etwas pro israelisches anzubringen. Man sollte dies Aktion nicht alleine machen. Zur Beweissicherung, wäre eine Videoaufnahme hilfreich.

          Ich möchte Erich Kästner zitieren:
          Es gibt nichts Gutes/ außer: Man tut es.

          Nur Mut Danny.

  8. Jaklin schreibt:

    Ob nun bewusst oder unbewusst, Iveen hat dem Walter die Maske aus dem Gesicht genommen. Zugegeben, sie ist nicht die einzige oder erste. Man sollte ihr aber zugestehen, dass sie den Begriff Klagemauer wörtlich genommen hat, und eben auf dieser ihr Leid, nämlich den Hassmord und damit zusammenhängende die Situation der Armenier in und um Aserbaidschan, offentlich beklagen wollte. Der Zeitpunkt Eurovision war eine ebenso willkommene Gelegenheit wie der Aufmerksamkeit erregende und täglich für Touristen und Kölnern zur Verfügung stehende Irre von der Platte. Ihr Antisemitismus zu unterstellen geht zu weit, entbehrt jeder Begründung.
    Sie hat Mut bewiesen. Ihre Aktion als berechnend zu verleumden, ist schwach, v.a.der negative Unterton unpassend. Als gesundheitlich angeschlagene Frau wird sie ihre Gesundheit schliesslich kaum aufs Spiel setzen und die Konfrontation mit einem cholerisch-gewaltätigen Mann suchen, die Nacht auf der Wache verbringen etc. Sie hat versucht auf einen Hassmord öffentlich aufmerksam zu machen. Das war ihr gutes Recht.

    • Danny Wilde schreibt:

      Absoluter Konsens! Zu jedem Satz! Kleiner Einwand aber: welche Maske? Wo posten wir denn hier? Im KStA? Im SpOn? Nein, beim Gerd, und des roten Nazis Maske hat keiner von uns je gesehen; wir haben nämlich gleich in den Abgrund dieses Menschen geblickt.

      In meinem obigen Beitrag ging es mir keinesfalls darum, die Glaubwürdigkeit von Iveen A. (vorhin v. mir falsch geschrieben) zu untergraben; ich fand nur ein wenig, dass ihre Geschichte hier auf eine Weise in einer Sache verwendet wird, die der Sache nichts nutzt und dem Prügel-Opa nur wieder neue Aufmerksamkeit verschafft und zulasten des eigentlichen Anliegens von Iveen A. geht.

      • Jaklin schreibt:

        Dass Walter Hermann kein Menschenfreund, sondern ein Nazi mit ausgeprägtem Israel-Knacks ist, ist klar. Dennoch steht Walter Hermann auf der Domplatte und erklärt den Menschen, die an seinen sog. Kunstwerken vorbeigehen, die Welt auf seine rassistisch-verkommene Art und Weise. Und keiner der Verantwortlichen bzw. Zuständigen kann/will etwas dagegen tun. Er versteckt sich hinter der Maske der Kunst und der Demonstration, und leider die Behörden auch!!!
        Ich frage mich, wie es wäre, wenn einige junge Männer in Springerstiefeln etc. die gleichen Plakate hochhalten würden. Würden die Ordnungsbehörden DANN einen Weg finden, um eingreifen zu dürfen? Erschreckend, wenn nicht!
        Iveen´s arglose Aktion hat nicht nur dem Rassisten Aufmerksamkeit verschafft, sondern auch ein wenig ihrem Anliegen. Ihrer Sache wäre es selbstverständlich dienlicher, gerade diesen Mann als Kooperationspartner auszuschließen. Selbstredend. Und dennoch: Die Handlung dieser jungen Frau zeigt, dass sie an seine Friedensmauer geglaubt hat, ebenso wie täglich sehr viele andere ihm glauben. Sein aggressiver Umgang mit der Sache zeigt,(mal wieder!), dass er nicht am Frieden, sondern an Hetze interessiert ist. Damit sehe ich in der Aktion der Frau durchaus einen, sagen wir mal vorsichtig Nutzen, für das begehrte Ende dieses irren Werkens.

        • Aristobulus schreibt:

          Jaklin,
          Du triffst den Nagel mitten drauf ins Auge.
          Die Ordnungsbehörden greifen NICHT ein, und Falls doch, agieren sie immer zu Gunsten des Herrn Hasspappenaufstellers. Die Kölner Staatsanwaltschaft hat sich mehrfach geweigert, Anzeigen gegen ihn als Anklage zu erheben à propos, die selbe Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben, als es gegen Beschneidung ging.
          Mit denen ist nicht zu rechnen.

          Solche Szenen wie oben im Artikel beschrieben müssten dauernd stattfinden: War of attrition. Der irre Judenhasser im Gewand des linken Mahners ist ein alter Sack, es würde ihn fertigmachen, und er würde aufgeben.

          Man braucht zehn Leute in Köln, nur zehn, die Kojchess genug haben, um es durchzuziehen, bis es aufhört

          • Jaklin schreibt:

            Aristobulus, der Mann ist so irre, der würde allenfalls nur ne Pause einlegen ;) Apropos irre Wieso soll dieser Mann geisteskrank oder irre sein. Er ist nur bösartig, rassistisch. Wenn ein ihn gewähren lassender Roters diesen Mann als geisteskrank bezeichnet, ist dies verharmlosend und eine bequeme Rechtfertigung für die Untätigkeit seiner Behörden. Unfassbar was da abläuft: der eine hetzt unter dem Deckmantel der Kunst, während der andere kunstvoll unter dem Deckmantel der Narrenfreiheit hetzen lässt. Aber was erwartet man von einem OB, der vor gar nicht langer Zeit ernsthaft vorschlägt, rechten Demonstrationen könne man am besten entgegenkommen, indem man sie ignoriere.

          • Aristobulus schreibt:

            Jaklin,
            da liegst Du freilich richtig, denn dass jemand irre sei, ist eine zu schnelle Antwort, eine Schutzbehauptung.
            Breivik hat seine Psychiatrisierung betreiben lassen, denn es schützt, als irre erklärt zu werden.
            Es schützt auch auf der anderen Seite, jemanden, der einem schrecklich geschadet hat, als verrückt zu bezeichnen. Im Deutschland der Fünfziger war es Mode, Hitlern als verrückt zu bezeichnen die Deutschen kamen nicht damit zurecht, dass er bei allem Irresein den Krieg und die Schoah bis ins Kleineste geplant und Millionen Deutsche dazu gebracht hat, sie in der irrsten Form auszuführen.

            Das selbe Irresein bei klarem Verstand schlug mir ab und zu im Internet entgegen, als ich an nationalistische Türken geriet, die fürchterliche Beiträge gegen Armenier schrieben, bloß um Euch zu dämonisieren und für alle Übel der türkischen Welt verantwortlich zu machen. Da kann man sich nur laut auskotzen und mit größtem Ekel abwenden und hoffen, dass solche Leute, die immernoch den Völkermord an Euch leugnen auf Teufel komm raus (oder Leugner der Schoah wie Achmadinedschad, Mahmud Abbas, al-Zawahiri, Baschar Assad usf.) nicht mehr Zulauf bekommen

          • Jaklin schreibt:

            Yup, so isses. Ich meine mich zu erinnern, dass mehr oder weniger bevor Breivik seinen Psychiater traf, schon überall zu lesen war, der Mann sei geisteskrank. Der geistig gesunde Mensch kann die Abgründe des Bösen in einem Menschen hin und wieder nicht fassen, und pathologisiert, um sich selbst zu beruhigen. Was die Genozidleugner betrifft, von den großen wie Ahmadinedschad bis Erdogan, aber vor allem auch in Beuzg auf so viele, viele alltags-faschos.deine worte in Gottes Ohr.

          • Silke schreibt:

            Breivik hat sich erfolgreich dagegen gewehrt, als irre eingestuft zu werden.

            Ich habe vermutet, daß ihn als irre zu klassifizieren, den vermutlich sehr vernünftigen Versuch darstellte, ihn unbegrenzt weggeschlossen zu halten, denn die Zeitspanne zu der er in Norwegen aus dem Verkehr gezogen werden kann, ist zum Verzweifeln kurz und danach müssen sie ihn anscheinend rauslassen.

            Unvorstellbar!

          • kleines Südlicht schreibt:

            à propos, die selbe Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben, als es gegen Beschneidung ging.
            Mit denen ist nicht zu rechnen.

            Wenn ich sehe, was da letztenendes gerade draus wird, möchte ich mich fast schon entschuldigen, unsere derzeitige Regierung vor drei Jahren mitgewählt zu haben … obwohl, fast wäre übertrieben: sorry, Leute, 2009 hielt ich die noch für eine gute Idee, inzwischen nicht mehr wirklich.

            Wenn ich mir anschaue, was in letzter Zeit so läuft im Regierungsgeschäft, beschleicht mich der leise Verdacht, das derzeitige Sommerlochtheater ließe sich auch gezielt ausnutzen. (Mit in letzter Zeit meine ich natürlich das neue Meldegesetz und die, sage ichs mal so, zeitliche Koordination mit der Fußball-EM.)
            Derzeit gibt es zwar (wie beim Meldegesetz) kein Fußballspiel, um alle zu beschäftigen, aber dafür gibt es ja jetzt (bei ESM und Euro-Fiskalpakt) die Debatte über das Kölner Urteil:

            Ich meine, im August 2007 gab es schonmal ein inhaltlich fast gleiches Urteil, vom Oberlandesgericht Frankfurt, aber keine Wirtschaftskrise; und kaum einen hat es praktisch interessiert (ich habs nicht mal mitbekommen, muß ich dazusagen). Jetzt gibt es beim gleichen Spruch in Köln großes Sommerlochtheater mit Diskussion über Körperverletzung, die Rechte auf Körperliche Unversehrtheit, Religionsfreiheit und Erziehungsfreiheit und was nicht alles aber effektiv auch recht viel über den Inhalt von männlichen Höschen.
            Wobei sich die Bevölkerung gerade dann, wenn die Debatte sich etwas vom besten Stück des Mannes löst (entschuldigt meine Wortwahl! entfernt kam auch nicht besser.) und mehr in Richtung der Prinzipien geht, als Komikernation hinstellen lassen muß. (Wenigstens leben wir noch in einem Land, in dem es keine Lebensgefahr bedeutet, Debatten, die als Beispiel den Zustand des Inhalts von Mohammeds Höschen und dessen Einfluss auf den Islam streifen, komisch zu finden; aber das ist ein anderes Thema)

            Der Sinn der eigentlichen, thematischen Debatte geht mir nicht wirklich in den Kopf. Immerhin leben wir in einem Land, in dem es ohne weiteres erlaubt ist, aus ideologischen Gründen (Gründenken!) seine Kinder mit Hinweis auf die Erziehungsfreiheit durch [i]unterlassen[/i] medizinischer Maßnahmen in Gefahr zu bringen: Masernpartys gelten inzwischen zum Glück zwar als schwere Körperverletzung, weil Vorsatz. Das Pendant dazu, seinem Kind aus falsch verstandenen ideologischen Gründen einen wirksamen Schutz vor den Masernviren (Impfung!) vorzuenthalten das ist, trotzdem die Masern eine lebensgefährliche Erkrankung sind, logischerweise [i]keine[/i] fahrlässige Körperverletzung, sondern mit Hinweisen auf Gründenken und dem Etikett soooooo umstritten (obwohl es das nicht ist) einwandfrei erlaubt. Selbst in einem Buch mit zweifelhafter Recherche und pseudomedizinischem Ganzheitlich-Anstrich dazu aufzurufen geht alles.
            Trotzdem sagt in der ganzen Debatte über medizinische Maßnahmen bei Kindern keiner; jetzt mal Butter bei die Fische: wollen wir einen Salz ist ungesund und deshalb verboten!-Staat, oder wollen wir ein Recht auf Risiko; und wie soll das aussehen, wenn es nicht das eigene Risiko ist, sondern das der Kinder?
            Dafür schäme ich mich auch grade ein Bißchen fremd, daß dieselben Leute, die jetzt laut für anderer Leute Kinder schreien, bei einem ähnlichen Sachverhalt bei ihren [i]eigenen[/i] Kindern gleicher sind als andere. Tun oder unterlassen sollte ja egal sein? Obwohl ich als Frau, als Andersgläubige und als Nichtgründenkerin überall außen vor bin; und nicht wirklich behaupten würde, eine Ahnung zu haben oder das wirklich vergleichen zu können. (Wie gesagt, die Masern sind potentiell lebensgefährlich, der Vergleich hinkt also mehr als; das heißt aber wohl konkret, hier sind einige, die mit dem Recht auf keinen Schutz vor potentiell lebensgefährlichen Krankheiten für ihre Kinder, [i]noch[/i] gleicher als andere, die dasselbe Recht Erziehungsfreiheit vor absoluter Risikofreiheit bei OPs mit nicht allein medizinischer Indikation inanspruchnehmen wollen)

            Zurück zum Sommerloch: Heute darf sich im Gegensatz zu 2007 reihum jeder mal gegen schlimme, mehr oder noch mehr unbegründete Vorwürfe wehren: die, denen die Erziehungsfreiheit wichtiger ist gegen den, ihre Kinder systematisch aus ideologischen Gründen und atavistischer Einstellung heraus foltern zu [i]wollen[/i]; die, die das Recht auf Körperliche Unversehrtheit hochhalten (auch wenn ihnen das Ganze eigentlich eher aus dem Bauch heraus unbekannt und unheimlich ist) gegen den der generellen Religionsfeindlichkeit; die wenigen, die vermitteln wollen wahlweise dagegen die Religionen gegen die Naturwissenschaften ausspielen zu wollen oder im Gegenteil nicht zu erkennen, daß beide sich grundsätzlich immer diametral gegenüberstünden und daher den Fortschritt der Menschheit aufhalten zu wollen; und jeder darf reihum mal bestreiten, von Kindeswohl doch falsche Vorstellungen oder gleich gar keine Ahnung zu haben.
            Und im zweiten Akt dürfen alle mal wieder beteuern, was sie denn alles [i]nicht[/i] gesagt haben.

            Und wozu das Ganze? Damit es ein schönes, großes, öffentliches Strohfeuer gibt, an dessen Ende wahrscheinlich wieder bestätigt wird, was vorher eh schon galt (Befürchtungen unbenommen) das aber sämtliche Aufmerksamkeit und Empörungsenergie bindet, damit derweil heimlich, still und leise ganz andere Sachen beschlossen werden können, die keiner mitbekommen soll? Man hat ja nicht immer ein Fußballspiel zur Hand, oder wenigstens Olympische Spiele.
            Das Sommerloch-Theater-Ausnutzen allein (so es denn stattfindet, zur Verschwörungstheoretikerin wollte ich jetzt auch nicht werden) ist, siehe Fußball-EM und Meldegesetz, eher link. Wenn es einzelne Gruppen ausbaden dürfen (siehe den Vergleich zu 2007), wird es unfair.

            Das wir alle gemeinsam und alle gleich; auch die, die jetzt untere Schubladen aufziehen; die Folgen der Fiskalpakt-Politik tragen dürfen, die jetzt hinter der Debatte versteckt wird, ist da wahrscheinlich kaum ein Trost.

            Jetzt bin ich etwas vom Thema weggekommen, aber ich wollte zusammen mit meinem Mitgefühl für die Kölner Brett-vorm-Kopf-Wand auch das für die Leidtragenden der jetzigen Debatte ausdrücken!

            Hoffentlich gibt es irgendwann doch noch einen Weg, dieses Kunstwerk endlich loszuwerden; ich hätte nicht gedacht, daß soetwas möglich wäre.

            Gruß aus München vom Südlicht

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