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bdw - Heftarchiv

Doktorspiele


Ob als „Lebensretter im OP“ oder als Hausarzt „Dr. Sommerfeld“, mindestens 24 Stunden pro Woche wird auf deutschen Fernsehkanälen herumgedoktert. Viele Mediziner sehen solche Arztserien kritisch – dabei stehen echte Ärzte Pate.


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Autor: Andrea J. Appel
Ausgabe: 09 / 2002
Seite: 66 bis 68
Kategorie: Gesellschaft
Zeitschrift-Rubrik: Kultur & Gesellschaft

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Wenn die Doppelschwingtüren der Notaufnahme auffliegen und die Bahre mit dem blutenden Schwerverletzten hereingerollt wird, wenn Ärzte nach „mehr Adrenalin“ schreien, den Defibrillator ansetzen oder die Risiken einer neuen Therapie abwägen, ist einer jedenfalls außer Gefahr, etwas Falsches zu tun: der Drehbuchautor.
Alle modernen TV-Arzt- und Krankenhausserien werden heute von Medizinern beraten. Kerstin Lauer aus München zum Beispiel ist seit sieben Jahren dabei. Die 38-jährige Ärztin für Allgemeine und Unfallchirurgie mit zusätzlichen Erfahrungen in der Orthopädie und Intensivmedizin kennt den deutschen Klinik- und Praxisalltag gut. Davon profitieren unter anderem die Serien „St. Angela“ (ARD) und „Schwester Stefanie“ (Sat.1). Außerdem ist sie Lehrbeauftragte in der Drehbuchwerkstatt der Universität Hamburg. Dr. Kerstin Lauer genießt hohes Ansehen bei Arztserien-Autoren und -Redakteuren. Und bei ihren Mediziner-Kollegen? „Klar sagen viele: so’n Schmarrn, aber wenn sie die Serien wirklich mal genau anschauen, dann finden sie eigentlich keine medizinischen Fehler. Das Gesamtbild gefällt ihnen einfach nicht.“
Das ist in der Tat bei deutschen Serien – im Gegensatz zu den amerikanischen – oft dürftig: zu dünn die Geschichte, zu laienhaft die Schauspieler, zu hölzern die Dialoge. Aber das schreckt die medizinischen Berater nicht – sie wollen ihren Job gut machen. Der beginnt bei der Set-Beratung: Kerstin Lauer erklärt den Schauspielern die korrekten ärztlichen Handgriffe und Haltungen und welche Geräte wie zum Einsatz kommen. Sie bespricht mit Stuntleuten, wie ein Unfall ablaufen muss, damit bestimmte Verletzungen glaubhaft sind und legt fest, wie die Film-Patienten sich verhalten können. „Meistens schreiben die Autoren zu viel Text oder zu viel Schreien und Stöhnen ins Drehbuch.“
Bei der Drehbuch-Beratung sollten die Profis zunächst vor allem medizinische Fälle liefern, erklärt David Ungureit, Autor der Notaufnahme-Serie „alphateam – Lebensretter im OP“. „Schließlich spielen die Geschichten nur im Krankenhaus, und ich will die Hauptpersonen ja durch ärztliches Handeln und nicht beim Kaf-feetrinken vorstellen.“ Ungureit arbeitet mit Gregory Wulff zusammen, einem Hamburger Chirurgen, der seit über zwei Jahren medizinischer TV-Berater ist.
Der hilft gern beim Konstruieren einer Geschichte: „Da muss ich mir zum Beispiel überlegen, was der Patient am Ende können soll – die Augen aufschlagen, sprechen, aufstehen oder sogar nach Hause gehen – und mit welcher Krankheit, Verletzung und welcher OP das möglich ist.“ Oder: Der Autor will die Probleme eines Arztes im Umgang mit einem Patienten thematisieren, der einer Religionsgemeinschaft angehört, in der bestimmte ärztliche Eingriffe verboten sind. Wulff muss nun sagen, welche Krankheit, welche Operation sich am besten eignet, um diesen dramatischen Konflikt zu zeigen – mit gutem Ausgang, versteht sich. Die medizinischen Berater versuchen, sich bei ihrer Arbeit dicht an die Realität zu halten. Gregory Wulff erscheint das verhältnismäßig einfach, weil es in der Notaufnahme von „alphateam“ vor allem um Chirurgie geht: „Da ist ja wirklich fast alles möglich – jedenfalls mindestens einmal schon irgendwo gelungen.“ Kerstin Lauer wühlt gern die medizinische Literatur durch, um für eine seltene Krankheit – oder überraschende Heilung – einen Beleg zu finden.

Wirklichkeitsnahe Situationen aus dem Krankenhausalltag und echte OP-Bilder gab es in den USA und Großbritannien schon in den fünfziger und sechziger Jahren („Medic“ und „Casuality“). Den Durchbruch für die realistischen Arztserien brachte der Erfolg der amerikanischen Produktion „Emergency Room“ von Michael Crichton. Mit der Ausstrahlung der Serie im deutschen TV seit 1996 wurde auch hierzulande die Notwendigkeit von mehr Realität und damit von medizinischer Beratung deutlich.
Bis dahin waren deutsche TV-Arztserien die Fortsetzung des Groschenromans mit anderen Mitteln, allen voran die vom ZDF 1986 gestarteten Geschichten aus der „Schwarzwaldklinik“. Medizin diente hier nur als atmosphärische Kulisse für die Beziehungs-, Generationen- oder Ethikkonflikte der Hauptpersonen. Die Dramatik einer schwierigen Operation konnte man lediglich an der schweißbe-deckten Stirn von „Professor Brinkmann“ ermessen. Medizinische Fachberatung brauchten solche „Chirurgen“ nicht.
Ähnlich trivial war die TV-Serie „OP ruft Dr. Bruckner“, deren Hauptfigur der Held einer überaus erfolgreichen, monatlichen Buchreihe aus den sechziger und siebziger Jahren ist. Hier liegt der Fall allerdings anders: Die insgesamt 239 Romane über „Dr. Thomas Bruckner“ hat der Chirurg Wilhelm Schneidzrik selbst geschrieben. Aber sie haben mit der Fernsehserie bis auf den Namen nichts gemein. Schneidrzik wollte keine Arztromane, sondern „medizinisch-aufklärerische Sachromane“ schreiben – „natürlich auch mit Liebesgeschichten, das muss ja sein“. Und er wollte – „manchmal mit richtiger Wut im Bauch“ – einem breiten Publikum zeigen, „wie es wirklich zugeht im modernen Medizinbetrieb“.
Demnach müssten dem heute 86-jährigen Mediziner die Geschichten vom „alphateam“, „Klinikum Berlin Mitte“ oder „St. Angela“ eigentlich gefallen. Denn inzwischen streben die deutschen Serien nach möglichst viel Realismus. „Wir können uns keinen Pfusch erlauben“, meint Beraterin Kerstin Lauer, „und zum Beispiel einen Bauch zeigen, in dem die Hälfte der Innereien fehlt.“ Auch Gregory Wulff weiß, dass bei „alphateam“ die vielen OP-Szenen mit „Fleischgroßaufnahmen“ (simuliert an Schweinebäuchen), echt aussehen müssen – nicht nur, „um die kritischen Kollegen zu befriedigen“. Auch die Laien-Zuschauer seien „verwöhnt“ durch zahlreiche TV-Reportagen aus der Medizin. Schwieriger als die überzeugende Darstellung chirurgischer Details ist die realistische Abbildung des medizinischen Alltags. Platzwunden oder Dienstplanbesprechungen sind schlicht langweilig.

Die gesundheits-ökonomische Realität verkauft sich allenfalls in Gestalt des „fiesen Verwaltungschefs“, der mit starrem Blick auf Geld und Effizienz als Gegenspieler zum „aufopferungsvollen Kinderarzt" agiert.
In erster Linie dienen Arztserien der Unterhaltung – und das verlangt von den medizinischen Beratern Zugeständnisse. „Die Gesamthaltung der Ärzte kann einfach nicht realistisch sein“, weiß Kerstin Lauer. „Mich stört am meisten, dass die Auswahl der Fälle gemessen am Krankheitsspektrum in der Bevölkerung so unrealistisch ist“, meint Pablo Hagemeyer, der mit zwei Kollegen die Münchener Film- und TV-Beratungsagentur THE DOX gegründet hat, die seit 1998 ihr Fachwissen anbietet. Im Fernsehen regiere immer noch die „Königsdisziplin Chirurgie“. Lauer und Wulff sehen solche Vorbehalte gelassen: Chronische Krankheiten eignen sich zur TV-Behandlung eben nur, wenn es „eine akute Entgleisung“ gebe, zum Beispiel einen Schub bei Multipler Sklerose. Oder wenn sie „dramaturgisch wirkungsvolle Wandlungsprozesse“ ermöglichten, wie eine Querschnittslähmung.
Nicht jeder Mediziner ist für die Serien-Beratung geeignet: „Man braucht schon großes Verständnis für die Filmseite. Wenn das nicht vorhanden ist, dann funktioniert keine Geschichte“, sagt Kerstin Lauer. Für Autor David Ungureit muss der Berater selbst Lust am Geschichtenerzählen haben, darf sich nicht nur als „Verhinderer von Fehlern“ sehen. Gregory Wulff, Kerstin Lauer oder THE DOX scheinen diese Voraussetzungen zu erfüllen. Vielleicht, weil alle ziemlich jung und daher selbst „Fernsehkinder“ sind. Die DOX-Mitglieder, Pablo Hagemeyer, Florian Gekeler und Patrick Weydt, hatten zudem schon immer „ein Faible für das Außergewöhnliche im medizinischen Alltagstrott“. Sie wollen „kreativ sein“, ein neues Berufsfeld für Mediziner erkunden, „vielleicht sogar ein bisschen moderne Gesundheitsaufklärung betreiben“.
Dieses Anliegen hat Kerstin Lauer nicht. Dennoch ist sie überzeugt, dass mit den Arztserien Menschen angesprochen werden, die man durch die klassischen Aufklärungsmedien nicht erreicht. Hier liege eine Chance, aber vor allem eine Verantwortung für die Berater: „Genau deshalb müssen wir zumindest für korrekte medizinische Infos sorgen.“ Die Gesundheitskommunikationsforschung bestätigt, dass das Fernsehen, gerade Unterhaltungsprogramme, Einfluss auf Einstellung und gesundheitliches Verhalten von Menschen haben kann.
Von besonderer Art sind Arztserien, in denen ein Gerichtsmediziner wie „Quincy“ oder der „Polizeiarzt Dr. Dangerfield“ die Hauptfiguren sind. Auch diese Arzt-Krimis brauchen Fachberatung. Der Rechtsmedizin-Professor Markus Rothschild unterstützt „Dr. Robert Kolmaar“, den TV-Gerichtsmediziner aus der ZDF-Serie „Der letzte Zeuge“. Rothschild erfüllt die wichtigste Voraussetzung für diese Tätigkeit: Er sieht sehr gerne Krimis und betrachtet sie nicht als Dokumentation, sondern als Unterhaltung.
Trotzdem gibt es Dinge, die er mit seiner Beratung verbessern, wo er fast ein bisschen „Missionstätigkeit“ leisten will: „Ich habe eine gewisse Leidenschaft für meinen Beruf, und da tut es manchmal weh, wenn in einem spannenden Krimi ausgerechnet der Part des Rechtsmediziners so unglaublich dilettantisch dargestellt wird.“

Aber auch Rothschild macht Zugeständnisse – vor allem, wenn er um der Dramaturgie willen dem Autor etwas durchgehen lässt, was er selbst „niemals“ machen würde: das selbstständige Ermitteln des Rechtsmediziners. „Ich fahre natürlich nicht mitten in der Nacht allein zu einem Tatort und fange womöglich noch ein Verhältnis mit einer Verdächtigen an.“ Generell aber hat er richtig Spaß an der Drehbuchberatung gefunden: „Hier muss ich nicht nur reagieren, hier morde ich mit!“
Hauptberuflich will er jedoch Rechtsmediziner bleiben. Die ärztlichen Serien-Berater Kerstin Lauer und Gregory Wulff dagegen haben inzwischen dem echten Krankenhausbetrieb den Rücken gekehrt und sich ganz auf die medizinische TV-Versorgung konzentriert. Freiwillig – nicht wie Wilhelm Schneidrzik, der Ende der fünfziger Jahre wegen seiner literarischen Kritik am Chirurgiebetrieb gefeuert wurde.

Kompakt

Ärzte stehen in der sozialen Rangliste weit oben. Deshalb sind sie und ihre Arbeit beliebtes Thema der TV-Unterhaltung. Für die Professionalität der Serien sorgen Mediziner als Berater.

Internet

Alles über die Serie „alphateam“:
Neben den nächsten Geschichten gibt es Links zu anderen Arzt-Serien und echten Medizinratgebern:
www.sat1.de/alphateam/:

Kontakt

Dr. Kerstin Lauer:
hippokrates.advise@t-online.de
Gregory Wulff:
g.c.wulff@t-online.de

THE DOX:
Firstaid@thedox.de

Prof. Markus Rothschild:
m.a.rothschild@em.uni-frankfurt.de

Lesen

S. Igersky, N. Schmacke
UND WO BLEIBEN DIE PATIENTEN?
In: Dietmar Jazbinsek (Hrsg.)
GESUNDHEITSKOMMUNIKATION
Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2000
€ 34,95

Günter Giesenfeld (Hrsg.)
DIE WEISSE SERIE
Ärzte und Krankenhäuser im Fernsehen
Schüren, Marburg 1998 (vergriffen)

FALSCHE LEICHEN, SO ECHT WIE MÖGLICH
MMW – Fortschritte der Medizin
Nr. 8/2002, Seite 53





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