Der WDR schlägt zurück

Laut deutscher Rechtsprechung von 2009 sind Hauseigentümer dazu verpflichtet, den Schnee auf den Wegen vor dem Haus und auf dem Grundstück zu räumen. Aber auch andere Gefahren müssen Hausbesitzer das ganze Jahr über im Blick haben. Dazu gehören morsche Bäume im Garten, lose Dachziegel oder eine lockere Fernsehantenne.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Brief an den WDR geschrieben, weil ich in Tuvia Tenenboms Buch Allein unter Deutschen gelesen habe, dass am Eingangsbereich des WDR die Steine gelagert werden, die Walter Herrmann braucht, um regelmäßig vor dem Kölner Dom eine Installation aufzubauen, die in einer Resolution, die von allen Parteien des Kölner Stadtrats bis auf die LINKE unterzeichnet wurde, als Botschaft des Hasses bezeichnet wird. Die Bilder in Tenenboms Buch und mein Film zeigen eindeutig, dass es der Eingangsbereich des WDR ist, wo die Steine lagern. Und wie reagiert der WDR?

Auf meine Anfrage habe ich bis heute keine Antwort erhalten, aber ein anderer Mensch, der ebenfalls eine Anfrage diesbezüglich gestellt hatte, bekam heute folgende Antwort:

Das Befestigungsmaterial für den Stand der sogenannten Kölner Klagemauer – hier insbesondere das Tragwerk der Mauer, die Barken, – wird bzw. wurde weder in den Räumen noch auf dem Grundstück des WDR gelagert.

Nach Prüfung des durch den WDR beauftragten Sicherheitsdienstleisters wurden bzw. werden zum Teil noch Barken der Klagemauer neben dem Gebäude Funkhaus auf dem Grundstück der Stadt Köln gelagert. Diese Fläche ist für jeden öffentlich zugänglich und von der Domplatte in weniger als einer Minute erreichbar.

Gegen die Verbreitung von anderslautenden falschen Behauptungen werden wir gerichtlich vorgehen.

Meine lieben Damen und Herren vom WDR,

geht man so verantwortungsvoll mit der ganzen Angelegenheit um? In Ihrem Eingangsbereich lagert Walter Herrmann Steine, die er für seine Botschaft des Hasses braucht, eine Botschaft, die gefährlicher ist, als es ein rutschiger Gehweg im Winter jemals sein kann, und was machen Sie? Sie wollen gerichtlich gegen jene Menschen vorgehen, die über diese Angelegenheit berichten!

Ja, lieber WDR, verklagen Sie einfach die Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, weil sie in dem Buch von Tuvia Tenenbom bestätigt, dass der WDR der Gruppe um Walter Herrmann helfe, die antisemitische Propaganda zu verbreiten. Nutzen Sie die Gelder der Zwangsgebühren dazu, dass eine Heerschar von Juristen dafür sorgt, dass in dem Buch Allein unter Deutschen alle kritischen Passagen über den staatsnahen Sender WDR geschwärzt werden. Und zu guter Letzt: Nutzen Sie Ihre von Zwangsgebühren finanzierten Juristen auch dazu, mich vor Gericht zu zerren, weil ich es gewagt habe, in meinem Blog Tapfer im Nirgendwo über die Passagen in dem Buch zu berichten, über die Sie so nachhaltig geschwiegen haben.

Sie könnten natürlich auch Ihren Hausmeister beauftragen, die Schandsteine an Ihrem Eingangsbereich einfach wegzuräumen oder das Ordnungsamt beauftragen, dies zu tun, falls Ihr Hausmeister nicht befugt oder befähigt genug ist, aber das ist Ihnen wohl zu viel Arbeit. Sie verschwenden lieber die Zwangsgebühren dafür, Gerichte entscheiden zu lassen, was in Zukunft mit jenen Menschen geschehen soll, die es wagen, darüber zu berichten, dass es an Ihrem Eingangsbereich heftigen Antisemitismus geschneit hat.

Lieber WDR,

ich habe da eine Idee: Das nächste Mal, wenn es wieder einmal schneit in Köln und Ihr Eingangsbereich vereist und voller Schnee ist, sparen Sie sich einfach das Schneefegen und verklagen Sie stattdessen die Damen und Herren vom Wetterbericht!

***

Eine Reaktion des WDR finden Sie hier: WDR konnte nichts abschieben ihn trifft keine Schuld

Dieser Beitrag wurde unter Nachrichten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

47 Antworten zu Der WDR schlägt zurück

  1. Möbel schreibt:

    Hat sich denn jemand mal die Mühe gemacht, herauszubekommen ob es sich tatsächlich noch
    um das WDR-Grundstück handelt? Oder ist Frau Schock-Werner ein wandelndes Katasteramt?

    • Arme Sau schreibt:

      Naja, man kann wohl davon ausgehen, dass die Eingangstreppe des Gebäudes zum Grundstück gehört, oder?

      • kleines Südlicht schreibt:

        Auf dem Video von vor ein paar Tagen sieht man auch einen solchen Stein dort liegen. Reserve? vergessen? Jedenfalls da.

        Ich würde mal einfach vermuten, daß das wie beim Dom auch ist: 2m zum Gebäude, danach öffentlich. Wenn nicht, vielleicht weiß es Roger, von dem stammt die Info, wie es sich beim Dom verhält. (Auf den Fotos im Buch liegen die Steine mal so, mal so bei der Hauswand oder beim Treppenende; der Zaun geht drüber raus.)

        A propos 2m zum Dom, das wäre noch eine Idee für eine Gegendemo: diese 2m nutzen, um eine Menschenkette um den Dom (bei Teilnehmermangel: vor dem Dom) zu bilden, quasi als optischen Kontrast zur Plakatkette auf der Platte. Könnte man kombinieren mit Kippa-Flashmob und/oder eigenen Plakaten, die eingebaut werden. Vielleicht kann man auch ein Mikro weiterreichen und Texte lesen, wie das Karl in Danke WDR erträumt hat. Eine einmalige Aktion, aber in beiden Bedeutungen.

        • kleines Südlicht schreibt:

          (Der Stein ist bei 1:52)

          • Roger schreibt:

            Man sollte mal bei der Domverwaltung nachfragen Allerdings ist die katholische Kirche ja auch nicht unbedingt für ihre Judenfreundlichkeit bekannt.

          • kleines Südlicht schreibt:

            Wie gesagt, die in Tuvia Tenenboms Buch zitierte Dombaumeisterin machte einen ganz aufgeschlossenen Eindruck wenn man sie dafür gewinnen könnte, kann sie vielleicht einige andere überzeugen. Für diese Demo ist ja nicht das General-Okay der kompletten katholische Kirche zu sämtlicher in Deutschland fälschlich verurteilter Nahost-Politik nötig (da müßten wir leider auch manchmal lange warten), nur das einmalige zur Demo der Gebäudeverwaltung des Doms.

            Und wie wäre nach dem 27. Januar als Termin fragen? Gute Idee weil passend um Solidarität zu zeigen; oder schlechte weil die typische Schizophrenie der Israelkritik sich besonders an sowas festbeißt? Bei diesem Einfall bin ich mir komplett unsicher

      • Möbel schreibt:

        Vermutungen, Unterstellungen, Hörensagen, befördern zwar die Aufgeregtheit,
        führen aber zu nichts.
        In dem der WDR so brachial geantwortet hat, hat er sich auch ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt . Ein Einblick ins Grundbuch würde seine Position dann also
        bestätigen oder er, der WDR, stünde recht lackiert da.
        Andernfalls Herr Buurmann, Frau Schock- Werner und Herr Tenenbom.

  2. Klaus Franke schreibt:

    Mensch Buurmann merkst du noch immer nicht, wie lächerlich du wirkst?

  3. Schula schreibt:

    Diese Antwort des WDRs war doch klar.

  4. R. Ömpöm schreibt:

    Wieso lassen wir uns eigentlich von diesem Walter Herrmann und seinen Leuten immer wieder einen völlig falschen Begriff diktieren? Dieses fetischhafte Ding mit all seinen Bauteilen, die irgendwo geparkt oder nichtgeparkt sind, und die regelmäßig mit völlig falschen Intentionen vor dem Dom aufgestellt werden diese von Negativität nur so strotzende Installation IST keine Klagemauer. Das Ding ist einfach nur schlechte Kunst, aufgefüllt mit den Wünschen und Begierden von Leuten, die sich einen feuchten Kehrricht um die tatsächliche, komplexe Geschichte des Nahen Ostens kümmern. Es gibt nur eine Klagemauer (Kotel), und die befindet sich immer noch in der Altstadt der Heiligen Stadt, und sonst nirgendwo. Die bloße Herrschaft in den Köpfen ist es, um die es Walter Herrmann und seinen Fans geht, um nichts Anderes handelt es sich hier. Diese Herrschaft in den Köpfen ist außerdem eine Herrschaft von Menschen, die längst Sklaven ihrer eigenen, begrenzten Vorstellungskraft geworden sind. Die Installation auf der Domplatte IST KEINE KLAGEMAUER.

  5. Roger schreibt:

    Mal schauen, ob Allein unter Deutschen bald geschwärzt werden muss ;)
    Ich bekomme es am Montag freu mich schon, meine freien Tage mit guter Lektüre verbringen zu können!

  6. Möbel schreibt:

    Werter Piet,
    ich kenne diese Wand recht gut und auf mich wirkt sie eher bemitleidenswert naiv.
    Inhaltlich geht da einiges durcheinander und vom Stil her hat sie
    Ähnlichkeiten mit den oft hier anzutreffenden Pöbelkommentaren.
    Weder diese Wand noch die Kommentare verdienen allzuviel
    Aufmerksamkeit, die ja auch andernfalls das Gegenteil bewirkt.
    Nach meiner Beobachtung sind die Menschen die an der Wand stehen bleiben
    eher von der Amateurhaftigkeit der Installation gefesselt als von den Inhalten.

    Insofern, so denke ich, würde Ignoranz mehr bewirken als diese, auf mich
    leicht hysterischen wirkenden, Reaktionen.

    Aber eventuell hat ja auch ein symbiotisches Leben zwischen Hermann,
    Buurmann und Arendt begonnen, in dem alle Empörten den
    notwendigen Nährboden zur Verfügung stellen.

    • Roger schreibt:

      Liebes Möbel,

      es ist eine vertrakte Situation. Man könnte es mit dem NPD-Verbot vergleichen: Wie stellt man es am Besten an? Wenn man über die NPD berichtet, erhält sie Aufmerksamkeit und wird bekannter. Wenn man ein Verbotsverfahren einleitet, ebenso. Scheitert es, kann sie triumphieren und es für ihre Propaganda ausschlachten. Aber, ist das ein Grund wegzusehen, die NPD weiter durch öffentliche Gelder zu fördern und sie ihre Schulhof-CDs verteilen zu lassen?

      Mit der Hass-Wand verhält es sich genau so. Nur eine offensive, ehrliche und klärende Berichterstattung kann etwas bewirken. Alle rechtlichen Mittel müssen ausgeschöpft werden, damit man reinen Gewissens sagen kann: Wir stehen nicht hinter dieser Installation!

      • Möbel schreibt:

        Natürlich, werter Roger, ich stimme Ihnen zu.
        Es ist diese Vertracktheit, die man mit einkauft wenn man Demokratie und
        Meinungsfreiheit möchte.
        So merkwürdig auch manche Zeitgenossen sind, solange Sie sich an die
        Spielregeln halten, wird man auch deren Meinungsäußerung aushalten müssen.
        Und ob die hier geschehene Berichterstattung ehrlich ist wird erst noch
        aufzuzeigen sein.
        Bisher weiß offensichtlich kein Mensch ob diese Steine nunauf WDR Grund lagern oder nicht.
        Nur weil die Frau Schock-Werner es dem Herrn Tenenbom erzählt und der es in
        sein Buch schreibt, von dem uns dann Herr Buurmann berichtet, wird´s nicht
        wahrer.
        Wenn schon offenlegen, dann aber seriös, sonst wird´s Hexenjagd.

    • toyotapur schreibt:

      Darf ich mal in Erinnerung rufen, dass ein Mob, die unter anderem Tod den Juden skandierten, sowie mit verbotenen Terrorverherrlichenden Fahnen marschierten, von einem deutschen Gericht gebüsst wurdenNein, es war nur ein Traum: Gebüsst wurde in Wahrheit eine Person, die es gewagt hatte, am Rande dieser Demonstration, unter einer Arkade stehend, eine (!) Israelfahne hochzuhalten.
      In einer anderen Stadt, die Polizei mit Gewalt in eine Wohnung eingedrungen, um eine aufgehängte Israelfahne herunterzureissen, weil der antisemitische Pöbel mit werfenden Gegenständen gedroht hat, selbst das Haus zu stürmen

      Alles Vorkommnisse, die jeden anständigen Bürger zu Denken geben müsste.
      Ausser Ihnen, der sich mehr um die Amateurhaftigkeit der Hasswand sorgt, und die Kritiker als Pöbelkommentatoren diffamiert.

      Möbel, Sie sollten sich um eine Stelle beim WDR bemühen, da sind Sie goldrichtig.

      • Möbel schreibt:

        Warum vermischen Sie jetzt soviele verschiedene Sachverhalte?
        Ist diese Wand allein, selbst für Sie, der sich so erregt, nicht Anstoß genug?
        Und als letzte Frage; Was wissen Sie denn Stichhaltiges über den WDR,
        dass Sie mir eine Stellenanfrage andienen?

    • Aristobulus schreibt:

      Eventuell hat schon seit Langem ein klebrig symbiotisches Leben zwischen allerlei geschwungenen Armlehnen, beschnitzten Sesselbeinchen und sonstigen erratischen Geschnörkeln begonnen, das dann anfing, sich Möbel zu nennen, das dann vom Sesselchen zum Sofachen und dann zum größtanzunehmenden Trumm von Liliput wucherte, und sonst immer wwiter garnix.
      Ach, aber es fand dann keinen, der darauf sitzen wollte!, und einen Sinn fand es auch keinen, und es hörte nicht auf zu wackeln, zu öden und abzumüffeln.

  7. Mac Baed schreibt:

    Die Antwort des WDR ist wirklich peinlich rückgratlos.

    • Möbel schreibt:

      Geehrter Mac Baed,
      wenn Sie, aus Ihrer Sicht, fälschlich beschuldigt würden, wieso wäre eine
      heftige Retoure rückgratlos??

      • Mac Baed schreibt:

        Ganz einfach deswegen, weil der WDR ja nicht zu den Vorwürfen selbst Stellung nimmt, sondern sich über Fragen des Grundstücks- und Begehungsrecht einer tatsächlichen Stellungsnahme zu entziehen.
        Entweder unterstütze ich etwas oder ich tue es nicht. Kein JA oder NEIN formulieren zu können, das halte ich für rückgratslos.

  8. Mac Baed schreibt:

    Piet, ich fürchte sie tun mit Ihrem Kommentar diesem Blog keinen Gefallen. Die Schwierigkeit der Umsetzung Ihrer Idee liegt in der damit durchzuführenden Straftat begründet. Aufruf oder die Ermunterung zu Straftaten stellen ebenfalls eine Straftat dar. Wenn tapferimnirgendwo schon jetzt juristische Auseinandersetzungn mit den Anwälten des WDR hat, werden diese Anwälte nach genau solchen Formulierungen Ausschau halten. Das wäre die billigste Methode für den WDR sich unangenehmer Diskussionen zu entledigen. So einfach sollte man es dem WDR nicht machen.
    Gruß

  9. Kaiwag schreibt:

    Das ist doch ein Fall für den Rundfunkrat und den Verwaltungsrat des WDR.

  10. marc schreibt:

    Bei Wind eine Schere mitnehmen und schon wird die Mauer zum fliegenden Teppich*g*

  11. kongomüller schreibt:

    wenn die befestigungssteine auf herrenlosem gelände lagern, kann sie sich dann jeder aneignen??
    also einfach abräumen?

  12. wollecarlos schreibt:

    wurden bzw. werden zum Teil noch Barken der Klagemauer neben dem Gebäude Funkhaus auf dem Grundstück der Stadt Köln gelagert. schreibt der WDR.

    Also handelt es sich dann um Nutzung öffentlicher Fläche, die -lt. Satzung- gebührenpflichtig ist/sein wird/sein müsste. Genauso, wie die Parkplätze für PKW.
    Ansonsten müsste man den Kämmerer verklagen, weil er -hzum Nachteil der Kommune- nicht ihm zustehende Gebühren einfordert.
    Das wäre doch ein systemkonformer Weg!

  13. wollecarlos schreibt:

    hier die Infos über die Sondernutzungen/Satzung in Köln:

    http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf32/strassen-gruen/sondernutzungssatzung-2008.pdf

    jetzt brauchts nur noch einen, der dahinter hakt.

  14. Danny Wilde schreibt:

    Das Möbel hat ja auf den ersten Blick nicht unrecht. Zumal es die hier ja leider auch gelegentlichen off-topicen Vergleiche aufgreift, um sie ihren Absendern um die Ohren zu pfeffern.

    Dennoch irrt das Möbel, wie auch Roger mit dem NPD-Vergleich irrt.

    Jene Partei nämlich, welche, würde es tatsächlich gelingen, sie verbieten zu können, ganz sicher moralisch gestärkt im Schatten weiter wuchern würde (was aber mangels masse ebenso wurscht wäre). Aber es wird nicht gelingen. Wer das nicht wahrhaben will, soll sich bei Herrn Schily erkundigen. Bis dahin ist das eine Truppe von Vollverstrahlten, die von klandestinen Mitgliedern zu Untaten angestiftet wird, welche aber gerichtlich nicht verwendet werden können. Beziehungsweise eine Gurkentruppe, die meinetwegen in der Politik mitmischen soll und auch Dreck an Schüler verteilen. Ganz so doof sind unsere Jugendlichen nun auch nicht. Vielleicht sind unsere Jugendlichen ja sogar schlau genug zu verstehen, dass der dringend nötige gesellschaftliche Diskurs über einige drängende Probleme (was mache ich mit meinen ersparten Euros?, wie schütze ich mich vor Gewalt in U-Bahn oder Kiez-Straße?) nicht abgeschafft wird, indem man die Säcke verbietet, die ihn für ihre Zwecke missbräuchlich benutzen. Und, sorry: wenn (wir) Gegner der NPD nicht in der Lage sein wollen, solche verschwiemelten Miefköppe argumentativ niederzumachen und stattdessen nach einem herbeigeträumten Verfassungsgerichtshackebeil rufen, dann ist das nur ein Hinweis darauf, dass wir zu faul für die Mühen der parlamentarischen Demokratie sind. Mich selbst eingeschlossen, leider.

    Mit dem schlecht riechenden Rentner verhält es sich aber anders. Sicher mag man einerseits Sondernutzungssatzungen bemühen, andererseits (wie ich oben bei der NPD) auf eine vermutete gesellschaftliche Irrelevanz hinweisen, oder Möglichkeiten der Zivilcourage diskutieren. Der Punkt ist, dass Gerd Buurmann hier die legalen Möglichkeiten bis zur Neige ausschöpft erfolglos. Die länger mitlesenden Foristen wissen das. Risse man das Machwerk ab (bei welchem es übrigens, @R. Ömpöm, ganz sicher nicht um schlechte Kunst geht, sondern, wie Sie andererseits treffend formulierten: Die bloße Herrschaft in den Köpfen ist es, um die es Walter Herrmann und seinen Fans geht), so stünde es nach kürzester Frist wieder da. Die drangepappten Hetzfetzen sind ja großteils auch Kopien, mit anderen Worten, der müsste vielleicht sogar nur in ne Tasche greifen, ums gleich wieder aufbauen zu können.

    Der Rentner wie auch der andere orthographisch herausgeforderte Rentner aus Dortmund verletzen sowieso seit Jahren die Sondernutzungssatzung; es kratzt keinen. Versuche, auf offiziellem Wege Gegendemos zu veranstalten, endeten in Verboten Solcher; zweierlei Maß also.

    Keine andere Thematik, vorgetragen in dieser oder auch jeder anderen Form, würde jemals von der Stadt Köln geduldet werden, und sie WIRD es ja auch nicht: es gibt sie nämlich nicht. Straßenmusiker? Soundso lange, weiterziehen. Pflastermaler? 1 Bild und weg. Pantomime? Wie Straßenmusiker. Irgend ne Kleindemo mit 2 Leuten und 10 Pappen? Ganz verboten. Die Kölner Ordnungskräfte exekutieren die Sondernutzungssatzung sagen wir ziemlich unelastisch.

    Außer beim Judenhasser. Die Kölner Bürger, vertreten durch die städtische Bürokratie, akzeptieren das. Kölsches Laisser-faire (ist ja schon bald so ne Art Markenzeichen à la jeder Jeck es anders) mag einem Vogel Strauß hierzu ein willkommener Euphemismus sein. Es ist aber dasselbe Wegschauen, über das sich genau dieselben Wegschauer heute schlau erheben, wenn sie über unsere Nazi-Vorfahren schimpfen. Und damals Kohl für seinen historisch klugen Satz, er sei dankbar für die Gnade seiner späten Geburt, am liebsten steinigen wollten. Diese Leute sind jetzt hier, sie sind bereits geboren, und sie schauen weg. Mal passiv, mal aktiv, der WDR letzteres.

    Indem Gerd Buurmann unablässig auf diesen Umstand hinweist, verursacht er ja doch bei Einigen erhebliches Bauchgrimmen. Dieses Bauchgrimmen, dieser Pain in the Ass, ist nötig für uns alle.

    Wir könnens nicht abreißen, aber wir schauen hin, und es tut weh. Gut so.

    • kleines Südlicht schreibt:

      Hört sich ja deprimierend an. :(

      Vielleicht ließe sich trotzdem rausbringen, wer die Organisatoren der erfolglosen Gegendemo-Versuche alle waren, und ob sie die Energie für einen erneuten Versuch hätten, diesmal (wie die Rentner auch mit ihren Steinen, merke ich gerade) auf Anwohner-Gebiet. Falls die Stadt den auch verbieten will, muß sie zumindest mal die inhaltlichen Gründe offenlegen, und das wäre ja auch schonmal was.

      Terminlich kann es, wenn es wirklich zur noch nicht ausgereiften Idee mit dem 27.1. käme (praktischerweise dieses Jahr auch noch am Wochenende, ein Sonntag ists), nur wenig geben, was dagegen spricht, an einem Internationalen Gedenktag die heutige Solidarität mit dem Großteil ebenjener zu bekunden, derer da gedacht wird, oder doch?
      Schade, daß das nur noch vier Wochen hin ist!

      Noch eine Frage wegen Papperln: Weiß jemand, ob es die Plakate von Eldar of Zion auf deutsch gibt; dann könnte man fragen ob der die für eine solche Gegendemo (wann auch immer) eventuell zur Verfügung stellen würde? Die sind ja eigentlich für genau sowas gemacht.

  15. spiderman schreibt:

    Nett wie Sie um den heissen Brei rumlabern aber Ihnen dann offenbar doch der
    Mut fehlt Ihre Behauptung zu wiederholen, der WDR würde die Steine von Herrmann
    lagern. Wenns potentiell gerichtsmässig und damit teuer wird zieht der grosse Held
    ganz schnell den Schwanz ein, was? Was also nun, Buurmann: lagert der WDR die
    Steine von Herrmann oder haben Sie wieder mal wegen nix hyperventiliert?

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Der WDR lässt es zu, dass in seinem Eingangsbereich die Steine gelagert werden!

      • spiderman schreibt:

        Nett gekniffen Buurman! Aber was bedeutet Eingangsbereich?
        Bedeutet das: auf dem Grundstück des WDR?

        • toyotapur schreibt:

          Dieser Beitrag ist ebenfalls dem klebrigen Fassadenkletterer gewidmet (wie Danny Wilde Sie so treffend betitelt bezeichnet hat).

          Bevor Sie Buurman des kneiffen bezichtigen, sollten Sie mal Ihren gesunden Menschenverstand einschalten, dann kämen keine so durchschaubar scheinheilige Fragen an Buurman zu stande wie: Aber was bedeutet “Eingangsbereich”? Bedeutet das: auf dem Grundstück des WDR?

          Ansonsten mal die Antwort von Danny Wilde lesen, dann geht Ihnen (vielleicht) auch mal ein Lichtlein auf Verstanden!?

        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Es bedeutet, der WDR ist verantwortlich!

    • Danny Wilde schreibt:

      Wären Sie der Hausherr im WDR (= Intendant nebst Entourage), Sie gernegroßer Dazwischenstänkerer, würden Sie womöglich den Müffelrentner höchstselbst auch noch gleich unter Ihrer Eingangstreppe einlagern, aus purer Barmherzigkeit.

      Wäre ich hingegen der Hausherr im WDR, lagerte ich den Rentner im Heizungskeller. Unter der Nordsüdfahrt in Köln soll es ja teilweise noch ältere Technik geben. Der müsste erst seine Pappen im Ofen verbrennen und anschließend Klütten schippen.

      Dies ist natürlich rein bildlich gemeint.

      Konkret andererseits ist, wie der WDR sein Hausrecht ausübt. Jeder Hauseigentümer, jeder Hausmieter, jeder Laden- und Restaurantbetreiber hat einen Strauß von handfesten Möglichkeiten, sein Hausrecht auszuüben.

      Es NICHT zu tun, lässt tief blicken. Etwas anderes sagt Gerd Buurmann auch gar nicht. Ihre Mischung aus pseudogebildet gewürzter Gossensprache mit selbsterfundenen Behauptungen und Anwürfen ist es an sich nicht wert, weiter beachtet zu werden.

      Andererseits hat Gerd Buurmann Ihren flachen Beitrag ins Forum gelassen, selbst eine Antwort abgegeben, die allerdings Nachdenken erfordert, woraufhin ich nur so nett sein wollte, Ihnen seine Antwort in Ihre Sprache zu übersetzen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s