Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Steiermark-Ausgabe
  • 10. Oktober 2014 11:13 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Großer Bahnhof in Wien Städtetouristen retteten Sommerbilanz Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Wirtschaft Nächster Artikel Großer Bahnhof in Wien Städtetouristen retteten Sommerbilanz
    Zuletzt aktualisiert: 08.04.2010 um 17:06 UhrKommentare

    Kärntner sind die "Schuldenkaiser"

    Die wirtschaftliche Wertschöpfung ging im Jahr 2009 in der Steiermark um 4,7 Prozent zurück, im Burgenland waren es nur 2,5 Prozent. Die höchste Verschuldung pro Kopf hat aber Kärnten mit 2.200 Euro.

    Foto © APA/ MONTAGE

    Die Wirtschaftskrise ist an den neun österreichischen Bundesländern nicht spurlos vorübergegangen. Die Verschuldung der Länder dürfte laut Bank Austria 2009 um 500 Millionen Euro auf 6,3 Milliarden Euro gestiegen sein. Einziges schuldenfreies Bundesland ist demnach Oberösterreich. Kärnten und Niederösterreich haben die höchste Pro-Kopf-Verschuldung. Bei der Wirtschaftsleistung erlitten die Steiermark mit 4,7 Prozent und Oberösterreich mit 4,1 Prozent die stärksten Einbrüche.

    Kärnten mit rund 2.200 Euro Schulden pro Kopf

    An der Spitze liegt Kärnten mit rund 2.200 Euro Schulden pro Kopf, gefolgt von Niederösterreich mit rund 1.500 Euro. Vorarlberg, Tirol und die Steiermark haben nur geringe Schulden, Oberösterreich bleibt als einziges Land weiterhin schuldenfrei. Konnten die Länder 2008 noch eine positiven Beitrag zum gesamtstaatlichen Defizit von 0,1 Prozent leisten, dürften es 2009 minus 0,3 Prozent sein.

    Als entscheidende Faktoren für die Krisenanfälligkeit eines Bundeslandes hat die Bank Austria die Höhe des Anteils der Industrie (Sachgütererzeugung) und der Exporte an der Wirtschaftsleistung ausgemacht. Weiters wirkte sich der jeweilige Branchenmix entweder verstärkend oder stabilisierend aus. Eine wichtige Rolle habe auch die Entwicklung der Bauwirtschaft und des Dienstleistungssektors gespielt, so Bernkopf.

    Insgesamt war die Industrie für 70 Prozent des Wirtschaftseinbruches verantwortlich. Rund ein Viertel verursachte der Dienstleistungssektor, der auch entscheidend die Beschäftigungsentwicklung mitbestimmte. Am stärksten ging die Beschäftigung in der Steiermark (-2,2 Prozent) und Kärnten (-2,3 Prozent) zurück, das Burgenland schnitt mit -0,2 Prozent am besten ab.

    Die Steiermark (minus 4,7 Prozent) wurde durch ihren hohen Industrie- und Exportanteil besonders stark von der Krise betroffen, so Bank Austria-Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer. Weiters wirkte sich ein ungünstiger Branchenmix und schwacher Bau- und Dienstleistungssektor negativ aus. Oberösterreich (minus 4,1 Prozent) wurde ebenfalls stark betroffen, ein günstiger Mix und eine positive Bauwirtschaft halfen jedoch. In Kärnten führte trotz nur mittelstarker Betroffenheit ein ungünstiger Branchenmix und schwacher Bau- und Dienstleistungssektor zum negativen Ergebnis von minus 4,0 Prozent.

    Salzburg (minus 3,6 Prozent) litt laut Bruckbauer ebenfalls unter einem ungünstigen Branchenmix, dagegen hat Vorarlberg (-3,5 Prozent) trotz starker Krisen-Betroffenheit von einem günstigen Mix profitieren können. Mittelstark betroffen wurden Niederösterreich (-3,5 Prozent) und Tirol (minus 3,0 Prozent), Tirol profitierte zudem von einem starken Dienstleistungssektor. Auf Grund ihrer geringen Industrie- und Exportabhängigkeit kamen Wien (minus 2,6 Prozent) und das Burgenland (minus 2,5 Prozent) am besten durch die Krise. Wien litt zudem noch unter einem schwachen Dienstleistungssektor, das Burgenland profitierte dagegen davon.

    Der Landespolitik könne man keine besondere Schuld für diese Entwicklungen zuweisen, ihr Einfluss auf die Wirtschaftspolitik sei gering, meinte Bruckbauer. Langfristig hätten sie aber schon Verantwortung. Stabilisierend gewirkt hätten die Maßnahmen der Bundesregierung, allem Kurzarbeit und Steuerreform, und vor allem die globale Wirtschaftspolitik. Bernkopf geht davon aus, dass 2010 die am stärksten betroffenen Bundesländer auch die größten Erholungschancen haben. Am besten entwickeln dürften sich Oberösterreich, Vorarlberg und die Steiermark.

    Verschuldung in Deutschland höher

    Mit durchschnittlich zwei Prozent des BIP liege die Verschuldung der österreichischen Bundesländer deutlich niedriger als in den Nachbarländern. In Deutschland sind sie etwa mit 20 Prozent des BIP zehnmal so hoch. Auch in der Schweiz und Italien sind die Länder stärker verschuldet. Dies habe allerdings auch viel mit der unterschiedlichen Organisation des Finanzausgleiches zu tun, so Bruckbauer.

    Das direkt von den Banken an die Länder und Gemeinden vergebene Kreditvolumen ist in der Krise (seit 2007) um 2,5 Prozent gestiegen. Bernkopf beziffert den Marktanteil der Bank Austria dabei auf 17 Prozent.


    Grafik

    Grafik © APA

    Grafik vergrößernSchuldenstand der BundesländerGrafik © APA

    Grafik

    Grafik © APA

    Grafik vergrößernBIP-Entwicklung nach Bundesländern 2009Grafik © APA

    Mehr Wirtschaft

    Mehr aus dem Web

      KLEINE.tv

      Abschlussarbeiten am Wiener Hauptbahnhof

      Gut Ding braucht Weile, nach nur 141 Jahren wird der Wiener Hauptbahnho...Bewertet mit 3 Sternen

       


      Kleine Zeitung Akademie

      Wissen für Leser: Die Kleine Zeitung Akademie bietet Ihnen ein vielfältiges Angebot an Seminaren und Veranstaltungen zu den Themen Journalismus, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Proftieren auch Sie vom Know-how unserer Mitarbeiter!

       

      Wirtschaft-Fotoserien

      Die besten Facharbeiter bei den Euroskills 

      Die besten Facharbeiter bei den Euroskills

       

      Lebe deinen Plan!



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!