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Hochspannung vor der Entscheidung

Der Norden hat die Wahl

Von Uta Wilke

Wer soll Ministerpräsident werden: Jost de Jager (CDU) oder Torsten Albig (SPD)? 2,243 Millionen Schleswig-Holsteiner können morgen mitentscheiden. Noch nie war eine Landtagswahl so spannend und die Lage so unübersichtlich wie diesmal. Vieles hängt von den kleinen Parteien ab.
Die Spitzenkandidaten werben um jede Stimme (von rechts): Torsten Albig (SPD), Jost de Jager (CDU), Robert Habeck (Grüne), Wolfgang Kubicki (FDP), Torge Schmidt (Piratenpartei), Anke Spoorendonk (SSW) und Antje Jansen (Linke).

Die Spitzenkandidaten werben um jede Stimme (von rechts): Torsten Albig (SPD), Jost de Jager (CDU), Robert Habeck (Grüne), Wolfgang Kubicki (FDP), Torge Schmidt (Piratenpartei), Anke Spoorendonk (SSW) und Antje Jansen (Linke).

© Fotocollage Ralf Bassen

Kiel. CDU und SPD liefern sich in den Umfragen seit September vergangenen Jahres ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mal lagen beide gleichauf, mal hatte die CDU, mal die SPD die Nase vorn. Beide Parteien haben sich zum Ziel gesetzt, stärkste Fraktion im neuen Landtag zu werden und so die Regierungsbildung maßgeblich zu beeinflussen. De Jager demonstrierte in den letzten Tagen vor der Wahl Zuversicht: „Wir haben die größere Mobilisierungsreserve. Nur die CDU steht für eine stabile Regierung.“ Albig appellierte an die Wähler: „Wer den Politikwechsel will und mich als Ministerpräsidenten haben will, macht sein Kreuz bei der SPD.“

 Doch beide Spitzenkandidaten haben ein Problem, weil es für die traditionellen Bündniskonstellationen offenbar nicht mehr reicht. Eine Neuauflage von Schwarz-Gelb scheint nach allen Umfragen wegen der Schwäche der FDP ausgeschlossen, und Rot-Grün könnte es demnach nur unter Einbeziehung des von der Fünf-Prozent-Hürde befreiten SSW schaffen. Neben einer solchen Dänen-Ampel gilt derzeit eine Große Koalition als am wahrscheinlichsten. Wie sich der Landtag letztlich zusammensetzt und welche Bündnisse gebildet werden können, hängt wesentlich vom Abschneiden der kleinen Parteien ab. Die entscheidenden Fragen: Wie stark werden die Piraten, schaffen die Liberalen den Wiedereinzug in den Landtag, und bleiben die Linken draußen?

 Die Schleswig-Holstein-Wahl kann Signale nach Nordrhein-Westfalen aussenden, wo eine Woche später gewählt wird. Der Andrang der Medien ist auch deshalb so groß wie nie. 1000 Vertreter von Presse, Hörfunk und Fernsehen sind akkreditiert. Hinzu kommen noch einmal rund 1000 Gäste der bisher im Landtag vertretenen Parteien CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke und SSW. Jeder Zentimeter im Landeshaus wird für Medien und Politik genutzt.

 Freitagabend rührte noch einmal Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Nord-CDU in Tornesch die Werbetrommel. Die Sozialdemokraten hatten ihre Wahlkampf-Abschlussveranstaltung mit Parteichef Sigmar Gabriel bereits am Vortag in Lübeck.

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