Im Westen nichts Neues
nach dem Roman von Erich Maria Remarque

in einer Stückentwicklung von Michael Klammer

„Ich möchte mich fallen lassen und nie wieder aufstehen.“

Rund ein Jahrzehnt nach dem Ende des ersten Weltkriegs erscheint Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“. Er schildert den Krieg aus der Perspektive des einfachen Soldaten, des gemeinsam mit seinen Klassenkameraden von der Schule direkt aufs Schlachtfeld geschickten Paul Bäumer.
Mit diesem Buch setzt Remarque der Perversion des modernen Tötens im industrialisierten Krieg ein mahnendes Denkmal. Über Nacht machte das Buch seinen Autor reich und berühmt. Das Werk wurde bis heute in über fünfzig Sprachen übersetzt und geschätzte fünfzehn bis zwanzig Millionen Mal gedruckt.
Kriege jeder Epochen können diesem literarischen Zeitdokument, das mit seiner klaren Sicht und seinem unbedingten Humanismus überzeugt und beunruhigt, gegenübergestellt werden.

Das Schlosstheater Celle wird eine eigene Fassung des Romans erstellen, die über eine bloße Nacherzählung hinaus geht und der Notwendigkeit nachkommt, die Bedeutung von Krieg in unserer Gesellschaft und der Geschichte der Menschheit zu thematisieren.


Die Inszenierung ist für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Schulen erhalten unsere theaterpädagogische Materialmappe zu dieser Produktion auf Anfrage unter theaterpaedagogik@schlosstheater-celle.de oder (0 51 41) 9 05 08-18.


Premiere 22.01.2015

Aufführungsdauer ca. 1 h 30 min, ohne Pause

Altersempfehlung 16+


Pressestimmen zu “Im Westen nichts Neues”


Kriegsalltag in Szene gesetzt

Inhaltlich stark verdichtet gibt sich Erich Maria Remarques Roman “Im Westen nichts Neues” in einer dramatisierten Fassung durch das Schlosstheater. In der Halle 19 reagierte das Publikum mit viel Beifall auf die Premiere.

CELLE. Der Zuschauerraum auf dem Gelände der CD-Kaserne ist spärlich beleuchtet und liegt im künstlichen Nebel. Zwei lange, weiße Plastikbahnen bilden die Begrenzung nach hinten. Vier Soldaten in Kampfuniform mit Sturmgewehr, Stahlhelm und Spaten stürmen auf die Spielfläche.[…]

Angelehnt an den Roman “Im Westen nichts Neues” von Erich Maria Remarque hat der Regisseur Michael Klammer für das Celler Schlosstheater eine collagenartige Theaterfassung über Krieg und Gewalt geschaffen, ohne dabei die Kriegshandlungen selbst in den Vordergrund zu stellen. […] Es ist die Geschichte von Paul Bäumer, der gemeinsam mit seinen Klassenkameraden auf das Schlachtfeld an der Westfront geschickt wird. Schnell merken er und seine Kameraden, dass die Ideale, die ihnen in der Schule vermittelt wurden, der Wirklichkeit nicht standhalten. Ihre Generation ist jung, voller Träume und Ideen. Sie möchten sie in die Wirklichkeit umsetzen. Die Jungen ziehen in den Krieg, der all diese Hoffnungen und Träume zerstört.[…]

Man hört von dem Ekel in den Schützengräben, von Gasangriffen und von der Angst hinter den schützenden Sandsäcken. Man sieht die Amputation im Lazarett als abstruses Schattenspiel. Daneben setzt Klammer das Absurde und überzogen Komische. Beides macht das Grauen erst erträglich. […]

Bastian Beyer als Paul Bäumer, Philip Leenders als sein Freund Stanislaus Katczinsky, Lukas von der Lühe als Albert Knoop und Rasmus Max Wirth als Tjaden - Betroffenheit und über das Stück hinausgehende Nachdenklichkeit erzeugen sie allemal.

Cellesche Zeitung, 24.01.2015


Verrat an einer ganzen Generation

Schlosstheater Celle, “Im Westen nichts Neues” in einer Bühnenfassung von Michael Klammer.

Schon beim Betreten der jüngst eingeweihten Halle 19 werden die Zuschauer mit dem Thema Krieg konfrontiert. Der Nebel, in dem sie ihre Plätze suchen, erinnert an die erste Massenvernichtungswaffe, die dem Ersten Weltkrieg eine damals neue Dimension des Grauens verlieh. Die Industrialisierung des Tötens bleibt auch in den kommenden anderthalb Stunden ein Thema. […]

Michael Klammer setzt […] die Auswirkungen des Kriegsgeschehens auf vier junge Soldaten in Szene: den Erzähler Paul und seine ehemaligen Klassenkameraden, die eben noch die Schulbank drückten. […]

Frontkoller, Heimweh, die Unfähigkeit, sich eine Zukunft vorzustellen – all dies wird nahbar und ergreift. Und es gibt Glanzmomente wie jene Szene, in der Paul auf die Mutter seines verstorbenen Kameraden Kemmerich trifft: im harten Kontrast von Licht und Schatten die absolute Trostlosigkeit. Nach Pauls Ernüchterung im Heimaturlaub lässt Klammer die Rückkehr an die Front fast wie eine Heimkehr erscheinen und das ist umso aufwühlender.

Den Schauspielern Bastian Beyer (Paul), Philip Leenders (Stanislaus Katcinsky), Lukas von der Lühe (Albert Kropp) und Rasmus Max Wirth (Tjaden) gelingt es gleichzeitig mit Leichtigkeit und Tiefe auf die Bühne zu bringen, was die Lebensgeister der Soldaten zusammenhält: Kameradschaft und stillschweigendes Verständnis füreinander.

Innerlich wie äußerlich weit entfernt von Elternhaus, Freunden und Lehrern, distanzieren sie sich von den kriegsbegeisterten Stammtischrunden daheim und wagen es, den Krieg an sich infrage zu stellen: „Warum macht man kein Ende?“ Das Publikum reagierte auf die Premiere mit Begeisterung – zu Recht.

Landluft Celle, 23.01.2015

Termine


26.02.2015 20:00 Uhr Karten
05.03.2015 20:00 Uhr Karten
13.03.2015 20:00 Uhr Karten
19.03.2015 20:00 Uhr Hier keine Tickets verfügbar
21.03.2015 20:00 Uhr Karten
28.03.2015 20:00 Uhr Karten

Besetzung


Mit
Bastian Beyer
Philip Leenders
Lukas von der Lühe
Rasmus Max Wirth
Regie
Michael Klammer
Bühne und Kostüm
Maria Moser
Dramaturgie
Ralph Blase