Wirtschaft

Libyen drückt die Kurse: Arabiens Börsen im Minus

Die Unruhen in Libyen und Bahrain lasten auf den Aktienbörsen in Nordafrika und im Nahen Osten. Der Leitindex der Börse Dubai fällt auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten.

Im saudi-arabischen Riad bringen sich Händler auf den neuesten Stand.
Im saudi-arabischen Riad bringen sich Händler auf den neuesten Stand.(Foto: REUTERS)

Die um sich greifenden politischen Unruhen in der arabischen Welt sorgen auch an den Börsen der Region verstärkt für Turbulenzen. Rund um den Persischen Golf schlossen die meisten Aktienhandelsplätze erneut mit Abgaben und weiteten damit die deutlichen Verluste der Vortage aus.

Ohne erkennbare Zeichen der Stabilisierung der politischen Verhältnisse zögerten Investoren mit Anlagen im Nahen Osten und Nordafrika, hieß es im Handel. Sorgen bereite vor allem die Situation in Bahrain, das dem Golfkooperationsrat angehört. Der dortige Leitindex gab 0,4 Prozent ab, allerdings ist der lokale Markt einer der kleinsten.

In Dubai ging es 1,3 Prozent talwärts. Mit 1514,25 Punkten tendiert der Leitindex damit auf dem niedrigsten Stand seit einem halben Jahr. In Abu Dhabi ging es 0,5 Prozent abwärts. Die Börsen in Katar und im Oman verloren jeweils 0,9 Prozent.

Moderate Abgaben von 0,1 Prozent verzeichnete die Börse in Saudi-Arabien. Gegen den Trend legten die Notierungen in Kuwait um 0,5 Prozent zu, nachdem der dortige Leitindex in den vergangenen sechs Sitzungen insgesamt über 5 Prozent eingebüßt hatte.

An der ägyptischen Börse wurde unterdessen die Handelsaussetzung im Zuge der politischen Unruhen erneut verlängert. Der Handel soll erst dann wieder aufgenommen werden, wenn der Bankensektor wieder mit voller Kapazität arbeite, sagte ein Mitarbeiter der Börse. Über die Wiedereröffnung solle mit einem Vorlauf von 48 Stunden informiert werden. An den drei letzten Handelstagen vor der Aussetzung wegen der zunehmenden politischen Unruhen in Ägypten hatte das Börsenbarometer 16 Prozent verloren.

In den politischen Unruhen sehen Anleger nach Ansicht aus dem Handel verstärkt konjunkturelle Risiken. Die Entwicklung bremse die konjunkturelle Erholung in der Region, hieß es unter Händlern. "Die Risiken für Anlagen in der Region dürften noch eine ganze Weile größer als die Chancen sein", urteilt ein Analyst von Nomura über die Situation. Jeder Ansatz von Gesprächen zwischen den Regierungen und den Oppositionsbewegungen dürfte den regionalen Aktienmärkten helfen, hieß es weiter.

In Nordafrika rutschte der Casablanca All Share Index um 1,7 Prozent ab. Auch in Marokko hatten Demonstranten gegen die Regierung protestiert. Der tunesische Leitindex verlor ein Prozent.

Am Devisenmarkt gab die Währung Bahrains nach. Der Dollar kletterte auf ein 16-Monats-Hoch von 0,3771 Dinar. Auch die marokkanische Valuta stand unter Druck. Die US-Währung verteuerte sich auf 8,2146 Dirham.

Quelle: n-tv.de

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