Wirtschaft

Reaktion auf Unruhen in Libyen: Konzerne ziehen Personal ab

Die Lage in Libyen wird den meisten ausländischen Konzernen nun doch zu heiß. Die BASF-Tochter Wintershall und die RWE-Tochter Dea fliegen Mitarbeiter aus dem arabischen Land aus. Auch Unternehmen aus anderen Ländern ziehen Personal aus Libyen ab.

Das Camp der Wintershall-Mitarbeiter in der libyschen Wüste.
Das Camp der Wintershall-Mitarbeiter in der libyschen Wüste.(Foto: dpa)

Wegen der Unruhen in Libyen holen zahlreiche internationale Großkonzerne ihr Personal aus dem nordafrikanischen Land zurück. So zieht etwa die deutsche BASF-Tochter Wintershall einen Teil ihrer Mitarbeiter ab, wie ein Sprecher mitteilte. In Libyen sind vor allem ausländische Öl- und Gaskonzerne tätig.

Wintershall holt nach eigenen Angaben rund 130 Mitarbeiter und Familienangehörige nach Deutschland zurück. Das Büro in der libyschen Hauptstadt Tripolis bleibt demnach vorübergehend unbesetzt. Eine kleine Kernmannschaft bleibe jedoch im Land. Wintershall beschäftigt in Libyen mehr als 400 Mitarbeiter, von denen mehr als drei Viertel Einheimische sind.

Auch die RWE-Tochter RWE Dea holte am Wochenende Mitarbeiter aus Libyen zurück. REW Dea hat rund hundert Mitarbeiter in dem Land, von denen ebenfalls die meisten Einheimische sind.

Insgesamt sind in Libyen nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) 30 bis 40 deutsche Unternehmen tätig. Sie kommen demnach vor allem aus der Energiebranche, aber auch aus dem Bau-, Nahrungsmittel- oder Medizinbereich.

BP erwägt Einstellung der Bohrungen

Auch Großkonzerne aus anderen Ländern zogen Mitarbeiter aus Libyen ab. Der norwegische Ölkonzern Statoil begann nach Angaben eines Sprechers, "eine Handvoll" ausländische Beschäftigte außer Landes zu bringen. Auch der italienische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Finmeccanica brachte knapp zehn ausländische Mitarbeiter aus dem Land. Der italienische Ölkonzern Eni holt ebenfalls Mitarbeiter zurück.

Der britische Ölkonzern BP bereitete eine mögliche Evakuierung binnen 48 Stunden vor. Im Falle einer Evakuierung müssten auch laufende Bohrungen im Westen des Landes eingestellt werden, sagte ein BP-Sprecher. Auch die russische Staatsbahn RSD will Mitarbeiter zurückholen.

Quelle: n-tv.de

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