Mehrere Studien erhärten Gesundheitsbedenken bei Gentechnik-Mais

Die Wirkung von Gentechnik-Mais ist ungeklärt.
Die Wirkung von Gentechnik-Mais ist ungeklärt.

2012 lieferte eine Studie Hinweise auf Gesundheitsrisiken beim Gentechnik-Mais NK603 von Monsanto. Französische Wissenschaftler der Universität Caen hatten in einer Langzeitstudie festgestellt, dass Ratten, die Mais gefüttert werden,häufiger unter Organschäden leiden. Im Gegensatz zu Industrie-Studien, die nach 90 Tagen abgebrochen werden, sammelten die Forscher über zwei Jahre hinweg Daten zu den Risiken des Gentechnik-Maises.

Bereits 2009 hatten französische Wissenschaftler drei gentechnisch veränderte Maislinien (MON 810, MON 863, NK603) der Firma Monsanto untersucht. Vor allem die Blutwerte für Leber und Nieren wiesen signifikante Veränderungen auf. Beide Organe sind für das Ausscheiden giftiger Stoffe besonders wichtig und liefern daher einen wichtigen Indikator für Toxizitäten. Daten aus Fütterungsversuchen an Ratten bildeten die Grundlage für die Untersuchung der französischen Wissenschaftler. Monsanto selbst hatte die Versuche in Auftrag gegeben, die Daten jedoch geheim gehalten. Greenpeace konnte jedoch rechtlich erwirken, Teile der Daten öffentlich zu machen. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hatte alle Maislinien als sicher eingestuft. Sie wurden daraufhin zum Import und zur Verareitung in Futter- und Lebensmitteln in der EU zugelassen.

 Infodienst-Nachricht zur Studie mit Gentechnik-Mais NK603 (19.09.12)

 Food and Chemical Toxicology: Long term toxicity of a Roundup herbicide and a Roundup-tolerant
genetically modified maize (2012)

 CriiGen: Three Major GMOs Approved for Food and Feed Found Unsafe (2009)
 International Journal of Biological Sciences: A Comparison of the Effects of Three GM Corn Varieties on Mammalian Healt (2009)

Anträge und Zulassungen

Die Firma Monsanto beantragte zunächst die Genehmigung für den Import, die Weiterverarbeitung und die Verwendung des Maises NK603 in Lebens- und Futtermitteln. Seit Juli 2004 liegt der Kommission auch ein Antrag für den Anbau vor.

Eigenschaften

Die Maissorte NK603 wurde gentechnisch verändert, um sie gegen das Herbizid Glyphosat tolerant zu machen, was allgemein als „Roundup“ bezeichnet wird.

Gutachten und Stellungnahmen

Mai 2009 - Die EFSA bewertet den NK 603 als sicher für den Anbau sowie für weitere Verwendung als Futter- oder Lebensmittel.
 Bewertung der EFSA, 27.05.09

Juni 2007 - Nach einer eines von Greenpeace vorgestellten Reports der französischen Expertengruppe CRIIGEN (Committee for Independent Research and Information on Genetic Engineering) ist der Gentech-Mais NK603 möglicherweise gesundheitsgefährdend. Ähnlich wie bei Monsantos Gen-Mais MON863 war es auch beim NK603 in Rattenversuchen zu Funktionsveränderungen bei Nieren, Gehirn, Herz und Leber gekommen.

Stand des Zulassungsverfahren

Die Kommission genehmigte die Einfuhr des Gen-Mais und dessen Verwendung für die industrielle Weiterverarbeitung. Ebenso erteilte sie die Zulassung, den Mais und daraus hergestellte Produkte, wie z.B. Stärke, Öl und Maismehl, als Lebens- und Futtermittel in den Markt einzuführen. Über den Antrag für den kommerziellen Anbau wurde noch nicht entschieden.

Dokumente

Der Report der französischen Expertengruppe CRIIGEN (Committee for Independent Research and Information on Genetic Engineering) besagt, dass es durch den NK603 in Rattenversuchen zu Funktionsveränderungen bei Nieren, Gehirn, Herz und Leber gekommen sei. Die Daten für die vorliegende Auswertung stammen von Monsanto selbst.

CRIIGEN, Juni 2007
 Controversial effects on health reported after subchronic toxicity test: 90-day study feeding rats

Gutachten der EFSA

Das Gutachten des Wissenschaftlichen Gremiums für genetisch veränderte Organismen bezüglich der Anmeldung über das Inverkehrbringen des herbizidtoleranten, genetisch veränderten NK603-Maises für Import- und Weiterverarbeitungszwecke.
Es entspricht dem Gutachten des Gremiums bezüglich der Sicherheit von aus NK603-Mais gewonnenen Lebensmitteln.

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Gremium für genetisch veränderte Organismen, März 2004.

 Gutachten der EFSA

Antrag auf Inverkehrbringen

Anmeldung über das Inverkehrbringen des herbizidtoleranten, genetisch veränderten NK603-Maises für Import- und Weiterverarbeitungszwecke gemäß Teil C der Richtlinie 2001/18/EG durch Monsanto vom 2. Januar 2001.

Monsanto, Jan. 2001.

 Antrag auf Inverkehrbringen

Hintergrund

Fünf Gründe für die Ablehnung einer Zulassung

Greenpeace arbeitet fünf wesentliche Gründe heraus, weshalb NK 603 zum derzeitgen Wissenstand über die Risiken nicht in Verkehr gebracht werden darf.

Greenpeace International, März 2003.

 Gründe für die Ablehnung einer Zulassung (engl.)

Offene Fragen zur Sicherheit

Eine Risikobewertung, die weder die Langzeitauswirkungen auf die Umwelt noch die Allergiegefahr bei Menschen berücksichtigt, erklärt die Umweltorganisation als unzureichend für eine Zulassung des NK 603.

 Friends of the Earth, März 2003.

 Offene Fragen

Pressespiegel

Zulassung von Genmais als Lebensmittel ist Missachtung des Verbraucherschutzes

Ein weiteres Mal hat die EU-Kommission Verbraucherinteressen missachtet. Die Zulassung des Genmais NK603 der US-Firma Monsanto nun auch als Lebensmittel ist die bislang letzte von vielen übereilten Entscheidungen der EU-Kommission auf diesem Gebiet.

Bündnis90/Die Grünen, Okt. 2004.

 Missachtung des Verbraucherschutzes

EU erteilt Zulassung für Gen-Mais als Tierfutter

Nach der Zulassung der genmanipulierten Süßmais-Sorte Bt-11 am 19. Mai ist mit der Zulassung des Gen-Mais NK 603 als Futtermittel eine weitere Bresche in das seit 1998 bestehende europäische Gen-Moratorium geschlagen.

Gen-Info Mailingliste, Juni 2004.

 EU erteilt Zulassung für Gen-Mais als Tierfutter

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Dossier NK 603-Mais