„Bring your Own Device”

Das sagt der zukunftsorientiert eingestellte Chef zu seinen Mitarbeitern. Dabei meint er diese Aufforderung durchaus ernst. BYOD lautet die intelligente Antwort auf den Device-Nutzungs-Wildwuchs in Unternehmen.

Cortado - Bring Your Own Device. Bildrechte: Cortado

Private Devices wie Smartphones, BlackBerrys, iPhones, Tablets oder Laptops werden von Mitarbeitern immer wieder gerne im Unternehmen eingesetzt. Entgegen den internen Sicherheitsregeln. Oder besser ausgedrückt – entgegen den früher geltenden Sicherheitsregeln.

Einerseits kennen die IT-Systemadministratoren (CIOs) die Wünsche der Mitarbeiter, ihre Arbeiten von überall aus erledigen zu können – zu jeder Zeit. Andererseits werden die CIOs von ihren Vorgesetzten (CEOs) schikaniert, einem möglichen Device-Wildwuchs mit Verboten und Richtlinien entgegen zu treten. Eine Wunschvorstellung, die schon lange nicht mehr realisierbar ist. CIOs organisieren im Ein-Mann-Betrieb mit veralteten Systemen Unmögliches und beginnen, das unternehmenseigene Netz von innen heraus sukzessive zu durchlöchern. Somit werden sie den Wünschen der Mitarbeiter gerecht. Und der Vorgesetzte vertraut hier blind den Informationen seines CIO.

Ein offen gelebtes „Bring Your Own Device“-Konzept kann hier einiges entzerren und transparenter machen. Der Zugang ins Firmennetzwerk von unterwegs wird für die Mitarbeiter „legalisiert“, was die Identifikation mit dem Unternehmen noch einmal erhöhen mag. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, welche Geräte am liebsten sowohl privat als auch beruflich genutzt werden möchten. Ihre Mitarbeiter kennen ihre „eigenen“ Devices am besten und werden dadurch produktiver, mobiler, zufriedener und effektiver in ihrer Arbeit sein. Es macht auch wenig Sinn, wenn Sie Ihren Mitarbeitern sichere und preisgünstige Geräte zur Verfügung stellen – in der Hoffnung, der CIO wird sie schon die Benutzung einweisen. Die Akzeptanz bei Ihren Mitarbeitern für unbekannte Geräte wird vermutlich gleich Null sein. Treffen Sie die Auswahl, geeignete und aktuelle Devices für Ihre Mitarbeiter zu finden, auf jeden Fall mit allen gemeinsam. Sinnvoller Nebeneffekt: Nach erfolgreicher Einführung eines BYOD-Konzeptes im Unternehmen stimmt auch ein Großteil der sowieso geforderten IT-Dokumentation.

In kleinen bis sehr kleinen Unternehmen ist das Konzept schon länger etabliert. Nur kennt niemand die korrekte Bezeichnung dafür – BYOD. Das geht gut, solange man nicht für größere Kunden umfangreiche Dokumentationen erstellen muss, die die Nutzung, Sicherheit und Wiederherstellung der Device-Daten bis ins Kleinste steuern.

Worauf sollten Sie bei der Einführung des BYOD-Konzeptes unbedingt achten? Welche Software Lösungen können für das BYOD-Konzept geeignet sein?

Bevor Sie mit der Umsetzung des BYOD-Konzeptes beginnen, identifizieren Sie die möglichen Aufgaben, welche mit dem Device von unterwegs erledigt werden sollen. Ist eine Einbindung in firmeneigene Datenumgebungen notwendig? Oder reicht der mobile Zugriff der Mitarbeiter auf Emails oder Dokumente bereits aus? Ist Ihr CIO ausreichend qualifiziert, die Devices zu administrieren? Wenn nicht, lassen Sie sich von Fachleuten beraten und investieren Sie in die Ausbildung Ihres CIO.

Für die Verwaltung der Devices ist Mobile Device Management (MDM) das Stichwort. Mit MDM werden die Devices automatisiert gewartet, überwacht, gepatcht oder gewiped. Die Ausarbeitung geeigneter Policies, um private von firmeneigenen Daten klar voneinander zu trennen, sollte selbstverständlich sein. Eine kurze Policy zur Device-Nutzung im Unternehmen sollte ebenfalls schnell erstellt sein und ist dringend empfohlen.

Einige wenige der auf der CeBIT vorgestellten BYOD-Konzepte sind hier aufgeführt:

BYOD – mehr Chancen als Risiken.

Die Einführung von BYOD sollte Unternehmen entsprechender Größe keine Schwierigkeiten bereiten. Und gegen die Device-Anarchie mit unkontrolliertem Datenabfluss bei fehlenden Nutzungsrichtlinien im Unternehmen hilft auch der CIO nur begrenzt. Bringen Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen entgegen, dass sie ihre Arbeiten souverän und flexibel organisieren sowie durchführen können. Sie fördern dadurch zusätzlich die viel zitierte digitale Kompetenz Ihrer Mitarbeiter und die Furcht vor technischen Veränderungen. Weiterhin reduzieren sich unnötige Kommunikations(um)wege, wodurch Prozesse optimiert werden können. Vergessen Sie auch nicht, dass Ihre moderne Unternehmenseinstellung Sie als attraktiven Arbeitgeber und kompetenten Geschäftspartner erscheinen lassen kann.