Coffee Break von 3EyePanda via Flickr (Creative Commons 2.0)

Am Tag der Arbeit hat Sascha Lobo einen sehr interessanten Artikel auf Spiegel Online verfasst. Ein Thema ist die abhängige vernetzte Beschäftigung in der Cloud und zukünftige freie und flexible Beschäftigungsmodelle. Zitat aus dem Artikel von Sascha Lobo: “Denn die Vielen verwechseln noch immer so etwas Wunderbares wie einen Beruf mit etwas so grauenvollem wie Karriere”. Diesen Artikel habe ich daher zum Anlass genommen, den selbstbestimmten Markt der IT-Freiberufler oder der Freelancer im Allgemeinen ein wenig genauer zu beleuchten und die Chancen für die Unternehmen aufzuzählen, die sich aus der Zusammenarbeit mit zufriedenen und selbstbewussten Freelancern ergeben können.

Im IT-Projektgeschäft gibt es das Unternehmen, welches Spezialisten sucht, den Projektvermittler sowie den Freelancer, Freiberufler oder Selbstständige der Branche. Wenn sich alle Beteiligten an klare Spielregeln halten, kann sich hieraus eine langfristige zufriedene und offene Dreiecksbeziehung zwischen Freelancer, Vermittler und Unternehmen ergeben. Doch auch ohne einen Projektvermittler schaffen es ehemalige Mitarbeiter eines Unternehmens zurück in das Unternehmen, welches sie einst als Arbeitnehmer verlassen hatten – als hoch spezialisierte und qualifizierte Wissensvermittler und Teambuilder. Die Gemeinsamkeit der Freelancer und der Unternehmen hier lautet: Freiwilligkeit, Selbstbestimmtheit, Entscheidungsfreiheit – in jedem Alter, zu jeder Zeit.

Wissensvermittler und Katalysatoren

Ein vom BMBF gefördertes Forschungsprojekt „FlinK – Freelancer im Spannungsfeld von Flexibilisierung und Stabilisierung“ an der Universität der Bundeswehr München untersucht bereits seit einiger Zeit das Projektarbeitsmodell IT-Freelancer und Unternehmen.

Wesentliche Ergebnisse der deutschlandweiten Online-FlinK-Studie 2011, an der mehr als 450 Personen teilnahmen, sind, dass fast 90 % der befragten Unternehmensvertreter einen Wissenstransfer von IT-Freelancern zu internen Mitarbeitern für wichtig bis sehr wichtig halten. Hierbei wurden Hinweise deutlich, dass die eingesetzten Freelancer gelegentlich als „Coach“ oder „Trainer“ für die internen Mitarbeiter eingesetzt werden. Die Erwartungshaltung an die IT-Freelancer ist, dass sie ihre Projekte schriftlich dokumentieren und die Projektergebnisse zum Projektende vollständig an die internen Mitarbeiter übergeben. Weiterhin hatten die Unternehmensvertreter das Gefühl, dass die Produktivität ihrer Projektteams durch zusätzliche IT-Freelancer gesteigert wird – oft auch aufgrund des „frischen Windes“, der in den Teams entsteht. Die Homepage der FlinK-Studie befindet sich unter http://www.flink-projekt.de und stellt die umfassenden Ergebnisse der Studie kostenlos zum Download bereit. Ein Blick lohnt sich allemal.

Glückliche Freiberufler

IT-Freiberufler – sicher auch Freiberufler anderer Branchen – scheinen insgesamt zufriedener und mit einer guten Work-Life-Balance ausgestattet zu sein, wie der CIO kürzlich zusammenfassend berichtete. Wobei hier anzumerken sei, dass ein Freiberufler den Unterschied zwischen Work und Life gar nicht so sehr erkennen mag. Wird der Begriff Arbeit häufig mit den negativen Schlagworten Stress, Unlust oder Ausbeutung assoziiert, sind sie dem Freiberufler eher unbekannt. Fühlt sich der Freiberufler von seinem Auftraggeber (nicht zu verwechseln mit dem Arbeitgeber) in irgendeiner Weise unberechtigt und ohne Vorwarnung negativ beeinflusst, wird er den Projektvertrag mit Sicherheit nicht verlängern oder sogar frühzeitig aus dem Projekt aussteigen. Hier sollte man jedoch einem Freiberufler nicht unterstellen, dass er unzuverlässig sei. Wahrscheinlich ist die Zuverlässigkeit und Integrietät sogar noch höher als bei den internen Mitarbeitern im Unternehmen. Neue Projekte sind schnell gefunden und warum nicht auch wieder einen Urlaub zwischen zwei Projekte einbinden?

Bildquelle: Coffee break von 3EyePanda unter CC 2.0 auf Flickr