Es ist da – das Universum der größten Internetseiten dieser Erde. Ein schwarzes Meer mit zahllosen bunten “Sternen”, die größten Internetseiten als bunte Kreise dargestellt. Das Webseitenuniversum wurde von dem Russen Ruslan Enikee programmiert und über die schnellsten Cloud-Services ins Netz gestellt. Derzeit finanziert sich das Projekt ausschließlich über Spenden, weshalb Ruslan beim Besuch seines Internetweltalls unter http://internet-map.net/ darum bittet, ihn mit Spenden zu unterstützen. Anderenfalls müsste er die Seite irgendwann wieder vom Netz nehmen, weil der Traffic die Millionenmarke an GB bereits überschritten hat, wie er in seinem Blog unter http://the-internet-map.blogspot.co.at/ detailliert beschreibt. Auf dieser Seite erzählt er auch die Hintergründe zu seiner Internet Map und die verwendeten Cloud-Technologien, um sein Projekt realisieren zu können.

Ein Meer aus “Sternen”

Je mehr Inhalt eine Webseite hat, umso größer sind die Kreise im Universum. Die “Sterne” im Universum sind entsprechend ihrer Verlinkung untereinander angeordnet. So sieht man beispielsweise in der unteren Abbildung, dass die Webseiten im roten Rahmen (z.B. cebit.de) viel besser mit dem Fotodienst flickr.com (untere Mitte) verlinkt ist als beispielsweise mit twitter.com (ganz links). Die derzeit größte Suchmaschinenseite von google.com befindet sich weiter links von twitter. Die deutsche Google-Seite ist nicht ganz so weit entfernt und liegt im unteren Bereich der Internetkarte. Auch ordnen sich die Kreise entsprechend ihrer Thematik zueinander an. Die Vergrößerung im unteren Screenshot beträgt das 8-fache der Übersichtskarte.

The Internet map, by Ruslan Enikee

The Internet Map, by Ruslan Enikee, http://internet-map.net/. Die Webseite cebit.de befindet sich im roten Rahmen, links neben dem größeren “Stern” dropbox.com.

Dunkelblau sind alle Kreise der deutschen Internetseiten, die Amerikaner erstrahlen in leuchtendem Türkis und die Japaner sind violett, die Russen rot und Chinas “Stern” leuchtet gelb. Die Suchfunktion auf der Internet Map zoomt rasend schnell zur gewünschten Webseite hinein. Die Geschwindigkeit, mit der die Seite jedes mal neu aufgebaut wird, ist wirklich gut. Ruslan nutzt hier die Cloud-Technologie verschiedener Anbieter wie CloudFront von Amazon, um die Latenzzeiten so klein als möglich zu halten. in das Internetuniversum lässt sich somit ohne ruckeln hineinzoomen – natürlich hängt dies auch von der verwendeten Internetleitung ab, die ihr gerade verwendet. Im unteren Bild seht ihr beispielsweise den CeBIT-“Stern” in 10-facher Vergrößerung.

The Internet Map, by Ruslan Enikee

The Internet Map, by Ruslan Enikee. Based on Google Maps, http://internet-map.net/. Der türkisfarbene Riese dropbox.com lässt die Seite der CeBIT fast als kleiner “Mond” erscheinen.

Interessante Nachbarn

Das “Sternenmeer” lädt zum erforschen ein: So finden sich beispielsweise in direkter Nachbarschaft zum türkisfarbenen Riesen google.com zahlreiche Internetseiten, die in irgendeiner Weise mit Programmierung oder Quellcodeschnipseln zu tun haben.

Im asiatischen gelben Bereich des Internetuniversums ist die chinesische Suchmaschine baidu.com die mit Abstand größte Webseite. Interessant ist hier, dass in direkter Verlinkungsnähe von Baidu sehr viele Webseiten lokalisiert sind, deren Domains aus Zahlen bestehen (z.B. 12345….com) und – zumindest aus dem deutschsprachigen Netz – nicht erreichbar sind. Wie das mit möglichen Internetsperren und der regionalen Anzeige von Webinhalten so funktioniert, habe ich bereits in einem früheren Beitrag zum Thema HHTP-451-Zensurcode beschrieben (http://blog.cebit.de/2012/06/27/http-451-zensur-code/).

Wenn ihr pikante oder interessante “Sterne” in Ruslans Internetuniversum findet, lasst es uns wissen und schreibt einen Kommentar.

Viel Spaß bei der Weltraumreise durch das Sternenmeer der Webseiten